POSITION | AUSSENWIRTSCHAFT | USA-CHINA
Der Phase-One-Deal: Waffenstillstand mit begrenzter Halbwertszeit
April 2020 Bewertung âȘ
Der Phase-One-Deal ist weit davon entfernt, ein Freihandelsabkommen zu sein. Vielmehr 23.des Oktober setzt er kleinteilig auf âManaged Tradeâ. Er widerspricht nicht nur dem Grundsatz freien und regelbasierten Handels der Welthandelsorganisation, sondern auch den WTO-Regeln 2017 fĂŒr Freihandelsabkommen.
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Weiterhin hohe ZollsĂ€tze in den USA und China erhöhen die Kosten fĂŒr Unternehmen. Der Phase-One-Deal ist zudem von zahlreichen Unsicherheiten geprĂ€gt. Die Planungssicherheit fĂŒr Unternehmen ist somit nach wie vor nicht gegeben.
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Die vereinbarten âEinkauflistenâ fĂŒr chinesische Unternehmen mögen sich zwar möglicherweise positiv auf das US-Handelsbilanzdefizit auswirken, an ihnen wird die weltweite Konjunktur aber nicht genesen. Zudem drohen VerdrĂ€ngungs- und Handelsumlenkungseffekte. Gerade die deutsche Industrie wird dies deutlich zu spĂŒren bekommen.
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Neben den Einkaufsverpflichtungen geht der Deal auf einige strukturelle Probleme der chinesischen Volkswirtschaft ein. Im Bereich des Schutzes geistigen Eigentums und der Verhinderung von erzwungenem Technologietransfer wurden MaĂnahmen beschlossen, die positiv einzuschĂ€tzen sind. Inwiefern europĂ€ische Unternehmen von den angekĂŒndigten Vorhaben profitieren ist unklar.
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Der Deal ist eine politische Ăbereinkunft und kein völkerrechtlicher Vertrag. Die vorgesehenen Streitschlichtungsregeln zwischen den USA und China bieten ein Schlupfloch fĂŒr einen RĂŒcktritt aus dem Deal. Darunter leidet die VerlĂ€sslichkeit der getroffenen Vereinbarungen.
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Der Phase-One-Deal fĂŒhrt zwar zu einer temporĂ€ren Entspannung im Handelskonflikt zwischen den USA und China. Ein Level-Playing-Field schafft er aber nicht. Auch die tiefergehenden Ursachen des Konflikts werden mit ihm nicht beseitigt. Ob ein Phase Two Deal gelingen wird, ist fraglich.
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