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Die größten Familienunternehmen in Deutschland 2016

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Die größten Familienunternehmen in Deutschland Kennzahlen-Update 2016 Durchgeführt vom Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn


Die grĂśĂ&#x;ten Familienunternehmen in Deutschland Kennzahlen-Update 2016

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Die größten Familienunternehmen in Deutschland Kennzahlen-Update 2016

Inhalt Über die Studie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4 Regionale Einordnung  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5 Charakterisierung der größten Familienunternehmen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6 Umsatz- und Beschäftigtenentwicklung  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8 Ertragslage . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12 Finanzierungsstruktur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15 Pensionsrückstellungen  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18 Investitionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20 Literaturverzeichnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22 Impressum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23

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Die größten Familienunternehmen in Deutschland Kennzahlen-Update 2016

Über die Studie

Seit 2009 erfasst das Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn im Auftrag der Deutsche Bank AG und des Bundesverbands der Deutschen Industrie e. V. (BDI) die aktuellen Entwicklungen der größten Familienunternehmen in Deutschland. Neben der jährlichen Frühjahrsbefragung bietet die Analyse der Bilanz- und GuV-Daten Informati­ onen über die wirtschaftliche Lage der Familienunternehmen. Die Grundlage des Kennzahlen-Updates bildet dabei eine im Herbst 2015 erstellte Datenbank der 4.686 größten Familienunternehmen mit mehr als 50 Mio. Euro Jahresumsatz. Insgesamt liegen für 4.405 dieser Unternehmen auswertbare Kennzahlen vor. Die Unternehmen kommen aus den Bereichen Industrie (31,3 %), Handel (27,5 %), Holdings / Unternehmensnahe Dienstleister (26,9 %) – bei denen es sich bei rund der Hälfte um Holdings eines Industrieunter­ nehmens handelt – und aus sonstigen Wirtschaftsbereichen (14,3 %).

Quelle: IfM Bonn, 2016

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Die größten Familienunternehmen in Deutschland Kennzahlen-Update 2016

Regionale Einordnung

Hamburg – Die Stadt der Familienunternehmen

Verteilung der größten Familienunternehmen nach Bundesländern Regionale Verteilung der größten Familienunternehmen

SchleswigHolstein 3,7 % Hamburg 4,2 % Bremen 1,5 %

MecklenburgVorpommern 0,5 % Berlin 2,0 %

Niedersachsen 10,2 %

Nordrhein-Westfalen 25,5 %

Hessen 6,0 %

SachsenAnhalt 0,9 %

Thüringen 0,7 %

Brandenburg 0,9 %

Anzahl der größten Familienunternehmen je 100.000 Einwohner

10,6

Hamburg

9,8

Bremen

7,4

Baden-Württemberg

6,8

Bayern

6,3

Nordrhein-Westfalen

5,8

Niedersachsen

5,5

Schleswig-Holstein Sachsen 1,5 %

Saarland

4,6

Rheinland-Pfalz

4,5 4,3

Hessen

RheinlandPfalz 4,2 %

2,6

Berlin

Saarland 0,9 % BadenWürttemberg 17,7 %

n = 4.686 Quelle: IfM Bonn, 2016

Bayern 19,5 %

Sachsen-Anhalt

1,8

Sachsen

1,8

Brandenburg

1,7

Thüringen

1,5

Mecklenburg-Vorpommern

1,4

Insgesamt betrachtet sind die meisten der großen Familienunternehmen in Nordrhein-Westfalen (1.195) zu Hause, gefolgt von Bayern (914) und BadenWürttemberg (830). In diesen drei Bundesländern haben mehr als sechs von zehn der größten deutschen Familienunternehmen ihren Sitz. Die neuen Bundesländer bilden die Schluss­ gruppe, was vor allem damit zusammenhängt, dass es hier vor der Wiedervereinigung kaum Möglichkeiten für privatwirtschaftliche Aktivitäten gab. In Relation zur Einwohnerzahl weisen die Stadtstaaten Hamburg (198) und Bremen (69) die höchste Anzahl großer Familienunternehmen auf. So kommen in Hamburg auf 100.000 Einwohner mehr als zehn große Familienunternehmen, in Bremen sind es nahezu zehn. Danach folgen Baden-Württemberg und Bayern. Die Schlussgruppe bilden auch hier die neuen Bundesländer: Keines hat mehr als zwei der größten Familienunternehmen je 100.000 Einwohner. 5


Die größten Familienunternehmen in Deutschland Kennzahlen-Update 2016

Charakterisierung der größten Familienunternehmen Hohe Umsätze vor allem in der Industrie

Umsatzgrößenklassen 2014 nach Wirtschaftsbereichen in % Durchschnittlicher Umsatz in Mio. EUR

6,5

Insgesamt

Industrie

7,9

Handel

6,9

Holdings/Unternehmensnahe Dienstleister

4,5

Sonstige Wirtschaftsbereiche

7,1

41,7

50,4

32,4

39,4

50 bis unter 100

n = 2.987; Median: 104,3 Mio. EUR Quelle: IfM Bonn, 2016

6

100 bis unter 250

250 und mehr

22,4

25,0

43,8

Umsatz in Mio. EUR: unter 50

29,5

31,6

31,5

16,7

585,3

17,7

299,3

31,6

31,6

443,0

22,0

492,0

256,2

Der durchschnittliche Umsatz der größ­ ten deutschen Familienunterneh­men betrug im Jahr 2014 etwa 443 Mio. Euro. Der höchste durchschnittliche Umsatz wurde dabei in der Industrie erwirtschaftet, gefolgt von den Holdings /  Unternehmensnahen Dienstleis­­tern. Mehr als vier von zehn der größten Fa­ milienunternehmen erzielten im Jahr 2014 einen Umsatz zwischen 50 und 100 Mio. Euro, gefolgt von der zweitgrößten Gruppe mit einem Umsatz zwischen 100 und 250 Mio. Euro. Etwas mehr als jedes Fünfte generierte 2014 sogar einen Umsatz von 250 Mio. Euro oder mehr.


Die größten Familienunternehmen in Deutschland Kennzahlen-Update 2016

Charakterisierung der größten Familienunternehmen Im Durchschnitt über 1.600 Mitarbeiter

Beschäftigungsgrößenklassen 2014 nach Wirtschaftsbereichen in % Durchschnittliche Mitarbeiterzahl

37,9

Insgesamt

23,2

35,4

Industrie

16,8

31,9

65,7

Handel

Holdings/Unternehmensnahe Dienstleister Sonstige Wirtschaftsbereiche

18,1

19,8

29,4

22,5 20,1

22,2

16,8

16,0

1.969

18,4

8,9 7,0

625

39,7 20,9

1.620

29,6

2.343

1.329

Im Durchschnitt beschäftigten die größten deutschen Familienunterneh­ men im Jahr 2014 1.620 Mitarbeiter. Dabei weisen Holdings/Unternehmensnahe Dienstleister die größte durchschnittliche Mitarbeiterzahl aus, was vor allem in der hohen Anzahl an Holdings von Industrieunternehmen begründet sein dürfte. Fast vier von zehn der größten deut­ schen Familienunternehmen beschäftigen 249 oder weniger Mitarbeiter. Im Handel fallen nahezu zwei Drittel in diese Größenklasse. Die zweitgrößte Gruppe bilden die Familienunternehmen mit 250 bis 499 Beschäftigten. Mehr als jedes Fünfte beschäftigt 1.000 oder mehr Mitarbeiter.

Anzahl der Mitarbeiter: bis 249

250 bis 499

500 bis 999

1.000 und mehr

n = 3.466; Median: 356 Mitarbeiter Quelle: IfM Bonn, 2016

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Die größten Familienunternehmen in Deutschland Kennzahlen-Update 2016

Umsatz- und Beschäftigtenentwicklung

Positive Entwicklung in allen Wirtschaftsbereichen Die gute wirtschaftliche Situation der vergangenen Jahre spiegelt sich auch in der Entwicklung der Umsätze der größten deutschen Familienunternehmen wider. Über alle Wirtschaftsbereiche hinweg entwickelten sie sich zwischen 2012 und 2015 durchweg positiv. Jedoch gestalteten sich die Umsätze der großen deutschen Familienunternehmen mit Ausnahme des Jahres 2015 etwas weniger positiv als das nominale BIP. Dieses betrug in den Jahren 2013 bis 2015 entsprechend 2,5 % beziehungsweise 3,5 % und 3,7 %.

Entwicklung der Umsätze in den Jahren 2012 bis 2015 in % Insgesamt +6,6 +2,6

+1,4 2012

Industrie

2013

2014

2015*

Handel

+7,6 +3,6

+1,7 2012

+4,6 2013

2014

2015*

2012

Holdings / Unternehmensnahe Dienstleister

2013

n = 2.777; *n = 507 Quelle: IfM Bonn, 2016

8

2013

2014

Sonstige Wirtschaftsbereiche

2015*

+6,4

+3,5

+5,9

+0,9

–0,2 2012

+3,2

+3,0

+0,6 2014

2015*

2012

2013

2014

2015*

Insbesondere die in der Industrie täti­ gen Familienunternehmen verzeich­ne­­ ten über die Jahre einen zunehmenden Anstieg ihrer Erlöse. Ähn­liches gilt auch für die Holdings / Unternehmens­ nahen Dienstleister. Lediglich im Handel schwächte sich 2014 die positive Entwicklung leicht ab, nahm im Jahr 2015 jedoch wieder an Fahrt auf.


Die größten Familienunternehmen in Deutschland Kennzahlen-Update 2016

Umsatz- und Beschäftigtenentwicklung

Fast jedes zweite Unternehmen mit leichtem Umsatzplus

Verteilung der Umsatzentwicklung in den Jahren 2013 und 2014 in %

Stark wachsend (über 30 %)

Wachsend (über 10 % bis 30 %)

17,7

3,7 1,5

Stark rückläufig (unter –30 %) Rückläufig (unter –10 % bis –30 %)

7,6

23,7

Leicht rückläufig (unter 0 % bis –10 %)

Zwei Drittel der Familienunterneh­ men konnten ihren Umsatz in 2014 steigern. Die mit Abstand größte Gruppe der untersuchten Unternehmen weist dabei ein leichtes Umsatzwachstum von bis zu 10 % auf. Diese umfasst ungefähr 46 % aller großen Unternehmen. Jedes vierte Unternehmen musste einen leichten Rückgang seiner Umsätze hinnehmen. Die drittgrößte Gruppe bilden die Familien­ unternehmen mit einem Umsatzwachstum von 10 bis 30 %. Einige der größten deutschen Familienunternehmen (3,7 %) waren sogar in der Lage, ihren Umsatz um mehr als 30 % zu steigern.

45,8 Leicht wachsend (0 % bis 10 %)

n = 2.926 Quelle: IfM Bonn, 2016

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Die größten Familienunternehmen in Deutschland Kennzahlen-Update 2016

Umsatz- und Beschäftigtenentwicklung

Generelle positive Entwicklung hauptsächlich durch Industrie getrieben Ähnlich wie der Umsatz ist auch die Anzahl der Beschäftigten durch einen weitgehend positiven Verlauf gekennzeichnet. In zwei von drei der betrachteten Jahre liegt das Beschäftigtenwachstum der großen deutschen Familienunternehmen über dem Wachstum der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten. Die Anzahl dieser Beschäftigten stieg in den entsprechenden Jahren um je­weils 1,2 % (2013), 1,7 % (2014) und 2,5 % in 2015.1

Entwicklung der Beschäftigung in den Jahren 2012 bis 2015 in % Insgesamt

+2,7 2012

+2,9

+1,3

2013

2014

Industrie

Handel +3,7

+3,6

+3,9 2012

–1,3

+3,3 +4,0

2013

2014

2015*

2012

Holdings / Unternehmensnahe Dienstleister

2013

2013

2014

2015*

Sonstige Wirtschaftsbereiche

+2,5

–1,1

+1,4 2012

2015*

2014

2015*

2012

+3,3

–0,3

+1,6 2013

2014

2015*

Vor allem bei den industriellen Fami­ lienunternehmen entwickelte sich die Beschäftigtenanzahl durchgängig positiv. Die im Handel tätigen Familienunternehmen erfuhren nach zwei Jahren steigender Entwicklung hingegen einen Rückgang um 1,3 %. Auch Holdings/Unternehmensnahe Dienstleister weisen eine meist positive, jedoch schwankende Beschäftigungs­ entwicklung auf.

n = 3.285; *n = 617 Quelle: IfM Bonn, 2016

10

1

Vgl. Bundesagentur für Arbeit, 2016.


Die größten Familienunternehmen in Deutschland Kennzahlen-Update 2016

Umsatz- und Beschäftigtenentwicklung

Insgesamt deutlich positive Beschäftigtenentwicklung

Verteilung der Beschäftigtenentwicklung in den Jahren 2013 und 2014 in %

Stark rückläufig (unter –15 %)

Stark wachsend (über 15 %)

8,4

4,0

Rückläufig (unter –5 % bis –15 %)

8,4

Wachsend (über 5 % bis 15 %)

Leicht rückläufig (unter 0 % bis –5 %)

23,4

Insgesamt ist die Beschäftigtenent­ wicklung der größten deutschen Fa­ milienunternehmen als positiv zu bezeichnen: Fast vier von zehn der größten deutschen Familienunterneh­ men wiesen zwischen 2013 und 2014 eine leicht gestiegene Beschäftigtenzahl auf. Bei fast jedem vierten Unternehmen erhöhte sich in 2014 die Anzahl der Mitarbeiter um 5 bis 15 %. Weniger als drei von zehn Unternehmen mussten einen Rückgang der Beschäftigten verzeichnen.

16,8

38,8 Leicht wachsend (0 % bis 5 %) n = 3.402 Quelle: IfM Bonn, 2016

11


Die größten Familienunternehmen in Deutschland Kennzahlen-Update 2016

Ertragslage

Gute Ertragslage weiter verbessert

Entwicklung der Jahresüberschüsse von 2013 bis 2015 in %

Saldo

2015*

52,7

0,0

47,3

5,4

2014

51,6

0,2

48,2

3,4

45,5

2013

gestiegen

gleich geblieben

n = 3.196; *n = 600 Quelle: IfM Bonn, 2016

12

gesunken

0,1

54,4

–8,9

Insgesamt konnten die größten deutschen Familienunternehmen mehr­ heitlich ihre Ertragslage verbessern: Deutlich mehr Unternehmen verzeichneten 2014 steigende Jahresüberschüsse als noch im Vorjahr (+6,1 %). Jedes zweite Unternehmen konnte dabei sogar einen jährlichen Überschuss von mindestens 2,2 Mio. Euro erwirtschaften. Ein Jahr zuvor lag dieser Wert noch bei 2,0 Mio. Euro. Auch die Auswertung der ersten Daten für 2015 lässt eine weiterhin positive Entwicklung vermuten. Zudem erwirtschafteten insgesamt nahezu neun von zehn Unternehmen (87,9 %) Jahresüberschüsse. Für das Jahr 2015 deutet sich ein leichter Zuwachs der Unternehmen mit Jahresüberschüssen an (+2,0 %).


Die größten Familienunternehmen in Deutschland Kennzahlen-Update 2016

Ertragslage

Familienunternehmen erweisen sich als besonders leistungsfähig

Umsatz- und Gesamtkapitalrentabilität zwischen 2012 und 2015 in %

8,0

7,1 6,7

7,0

6,8

6,6

6,0 5,0 4,0 2,9

3,0

3,0

3,3

3,3

2014

2015*

2,0 1,0 0,0 2012 Gesamtkapitalrentabilität

2013 Umsatzrentabilität

Auch gemessen an ihrem Umsatz konn­ ten die größten Familienunternehmen in 2014 ihre Jahresüberschüsse deutlich steigern. So stieg ihre Umsatz­ rentabilität im Vergleich zum Vorjahr um 0,3 %. Allerdings gibt es starke Unterschiede zwischen den unterschiedlichen Branchen: Die Quoten reichen von 2,1 % bei Handelsunter­ nehmen bis zu 3,9 % bei Industrieunternehmen. Die Gesamtkapitalrentabilität blieb 2014 mit 6,8 % im Vergleich zum Vorjahr (2013: 6,7 %) nahezu unverändert. Insgesamt zeigt sich, dass die größten deutschen Familienunternehmen im Vergleich zu allen Unternehmen besonders leistungsfähig sind. So weist die Deutsche Bundesbank für alle Unterneh­men mit einem Umsatz von 50 Mio. Euro und mehr eine Gesamtkapitalrentabilität von 4,9 % in 2014 aus.2

n = 3.224; *n = 680 Quelle: IfM Bonn, 2016

2

Vgl. Deutsche Bundesbank, 2016a.

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Die größten Familienunternehmen in Deutschland Kennzahlen-Update 2016

Ertragslage

Mittelgroße Familienunternehmen mit höchster Eigenkapitalrentabilität

Verteilung der Eigenkapitalrentabilität nach Umsatzgrößenklassen 2014 in % Durchschnittliche Eigenkapitalrentabilität

9,5

Insgesamt

21,1

unter 50

31,8

38,0

8,7

30,4

31,6

100 bis unter 250

8,8

29,4

33,9

250 und mehr

8,2

0 % bis unter 10 %

n = 3.173 Quelle: IfM Bonn, 2016

10 % bis unter 20 %

34,9

20 % bis unter 30 %

13,5

21,1

50 bis unter 100

unter 0 %

14

31,0

36,1

30 % und mehr

14,2

10,8

13,8

13,5

12,3

9,0

14,7

8,3

15,7

15,7

14,4

15,1

8,5

12,5

Über alle Größenklassen hinweg er­ wirtschaften die größten deutschen Familienunternehmen eine Eigenkapitalrentabilität von 14,7 %. Mit zunehmender Unternehmensgröße steigt zwar die Eigenkapitalquote, es sinkt jedoch die Eigenkapitalrentabilität. So weisen die mittelgroßen der größten Familienunternehmen (50 bis 100 Mio. Euro Umsatz) eine um 3,2 % - Punkte höhere Eigenkapitalrentabilität aus als solche mit einem Umsatz von 250 Mio. Euro und mehr.


Die größten Familienunternehmen in Deutschland Kennzahlen-Update 2016

Finanzierungsstruktur

Trend der vergangenen Jahre setzt sich fort

Eigenkapitalquoten nach Wirtschaftsbereichen in %

37,9 38,5 37,6 36,5

Insgesamt

41,3 43,2 42,1 40,6

Industrie 32,9 33,0 32,3 31,3

Handel

Holdings/Unternehmensnahe Dienstleister

37,8 37,8 36,9 36,2

Sonstige Wirtschaftsbereiche

2015*

2014

n = 3.354; *n = 636

2013

39,6 39,1 38,1 37,1

2012

Die größten deutschen Familienun­ ternehmen nutzen über alle Branchen hinweg die positive Ertragslage, um ihre Eigenkapitalausstattung weiter auszubauen. Der Trend der vergange­ nen Jahre setzte sich somit auch in 2014 weiter fort. Dies gilt am stärksten für Industrieunternehmen. Seit 2012 konnten sie ihren Eigenkapitalanteil um 2,6 % erhöhen. Obwohl das derzeit niedrige Zinsni­ veau gute Voraussetzungen für die Aufnahme von mehr Fremdkapital bietet, stärken die Familienunter­ nehmen ihre Eigenkapitalbasis. Die Gründe hierfür dürften etwa in der Verbesserung der finanziellen Stabilität und Finanzierungsmöglichkeiten sowie den Unabhängigkeitsbestrebungen liegen.3 Für 2015 deutet sich jedoch, insbe­ sondere in der Industrie, eine Seitwärtsbewegung bzw. ein leichter Rückgang der Eigenkapitalquote an.

Quelle: IfM Bonn, 2016

3

Vgl. Schlepphorst, Brink, Werner und Lamsfuß, 2015.

15


Die größten Familienunternehmen in Deutschland Kennzahlen-Update 2016

Finanzierungsstruktur

Bankverbindlichkeiten weiter rückläufig Im Gegenzug zu den steigenden Ei­ genkapitalquoten sinken die Bankverbindlichkeiten weiter. Insgesamt bleiben die Banken dennoch der wichtigste Finanzierungspartner.

Quoten der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 2012 bis 2015 in %

23,9

2015*

21,7

22,8

2014

19,8

23,5

2013

20,5

23,8

2012

Mittelwert

20,9 Median

n = 2.519; *n = 467

Die Quote der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten variiert allerdings deutlich innerhalb der Branchen- und Größenklassen: So weisen Handelsun­ternehmen mit insgesamt 27,8 % eine deutlich höhere Quote aus als Indus­t rie­unternehmen (19,8 %). Familienunternehmen mit mehr als 1.000 Mit­arbeitern kommen auf 19 %, wohingegen kleinere Unternehmen (< 250 Mitarbeiter) einen deutlich höheren Anteil an Bankverbindlichkeiten besitzen (26,8 %). Nach mehreren Jahren sinkender Bankverbindlichkeiten scheinen die großen Familienunternehmen jedoch in 2015 wieder mehr auf die Kredit­finanzierung zu setzen (+1,1 %). Dies könnte auf eine leicht steigende kreditfinanzierte Investitionstätigkeit zurückzuführen sein.4

Quelle: IfM Bonn, 2016

16

4

Vgl. Schwartz, 2016.


Die größten Familienunternehmen in Deutschland Kennzahlen-Update 2016

Finanzierungsstruktur

Zinsaufwendungen auf konstant niedrigem Niveau Die durchschnittlichen Zinsaufwen­ dungen der größten deutschen Familienunternehmen lagen 2014 bei durchschnittlich 1 % des Umsatzes. Obwohl der Leitzins innerhalb des Betrachtungszeitraums nochmals sank,5 blieben die Aufwendungen in Relation zum Umsatz dennoch nahezu konstant. Dies könnte auf eine Zunahme der durch Fremdkapital finanzierten Investitionen hindeuten.

Zinsaufwandsquote nach Wirtschaftsbereichen in %

1,0 1,0

Insgesamt

1,0 1,0 1,0

Industrie

0,6 0,6

Handel

Holdings/Unternehmensnahe Dienstleister Sonstige Wirtschaftsbereiche

2015*

2014

2013

1,1 1,1

1,1

0,8 0,7 1,1 1,1

1,2

1,3 1,4

1,6

Erwartungsgemäß weist der Handel eine unterdurchschnittliche Zinsaufwandsquote aus. Demgegenüber zeigen die sonstigen Wirtschaftsbereiche strukturell bedingt, etwa durch Unternehmen des Grundstücks- und Wohnwesens oder der Logistik, eine höhere Nachfrage nach Fremdkapital.

1,5 1,5

2012

n = 2.751; *n = 502; Zinsaufwandsquote = Zinsaufwendungen / Umsatz x 100 Quelle: IfM Bonn, 2016

5

Vgl. Deutsche Bundesbank, 2016b

17


Die größten Familienunternehmen in Deutschland Kennzahlen-Update 2016

Pensionsrückstellungen

Pensionsrückstellungen stark gestiegen

Entwicklung der Pensionsrückstellungen je Mitarbeiter 2007 bis 2014 in Euro

24.000 21.514

22.000 20.000

18.212

18.000 16.000

16.533 14.818

13.934

14.406

14.601

2009

2010

14.977

14.000 12.000 10.000 2007

n = 1.220 Quelle: IfM Bonn, 2016

18

2008

2011

2012

2013

2014

Die großen deutschen Familienunter­ nehmen müssen immer mehr Rückstell­ungen bilden, um die zukünftigen betrieb­l­ichen Pensionsansprüche ihrer Belegschaft bilanziell abbilden zu können. Dies resultiert vor allem aus den infolge des fortdauernden Niedrigzinsumfeldes verminderten Abzinsungssätzen bei der Bewertung von Pensionsverpflichtungen. Die Unternehmen müssen sich an einer durch die Bundesbank festgelegten rea­listischen Verzinsung orientieren. Sie sind daher gezwungen, mehr finanzielle Mittel zurückzustellen, um die für ihre Belegschaft getätigten Direktzusagen gewährleisten zu können. So stieg die durchschnittliche Pensionsrückstellung je Mitarbeiter von 2011 bis 2014 insgesamt um mehr als 40 % an.


Die größten Familienunternehmen in Deutschland Kennzahlen-Update 2016

Pensionsrückstellungen

Industrie mit besonders hohen Rückstellungen

Pensionsrückstellungen je Mitarbeiter nach Branche in Euro

Pensionsrückstellungsquote (in %)

21.514

Insgesamt

7,1

33.643

Industrie

7,7

Holdings / Unternehmensnahe Dienstleister

13.197

5,5

Sonstige Wirtschaftsbereiche

12.752

6,8

Handel

6.895

n = 2.110; Pensionsrückstellungsquote = Pensionsrückstellungen / Bilanzsumme x 100

4,2

Vor allem Industrieunternehmen sind von steigenden Pensionsrückstellungen betroffen: 2014 wiesen sie durchschnittlich 33.516 Euro diesbezüg­liche Rückstellungen je Mitarbeiter aus. Gemessen an der Bilanzsumme ist dies ein Anteil von 7,7 %. Wegen des Auseinanderlaufens von Rechnungszinssatz nach Steuerrecht und den tendenziell weiter sinkenden handelsrechtlichen Diskontierungssätzen laufen Unternehmen Gefahr, Steuern entrichten zu müssen, denen handelsrechtlich kein Gewinn gegenübersteht. Zwar hat der Gesetzgeber mittlerweile reagiert und den Bemessungszeitraum für die Festlegung des Rechnungszinses von sieben auf zehn Jahre ausgeweitet, jedoch wird das Problem bei anhaltenden Niedrigzinsen dadurch lediglich verschoben. Die gestiegenen Pensionsrückstellungen können negative Auswirkungen auf die Eigenkapitalausstattung haben. In der Folge könnte es zu verschlechterten Konditionen bei der Kreditaufnahme kommen.6

Quelle: IfM Bonn, 2016

6

Lutz und Lutz, 2015

19


Die größten Familienunternehmen in Deutschland Kennzahlen-Update 2016

Investitionen

Höchste Nettoinvestitionsquote im industriellen Bereich

Nettoinvestitionsquoten in den Jahren 2012 bis 2015 in Euro

5,1

2012

2013

Nettoinvestitionsquote 2014 nach Branchen

4,8

1,5

1,4 2014

2015*

3,5

Industrie

6,5

n = 2.673; *n = 493; Nettoinvestitionsquote = Veränderung Anlagevermögen / Umsatz x 100

Quelle: IfM Bonn, 2016

20

Handel

2,9

2,2

Holdings / Sonstige Unternehmensnahe WirtschaftsDienstleister bereiche

Die größten deutschen Familienun­ ternehmen weisen über den betrachteten Zeitraum eine durchgängig positive, jedoch schwankende Investi­ tions­quote auf. Im Jahr 2012 betrug die durchschnittliche Investitionsquote rund 5 %. Nach einem recht deutlichen Rückgang in der Nettoinvestitionsquote im Jahr 2013 erholte sich diese in den darauffolgenden beiden Jahren wieder. Industrieun­ ternehmen weisen die mit Abstand höchste Nettoinvestitionsquote (4,8 %) auf. Die geringste Nettoinvestitionsquote unter den größten deutschen Familienunternehmen ist im Handel zu finden.


Die größten Familienunternehmen in Deutschland Kennzahlen-Update 2016

Investitionen

Nachholbedarf in den neuen Bundesländern

Nettoinvestitionsquoten der Unternehmen nach Bundesländern in 2014

SchleswigHolstein 1,2 % Hamburg 1,7 % Bremen 1,9 %

Niedersachsen 4,5 %

Nordrhein-Westfalen 3,2 %

Berlin 5,3 %

Neue Bundesländer * –1,3 %

Hessen 4,4 % RheinlandPfalz 7,0 % Saarland * 0,7 %

BadenWürttemberg 2,2 %

<0%

<3%

Bayern 4,1 %

Im internationalen Vergleich wird den deutschen Unternehmen insgesamt eine zu geringe Investitionstätigkeit attestiert.7 Bei den größten deutschen Familienunternehmen sind im Hinblick auf die Nettoinvestitionsquote auch innerhalb Deutschlands teils deutliche Unterschiede zwischen den Bundesländern zu beobachten. Positiv stechen die in Rheinland-Pfalz ansässigen Unternehmen mit einer Quote von 7,0 % heraus. Darüber hinaus fällt die negative durchschnittliche Nettoinvestitionsquote der Unternehmen in den neuen Bundesländern auf (–1,3 %). Sie liegt damit nahezu 5 %-Punkte unter der durchschnittlichen Quote der alten Bundesländer (3,5 %).

>3%

n = 3.448; *Geringe Fallzahlen: Neue Bundesländer zusammengefasst; Daten des Saarlandes eingeschränkt interpretierbar (n = 24) Quelle: IfM Bonn, 2016

7

Fratscher, Gornig und Schiersch, 2016.

21


Die größten Familienunternehmen in Deutschland Kennzahlen-Update 2016

Literaturverzeichnis Bundesagentur für Arbeit (2016): Arbeitsmarkt in Zahlen – Beschäftigungsstatistik, Nürnberg, https://statistik.arbeitsagentur.de/ Navigation/Statistik/Statistik-nach-Themen/Beschaeftigung/Beschaeftigte/Beschaeftigte-Nav.html Deutsche Bundesbank (2016a): Verhältniszahlen aus Jahresabschlüssen deutscher Unternehmen von 2013 bis 2014 (vorl.), Frankfurt am Main, https://www.bundesbank.de/Navigation/DE/Statistiken/Unternehmen_und_private_Haushalte/ Unternehmensabschluesse/Tabellen/tabellen.html Deutsche Bundesbank (2016b): Zinsstatistik, Frankfurt am Main, https://www.bundesbank.de/Navigation/DE/Statistiken/Geld_und_ Kapitalmaerkte/Zinssaetze_und_Renditen/Notenbankzinssaetze/Tabellen/tabellen.html Fratscher, M.; Gornig, M.; Schiersch, A. (2016): Investitionsschwäche der Unternehmen schafft Handlungsbedarf, DIW Wochenbericht 15/2016, S. 275–280 Lutz, J.; Lutz, S. (2015): Hohe Belastung durch Anstieg der Pensionsrückstellungen aufgrund der Zinsschmelze, Der Steuerberater 11, S. 385–388. Schlepphorst, S.; Brink, S.; Werner, A.; Lamsfuß, C. (2015): Die größten Familienunternehmen in Deutschland, Daten, Fakten, Potenziale – Frühjahrsbefragung 2015, im Auftrag der Deutsche Bank AG und des Bundesverbands der Deutschen Industrie e. V. (BDI), Berlin / Frankfurt Schwartz, M. (2016): KfW-Mittelstandspanel 2016 – Mittelstand nutzt sein finanzielles Polster – Investitionsaufschwung bleibt trotzdem aus, Frankfurt am Main 22


Die größten Familienunternehmen in Deutschland Kennzahlen-Update 2016

Impressum Herausgeber Bundesverband der Deutschen Industrie e. V. (BDI) Breite Straße 29 · 10178 Berlin Telefon: +49 30 20 28-14 64 www.bdi.eu

Verantwortlich Barbara Böttcher, Deutsche Bank Research Annika Jochum, BDI Fabian Wehnert, BDI Dr. Alexander Winkler, Deutsche Bank

Deutsche Bank AG Taunusanlage 12 · 60325 Frankfurt am Main Telefon: +49 69 910-3 90 18 www.deutsche-bank.de

Gestaltung Die G2 Werbeagentur GmbH Gerhardt & Gustmann, Frankfurt am Main

Wissenschaftliche Bearbeitung Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn Maximilianstraße 20 · 53111 Bonn Telefon: +49 228 72 99 7-0 www.ifm-bonn.org

Stand: Dezember 2016 Bildnachweis Titelseite © sonya etchison/Fotolia; © PanOptika/Fotolia; © Thor Jorgen Udvang/Fotolia; © Bernd Kröger/Fotolia; © Yuri Arcurs/Fotolia; © idrutu/Fotolia; © Bürgi/Fotolia; © Thaut Images/Fotolia; © sculpies/Fotolia; © photlook/Fotolia

Projektteam Jonas Löher, Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn Dr. Sebastian Nielen, Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn Dr. Simone Chlosta, Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn

© Bundesverband der Deutschen Industrie e. V. (BDI) Deutsche Bank AG 23


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