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Kurzfassung Real World Data: Wie Daten die Gesundheitsversorgung verbessern können

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KURZINFORMATION | GESUNDHEIT DIGITAL | DATEN

Wie Daten die Gesundheitsversorgung verbessern können Kurzinformation zum Diskussionspapier Real World Data

Oktober 2020

Real World Data in Versorgung, Forschung und Entwicklung Für den medizinischen Fortschritt werden Gesundheitsdaten immer wichtiger. Anonymisierte oder pseudonymisierte Gesundheitsdaten, die in der klinischen Routine bzw. im Alltag erhoben werden oder wurden – sogenannte Real World Data – können wesentlich dazu beitragen, die Gesundheitsversorgung von Prävention bis Nachsorge zu verbessern. Definition von Real World Data Real World Data sind Gesundheitsdaten, die in der klinischen Routine bzw. im Alltag erhoben werden oder wurden. Real World Data sind zentrale Grundlage, um die Chancen der digitalen Transformation in der Medizin für eine bessere Gesundheitsversorgung zu nutzen. ▪

Die klinische und die private Forschung können mit Real World Data beispielsweise neue Arzneimittel, Medizintechnologien oder datenbasierte Gesundheitsanwendungen entwickeln, welche die Diagnostik verbessern oder innovative Therapien ermöglichen. Mit der Hilfe von Real World Data können Hersteller zudem Erkenntnisse gewinnen, wie Arzneimittel in der Praxis eingesetzt werden.

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Dafür braucht es einheitliche Regeln und einen transparenten Zugang zu Real World Data unter der Beachtung der informationellen Selbstbestimmung – auch für die forschende Gesundheitswirtschaft. Gleichzeitig ist es wichtig, ein stärkeres Bewusstsein für den Nutzen von Real World Data in Versorgung, Forschung und Entwicklung zu schaffen.

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Dies gelingt nur durch Transparenz und Vertrauen in die Verwendung dieser Daten unter Einhaltung datenschutzrechtlicher Bestimmungen.

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Für eine zunehmend digitale Gesundheitsversorgung muss auch die private Forschung Real World Data analysieren und das Wissen patientenorientiert nutzen dürfen.

Maximilian Bettzuege | T: +49 30 2028-1721 | m.bettzuege@ifg.bdi.eu Christoph Mönnigmann | T: +49 30 2028-1570 | c.moenningmann@ifg.bdi.eu Initiative Gesundheit digital | www.bdi-gesundheit-digital.eu


Wie Daten die Gesundheitsversorgung verbessern können

Die Data Journey zeigt, an welchen Stationen der Versorgung welche Real World Data entstehen und wie diese genutzt und weiterverarbeitet werden können. Die Methode einer Data Journey kann angewendet werden, um den Weg von Daten von der Erfassung bis zum Einsatz in Forschung oder Entwicklung nachzuvollziehen. Diese Perspektive wird im Diskussionspapier um die Perspektive des Patienten als zentralem Akteur ergänzt.

Prävention: Der Nutzen von Real World Data in der Prävention liegt vor allem in der Gewinnung von Informationen, durch die Menschen schädliche Verhaltensweisen abstellen und/oder Anregungen zu gesundheitsförderlichem Verhalten bekommen, um Krankheiten gar nicht erst entstehen zu lassen. Screening: Real World Data werden im Zuge von Screening-Maßnahmen durch die Patienten selbst oder bei ärztlich durchgeführten Maßnahmen der Sekundärprävention generiert. Beispiele für Real World Data in diesem Bereich sind Werte zum Blutdruck, aber auch medizinisch-diagnostische Bilder. Diagnostik: Dieser Bereich profitiert ganz besonders von der Anwendung und Nutzung von Real World Data. Systeme zur Bewertung und Einordnung von Daten ermöglichen in der Diagnostik eine prädiktive Medizin, die individuelle Wahrscheinlichkeiten für bestimmte Erkrankungen aufzeigt. Therapie: Real World Data-gestützte digitale Lösungen ermöglichen in der Therapie die Überwachung des Therapieverlaufs und damit zeitnah notwendige Therapieanpassungen sowie eine bessere Therapietreue/Adhärenz. Sie fördern somit eine hohe therapeutische Konsequenz. Ein laufendes Monitoring minimiert Nebenwirkungen und reduziert Kosten sowie die Einnahme von ungeeigneten Medikamenten. Nachsorge: In der Nachsorge kann eine Stratifizierung auf Basis von Real World Data erfolgen, um zu ermitteln, welche Patienten engmaschig und welche weniger oft kontrolliert werden sollten. Durch das laufende Monitoring können Ärzte ihre Unterstützung bei der Nachsorge individuell ausrichten.

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Wie Daten die Gesundheitsversorgung verbessern können

Welchen Mehrwert haben Bürger/Patienten, Kostenträger, Leistungserbringer und Industrie, wenn sie anonymisierte/pseudonymisierte Gesundheitsdaten aus dem Versorgungsalltag nutzen können? Mündiger Patient: Real World Data fördern die (digitale) Mündigkeit von Patienten, also die Fähigkeit, eigenverantwortlich mit den eigenen Daten umzugehen und davon im täglichen Leben zu profitieren. Sie fordern Patienten dazu auf, ihre (digitale) Mündigkeit im Gesundheitsbereich wahrzunehmen. Dies erhöht die Patientensouveränität und trägt maßgeblich zur Patientensicherheit bei. Daten teilen: Das freiwillige Teilen bzw. das Zurverfügungstellen von Real World Data kann eine lebensrettende und lebensverbessernde Maßnahme sein – mit einem Mehrwert für die breite Bevölkerung und nachfolgende Generationen. Mustererkennung: Real World Data ermöglichen es, Hinweise auf den Krankheitsverlauf zu identifizieren, um Prävention, Früherkennung und Therapieplanung daran auszurichten. Wahrscheinlichkeiten: Für bestimmte Gruppen lassen sich anhand von Real World Data Wahrscheinlichkeiten, etwa für Krankheitsverläufe und zu erwartende Therapieerfolge, leichter beziffern. Dies erhöht außerdem die Effizienz klinischer Forschung mit dem Vorteil einer schnelleren Entwicklung von innovativen Medikamenten. Real World Data helfen zudem, zusätzliche Evidenz zu generieren. Tempo: Real World Data ermöglichen eine schnellere Beantwortung von therapieentscheidenden Fragen. In Kombination mit dem Punkt Mustererkennung würde in epidemiologischen Herausforderungen, wie der aktuellen Corona-Pandemie, der Prozess der Datenkonsolidierung die Grundlagen für eine effiziente Zusammenarbeit in Krisenzeiten schaffen. Bestmöglicher Ansatz für die Behandlung: Durch Real World Data lassen sich aufgrund verbesserter Datengrundlage in der Behandlung individualisierte Ansätze mit höherer Erfolgswahrscheinlichkeit einbeziehen – dazu gehört die Verwendung von Daten gesunder und erkrankter Patienten. Eine erfolgreiche Behandlung mit der ersten Therapie nach der Diagnose (Erstlinientherapie) reduziert zudem den Einsatz von für Patienten unerwünschten und teuren weiteren Therapielinien.

Zentrale Handlungsempfehlung der industriellen Gesundheitswirtschaft an die Politik: Die Bundesregierung muss einen bundeseinheitlichen Rechtsrahmen für die Nutzung von Gesundheitsdaten zu wissenschaftlichen Zwecken schaffen – mit Zugang der privaten Forschung zu anonymisierten oder pseudonymisierten Gesundheits- und Behandlungsdaten, um die Potenziale der Digitalisierung für den medizinischen Fortschritt zu nutzen. Entscheidend ist die Entwicklung von Datenbanken und Strukturen für die Nutzung von Real World Data unter der Berücksichtigung von europäischen Standards.

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Wie Daten die Gesundheitsversorgung verbessern können

Impressum BDI-Initiative Gesundheit digital c/o Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. (BDI) Breite Straße 29, 10178 Berlin www.bdi-gesundheit-digital.de Über die BDI-Initiative Gesundheit digital Die BDI-Initiative Gesundheit digital wurde 2018 als Plattform für Digitalisierungsthemen der Gesundheitsversorgung gegründet. Sie versteht sich als Schaufenster zur Veranschaulichung von Möglichkeiten von digitalen Lösungen und als Raum für den Dialog auf Augenhöhe mit den unterschiedlichen Akteuren des deutschen und europäischen Gesundheitssystems. Redaktion Maximilian Bettzuege Projektreferent Initiative Gesundheit digital T: +49 30 2028-1721 m.bettzuege@ifg.bdi.eu Christoph Mönnigmann Projektreferent Initiative Gesundheit digital T: +49 30 2028-1570 c.moennigmann@ifg.bdi.eu Mit Unterstützung von: Abbott GmbH

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