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NOVE N A H 2 MESSE ER 026



























































liebe Freunde der B&I,
der Ausdruck Resilienz geht zurück auf das lateinische Verb resilire, das so viel bedeutet wie „zurückspringen“, „abprallen“ oder „sich zurückziehen“. Zunächst wurde der Begriff verwendet, um zu beschreiben, wie gut ein Material nach einer Verformung wieder in seine ursprüngliche Form zurückkehrt (z.B. Gummi oder Stahl). Ab dem 20. Jahrhundert wurde „Resilienz“ auf Menschen übertragen und bezeichnet dort die psychische Widerstandsfähigkeit gegenüber Krisen, Stress oder belastenden Lebensereignissen. Heute wird der Begriff auch in vielen anderen Bereichen, wie in der Ökologie, Pädagogik, Wirtschaft oder Informatik verwendet. In der industriellen Praxis beschreibt Resilienz die Fähigkeit eines Unternehmens, Störungen nicht nur zu überstehen, sondern sich an veränderte Rahmenbedingungen anzupassen und gestärkt daraus hervorzugehen. Und das ist auch zwingend notwendig, denn Lieferketten geraten ins Stocken, Energiepreise schwanken, Fachkräfte werden knapper, Anlagen altern und die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ändern sich rapide. In diesem Umfeld entscheidet sich die Resilienz nicht im Vorstandsbüro, sondern häufig direkt an der Maschine – und damit in der Instandhaltung. Wer Resilienz ernst nimmt, muss Instandhaltung als strategische Funktion begreifen: als Frühwarnsystem, als Wissensspeicher und als Stabilitätsanker der Produktion.

Resiliente Unternehmen zeichnen sich dadurch aus, dass sie ihre technischen Systeme verstehen – nicht nur im Normalbetrieb, sondern auch im Grenzbereich. Genau hier liegt eine der zentralen Stärken moderner Instandhaltung. Zustandsüberwachung, datenbasierte Wartungskonzepte und digitale Dokumentation ermöglichen es, Abweichungen frühzeitig zu erkennen und Maßnahmen vorausschauend zu planen. Predictive Maintenance ist dabei kein Selbstzweck, sondern ein Werkzeug, um Unsicherheiten zu reduzieren und Handlungsspielräume zu gewinnen.
Ein weiterer Aspekt ist die Verfügbarkeit von Wissen. Instandhalter verfügen über ein tiefes, oft implizites Verständnis für Anlagen, Prozesse und deren Schwachstellen. Dieses Erfahrungswissen wird in Zeiten des demografischen Wandels zu einem kritischen Faktor. Resilienz bedeutet hier, Wissen systematisch zu sichern, zu strukturieren und weiterzugeben –etwa durch standardisierte Prozesse, Schulungskonzepte oder digitale Assistenzsysteme. Wer hier investiert, reduziert Abhängigkeiten von Einzelpersonen und erhöht die Reaktionsfähigkeit im Störfall.
Auch Ersatzteilstrategien und Lieferantenbeziehungen spielen eine Rolle. Globale Beschaffungsstrukturen sind effizient, aber anfällig. Eine resiliente Instandhaltung bewertet Risiken bewusst, prüft Alternativen und entwickelt Strategien, um auch bei unterbrochenen Lieferketten handlungsfähig zu bleiben. Dazu gehört nicht zwangsläufig eine Rückkehr zu vollen Lagern, wohl aber ein klares Verständnis der kritischen Komponenten und ihrer Verfügbarkeit. Nicht zuletzt ist Resilienz eine Frage der Organisation und Kultur. Instandhaltung wirkt dann stabilisierend, wenn sie frühzeitig in Entscheidungen eingebunden wird – sei es bei Investitionen, Anlagenmodifikationen oder der Einführung neuer Technologien. Unternehmen, die ihre Instandhaltung nur reagieren lassen, verschenken Potenzial. Unternehmen, die sie aktiv einbinden, schaffen Robustheit. Dieses Jahresmagazin widmet sich genau diesen Zusammenhängen. Es zeigt, wie sich Instandhaltung von der „Feuerwehr“ zur gestaltenden Kraft entwickelt, welche Technologien dabei helfen und welche organisatorischen Weichen gestellt werden müssen. Resilienz entsteht nicht über Nacht. Sie ist das Ergebnis vieler technischer und menschlicher Entscheidungen – und die Instandhaltung ist dabei einer der entscheidenden Hebel. Ich wünsche Ihnen eine erkenntnisreiche Lektüre und neue Impulse für Ihre tägliche Praxis in Wartung und Instandsetzung.

Gasteditorial von Prof. Dr. Lennart Brumby
Resilienz in der Instandhaltung
Was Organisationen stärker und widerstandsfähiger macht
Expertenbeitrag Andreas Dankl, GF dankl+partner consulting | MCP Deutschland
Der Industrieservice definiert sich neu
Vom Instandhalter zum technischen Servicepartner
Expertenbeitrag Dr. Dietmar Kestner und Ludger Kramer (beide VAIS)
DIN SPEC 77229: Basis der Instandhaltung
Wie digitale Zwillinge, KI-Prognosen und Stammdaten die Industrie 4.0 realisieren
Expertenbeitrag 4.OPMC
Die B&I-Themen des Jahres
Volle Transparenz statt nerviger Excellisten
Warum und wie ein digitales Asset Management im Obst- und Gemüsehandel punktet
Drohender Wissensverlust im Service
Warum das KI-basierte Auslesen von Dokumenten das Problem nicht löst
Mobil, flexibel und „easy-to-use“
Warum ein Landtechnikhersteller jetzt auf das Instandhaltungssystem Ispro-NG setzt
Ablagerungen und Keimbildung vermeiden
Herausforderungen für die Betreiber durch die 42. BImSchV Logistikanlagen erfolgreich modernisieren
Unitechnik-Studie belegt: Jedes zweite Unternehmen plant einen Retrofit
Arbeitsschutz in der Höhe durch clevere PSA
Wie Unternehmen ihre Mitarbeiter vor einem Hängetrauma schützen können
Effiziente Biofilmbekämpfung
Frequenztechnologie reduziert Pseudomonas aeruginosa in Wassersystemen
Der Einfluss sauberer Luft …
… auf die Wertschöpfungskette in der industriellen Fertigung
Herausforderungen in der Dichtungstechnik
Unterschiede bei den technischen Regeln für Flanschverbindungen und Verschraubungen
Grundvoraussetzung ist eine ganzheitliche Digitalisierung
Dank IoT-Integration und smarten Ad-Ons zu mehr Produktivität in der Instandhaltung
Mensch, Maschine – sprich doch mit mir
Wie generative KI die Instandhaltung in der Produktion revolutioniert
Alle Arbeitsmittel sicher und digital im Griff
Effiziente Arbeitsmittelprüfung dank einer neuen Web-App-Lösung
Heiße Temperaturen und schwere Lasten
Modernisierung der Krantechnik einer Eisengießerei ohne Produktionseinschränkungen
Heiße Einblicke gewinnen mit der WB-430
Redaktioneller Kurztest der neuen Wärmebildkamera von Voltcraft
Prozesse optimiert, vereinfacht, digitalisiert
Warum die Hela Gewürzwerke Laue GmbH in der Instandhaltung auf Argvis setzt







Vom Sanierungsfall zum Effizienzvorreiter
Wie moderne Antriebstechnik in Aufzügen den Energieverbrauch drastisch senkt „Wo wir Energie reinstecken müssen ...“
Herkulesaufgabe Energiewende: Wie und wo hier die IT helfen kann
CO2 zurück in den Kreislauf führen
Pilotanlage zur CO2-Abscheidung im Industriepark Höchst gestartet
Kälter, klüger, günstiger – dank KI
Warum viele Effizienzverluste in klassischen Anlagensteuerungen unentdeckt bleiben
Elektrowerkzeuge sind begehrtes Diebesgut
Sicherheitsstrategien zur Vermeidung von Ärger und hohen Kosten
Intelligente Gebäudetechnik für Autarkie
Firmenneubau in Memmingen erreicht 95 Prozent Unabhängigkeit
Öl dich mal in die Cloud, Baby!
Reichweitenbegrenzung von Bluetooth-Verbindungen ist nun kein Thema mehr
Effizienz in bestehende Anlagen nachrüsten
Wie sich verlässliche Altanlagen mit moderner Technologie aufrüsten lassen
AR macht Qualität klar sichtbar
CAD-basiertes Trackingverfahren erfasst in Echtzeit die Geometrie des Objekts
Effizienter Brandschutz bei Lithium-Akkus
Experte klärt über Anforderungen bzw. Normen auf und stellt Lösungen vor
Schnelle Tore punkten in Karlsruhe
Verkehrsbetriebe Karlsruhe statten neue Wartungshalle mit Schnelllauftoren aus „Flächendeckende technische Kompetenz …“
Piepenbrock baut technische Dienstleistungen aus und stärkt neue Standorte
Technologie braucht Menschenverstand
Über die Zusammenarbeit von Mensch und KI in der Instandhaltung
Das ist der Turbo für die Webkante
Wie Delcotex bei der Druckluft mit modernen Turbokompressoren Energie einspart Kältetechnik für den Wärmekreislauf
Kälteerzeugung plus Wärmepumpe überzeugt im Industrieeinsatz
Verbundenheit seit über 25 Jahren
Wie Piepenbrock die Instandhaltung für H.B. Fuller in Nienburg abwickelt
Thermografie, app-er neu gedacht
Mit der iXX-Serie führt Flir eine neue Generation von Wärmebildkameras ein
Standardisiert, digital und sicher
Wie man Freischaltprozesse effizient und mit System steuert
Impulse für blitzsaubere Leitungen
Neue Reinigungsanlage punktet bei hygienisch sensiblen Produktionsumgebungen
Studie „Instandhaltung im Wandel“
Rund 60 Prozent aller Unternehmen stecken noch in den Anfängen
Präzision zahlt sich immer aus
Wie ein „kostengünstiger Ersatz“ zu Mehrkosten von über 30.000 Dollar führte
Früherkennung von Seebeben
Spezialkabel funktioniert wie ein Sensor für eine kontinuierliche Überwachung
Impressum und Auflistung der beteiligten Institutionen, Vereine, Verbände, Messen, Experten und Firmen







... aller beteiligten Institutionen, Experten, Vereine, Verbände, Messen und Firmen
adesso SE
aquaEnergy GmbH
argvis; GmbH
asecos GmbH
Axians NEO Solutions & Technology GmbH
BOGE KOMPRESSOREN Otto Boge GmbH & Co. KG
Conrad Electronic SE
EFAFLEX Tor- und Sicherheitssysteme GmbH & Co. KG
Factor4Solutions GmbH
findIQ GmbH
GreenGate AG
H&H Systems Software GmbH
Hammann GmbH
IFS Ultimo GmbH
Infraserv GmbH & Co. Höchst KG
Klima-Top GmbH
KLINGER GmbH
KRAUSE-Werk GmbH & Co. KG
L&R Kältetechnik GmbH & Co. KG
M.O.P GmbH
Membrain GmbH
osapiens AssetOps GmbH
perma-tec GmbH & Co. KG
Piepenbrock Technische Dienstleistungen GmbH
Piepenbrock Technische Dienstleistungen GmbH
PTMotion GmbH
SPIE RODIAS GmbH
STAHL CraneSystems GmbH
Techtronic Industries Central Europe GmbH
Teledyne FLIR LLC
U.I. Lapp GmbH
ULT AG
Unitechnik Systems GmbH
W.E.T. Schaper GmbH
WISAG Industrie Service Holding SE
ZARGES GmbH
ZIEHL-ABEGG SE
Arbeitsschutz Aktuell 2026, HINTE Expo & Conference GmbH
Control-Expert Days, P. E. Schall GmbH & Co. KG
Hannover Messe, Deutsche Messe
IFAT, Messe München
maintenance Dortmund und München, Easyfairs Deutschland
Motek, P. E. Schall GmbH & Co. KG
Sensor+Test, AMA Service GmbH
Professor Dr. Lennart Brumby 7
Andreas Dankl, (dankl+partner) 8
Dr. Dietmar Kestner (VAIS) 10 und Ludger Kramer (VAIS)
Dr. Andreas Weber (4.OMPC e.V.) 12 und Bernhard Kurpicz (4.OMPC e.V.) Seite
B&I Magazin eine Sonderpublikation der BETRIEBSTECHNIK & INSTANDHALTUNG B&I Die Industrie-Zeitung
Erscheinungsjahr: 2026
Druckauflage: 5.000, zuzüglich elektronischer Verbreitung
Herausgeber und Gesamtanzeigenleitung: Wolff Publishing Andreas Wolff e.K. Lothringer Str. 32 58091 Hagen Postfach 5105 58101 Hagen
Tel.: +49 (0) 2331.910 8660
Fax: + 49 (0) 2331.910 8668 www.b-und-i.de / info@b-und-i.de
Chefredaktion: Volker Zwick (V. i. S. d. P.) Meierhofstr. 19, 86473 Ziemetshausen
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Lektorat: Dr. Gotlind Blechschmidt, Augsburg
Druck:
Bonifatius GmbH Druck – Buch – Verlag Postfach 12 80 33042 Paderborn
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Titelbild: Tung Lam auf Pixabay
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Bevor ich mit diesem Text begonnen habe, schaute ich noch kurz in den Text, den ich letztes Jahr an dieser Stelle geschrieben hatte. Die bange Frage, ob meine Vorhersagen denn eingetroffen sind. Und dann folgte die Erleichterung, dass erstens der Vorjahrestext nur vage Prognosen beinhaltet hatte, und zweitens, dass die Herausforderungen, die ich dort aufzählte, auch heute noch aktuell sind. Die schwierige wirtschaftliche Situation, die ich damals schon angerissen hatte, ist leider immer noch aktuell. Die Folgen zeigen sich in allen Bereichen, auch in der betrieblichen Instandhaltung. Meine Empfehlung, dass sowohl die Unternehmen als auch wir Menschen bewusst die eigene Resilienz stärken müssen, um den wechselhaften Herausforderungen aus Politik und Wirtschaft begegnen zu können, muss auch weiterhin für das nächste Jahr ausgerufen werden.
In diesen herausfordernden Zeiten kann sich die Instandhaltung gewiss sein, dass es mit größter Sicherheit als Konstante auch weiterhin unerwartete Störungen an den Anlagen und Maschinen geben wird, dass also das alte „Kerngeschäft“ der Instandhaltung auch weiterhin gefragt sein wird.

Bei genauerer Betrachtung der erwartbaren Störungen müssen wir allerdings feststellen, dass auch bei den Störungsursachen eine tendenzielle Veränderung zu beobachten ist. Zum „klassischen Verschleiß“ als Hauptursache kommen zunehmend weitere Effekte hinzu: Die hohe Automatisierung und Vernetzung unserer Produktionssysteme führt zu einer steigenden Abhängigkeit von Steuerungs- und Software-Fehlern. Verstärkt sind viele Produktionsunternehmen feindlichen Angriffen auf die Funktionsfähigkeit ihrer Anlagen ausgesetzt wie Hackerangriffen oder Manipulationen. Und schließlich fehlen immer häufiger die richtigen Ersatzteile infolge von Lieferengpässen oder Obsoleszenzen. Wenn eine moderne Instandhaltung heute ihren Kunden die Verfügbarkeit der Maschinen gewährleisten will, reichen nicht nur die passenden Instandhaltungsstrategien aus, sondern es müssen auch diese oben genannten Störfaktoren mitberücksichtigt werden. Was mich angesichts der vielen Herausforderungen und Bedrohungen trotzdem zuversichtlich stimmt, ist die Tatsache, dass wir Instandhaltungsexperten doch in der Regel auch passende Antworten und Lösungen finden. Mit den heutigen Werkzeugen der Digitalisierung und der künstlichen Intelligenz, aber auch durch innovative Dienstleistungen und Produkte für die Instandhaltung können wir viele Probleme meistern, die uns im Anlagenmanagement begegnen. So war es schon imponierend, welch neuartige Lösungen und Produkte beim Wettbewerb „Instandhaltungspreis 2025“ eingereicht wurden. Aus über 50 Bewerbungen aus der Praxis –von KI-gestützter Kritikalitätsbewertung bis zum internen Instandhaltungsbenchmarking –mussten eine Fachjury und letztlich alle Besucher der Messe maintenance in München die beste Instandhaltungsidee auswählen. Am Ende hat eine Einreichung gewonnen, die mit einer Wissensmanagementlösung die Ursachenanalyse im Shopfloor von Produktion und Instandhaltung wesentlich unterstützt. Ein sehr beeindruckendes Beispiel, wie KI in der Praxis der Instandhaltung nutzbringend eingesetzt werden kann.
Baden-Württemberg Mannheim
Der Instandhaltungspreis 2025 hat gezeigt, dass es zahlreiche Innovationen auch und gerade in der Anlageninstandhaltung gibt. Leider sind viele dieser Lösungen den potenziellen Anwendern (noch) nicht bekannt. Oder muss man sagen: Die potenziellen Anwender finden oft keine Zeit und Ressourcen, sich mit diesen innovativen Ansätzen zu beschäftigen. Doch gerade wenn man sein Anlagenmanagement resilient aufstellen will, ist es unabdingbar, nicht in den bestehenden Praktiken zu verharren, sondern diese immer wieder zu hinterfragen und die Potenziale von innovativen Ansätzen auch zu nutzen. Es ist wenig überraschend, wenn auch im kommenden Jahr 2026 diverse, vielleicht auch heute noch unbekannte Herausforderungen –unter anderem aufgrund der konjunkturellen Situation –die Arbeit der Instandhaltung erschweren. Aber gleichzeitig werden eben auch neue Lösungen und Produkte auf den Markt kommen, die uns helfen, das Anlagenmanagement weiter zu modernisieren und somit unsere Resilienz stärken. Wir müssen sie nur aufgreifen und nutzen. Das vorliegende B&I Jahresmagazin 2026 kann für die Schwerpunktsetzung eine wichtige Informationsquelle sein.


Andreas Dankl, geschäftsführender Gesellschafter von dankl+partner consulting | MCP Deutschland, engagiert sich seit mehr als 25 Jahren für das Thema Instandhaltung mit Fokus auf Instandhaltungsmanagement und Asset Management. Er ist Gründungsmitglied der Trainingsakademie für Instandhaltung und Produktion sowie des Forschungs-Hotspots MCC Maintenance Competence Center. Bild: Orhideal
Was Organisationen stärker und widerstandsfähiger macht
Instandhaltungsorganisationen aller Branchen stehen unter Druck: Volatile Märkte, Fachkräftemangel, sinkende Investitionen, hohe Anforderungen an Anlagenzuverlässigkeit und verschärfte Rechtsvorgaben sowie die Forderung nach Nachhaltigkeit prägen den Alltag. In diesem Umfeld gewinnt ein Begriff zunehmend an Bedeutung: Resilienz. Doch was bedeutet Resilienz für die Instandhaltung – und wie lässt sie sich praktisch umsetzen?
Resilienz ist mehr als Krisenfestigkeit. Sie beschreibt die Fähigkeit einer Organisation, Störungen nicht nur zu überstehen, sondern gestärkt daraus hervorzugehen.
Resilienz als strategische Fähigkeit
Für die Instandhaltung bedeutet das: Prozesse, Strukturen, Technologien und Methoden müssen so gestaltet sein, dass sie flexibel auf Veränderungen angepasst werden können – ohne die Verfügbarkeits-, Sicherheits- und Substanzanforderungen an Anlagen zu gefährden.
Resiliente Instandhaltung ist kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis einer klaren Strategie und eines zielgerichteten Entwicklungskonzeptes.
Drei zentrale Hebel ... ... für resilientes Instandhaltungs- und Asset Management
Risikobasierte Strategien für Anlagen: Statt auf Wartungs- und Inspektionsmaßnahmen mit starren Arbeitsplänen und teuren Instandsetzungsmaßnahmen zu setzen, forciert eine resiliente Instandhaltung risikoorientierte und zustandsbasierte Instandhaltungsstrategien. Durch die geeignete Kombination lassen sich ungeplante Anlagenstillstände signifikant reduzieren und Kosten um bis zu 30 Prozent senken.
Digitalisierung und KI-Anwendungen: Datenbasierte Entscheidungen und Entwicklungsmaßnahmen sind
das Rückgrat einer resilienten Instandhaltung. Grundlage einer nutzbaren Datenbasis sind ein durchgängiges Meldungs- und Auftragswesen mit klar definierten Prozessen und Schnittstellen und geeigneter CMMS-Unterstützung sowie ein praktikables Monitoring und Reporting –idealerweise mit automatisierter Verknüpfung von relevanten Anlagen-, Produktions-/Betriebs- und Instandhaltungsdaten.
Viele Aufgaben können durch den gezielten Einsatz von KI-Anwendungen unterstützt werden, wie z.B. Stammdatenaufbereitung, technische Dokumentation, Optimierung von Wartungs-/Inspektionsplänen, Arbeits- und Ressourcenplanung. Und die Anwendungsmöglichkeiten werden immer vielfältiger.
Performancegesteuerte Organisation und Kultur:
Resilienz entsteht nicht allein durch Technik. Sie erfordert eine Organisation, die leistungs- und anpassungsfähig ist. Dazu gehören klare Ziele, eine Entwicklungsstrategie mit definierten Maßnahmenprioritäten und „treibende“ Personen, die für die konsequente Optimierung der Instandhaltungsorganisation verantwortlich sind.
Es gilt, bestehende Stärken weiter auszubauen, Schwächen (= Optimierungsansätze) kritisch zu erkennen und zu beseitigen. Als praxisbewährtes Hilfsmittel hierbei sei das kostenlose Bewertungstool www.excellence-radar.com genannt.
Resilienz zahlt sich aus
Eine resiliente Instandhaltung steigert nachhaltig die Zuverlässigkeit des Anlagenbetriebes und die Wirtschaftlichkeit der Instandhaltungsorganisation. Resilienz ermöglicht somit eine Reduzierung der Ausfallkosten, eine Verlängerung der Anlagenlebensdauer und verbessert die Energieeffizienz und CO₂-Bilanz.
Fazit
Resilienz ist kein Modewort, sondern zunehmend eine Schlüsselkompetenz für die zielgerichtete Entwicklung der Instandhaltung. Wer heute in ein risikobasiertes Instandhaltungskonzept, digitale Technologien und eine leistungsorientierte Entwicklung der Instandhaltung investiert, sichert nachhaltig die Wettbewerbsfähigkeit des Betriebsstandortes.
dankl+partner consulting gmbh | MCP Deutschland GmbH www.mcp-dankl.com Mehr zum Thema
Dr.-Ing. Dietmar Kestner, Geschäftsführer Verband fur Anlagentechnik und IndustrieService e.V. Bild: VAIS

Vom Instandhalter zum technischen Servicepartner
Der Industrieservice in Deutschland steht 2025 an einem Wendepunkt. Multiple Krisen, die industrielle Transformation und zunehmender Kostendruck zwingen Betreiber und Dienstleister, etablierte Muster zu überdenken und neue Formen der Zusammenarbeit zu entwickeln. Vor diesem Hintergrund trat der VAIS am 20. November mit Entscheiderinnen und Entscheidern aus Betreiberindustrien und Service in den Dialog und präsentierte die Ergebnisse des Branchenreports Industrieservice (BRIS) sowie seine aktualisierte „Vision Industrieservice & Anlagentechnik“.
Der jährlich von VAIS und der JPN Dr. Jörg-Peter Naumann Gesellschaft für Unternehmensberatung mbH veröffentlichte BRIS kombiniert umfangreiche Marktdaten mit Experteninterviews und zeichnet ein präzises Bild von Strukturen, Dynamiken und Perspektiven der Branche.
Neben der Bestandsaufnahme liefert die Studie vielfältige Hinweise auf tiefgreifende strukturelle Trends.
Viele Betreiber verschieben wegen politischer Unsicherheiten, unklarer Förderbedingungen und hoher Finanzierungskosten größere Investitionsvorhaben und beschränken sich auf zwingend notwendige Modernisierungen. Erst ab 2026 oder 2027 erwarten die Experten einen Investitionsaufschwung. Unter geeigneten Rahmenbedingungen entstehen jedoch neue Wachstumsfelder wie Infrastruktur, Wärmenetze und Rechenzentren – Bereiche, die hohe technische Kompetenz erfordern und sich deutlich von klassischen Instandhaltungsleistungen unterscheiden.
Der BRIS zeigt zudem, dass die Erfolgsfaktoren der Zukunft weit über Preis und Kosten hinausgehen. Kompetente Mitarbeitende, Termintreue und hohe Qualität bleiben zentral. Hinzu gewinnen die Fähigkeit zur Bereitstellung integrierter Komplettangebote, ESG-

Konformität und ein klares Markenprofil an Bedeutung. Dies verdeutlicht den Wandel der Branche hin zu einem umfassenderen Selbstverständnis: weg vom reinen Instandhalter hin zum technischen Servicepartner.
„3I“-Ecosystem
Diesen Wandel unterstrich auch Ludger Kramer, Vorsitzender des VAIS, in der Vorstellung der neuen Verbandsvision. Er positioniert den Service im Zentrum eines „3I“-Ecosystems aus Industrie, Innovation und Infrastruktur. Die großen Transformationstreiber Defossilisierung, Digitalisierung und Demografie verändern Inhalt, Qualität und Anspruch an industrielle Dienstleistungen. Statt reaktiver Instandhaltung erwarten Kunden heute strategische Partnerschaft, technische Lösungsintelligenz und die Fähigkeit, Effizienzpotenziale mit digitalen Werk-
zeugen zu heben. KI-basierte Systeme verändern bereits spürbar das ServicePortfolio. Die neuen Anforderungen sind in der Praxis jedoch noch nicht überall umgesetzt. Klassische Rollenmodelle zwischen Betreibern und Service, ein intensiver Kostendruck und fragmentierte Prozesse verhindern häufig, dass diese Effizienzpotenziale gehoben werden.
Herausforderungen und Chancen
Der Service steht 2026 sowohl vor erheblichen Herausforderungen als auch vor strategischen Chancen. Die Branche muss ihre Rolle als unverzichtbarer Bestandteil industrieller Wertschöpfung schärfen und sich zum technischen Servicepartner weiterentwickeln. Steigende Anforderungen an Verfügbarkeit, Qualität, Effizienz und Nachhaltigkeit machen aus Dienstleistern integrale Elemente industrieller Zukunftsstrategien. Qualifizierung, Digitalisierung, moderne Partnerschaftsmodelle und ein erweitertes Verständnis für technische und organisatorische Zusammenhänge werden entscheidend sein, um diese Transformation erfolgreich zu gestalten.
VAIS Verband für Anlagentechnik und IndustrieService e.V. www.vais.de Mehr zum Thema
Dr. Andreas Weber, Senior Partner bei MCP Dankl und Partner und Gesamtprojektleiter Investitionsprojekte bei WEPA Deutschland GmbH & Co. KG, sowie 1. Vorsitzender 4.OPMC e.V. Bild: 4.OPMC


Leitung SAP Applikationen & Center of Excellence
Projektleiter SAP / HANA EEW Energy from Waste GmbH
Wie digitale Zwillinge, KI-Prognosen und Stammdaten die Industrie 4.0 realisieren
Individuelle Leistungskataloge binden wertvolle Ingenieurszeit. Die DIN SPEC 77229 bricht diese Silos auf. Gemeinsam mit digitalen Zwillingen und KI schafft sie das Fundament für eine automatisierte Instandhaltung. Das senkt Planungsaufwände massiv und sichert die Effizienz in der Prozessindustrie.
In der modernen Prozessindustrie findet zurzeit ein fundamentaler Umbruch statt. Anlagen werden nicht mehr als isolierte mechanische Einheiten betrachtet. Sie agieren heute als hochgradig vernetzte, intelligente Systeme. Diese sind tief in zentrale ERP-Landschaften wie SAP S/4HANA oder SAP Intelligent Asset Management integriert. Das Ziel dieser Entwicklung ist klar definiert: Wir müssen weg von der rein reaktiven Reparatur, die erst beim Ausfall ansetzt. Wir benötigen eine situative, datengetriebene und vorbeugende Instandhaltung. Doch die tägliche Praxis zeigt ein Hindernis: Digitalisierung scheitert in der Industrie oft nicht an der Software. Das Hauptproblem ist fast immer die mangelhafte Struktur und Qualität der Stammdaten an den entscheidenden Schnittstellen.
Vom Objekt zum digitalen Zwilling
Die Basis für diesen digitalen Fortschritt ist die dauerhafte Verbindung der echten Anlage mit ihrem digitalen Abbild. Hier hilft die Norm ISO 61406. Sie ermöglicht eine eindeutige, lebenslange Kennzeichnung von Objekten mittels digitalem Typenschild. So wird jedes physische Bauteil untrennbar mit seinem digitalen Zwilling verknüpft. Dieser Zwilling ist weit mehr als eine bloße digitale Kopie. Er ist ein lebendiger Datenspeicher, der alle Informationen über den gesamten Lebenszyklus vorhält. Er bildet das digitale Nervensystem der Fabrik und ermöglicht erst den automatisierten Zugriff auf technische Dokumentationen nach Standards wie der VDI 2770. Ohne diese eindeutige Identität bleibt jeder digitale Zwil-
ling eine leere Hülle ohne Bezug zur Realität.
Bisher pflegen viele Unternehmen eigene, hochgradig individuelle Leistungskataloge. Diese Verzeichnisse sind meist unternehmensspezifisch gewachsen und tief in alten Strukturen verwurzelt. Das verursacht einen riesigen administrativen Aufwand in der täglichen operativen Arbeit. Erfahrene Ingenieure müssen diese proprietären Datenbestände ständig manuell pflegen und an neue Anforderungen anpassen. Doch technische Fachkräfte werden immer knapper. In Zeiten des massiven Personalmangels ist dieser individuelle Aufwand für Standardleistungen kaum noch tragbar. Eigene Dateninseln bremsen die Innovation aus, da sie den schnellen, automatisierten Datenaustausch mit externen Partnern verhindern.
Standardisierung hilft allen
Unternehmen müssen hier dringend umdenken. Die Leistungskataloge nach DIN SPEC 77229 ff gelten branchenübergreifend für alle Anlagen der Prozessindustrie. Ein einfaches Beispiel macht die Notwendigkeit deutlich: „Es ist dem Flansch egal, ob er in einem Kraftwerk, einer Raffinerie oder in einer Chemieanlage verbaut ist.“ Die technischen Anforderungen an die erbrachte Dienstleistung sind identisch. Ob Gerüstbau, Isolierung oder Reinigung – die handwerkliche Logik folgt physikalischen Regeln, nicht künstlichen Werksgrenzen. Die DIN SPEC
77229 bietet genau diese notwendige, universelle Sprache für alle Beteiligten am Instandhaltungsprozess.
Standard für die Praxis
Dieser Standard entsteht aus der Praxis für die Praxis. Die Gemeinschaft der 4.OPMC (Open Production & Maintenance Community) hat bereits wesentliche Teile dieser Sprachregelung realisiert. Die Vision wird in der DIN SPEC 77229-100 definiert, die das einheitliche Begriffsmodell festlegt. Darauf bauen die operativen Kataloge für die Gewerke auf: Rohrleitungsbau (Teil 1), Apparate (Teil 2), Metallbau (Teil 3), Stahlbau (Teil 4), Isolierung (Teil 5), EMSR-Technik (Teil 6), Industriereinigung (Teil 7), Blitzschutz (Teil 8), Korrosionsschutz (Teil 9) und Gerüstbau (Teil 10). Diese Module decken bereits heute den Großteil der Leistungen ab. Sie ermöglichen Unternehmen den sofortigen Zugriff auf geprüfte Strukturen, anstatt wertvolle Zeit in eigene Entwürfe zu investieren.
Standardisierte Daten eröffnen völlig neue Chancen für den Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI). Wenn Daten sauber strukturiert vorliegen, kann eine KI aus der Historie lernen und Muster erkennen. Ein Praxisbeispiel: „Die Analyse zeigt, dass in den letzten zehn Jahren bei sechs Reparaturen an einer Pumpe jeweils sechs Stunden Elektriker, zwölf Stunden Mechanik und ein Gerüstbau notwendig waren.“
Die KI erkennt diese Zusammenhänge sofort und präzise. Bei einem neuen
Schadensfall erstellt das System automatisch einen detaillierten Planungsvorschlag. Der Instandhaltungsplaner muss nicht mehr mühsam bei null anfangen. Er erhält ein fertiges, normbasiertes Auftragsmuster zur Validierung. Das spart massiv Zeit und erhöht die Planungsgenauigkeit dramatisch.
Ein wesentlicher Treiber der Ressourcennutzung wird in Zukunft der strategisch richtige Mix aus Eigen- und Fremdpersonal sein. Angesichts des massiven Fachkräftemangels in ganz Europa ist eine präzise Steuerung dieses Mixes für Unternehmen überlebenswichtig. Die DIN SPEC 77229 schafft hierfür die notwendige objektive Grundlage: Nur durch eine einheitliche Datenstruktur lassen sich Leistungen zwischen internen Teams und externen Dienstleistern nahtlos vergleichen und zuteilen. Ein strukturierter Steuerungsprozess für Eigen- und Fremdleistungen wird so erst möglich. Er erlaubt es Unternehmen, ihre knappen personellen Kapazitäten dort einzusetzen, wo sie den größten Wert schöpfen.
Viele Unternehmen fragen sich: „Was bedeutet das konkret für mich?“ Der Einstieg in diese neue Welt der Standardisierung muss nicht kompliziert sein. Ein bewährter erster Schritt ist die Implementierung erster Standardleistungsverzeichnisse (STLV) nach der DIN-SPEC-Logik für ein ausgewähltes Pilotgewerk, wie etwa den Gerüstbau oder die Isolierung. Parallel dazu empfiehlt sich eine systemische Analyse des gesamten Steuerungsprozesses für Eigen- und Fremdleistungen. Hierbei bietet die MCP-Logik (Maintenance Concept & Planning) einen klaren Rahmen. Durch diese Analyse werden Inef-
fizienzen in der Planung sichtbar und die Potenziale für eine automatisierte Beauftragung und Abrechnung unmittelbar greifbar. So verwandeln Sie die Theorie der Norm in messbare Kostenvorteile und Prozesssicherheit.
SAP integriert den Standard
Die Softwarewelt hat den Mehrwert erkannt. Marktführer SAP hat die Strukturen der DIN SPEC 77229 bereits nativ in seine Lösungen integriert. In den aktuellen Tools für die Fremdfirmenabrechnung ist die Norm fest verankert. Das ist ein entscheidender Vorteil: Die technischen Basisstrukturen im ERP-System sind bereits vorhanden. Unternehmen müssen keine teuren Individualprogrammierungen vornehmen, sondern können direkt auf den Standard aufsetzen. Dies senkt die Implementierungskosten und das Risiko technischer Fehlkonfigurationen erheblich. Es ermöglicht eine schnellere Skalierung digitaler Prozesse über verschiedene Standorte hinweg.
Die Kombination aus ISO 61406 für die Identität und DIN SPEC 77229 für die Leistung macht die kaufmännische Abwicklung automatisierbar. Sind Leistungen genormt und Verträge im System hinterlegt, läuft der Prozess nahezu ohne manuellen Eingriff ab. Das ERP-Systemerkennt den Bedarf durch Sensoren oder KI-Vorhersagen. Es schreibt die Leistung automatisch aus, vergleicht Angebote und beauftragt den Dienstleister. Nach Abschluss der Arbeiten erfolgt die Abrechnung ebenfalls vollautomatisch. Dieser „No-Touch“-Prozess eliminiert Fehlerquellen, beschleunigt die Durchlaufzeiten und spart enorme Verwaltungskosten in der Buchhaltung und im operativen Einkauf.
Aufruf zur Kollaboration
Kein Unternehmen der Prozessindustrie kann die digitalen Herausforde-
rungen heute noch allein bewältigen. Der Fachkräftemangel zwingt uns dazu, unsere personellen Ressourcen zu bündeln. Anstatt wertvolle Zeit in die einsame Pflege eigener Kataloge zu investieren, sollten wir gemeinsam an einem starken Standard arbeiten. Die 4.OPMC bietet hierfür die ideale neutrale Plattform für den Austausch. Wir laden alle Marktteilnehmer ein, sich aktiv an der Weiterentwicklung der DIN SPEC 77229 zu beteiligen – von der Mitarbeit in Arbeitsgruppen bis zum Teilen von Erfahrungswerten.
Die Kollaboration ist der Schlüssel zum Erfolg. Nur durch breite Zusammenarbeit werden diese Kataloge zum universellen Goldstandard der Industrie. Bündeln Sie Ihre Ressourcen mit uns, um gemeinsam eine effiziente Industrie 4.0 zu realisieren.
Fazit: Der Enabler für die Zukunft
Die DIN SPEC 77229 ist weit mehr als nur ein Dokument. Sie ist der notwendige Motor und der zentrale Enabler für die Industrie 4.0. Sie verbindet starre Schnittstellen zu flexiblen, intelligenten digitalen Wegen. Erst durch diesen Standard können ERP-Systeme, digitale Zwillinge und KI ihre volle Effizienz entfalten. Sie ebnet den Weg für eine intelligente, ressourcenschonende und hochautomatisierte Instandhaltung der Zukunft.

4.OPMC e.V. – Open Production & Maintenance Community Tel. +49 (0) 30 / 72 39 04 77 info@4opmc.com www.4opmc.com
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Redaktions- & Anzeigenschluss: 04.09.2026
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Redaktions- & Anzeigenschluss: 23.10.2026
Erscheinungstermin: 16.11.2026
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Warum und wie ein digitales Asset Management im Obst- und Gemüsehandel punktet
Was im Jahr 1999 mit der „Dörrobstland Vertriebs GmbH“ in der Oststeiermark begann, ist heute unter dem Namen Frutura ein modernes, nachhaltig orientiertes Familienunternehmen und Österreichs größter Produzent und Vermarkter von Obst und Gemüse. Über 900 Mitarbeitende an fünf Standorten in Österreich und Deutschland sowie über 1.000 Produzenten aus Österreich und 40 weiteren Ländern gehören zum Netzwerk. Rund 250.000 Tonnen Obst und Gemüse werden jährlich über die Logistikzentren Hartl und Vorchdorf verteilt – Jahresumsatz über 600 Millionen Euro. Das funktioniert nur mit einer beeindruckenden Logistik und einem ausgefeilten technischen System – auch und gerade für die Instandhaltung.
Bereits im Jahr 2020 wurde bei Frutura die SAP ERP-Lösung S/4HANA implementiert, um sämt liche Unternehmens prozes se zu steuern. Drei Jahre später entschied sich das Unternehmen dann für eine durchgängige Standardisierung der Instandhaltungsprozesse. Ziel war die Einführung einer digitalen, mobilen und vernetzten Lösung.
Robert Goldgruber, Prozessma nager, Frutura Obst und Gemüse Kompetenzzentrum GmbH, erklärt die Ausgangslage: „Wir produzieren und vermarkten frische Lebensmittel. Regional und in-
ternational. Unser Equipment für Lager, Verarbeitung, Transport etc. ist dazu in großen Teilen automatisiert und erfordert hohe Einsatzverfügbarkeit. Die Anforderungen an unser neues Enterprise Asset Management waren also klar definiert. Und da stand nicht nur die Steigerung der Effizienz im Fokus. Wir wollten auch mehr Nachhaltigkeit bei Instand hal tung und Dokumentation, ge sicherte Qualität im ganzen Ablauf und hohe Transparenz der Kosten.“
Die Wahl fiel auf NEO Mobile, das in das cloudbasierte Enterprise Asset Ma-
nagement (EAM) integriert wurde. Diese Entschei dung ermöglicht eine effiziente und transparente Instandhaltung der technischen Anlagen.
700 Anlagen sind zu betreuen
Immerhin betreibt das Un ternehmen etwa 700 technische Anlagen, darunter 50 Reifezellen, sowie 57 technische Plätze mit 685 Equipment-Komponenten. Zum Einsatz kommen unter anderem auch Verpackungsroboter und natürlich Kühlanlagen. Mit der Einführung des EAM-Systems wurde ein stan-
dardisierter Prozess etabliert, der Wartung und Troubleshooting erheblich optimiert.
Von der direkten Auftragsanlage aus einer Störmeldung heraus bis hin zur einfachen und sicheren Nutzung der mobilen App für interne Mitarbeitende und externe Prüfer bietet das System eine durchgängige Lösung. Die plattformoffene Architektur ermöglicht zudem den Einsatz von Smartphones verschiedener Hersteller. „Durch den bestehenden Kontakt zu Axians Austria konnten wir uns eingehend von den individuellen Möglichkeiten einer integrierten NEO MobileSuite überzeugen. So definiert zum Beispiel jetzt eine digitale Checkliste ganz genau, was bei einer Anlage gewartet werden muss. Zusätzlich starteten wir den Aufbau von smarten Lagerplätzen der Instandhaltung. In Planung ist auch der Einsatz der NEO-Anwendung für die Technik in Gewächshäusern, etwa in Bad Blumau. Denn die Lösung ist nicht nur benutzerfreundlich, sondern auch ohne große Aufwände beliebig erweiterbar. Schon in den ersten Monaten in 2024 verzeichneten wir mit dem System unternehmensweit über 1.070 abgeschlossene Aufträge. Davon 815 ungeplant –aber nie unerledigt“, verdeutlicht Goldgruber.
Die Geschäftsführung erhält nun außerdem eine transparente Kostenübersicht, während die Instandhaltungsteams von automatisierten Berichten für interne und externe Audits profitieren.
Ein Beispiel für die Effizienzsteigerung ist die automatisierte Weiterleitung von Stör mel dun gen der „Automated Guided Vehicles“ (AGVs), die täglich Hunderte Paletten bewegen. Diese Meldungen werden direkt an NEO Mo-

Enterprise Asset Management (EAM) vereint Software, Systeme und Services zur Verwaltung und Steuerung kritischer Betriebsausrüstung. Bei Frutura umfasst dies Anlagen zur Verpackung, Kühlung, Kommissionierung sowie Notstromaggregate, Roboter, Lichtsysteme und Reifezellen. 2023 führte Axians Austria eine EAM-Lösung auf Basis von SAP S/4HANA ein, ergänzt durch die digitalen Features der NEO Mobile-Suite für Service und Instandhaltung. Bilder: Axians
bile gesendet und beinhalten ein detailliertes Handlungsbriefing für die Instandhaltungsteams.
Mit NEO Mobile haben aber auch die Monteure alle wichtigen Informationen direkt auf ihrem Smartphone: Wartungspläne, Anleitungsvorlagen, Ersatzteillisten und Bestellvorschläge werden übersichtlich bereitgestellt. Besonders geschätzt wird der automatisierte Wartungsreport, der für interne und externe Audits unverzichtbar ist.
Bei Frutura betrifft dies unter anderem Kundenaudits, branchenspezifische Prüfungen wie Food Audits oder BioAudits für Fairtrade- und Global-GAPProdukte.
Die Einführung des EAM-Systems durch Axians Austria, basierend auf SAP S/4HANA und NEO Mobile, hat Frutura also zahl reiche Vorteile gebracht. Ma nu elle Excellisten wurden vollstän dig ersetzt, und die Anbindung an das QM Legal-System Quentic ermöglicht eine reibungslose Integration der Qualitätsma na ge mentprozesse.
Infos für die Geschäftsführung ... ... und die Instandhalter
Die durchgehende Transparenz der Daten und die einfache Nachvollziehbarkeit aller Abläufe sorgen für eine klare Übersicht. Auch die Beschaffung von Ersatzteilen wurde durch automatisierte Prozesse vereinfacht.
Axians NEO Solutions & Technology GmbH Tel. +49 (0) 731 / 155 17 83 gertrud.kleinert@axians.de www.neo-suite.de

Warum das KI-basierte Auslesen von Dokumenten das Problem nicht löst
Die Facility-Management-Branche leidet massiv unter Fachkräftemangel. Wie dramatisch der Bedarf an neuem Personal für Haustechnik, Wartung, Reinigung & Co. ist, darauf machte vor rund einem Jahr die Lünendonk-Studie zum Facility-Service-Markt aufmerksam. Zwar wächst das Geschäft bei den meisten Unternehmen der Branche, doch die Zahl neuer Mitarbeiter stagniert. Der Blick in die Zukunft ist ebenfalls alles andere als rosig: Für die Jahre 2024 bis 2026 erwarten 91 Prozent der Unternehmen eine zumindest schwie rige Rekrutierung, wobei mehr als die Hälfte (55 Prozent) sogar von einer sehr schwierigen Lage ausgeht. Es knirscht somit an vielen Stellen, denn die vorhandenen Facility Manager im Lande müssen immer mehr Aufgaben übernehmen. Das kann nicht ewig gut gehen. Es braucht neue Ansätze und Lösungen.
Das vergangene Jahr stand für viele Unternehmen im Zeichen der „Renaissance des Wissenstransfers“. Doch was bedeutet dies und wie sieht ein effektiver und zeitgemäßer Wissenstransfer eigentlich aus beziehungsweise wie nicht? Zunächst einmal gilt: Daten und Dokumente sind nicht Wissen. Erst die Interpretation der Daten auf Basis langjähriger Erfahrung ist Wissen und dieses befindet sich überwiegend noch bei den Servicetechnikern, Maschinenbedienern und Instandhaltern in den Köpfen. Allein das Bereitstellen von Infor-
mationen ist noch kein Transfer: Die meisten Techniker im Feld bemängeln beispielsweise beim Durchsuchen von Dokumenten eine unklare, ungenaue oder gar falsche Ergebnisausgabe. Erst durch eine zielgerichtete Schritt-fürSchritt-Anleitung mit der Möglichkeit zur Aktualisierung sähen sie sich befä-
higt, so aktuelle Analysen zu diesem Thema.
Zudem gilt: Sprachmodelle sind nicht effektiv, das heißt, sie sind nicht ausreichend präzise und korrekt, was die Unterstützung bei technisch komplexen Fragestellungen, wie z.B. Fehleranalysen, erschwert. Und das, wo Wissenstransfer
findIQ integriert
Wissensmanagement und Assistenzsystem in einer eigenen Servicesoftware

genau hier den größten ökonomischen Hebel im Service hat.
Beim Thema Wissenstransfer entscheiden Details über Erfolg und Skalierung. „Schauen Sie daher genauer hin. Verlieren Sie keine Zeit mit dem Management statischer Inhalte, während die Experten samt ihres Kopfwissens unberücksichtigt ausscheiden“, mahnen die Experten von findIQ. Sie empfehlen, den Wissenstransfer vom Ergebnis aus zu denken. Dabei sollten folgende Fragen beantwortet werden: Welches Servicewissen ist besonders relevant?
Wie muss das Wissen für die nächste Servicegeneration aufbereitet werden?
Wie hält man das Wissen dauerhaft aktuell?
Wie bekommt man das Wissen schnell und strukturiert auch aus den Köpfen?
Welchen Teil in diesem Prozess können welche KI-Modelle genau begünstigen?
Die findIQ GmbH hat sich diese Fragen schon einmal gestellt und mit Gründung im Jahr 2022 für sich beantwortet. Heute agiert das Technologieunternehmen aus der Industrieregion Ostwestfalen-Lippe im Bereich Wissenstransfer im Maschinenservice.
Dazu integriert es mittels eigens entwickelter, industriegeprüfter KI-Modelle erstmalig Wissensmanagement und Assistenzsystem in einer Servicesoftware. „Nur vier Stunden dauert es, das Kopfwissen zu einer Maschine zu digitalisieren, nur sechs Klicks, dieses Wissen zur richtigen Servicelösung abzurufen“, so die Experten. Sie betonen zudem: „Die Schnelligkeit in der Implementierung, die Korrektheit der Ergebnisse sowie die Möglichkeit, die Wissensbasis dauerhaft zu optimieren und aktuell zu halten, sind einzigartig.“
Mittelständische Firmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau nutzen die Servicesoftware für den Ausbau von Servicekapazitäten sowie für die Bereitstellung des Wissens als Selfservice bereits. Ein Beispiel ist die Firma Hymmen Maschinen- und Anlagenbau GmbH. Svenja Jeromin, Head of After Sales Customer Service DGP bei Hymmen, berichtet von ihren Erfahrungen und empfiehlt: „Man kann nie zu früh damit starten, Wissen festzuhalten und zu konservieren. Gerade angesichts des Fachkräftemangels und der immer älter werdenden Servicekräfte.“
Doch auch international produzierende Großbetriebe, wie Siemens oder Phoenix Contact, nutzen die Lösung und skalieren die Software standortübergrei-
fend zur gemeinsamen Arbeit an schnelleren Reaktionszeiten der internen Instandhaltung und gesteigerten Produktionsverfügbarkeiten. „Mithilfe von findIQ schaffen wir einen transparenten Wissensaufbau von technisch vertieftem Know-how, reduzieren Stillstands- und Reparaturzeiten und leiten dabei gleichzeitig zielgerichtete Qualitätsmaßnahmen ab“, bestätigt Daniel Fiedler, Teamleiter Manufacturing Engineering Prüftechnik-/Planung bei Phoenix Contact.
findIQ GmbH
Tel. +49 (0) 52 21 / 950 71 43 info@findiq.de www.findiq.de

„easy-to-use“
Warum ein Landtechnikhersteller jetzt auf das Instandhaltungssystem Ispro-NG setzt
Das österreichische Familienunternehmen Pöttinger, ein international agierender Landtechnikhersteller, hat seine Instandhaltungsprozesse deutlich optimiert –und zwar mit der Ablösung von SAP PM durch IsproNG. Eine effiziente Ressourcenplanung, benutzerfreundliche mobile Anwendungen und moderne Technologien verbessern nun die Usability für das 27-köpfige IH-Team, ermöglichen eine Schwachstellenanalyse und reduzieren Stillstandszeiten sowie Instandhaltungskosten. Im Interview erklären Reinhard Bachschweller, Leiter der Instandhaltung, und Oliver Hofbauer, Geschäftsführer von H&H Systems, die Details.
In seinen Montagehallen fertigt Pöttinger Landmaschinen, vom Ladewagen über Mähwerke und Pflüge bis hin zu Säma schi nen. Im an geschlossenen Technologie- und Innovationszentrum werden diese Geräte unter praxisnahen Einsatzbedingungen geprüft. Im Werk Grieskirchen befindet sich unter anderem eines der modernsten Ladewagenmontagebänder, die Teilelackierung und Laserschneidemaschinen mit automatischer Lageranbindung.
Dementsprechend groß ist auch das Arbeitsvolumen für die Instandhaltung. Insgesamt betreut das Instandhaltungsteam über 1.500 Assets bzw.
Equipments – von Produktionsmaschinen über verkettete Anlagen, Fertigungshilfsmittel bis hin zu Flurförderzeugen, dazu kommt die Durchführung prüfbuchpflichtiger Überprüfungen.
Im Interview sprechen Reinhard Bachschweller, Leiter der Instandhaltung bei Pöttinger, und Oliver Hofbauer, Geschäftsführer von H&H Systems, darüber, wie die Implementierung von Ispro-NG beim Landmaschinenhersteller die Instandhaltungsprozesse effizienter gestaltet.
Die Ablöse von SAP PM erfolgte in einem mehrmonatigen Prozess. Was waren die primären Ziele des Projektes?
Bachschweller: Die Ablöse von SAP PM durch eine neue Instandhaltungssoftware wurde durch eine Reihe operativer und strategischer Ziele motiviert. Operativ sollte die neue Software eine vereinfachte Verwaltung und Auftragsvergabe, ein selbstlernendes System, hohe Benutzerfreundlichkeit und eine übersichtliche Struktur, kurze Reaktionszeiten sowie eine optimale Ersatzteilverfügbarkeit bieten. Strategisch lag der Fokus auf dem Erkennen von Schwachstellen, der Erhöhung des Planungsgrades, der kontinuierlichen Verbesserung und dem ef-
fektiven Wissensmanagement. Zudem sollte die Software verschiedene Instandhaltungsstrategien unterstützen, darunter TPM, zustandsorientierte Instandhaltung, vorbeugende präventive Instandhaltung und ausfallbedingte Instandhaltung.
Wie ist das Auswahlverfahren für die neue Instandhaltungssoftware abgelaufen?
Bachschweller: Zur Erreichung der gesetzten Ziele haben wir eine umfangreiche Analyse der Ist-Situation durch Befragung aller Stakeholder durchgeführt und daraus resultierende Anforderungen definiert. Auf Basis dieser Anforderungen folgte dann die Erstellung eines entsprechenden Pflichtenhefts. In einem mehrstufigen Auswahlverfahren wurde einem größeren Kreis von CMMS-Anbietern das Pflichtenheft übermittelt. Drei Anbieter haben wir dann zu einer Vor-Ort-Präsentation und Angebotslegung eingeladen. Nach Erstellung einer Kosten-NutzenAnalyse ging H&H Systems mit IsproNG als eindeutiger Sieger hervor und wurde mit der Implementierung beauftragt.
Wie hat die Einführung von Ispro-NG die Instandhaltungspersonal- und Ressourcenplanung sowie Wartungsplanung im Vergleich zur vorherigen Methode verändert?
Bachschweller: Vor der Ein füh rung von Ispro-NG wurden sowohl geplante als auch reaktive Aufträge manuell durch Zuordnung des Kürzels an die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen vergeben und dann via Mail verschickt oder die Aufträge wurden ausgedruckt und manuell übergeben. Mit Ispro-NG können Aufträge personalisiert oder über den Arbeitsverbund (mittels Gruppenmonteur) zugeteilt werden. Pushbenachrichtigungen informieren die Mitarbeiter umgehend auf dem Tablet.

Mittlerweile wurden alle Standorte erfolgreich in das zentrale Instandhaltungsmanagement integriert, was eine hohe Standardisierung und einheitliche Prozesse gewährleistet.
Bei freien Kapazitäten können die Mitarbeitenden selbstständig Aufgaben aus dem Auftragstool übernehmen. Dies vereinfacht Verwaltung und Auftragsvergabe erheblich.
Hat sich dadurch auch die Reaktionszeit verbessert?
Bachschweller: Der Einsatz der IsproNG-App hat die Benutzerfreundlichkeit deutlich verbessert und die Reaktionszeiten durch sofortige Buchungen über mobile Geräte verkürzt. Zuvor war das regelmäßige Wechseln zwischen verschiedenen Systemen erforderlich, was die Handhabung sehr kompliziert machte.
Der Einsatz der App reduziert den manuellen Aufwand sowie die Fehlerhäufigkeit bei der zeitnahen Auftragsdokumentation und erhöht deren Qualität.
Jeder Stillstand kostet einem Unternehmen Geld. Wie wirkt sich IsproNG auf die Produktionsstillstandzeiten aus?
Hofbauer: Mit Ispro-NG sind alle notwendigen Informationen jederzeit mobil verfügbar, was zu einer wesentlichen Reduktion von Wegezeiten führt. Durch die bessere Planung und
Vorbereitung entfallen Suchzeiten für Dokumente, Ersatzteile und Werkzeuge, wodurch die Produktionsstillstandzeiten merklich reduziert werden.
Wie unterstützt die Lösung bei der Auftragsdokumentation?
Hofbauer: Moderne Auto-ID-Technologien wie NFC und QR-Codes ermöglichen eine weitere Reduktion des manuellen Aufwands beim Buchen, indem sie die Auftragsdokumentation mittels Handy oder Tablet sowohl online als auch offline erleichtern.
Bei mehreren Tausend Instandhaltungsaufgaben pro Jahr ist es nicht immer leicht, alles im Blick zu haben. Wie behalten Sie bei Pöttinger den Überblick über die Instandhaltungsaktivitäten und die Assets?
Bachschweller: Interaktive LiveDashboards der prädiktiven Instandhaltung geben sowohl Produktionsverantwortlichen als auch den Instandhaltern stets Einblick in den aktuellen Auftragsstatus. Das Livemonitoring (oder die Möglichkeit dazu) unterstützt das Instandhaltungsteam bei der Erstellung von Kennzahlen, Berichten, Analysen und der Standardisierung von Kennzahlen.

Bei der Ersatzteilentnahme punktet die integrierte QR-Code-Technologie. Die neue Software ermöglicht den Aufbau eines konzernweiten und standortübergreifenden Ersatzteilmanagements mit Schnittstellen zu SAP MM. Das verbessert die Verfügbarkeit, reduziert die Lagerhaltungskosten und erhöht die Transparenz durch werksübergreifende Nutzung der Bestände. Bilder: Pöttinger
Der Großteil der Instand haltungsaktivitäten in Unter nehmen ist reaktiv. Hat sich das nun verändert?
Bachschweller: Kostenfresser und Schwachstellen des Equipments können schneller identifiziert werden, aber auch die benutzerfreundliche und vereinfachte Verwaltung haben bereits jetzt den Planungsgrad erhöht.
Und wie sieht es bei wiederkehrenden Instandhaltungsprozessen aus?
Hofbauer: Jegliche Rückmeldung von Instandhaltungsaufträgen mit Bildund/oder Videoaufnahmen speist automatisch eine Wissensdatenbank, die bei spä teren ähnlichen Instand haltungsaufgaben zur Verfügung steht und daher die Reparaturzeit reduziert.
Ist in dieser Wissensdatenbank auch die Equipment-Doku men tation integriert?
Hofbauer: Sämtliche Informationen zu den einzelnen Assets und Equipments sind in Ispro-NG hinterlegt und jederzeit auch mobil verfügbar.
Das Ersatzteil- und Lagermanagement stellt große Unternehmen stets vor Herausforderungen. Hat sich dies nun verbessert?
Bachschweller: Ispro-NG ermöglicht den Aufbau eines konzernweiten und standortübergreifenden Ersatzteilmana ge ments mit Interfaces zu SAP MM. Das verbessert die Ersatzteilverfügbarkeit, reduziert die Lagerhaltungskosten und erhöht die Transparenz sowie Planung durch werksübergreifende Nutzung der Bestände.
Das bedeutet, es sind auch weitere Standorte von Pöttinger in Ispro-NG eingebunden?
Hofbauer: Sämtliche Standorte, einschließlich Vodňany in Tschechien und Bernburg in Deutschland, wurden bereits in das zentrale CMMS Ispro-NG integriert, was eine hohe Standardisierung, einheitliche IH-Prozesse und eine zentrale Verwaltung ermöglicht.
Die neue Instandhaltungssoftware ist jetzt seit über einem Jahr in Be-
trieb. Konnten schon Einsparungsund Optimie rungspotenziale erzielt werden?
Bachschweller: Die Nutzwertanalyse, die ein Jahr nach der Implementierung von Ispro-NG durchgeführt wurde, zeigt bereits wichtige Optimierungen und Einsparungen in vielen Bereichen auf. Zum Beispiel die Reduktion von Such- und Wegzeiten, die vereinfachte Verwaltung und vor allem die Erhöhung des Planungsgrades und der technischen Verfügbarkeit.
H&H Systems Software GmbH Tel. +43 72 42 / 89 00 35 office@ispro-ng.at www.ispro-ng.com









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Die Einhaltung der Vorgaben der 42. BImSchV ist nicht nur eine gesetzliche Pflicht, sondern auch ein entscheidender Faktor für den nachhaltigen und sicheren Betrieb von Anlagen. Sie unterstützt Betreiber dabei, die Betriebszeiten zu verlängern, die Effizienz zu steigern und gleichzeitig gesundheitliche Risiken zu minimieren. Bilder: W.E.T.
Herausforderungen für die Betreiber durch die 42. BImSchV
Die 42. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (42. BImSchV) sorgt für Diskussionen. Sie regelt den Betrieb von Verdunstungskühlanlagen, Kühltürmen und Nassabscheidern und stellt Anforderungen an Betreiber, um die Wasserqualität zu sichern und die Anlagen effizient und sicher zu betreiben. Damit soll insbesondere der Eintrag von Legionellen und anderen Keimen verhindert werden.
Die 42. BImSchV betrifft eine Vielzahl von Anlagen: Neben den großen Kühltürmen in Industriebetrieben und Kernkraftwerken sind auch Nassabscheider, Gaswäscher und Rieseltürme erfasst, wobei es einige Ausnahmen gibt. Betreiber solcher Systeme sind verpflichtet, ihre Anlagen regelmäßig zu überprüfen, zu warten und die Wasserqualität entsprechend den Vorgaben zu kontrollieren.
Dabei kommt der VDI-Richtlinie 3803 eine wichtige Rolle zu, die klare Werte für die Wasserqualität definiert.
Diese Vorgaben sollen sicherstellen, dass die Anlagen nicht bis zur Erschöpfung der Betriebselemente oder einem Ausfall gefahren werden, sondern pro-
aktiv instand gehalten werden. Ein zentraler Punkt ist die Kontrolle und Analyse der Wasserqualität. Betreiber müssen sicherstellen, dass der Prüfwert für Legionellen – bei Verdunstungskühlanlagen und Nassabscheidern 100 KBE/100 ml, bei Kühltürmen 500 KBE/100 ml – nicht überschritten wird.
Die entsprechenden Tests müssen von einem akkreditierten Labor durchge-
führt werden. Neben der Analyse von Nutz- und Zusatzwasser sind auch regelmäßige Inspektionen und Wartungen notwendig, um Ablagerungen und Keimbildung zu vermeiden und die Langlebigkeit der Anlagen zu sichern.
Hilfestellung bieten Normen wie die VDI 2047 und 3679 sowie die Vorgaben der VDMA 24649, die detaillierte Hinweise zur Reinigung und Wartung
Betreiber müssen sicherstellen, dass der Prüfwert für Legionellen nicht überschritten wird.
geben. Dabei sollten Betreiber darauf achten, dass nicht jeder, der mit Slogans wie „Reinigung nach VDI 2047-2“ wirbt, den tatsächlichen Anforderungen gerecht wird. Solche Angaben sind nämlich nicht in den Normen explizit verankert.
Entscheidend hingegen ist, dass die Reinigung fachgerecht erfolgt, um Schäden wie Korrosion zu vermeiden, die durch unsachgemäße Verfahren entstehen können.
Ein erfahrenes Fachunternehmen kann hierbei eine wichtige Unterstützung bieten. Die W.E.T. Schaper GmbH und ihre Tochtergesellschaft WET Schaper Suisse GmbH bieten beispielsweise spezialisierte Reinigungs- und Desinfektionslösungen für wasserführende Systeme an.
Mit jahrzehntelanger Erfahrung und einem breiten Portfolio an selbst ent-

Die W.E.T. Schaper-Gruppe bietet unter anderem eine Vielzahl eigens entwickelter Reinigungsprodukte für alle wasserführenden Systeme an.
wickelten Produkten sorgen sie dafür, dass Trink-, Nutz-, Kühl- und Prozesswasseranlagen schonend gereinigt

So nicht: Eine nicht fachgerecht durchgeführte Reinigung beziehungsweise Entkalkung hat in diesem Fall zu Korrosion geführt.
Ähnliche Regelungen wie die 42. BImSchV existieren bereits in anderen europäischen Ländern wie Frankreich und Österreich, während die Schweiz sich aktuell in der Umsetzungsphase befindet. Hier wird sich jedoch der VDI 2047/2 bedient.
und langfristig geschützt werden. Doch mit der Reinigung alleine ist es nicht getan: Die Dokumentation der Maßnahmen ist ein weiterer zentraler Punkt der Betreiberpflichten. Hierzu gehört das Führen eines Betriebstagebuchs, in dem Beprobungen, Wartungen und weitere Maßnahmen festgehalten werden. Falls dennoch Grenzwerte überschritten werden, ist eine umfassende Reinigung der Anlagen unumgänglich. Dabei sollte auf chemische Verfahren und geschultes Fachpersonal zurückgegriffen werden, um eine effiziente und schonende Reinigung sicherzustellen.
W.E.T. Schaper GmbH Tel. +49 (0) 76 27 / 97 25 50 info@wetschaper.info www.wetschaper.de

Unitechnik-Studie belegt: Jedes zweite Unternehmen plant einen Retrofit
Um mit dem technischen Fortschritt Schritt zu halten, muss es nicht immer ein Neubau sein. Immer mehr Unternehmen aus Produktion und Logistik denken über eine Modernisierung ihrer Anlagen (Retrofit) nach, denn in vielen Fällen schafft dies die Grundlage für die Integration neuer (digitaler) Technik oder die Umsetzung veränderter Prozesse. In einer Studie hat die Unitechnik System GmbH deshalb über 100 Unternehmen aus Produktion und Logistik befragt, wie sie zum Thema Retrofit stehen. Das Ergebnis? Mehr als die Hälfte der Befragten will in den nächsten fünf Jahren in einen Retrofit investieren.
Ältere Logistikanlagen stoßen schnell an ihre Grenzen, wenn Geschäftsprozesse digitalisiert und die einzelnen Funktionsbereiche innerbetrieblich vernetzt werden. Das geben 38 Prozent der Studienteilnehmer als einen der Hauptgründe für den Retrofit an. Eine Modernisierung ist jedoch auch unabhängig von Industrie 4.0 aus ganz praktischen Gründen sinnvoll. So geben 26 Prozent der Befragten an, dass sich aufgrund fehlender Kompatibilität neue Hard- oder Software nicht mehr integrieren lässt. Auch ein gehäuftes Auftreten von Störungen (51 Prozent) oder Schwierigkeiten bei der Ersatzteilversorgung wegen Abkündigungen (69 Pro-
zent) belasten die Produktivität der Anlage und waren für viele der ausschlaggebende Grund für die Modernisierung ihrer Anlage. Insgesamt gibt jeder zweite Studienteilnehmer (53 Prozent) an, dass er in den nächsten Jahren in einen Retrofit investieren möchte, während 27 Prozent bereits eine Anlage modernisiert haben – die Tendenz ist also steigend. Bevor Unternehmen eine Überholung in Angriff nehmen, sollten sie zunächst Anforderungen definieren, um den konkreten Modernisierungsbedarf ermitteln zu lassen.
Ziele des Retrofit-Projekts
Nicht umsonst ist der mit Abstand am häufigsten genannte Vorbehalt der Studienteilnehmer eine Störung des operativen Geschäfts (82 Prozent). Auch deshalb sollten Unternehmen bei der Auswahl eines Partners darauf achten, dass die Kernkompetenzen in den Bereichen IT, Software und Steuerungstechnik liegen. Dies ist elementar, um die Software in einer bestehenden Anlage auf einen
Ein seriöses Angebot für einen Retrofit setzt immer eine intensive Bestandsaufnahme voraus. Ziel ist es, die Anforderungen an die Modernisierung möglichst präzise zu definieren, um Risiken bei der Umsetzung zu vermeiden.
zukunftsfähigen Stand zu bringen und sicher zu migrieren.
Die Studie von Unitechnik zeigt, welche Anforderungen Unternehmen an ein Modernisierungsprojekt stellen. Das mit 78 Prozent am häufigsten genannte Ziel des Retrofits ist die Verlängerung der Lebensdauer der Anlage. Das verwundert nicht, da hierin das Wesen einer jeden Modernisierung liegt.
Spannender ist der Blick auf die gewünschten Veränderungen. Hier liegen die betriebswirtschaftlichen Faktoren ganz vorn: höhere Produktivität (64 Prozent), gefolgt von den Kosteneinsparungen (37 Prozent) und dem Wunsch nach geringerem Personalbedarf (36 Prozent). Beim letztgenannten Punkt spielt auch der nach wie vor sehr präsente Fachkräftemangel eine große Rolle. Weit unten in der Prioritätenliste stehen der Studie zufolge die Themen Ergonomie (intuitive Bedienung) und Datenanalyse. Nach Einschätzung von Unitechnik Systems wird sich diese Gewichtung in den nächsten Jahren noch erheblich ändern.
Die Potenziale werden häufig erst nach einem durchgeführten Retrofit deutlich. So wird gerade im Neuanlagengeschäft sehr viel Wert auf diese zukunftsgerichteten Themen gelegt. Da die meisten Modernisierungsprojekte ihren Schwerpunkt in der Steuerungs- und Leittechnik der Anlagen haben, liegt es auf der Hand, dass die Anbieter in diesem Fachgebiet eigene Expertise haben sollten.
Die Auswahl eines passenden Anbieters ist allerdings meist herausfordernder als bei einem Neuprojekt. Die Aufwandsabschätzung (als Basis für ein Angebot) bedarf eines hohen Zeit- und Kommunikationsaufwands auf beiden Seiten. Erfahrungsgemäß wollen Kunden diesen Prozess nicht mit vielen Anbietern durchlaufen. Ein wichtiger Faktor bei

der Wahl des Anbieters sind daher seine Referenzen. Vor-Ort-Besuche von vergleichbaren Anlagen und der Erfahrungsaustausch mit dem Betreiber dieser Anlagen helfen dabei, ein Gefühl dafür zu bekommen, ob der Anbieter für die eigene Aufgabenstellung passt. Die Unitechnik-Studie zeigt ferner, dass ein Großteil der befragten Unternehmen besonderen Wert auf einen störungsfrei laufenden Betrieb während der Modernisierung (65 Prozent) und eine qualitativ hochwertige Umsetzung (60 Prozent) legt. Bei den weichen Faktoren fällt auf, dass ein hoher Anspruch an das ausführende Personal gestellt wird. Die Kunden wünschen sich feste Ansprechpartner, die zur Stammbelegschaft des Anbieters gehören, ein gutes Prozessverständnis mitbringen und transparent kommunizieren.
Auf der anderen Seite wird ein günstiger Preis nur von knapp einem Viertel der Befragten (25 Prozent) als wichtige Anforderung an den Anbieter klassifiziert. Die geringe Gewichtung beim Hauptteil der Studienteilnehmer zeigt weiterhin, welche hohe wirtschaftliche Bedeutung der Erfolg der Modernisierungsmaßnahme für die Kunden hat.
Das automatisierte Lager ist in vielen Firmen die zentrale Materialflussdrehscheibe. Es ist in der Regel nicht möglich, die komplette Logistikanlage für einen
längeren Zeitraum außer Betrieb zu nehmen, ohne den Betrieb des Unternehmens zu gefährden.
Für einen Retrofit ist es aber zwingend erforderlich, Teile der Anlage zeitweise abzuschalten. Daraus ergeben sich zwei Handlungsoptionen: die komplette Umstellung innerhalb eines kurzen Zeitraums (zum Beispiel verlängertes Wochenende), auch „Big Bang“ genannt, oder die Zerlegung der Umstellung in mehrere Teilprojekte.
Diesen Eingriff in die laufende Anlage und der Weg von der alten zur neuen (sanierten) Anlage beschreibt das Migrationskonzept. Dieses ist von entscheidender Bedeutung für alle Parteien, die an der Maßnahme beteiligt sind. Hier sind viele Einzelschritte zu

Durch den Einsatz eines neutralen Sicherheitsexperten lassen sich „wesentliche Änderungen“ an den Bestandsmaschinen und so auch ein Erlöschen der CE-Kennzeichnung vermeiden.

verifizieren und minutiös zu planen. Da die tatsächliche Umstellung in einem Retrofit-Projekt möglichst schnell durchgeführt werden soll, müssen die Software und die Schnittstellen zu anderen Systemen im Voraus gründlich getestet werden. Dafür wird ein digitaler Zwilling der Anlage erstellt. Diese sogenannte Emulation verhält sich genauso wie die physische Anlage vor Ort.
Die Testumgebung ermöglicht dem Anbieter, den Echtbetrieb von Steuerungssoftware und Lagerverwaltungssystem zu simulieren. Dadurch können die Mitarbeiter des Kunden bereits vor der Umstellung in die Bedienung der Software eingewiesen werden. Die Senkung der Betriebskosten und die Einsparung von Energie sind häufig genannte Ziele und Auslöser für einen Retrofit, das zeigt auch die Studie von Unitechnik. Unternehmen schlagen damit zwei Fliegen mit einer Klappe: die Verbesserung der Umweltbilanz und die Senkung der Betriebskosten.
Im Rahmen der Modernisierung können dabei verschiedene Maßnahmen umgesetzt werden: energiesparende Antriebskonzepte, Energierückspeisung und -pufferung, Energiesparmodi für Schwachlastzeiten,
Energiemanagementsysteme und vieles mehr.
Ziel dieser Maßnahmen ist es, den Energieverbrauch zu senken und Lastspitzen zu begrenzen.
Die Ursache für einen hohen Energieverbrauch liegt oft auch in der mechanischen Auslegung. Ein Beispiel: Regalbediengeräte waren vor 30 Jahren deutlich schwerer als heute. Diese Massen müssen ständig beschleunigt und abgebremst werden. Ob ein Austausch solcher Geräte wirtschaftlich sinnvoll sein könnte, ist Teil der Bestandsaufnahme und Konzeptionsphase.
Sicherheitstechnik oft unterschätzt
Mit dem Start des Jahres 2023 wurde die EG-Maschinenrichtline 2006/42/EG von der neuen Maschinenverordnung (EU) 2023/1230 abgelöst. Sowohl nach der alten Richtlinie als auch nach der neuen Verordnung ist der Betreiber dafür verantwortlich, dass die Anlage den gesetzlichen Sicherheitsan forderungen entspricht. Es gibt keinen Bestandsschutz. Insbesondere ist zu beachten, dass die CE-Kennzeichnung lediglich bestätigt, dass die Anlage zum Zeitpunkt des Inverkehrbringens den geltenden Vorschriften entsprach. Kommt es im Zuge einer Nachrüstung zu einer „wesentlichen Änderung“ der Anlage im Sinne der oben genannten
Verordnung, so erlischt die CE-Kennzeichnung. Dies wiederum hätte zur Folge, dass die Anlage neu in Verkehr gebracht wird und mit immensem Aufwand eine neue CE-Kennzeichnung erfolgen müsste.
Um diesen Mehraufwand zu vermeiden, empfiehlt es sich von Anfang an, einen neutralen Sicherheitsexperten in das Retrofit-Projekt zu integrieren, der den Betreiber berät und dem Retrofit-Anbieter Vorgaben für die Ausführung macht.
Ein Retrofit ist eine nachhaltige Investition, mit der sich die Lebensdauer einer Logistikanlage verdoppeln lässt. Dabei sollte der Fokus nicht nur auf dem standardmäßigen Austausch alter durch neue Komponenten liegen. Die größten Effizienzsteigerungen erzielen Unternehmen, wenn die Funktionalität der gesamten Anlage mit Blick auf zukünftige logistische Herausforderungen gestaltet wird. Vor allem durch neue In formations- und Steuerungstechnik lassen sich veränderte Prozesse und Abläufe abbilden und die Produktivität der Anlage verbessern. So wird aus einer Kostenposition eine Investition in die digitale Zukunft. Letztlich entscheidet jedoch die Wahl des richtigen Migrationskonzeptes in Verbindung mit professionellen Testszenarien über den Erfolg eines Retrofits. Die Kosten für Betriebsunterbrechungen, Einschränkungen der Produktions- oder Lieferfähigkeit können ein Unternehmen ein Vielfaches mehr kosten als ein umfassendes und auf Sicherheit bedachtes Migrationskonzept.
Ihr direkter Kontakt:
Unitechnik Systems GmbH
Christian Mertens
Tel. +49 (0) 22 61 / 987 502 christian.mertens@unitechnik.com www.unitechnik.com/retrofit














































































Wie Unternehmen ihre Mitarbeiter vor einem Hängetrauma schützen können
Wenn Mitarbeiter abstürzen, verhindert ein Auffanggurt im Idealfall das Schlimmste. Doch was viele nicht wissen: Die Gefahr ist nach einem abgefangenen Sturz nicht vorbei. Denn ein anschließendes Hängetrauma kann auch dann noch lebensbedrohlich sein. Vor allem in niedrigen Höhen wie bei Wartung und Instandhaltung kommt das Thema Sicherheit bisher oft noch zu kurz.
Bei Arbeiten in der Höhe sind Auffanggurte erforderlich, um Mitarbeiter vor schweren Abstürzen zu schützen. Auch bei der Wartung und Instandhaltung von Industrieanlagen ist eine entsprechende Schutzausrüstung daher unerlässlich. Denn hier kommt es besonders häufig zu kritischen Situationen. Viele unterschätzen die Gefahr, die bereits aus geringen Höhen zwischen zwei und fünf Metern entstehen kann. Falsch angelegte Auffanggurte, die bei der Wartung teils als störend empfunden werden, und mangelhafte Sicherheitseinweisungen der Mitarbeiter erhöhen das Risiko zudem. Arbeitsunfälle sind dabei leider keine Seltenheit: Im Jahr 2023 wurden laut
der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) in Deutschland 16 Prozent der tödlichen und 30.000 der meldepflichtigen Arbeitsunfälle durch einen Absturz verursacht. Diese Zahl macht deutlich, dass beim Arbeitsschutz in der Höhe noch Verbesserungsbedarf besteht. Denn auch wenn ein Auffanggurt den Fall auffängt, bleibt eine Gefahr: das Hängetrauma. Dieses tritt in der Regel nach dem Auffangen eines Sturzes auf. Bei einem Hängetrauma hängt eine Person nach einem Sturz bewegungslos im Auffanggurt. Durch die aufrechte Position und die einschneidenden Gurte versackt das Blut in den Beinen. Wichtige Organe, vor allem das
Gehirn, werden nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Schwindel, Übelkeit und Verwirrtheit sind oft die ersten Symptome.
Untersuchungen haben gezeigt, dass etwa die Hälfte der Patienten bereits nach fünf Minuten Symptome entwickelt, nach zehn Minuten sind es fast 95 Prozent. Unbehandelt kann dieser Zustand zum Kreislaufzusammenbruch und schließlich zum Tod führen. Auch nach der Rettung ist eine schadenfreie Rehabilitation nicht gewährleistet. Denn wenn der Körper plötzlich entlastet wird, kann das Blut Giftstoffe freisetzen.
Um die Wahrscheinlichkeit eines Hängetraumas zu verringern, werden in
der Industrie Trauma- oder Prusikschlingen eingesetzt. Diese speziellen Hilfsmittel sollen es den Betroffenen ermöglichen, ihre Beine anzuheben und so die Blutzirkulation zu verbessern. In der Praxis ist diese Lösung jedoch mit erheblichen Risiken verbunden. Zum einen müssen diese Schlingen im Notfall immer separat getragen werden und zudem schnell griffbereit sein. Zum anderen ist eine regelmäßige Einweisung in die komplizierte Handhabung erforderlich. Weniger erfahrene Beschäftigte haben oft Schwierigkeiten mit der korrekten Anwendung. In Stresssituationen sind die Arbeiter dann nicht gut genug geschult für den richtigen Einsatz oder vergessen diese gar. Aus diesen Gründen hat Zarges ein neues Sicherheitskonzept erstellt, das auf einfache Wartung, simple Anwendung und Komfort im Einsatz setzt. Im Gegensatz zu herkömmlichen Lösungen ist das Auffangsystem von Zarges fest im Auffanggurt integriert und jederzeit einsatzbereit. Nach einem Sturz kann sich der Arbeiter sofort in eine sitzende Position bringen. Dadurch werden die Beine entlastet und die Blutzirkulation bleibt erhalten. Die Lage der Ankerpunkte ist dabei entscheidend für den Komfort und die Si-

cherheit der Aufhängung. Untersuchungen haben gezeigt, dass die Körperhaltung beim Hängen von der Position der Anschlagpunkte beeinflusst wird. Befindet sich der Ankerpunkt zum Beispiel auf der Rückseite in Höhe der Schulterblätter, kann dies zu einer erhöhten Körperbelastung und zu einer Verschlechterung der Blutzirkulation führen.
Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Absturzsicherungssysteme so konstruiert werden, dass der Benutzer eine stabilere und weniger belastende Position einnimmt.
Wenn Unternehmen in Systeme zur Absturzsicherung investieren, gilt es einiges zu bedenken. Neben dem Schutz und dem Komfort der Mitarbeiter sollte die einfache Wartung der Lösung nicht vernachlässigt werden. Insbesondere müssen Unternehmen in diesem Zusammenhang folgende fünf Fragen für sich beantworten:
Entspricht die Lösung den europäischen Normen? Die Einhaltung der europäischen Norm (EN) 361 für Auffanggurte ist essenziell. Sie besagt, dass die Produkte strengen Sicherheitsanforderungen entsprechen. Beugt das System einem Hängetrauma vor? Muss vom Arbeiter zusätzliche Ausrüstung mitgeführt werden oder ist sie bereits integriert? Ist spezifisches Wissen zur Anwendung notwendig?
Lässt sich der Gurt anpassen? Lässt sich der Tragekomfort auch bei verschiedenen Kör pergrößen und Staturen sicherstellen? Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die Mitarbeiter die Ausrüstung korrekt einsetzen. Leichte Materialien und ergonomisches Design fördern ebenfalls die Akzeptanz.
Wie lässt sich die gesetzlich vorgeschriebene Wartung durchführen? Auffanggurte müssen laut DGUV 112-198 mindestens einmal im Jahr überprüft werden. Ein Web-AlertSystem kann dies deutlich vereinfachen. Diese Technologie nutzt rote Fasern im Gurtmaterial. Sie werden bei Verschleiß sichtbar und signalisieren, dass der Gurt ausgetauscht werden muss. Integrierte NFC-Tags wiederum ermöglichen es, Produktdaten, Inspektionsprotokolle und sogar Schulungsmaterial digital zu erfassen und zu speichern.
Wie gelingt die Einführung? Die beste Ausrüstung nützt nichts, wenn sie nicht richtig genutzt wird. Es ist wichtig, das Personal regelmäßig und umfassend in der korrekten Anwendung und Wartung der Gurte zu schulen.
Um den Schutz der Mitarbeiter in der Industrie zu gewährleisten, ist noch viel Aufklärungsarbeit nötig. Denn die beste Ausrüstung nützt nichts, wenn die Gefahr nicht erkannt und sie deshalb nicht getragen wird. Es braucht eine gemeinsame Kraftanstrengung von Unternehmen, PSAHerstellern und Mitarbeitern, um die Sensibilität in diesem Bereich zu erhöhen und die Weiterentwicklung von Schutzausrüstung voranzutreiben. Denn ist PSA intelligent und weist Features auf, die den Gebrauch erleichtern, kann dies für eine höhere Akzeptanz sorgen.
Autor: Carlos Cruz, Leiter Strategic Business Unit Fall Protection, Zagres
Der Web-Alert nutzt rote Fasern im Gurtmaterial. Sie werden bei Verschleiß sichtbar und signalisieren, dass der Gurt ausgetauscht werden muss. Bilder: Zarges
ZARGES GmbH
Tel. +49 (0) 881 / 687 -0 zarges@zarges.de www.zarges.de

Frequenztechnologie reduziert Pseudomonas aeruginosa in Wassersystemen
Die Kontrolle von Pseudomonas aeruginosa und den durch diese Bakterien gebildeten Biofilmen ist eine der großen Herausforderungen in der industriellen Wasserbehandlung. Bisher setzen viele Unternehmen auf chemische Biozide, um das Wachstum einzudämmen. Die chemiefreie Frequenztechnologie bietet eine Alternative, um Wasserhygiene effizient und nachhaltig sicherzustellen. Eine aktuelle Studie der aquaEnergy GmbH in Zusammenarbeit mit dem Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie (INP) belegt die Wirksamkeit dieser Methode.
Pseudomonas aeruginosa ist ein hochresistentes Bakterium, das sich in wasserführenden Systemen schnell ausbreiten kann. Problematisch ist seine Fähigkeit zur Bildung von Biofilmen.
Diese dichten, schleimigen Strukturen können Rohrleitungen verstopfen, Korrosion fördern und die Effizienz von Kühlsystemen verringern. Die konventionelle Behandlung mit Bioziden ist mit hohen Kosten und Umweltbelastungen verbunden und fördert zudem die Entstehung resistenter Bakterienstämme. Im Gegensatz zu chemischen Verfahren setzt die Frequenztechnologie mithilfe des Powertube-Systems von aqua-


Mit der Frequenztechnologie steht eine innovative Lösung zur Verfügung, um Biofilme und bakterielle Belastungen in Wassersystemen ohne den Einsatz von Chemikalien zu reduzieren. Die aktuellen Forschungsergebnisse unterstreichen das Potenzial dieser Methode für eine nachhaltige Wasseraufbereitung.
energy auf elektromagnetische Impulse, um das Wachstum von Pseudomonas aeruginosa gezielt zu stören. Diese Impulse beeinflussen die Art und Weise, wie Bakterien untereinander kommunizieren und die Bildung von Biofilmen steuern.
Durch die Störung dieses Prozesses verlieren die Bakterien ihre Fähigkeit, sich in den Wasserleitungen festzusetzen und widerstandsfähige Biofilme auszubilden, betonen die Experten der aquaEnergy GmbH. Ein weiterer Vorteil: Im Gegensatz zu chemischen Bioziden hinterlässt die Frequenztechnologie keine Rückstände und erfordert keine wiederholte Anwendung toxischer Substanzen.
Eine von aquaEnergy und dem LeibnizInstitut für Plasmaforschung und Technologie (INP) durchgeführte Untersuchung zeigt, dass die Behandlung von Wassersystemen mit Frequenztechnolo-
gie zu einer Reduktion der Pseudomonas-Konzentration um 99,9 Prozent führt.
„Die Ergebnisse zeigen eindeutig, dass unsere Technologie eine wirkungsvolle Möglichkeit zur nachhaltigen Bekämpfung von Pseudomonas aeruginosa darstellt“, erklärt der Lösungshersteller. Besonders in Kühlsystemen und geschlossenen Wasserkreisläufen erweist sich die Methode als effektiv. Die Frequenztechnologie eignet sich für eine Vielzahl von Anwendungen, darunter industrielle Kühlsysteme, Prozesswasseranlagen und Trinkwassernetze. Der Vorteil dieser Methode liegt nicht nur in der hohen Wirksamkeit gegen Biofilme, sondern auch in der Reduktion von Wartungs- und Betriebskosten. Da auf chemische Biozide verzichtet wird, profitieren Unternehmen zudem von einer verbesserten Umweltbilanz. Die Installation des Powertube ist laut
Hersteller einfach, denn das System kann oftmals in bestehende Bypässe eingebaut werden. Dann ist der Aufwand sehr gering. Falls vorab ein Bypass installiert werden muss, fallen Kosten für die entsprechende Installation sowie für den Powertube, die Filter und die Pumpe an; denn alles, was in den Verrohrungen an Ablagerungen gelöst wird, muss zunächst aus dem System herausgespült werden.
aquaEnergy GmbH
Tel. +49 (0) 91 91 / 960 910 0 jetzt@aquaenergy.de www.aquaenergy.de

… auf die Wertschöpfungskette in der industriellen Fertigung
„Jedes Unternehmen ist eine Ansammlung von Tätigkeiten, durch die sein Produkt entworfen, hergestellt, vertrieben, ausgeliefert und unterstützt wird. All diese Tätigkeiten lassen sich in einer Wertkette darstellen.“ Diese von Michael E. Porter verfasste Definition ist eine von vielen, die man in Fachbüchern, auf Websites und in Nachschlagewerken zur Frage findet, was die Wertschöpfungskette darstellt.
Prinzipiell handelt es sich also bei der Wertschöpfungskette um die Abfolge von Aktivitäten, die ein produzierendes Unternehmen durchführt, um seine Produkte oder Dienstleistungen zu entwickeln, produzieren, vertreiben, auszuliefern und zu betreuen.
Die Wertschöpfungskette wird von drei Hauptparametern wesentlich beeinflusst:
direkte Aktivitäten, z.B. Forschung, Entwicklung, Fertigung, Auslieferung, etc.
indirekte Aktivitäten, z.B. Instandhaltung, Anlagenbetrieb, Arbeitsschutz, Umwelt, etc.
Qualitätssicherung, z.B. Überwachung, Test/Inspektion, Qualitätsmanagement, etc.
Vor allem die indirekten Aktivitäten und die Qualitätssicherung generieren einen großen Kostenanteil an den Ge-
samtinvestitionen zur Herstellung eines Produktes.
In den folgenden Ausführungen stehen die indirekten Aktivitäten im Fokus.
Die indirekten Aktivitäten innerhalb der Wertschöpfungskette können in drei Teilbereiche untergliedert werden:
Instandhaltung: Dazu gehören Produktionsmittel und -räume sowie die Gesamtheit aller Anlagen beziehungsweise Systeme.
Produktqualität: Dies beinhaltet die Präzision der Fertigung, Fehlerfreiheit, Funktionalität und Sauberkeit. Arbeitsschutz: Dazu gehört unter anderem Arbeitskleidung, ESD-Schutz, Verletzungspotenzial und saubere Luft.
In modernen Fertigungen sind eine ganze Reihe unterschiedlicher Verfahren anzutreffen. Verbindungs- und Trenntechniken, Oberflächenbearbeitungen wie Bohren, Sintern oder Fräsen, der Einsatz von Flussmitteln bis hin zu Produktionsverfahren wie additiver Fertigung mittels Kunststoff oder Metall.
Dabei werden unter anderem Technologien wie Lasern, Löten, Schweißen, Schneiden, Schleifen, Kleben eingesetzt – und all diese Prozesse generieren luftgetragene Schadstoffe. Kurz formuliert haben Luftschadstoffe negative Auswirkungen nicht nur auf die Gesundheit der Mitarbeiter eines Unternehmens, sondern auch auf Produktionsanlagen und die Produkte selbst.
Alle drei Punkte haben eines gemeinsam: Sie sind von reiner Luft in den Fertigungsräumen abhängig. Doch in welcher Form?
Luftgetragene Schadstoffe wer den prinzipiell nach Partikelgrößen unterteilt. Diese Klassi fi zierung fokussiert primär den Einfluss der Emissionen auf den menschlichen Organismus. So werden luftgetragene Schadstoffe nicht nur dahingehend differenziert, ob sie hirn-, nerven- oder atemwegsschädigend sind, sondern ob sie einatembar (E-Fraktion) oder alveolengängig (A-Fraktion) sind. Hierzu gibt es gesetzliche Grenzwerte gemäß DIN EN 481. Diese liegen nach TRGS (Technische Regel für Gefahrstoffe) 9000 für die E-Fraktion bei 10 mg/m³ und für die A-Fraktion bei 1,25 mg/m³. In den gesetzlichen Bestim mun gen der TA Luft (Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft) darf eine Gesamtstaub-Massenkonzentration inklusive Feinstaub von 20 mg/m³ vorliegen. Dies gilt allerdings nur für gesundheitlich unbedenkliche Stäube und beinhaltet nicht die sogenannten KMR-Stoffe (karzinogen, mutagen, reproduktionstoxisch).
Luftschadstoffe haben ebenfalls negativen Einfluss auf Fer ti gungsanlagen und Produkte. Je nach Prozesstechnologie (Lasern, Löten, Schweißen etc.) bestehen sie aus unterschiedlichen anorganischen und organischen Substanzen, die aufgrund chemischer Reaktionen teils drastische Effekte erzielen.
Lötrauch beispielsweise besteht vor allem aus Zersetzungspro duk ten von Flussmitteln, Lötwerkstoffen und Rückständen von Reinigungsmitteln, die sich zu klebrigen Aerosolen verbinden können. Diese können festhaftende Schmutzschichten bilden und somit Produktionsanlagen verunreinigen, was die Fertigungsqualität nachhaltig negativ beeinflusst.
Beispiel: Wenn etwa elektronische Baugruppen mit klebrigen Stäuben kontaminiert werden, kann dies zu Korrosion der Leiterbahnen führen, was in teilweisem oder sogar komplet-
tem Ausfall der Funktionalitäten resultieren kann. Die Produktqualität leidet somit nachhaltig unter dem Einfluss schädlicher Emissionen.
Damit luftgetragene Schadstoffe ihre Auswirkungen nicht entfalten können, müssen sie so früh wie möglich beseitigt werden. Absaug- und Filteranlagen stellen hierfür eine effektive Lösung dar.
Die Vielfalt der angebotenen Systeme ist dabei hoch. Absauganlagen determinieren sich nach Schadstoffart, -zusammensetzung und -menge, nach deren Einsatz in automatisierten, teilautomatisierten oder manuellen Fertigungen sowie nach Mobilität bzw. Flexibilität.
Moderne Absaug- und Filteranlagen reinigen die Prozessluft so sehr, dass sie anschließend in den Arbeitsbereich zurück ge führt werden kann. Dies beruht auf entsprechenden Filterkonzepten, die teilweise auch nach speziellen Anforderungen konzipiert werden. Ein wichtiger Aspekt bei der Luftreinigung ist auch die Erfassung der Luftschadstoffe. Dabei ist die Nähe zur Emissionsquelle von entscheidender Bedeutung – je näher, desto besser. Nicht nur, um den Großteil aller Partikel zu erfassen, bevor diese sich ausbreiten können, sondern auch, um den ökonomischen Aufwand zu minimieren.
Es gibt die Faustregel, dass der doppelte Abstand zwischen Emissionsquelle und dem Erfassungselement der mindestens vierfachen Ansaugleistung des Absaug- und Filtersystems bedarf.
Die Erfassungselemente – hierbei handelt es sich um die Endstücke auf Absaugarmen – spielen in diesem Zusammenhang ebenfalls eine wichtige Rolle, denn sie gewährleisten eine optimale Erfassung luftgetragener Schadstoffe. Je nach Schadstoffmenge und -art sowie Luftströmungsprinzipien sind sie in unterschiedlichen Ausführungen
– als offene, halboffene und geschlossene Varianten – erhältlich.
Prinzipiell leistet das richtige Erfassungselement einen entscheidenden Beitrag zur Qualität des kompletten Absaug- und Filtersystems, denn die Höhe des Erfassungsgrades ist die Grundlage für nachträglich stattfindende Filtration, was schlussendlich im Wirkungsgrad und daher den Schadstoffresten in der rückgeführten Luft resultiert.
Bei der Analyse der möglichen Auswirkungen von Luftschadstoffen auf die indirekten Aktivitäten innerhalb der Wertschöpfungskette fällt auf, dass alle drei Teilbereiche davon betroffen sind. Produktionsmittel und -räume dürfen nicht verschmutzen.
Die Produktqualität und -sauberkeit müssen unter allen Umständen gewährleistet sein – beeinträchtigte Funktionalitäten sind nicht tolerierbar.
Der Schutz der Mitarbeiter ist von höchster Priorität – darauf haben auch die Berufsge nossenschaften ein wachsames Auge.
Die Luftreinhaltung in der industriellen Fertigung geht also weit über das Staubsaugerprinzip hinaus. Denn es gilt nicht nur, Schmutz zu beseitigen, sondern vor allem Gefahrstoffe aus der Luft zu entfernen, die drastische Auswirkungen auf Mensch, Maschine und Produkte – folglich auf die komplette Wertschöpfungskette haben können.
Autor: Stefan Meißner, Unternehmenskommunikation ULT AG
ULT AG
Tel. +49 (0) 35 85 / 41 28 -0 ult@ult.de www.ult.de

Unterschiede bei den technischen Regeln für Flanschverbindungen und Verschraubungen
Der Fokus in der Dichtungstechnik lag in den letzten Jahren auf der Flanschverbindung. Die Systemkomponenten Schrauben, Flansche und die dazu gehörenden Dichtungsabmessungen sind genormt. Doch wie sieht es eigentlich mit den Verschraubungen aus? Was gilt denn hier?
Die Flanschverbindung kann für metallische Flansche nach DIN EN 1591-1 berechnet werden. Die dazu erforderlichen Dichtungskennwerte werden nach DIN EN 13555 ermittelt. Die Rich. Klinger Dichtungstechnik hat dies sogar mit Wasserstoff als Prüfmedium messen lassen, um die Einsetzbarkeit der Dichtungsmaterialien im Wasserstoff nachzuweisen.
Die neue Ausgabe der TA-Luft von 2021 wiederum legt mit der quantitativen Vorgabe der Dichtheitsklasse L0,01 ein Leckagekriterium fest, das unterschrit-
ten werden muss und verweist auf die Vorgehensweise, die im VDI 2290 festgelegt ist, um eine technisch dichte Flanschverbindung nachzuweisen. Die überarbeitete VDI-Richtlinie 2290 „Kennwerte für dichte Flanschverbindungen“, die im Novemer 2025 erschienen ist, definiert die technische Dichtheit und die erforderlichen Schritte, um diese zu erreichen im Sinne der TA-Luft Ausgabe 2021, aber nicht nur für metallische Flansche, sondern nun auch für die anderen Flanschsysteme. Dabei wird die Vorgehensweise beschrieben, die zur Einhaltung der Dichtheitsklasse L0,01 mit der spezifischen Leckagerate L ≤ 0,01 mg·s-1·m-1 bei der
Auslegung der Flanschverbindung für eine „technisch dichte Flanschverbindung“ nachgewiesen werden muss. Damit wird es dann auch möglich sein, durch den Nachweis der Einhaltung der TA-Luft die Dichtheitskriterien in Bezug auf diffuse Emissionen aus anderen technischen Vorschriften (TRBS mit Verweis auf TRGS 722, TRGS 722, TRGS 500) abdeckend nachzuweisen.
Die TA-Luft in Verbindung mit der Vorgehensweise des neuen VDI 2290 definiert nämlich die höchsten Anforderungen aller Rechtsbereiche bezüglich diffuser Emissionen und ist somit, wenn nicht andere technische Regelwerke zusätzliche Vorgaben machen, bezie-

Technische Regeln für Flanschverbindungen.

Technische Regeln zur Verschraubung. Bilder: Rich. Klinger Dichtungstechnik
hungsweise betriebliche Sicherheitsbetrachtungen weitere Anforderungen stellen, für alle Medien, Aggregatzustände und alle Flanschsysteme für andere Rechtsgebiete bezüglich der Anforderungen an diffuse Emissionen als abdeckend anzusehen.
Eine ausschließliche Vorgehensweise nach TRGS 722 zum Nachweis einer „auf
Dauer technisch dichten Flanschverbindung“ hingegen erfüllt nicht die Anforderungen einer „technisch dichten Flanschverbindung“ nach TA-Luft 2021 Nr.5.2.6.3.
Die Vorgehensweise gemäß VDI 2290 in seiner neuen Fassung erfüllt die Anforderungen der TRGS 722 hingegen schon.
Bei Verschraubungen gelten isolierte Regeln
Die Umsetzung in die Praxis wird durch den VCI-Leitfaden zur Montage von Flanschverbindungen in verfahrenstechnischen Anlagen und den überarbeiteten VDI 2290 sowie mit verschiedenen VCI-Leitfäden für technologieoder werkstoffbedingte Sonderfälle, die in den letzten zwei Jahren erarbeitet wurden und auf die im überarbeiteten VDI 2290 verwiesen wird, beschrieben. Somit ist ein in sich geschlossenes System an technischen Regeln zur Flanschverbindung entstanden. Einschränkend muss angemerkt werden, dass all diese Regeln nur für runde Flansche gelten.
Eine solche ganzheitliche Betrachtungsweise fehlt bisher für die Verschraubungen. Es existiert nur eine Vielzahl einzelner, isolierter Regelwerke, für jeweils eine ganz bestimmte Anwendung; z.B. DIN 3376 für Gaszählerverschraubungen.
Das ist problematisch, denn in der Praxis bereiten Verschraubungen häufiger Dichtungsprobleme als die Flanschverbindungen, wobei es sich meist um kleine Abmessungen handelt.
Autor: Dipl.-Ing. Stefan Keck, Klinger GmbH
KLINGER GmbH
Tel.: +49 (0) 61 26 / 40 16 -0 mail@klinger.de www.klinger.de

Dank IoT-Integration und smarten Ad-Ons zu mehr Produktivität in der Instandhaltung
Um die Maschinenverfügbarkeiten zu maximieren, Kosten zu senken und gleichzeitig eine nachhaltige Wartungsstrategie zu etablieren, stehen Unternehmen aktuell vor einigen Herausforde rungen. Dabei gilt es nun, innovative und leistungsfähige Tools sowie einen ganzheitlichen, strategischen Ansatz zusammenzuführen, um Effizienz zu steigern, die Datenqualität deutlich zu verbessern und somit akkuratere Aussagen (Predictions) für mögliche zukünftige Ereignisse in Echtzeit zu treffen. Bei der Umsetzung spielt eine Industrie-4.0-Plattform, wie Membrain-IoT, eine zentrale Rolle, denn diese gewährleistet eine nahtlose Vernetzung und Kommunikation aller Komponenten (Mobility, ERP, IoT. KI, u.v.m.) im Ökosystem.
Traditionell folgt die Instandhaltung einem reaktiven oder präventiven Modell in zeitlichen Zyklen. Notwendige Wartungsarbeiten werden entweder erst nach einem Ausfall oder in festen Intervallen durchgeführt.
Um mehr Transparenz in den Shopfloor zu bekommen, helfen Informationen aus Steuerungen und Sensoren, um den tatsächlichen Gesundheitszustand des Maschinenparks zu erkennen und zu visualisieren. Somit wird eine zustandsbasierte und vorausschauende Wartung ermöglicht. Die erfassten Echtzeitdaten wie Temperatur, Vibration oder Druck werden unmittelbar bereitgestellt, verarbeitet und notwendige Maßnahmen (Prozesse) automa-
tisch gestartet. Algorithmen und KI-gestützte Analysen werten diese Daten aus und liefern präzise Prognosen für den optimalen Wartungszeitpunkt. Durch den gezielten Einsatz dieser Technologien lassen sich teure Stillstände vermeiden und die Wartungszyklen an den tatsächlichen Bedarf anpassen.
Kern effizienter und reibungsloser Prozesse bildet das mobile Arbeiten in der Instandhaltung. Somit können Prozesse erheblich vereinfacht und beschleunigt werden. Da das Smartphone (oder Tablet PC) sowieso der tägliche Begleiter ist, lassen sich viele Aufgaben durch softwaregeführte Abläufe (application guided process) einfach abwickeln bzw. unterstützen. Denn besonders in Bereichen mit stark standardisierten Prozessen, lassen sich papierbasierte und manuelle Vorgänge einfach eliminieren sowie schnell und einfach per App digital abbilden. So werden beispielsweise Aufträge, Meldungen und Checklisten mobil angelegt, angezeigt und bearbeitet. Mittels einer Industrie-4.0-Plattform wie Membrain-IoT und deren zertifizierten Schnittstellen zum ERP-System (z. B. SAP-PM) hat der Nutzer mobilen Zugriff auf sämtliche Standardfunktionen. Im Ergebnis lassen sich mithilfe des mobilen Arbeitens Medienbrüche sowie manuelle Eingabefehler eliminieren. Dadurch wird die Datenqualität deutlich gesteigert und Arbeitsabläufe erheblich
effizienter gestaltet. Eine tägliche manuelle Dateneingabe in das führende System fällt auch weg und spart rare Arbeitsressourcen.
Echtzeitinformationen (von Maschinen und Steuerungen) aus dem Shopfloor versorgen Instandhalter mit aktuellen Maschinenzuständen und ermöglichen so zustandsbasierte IH-Maßnahmen, optimale Arbeitsabläufe und automatische Störmeldungen sowie direkte Buchungen von Materialbewegungen. Dabei können beispielsweise Wartungen automatisch nach absolvierten Produktionszyklen ausgelöst werden. Die relevanten Informationen kommen unmittelbar und direkt aus der Maschine und initiieren so die notwendigen Wartungsmaßnahmen direkt in SAP. Ein nahtloser Übergang in mobile Prozesse (Pushmeldung) schafft außerdem unmittelbare Aktionen.
Das Auslesen von Maschinenlaufzeiten (Betriebsstunden) sorgt dafür, dass die Maschine nur dann gewartet wird, wenn die Anlage auch tatsächlich lief (wenn definierte Betriebsstunden erreicht wurden). Dies spart Kosten, denn die Wartung erfolgt nur bei tatsächlichem Bedarf.
Diese erfassten (historischen) Daten aus Maschinen und Anlagen bilden die Basis und liefern wertvolle Erkenntnisse für viele Unternehmensbereiche. Die autonome Zustandsüberwachung kritischer Maschinen ist dank der Anbindung über die Industrie-4.0-Plattform Membrain-IoT gewährleistet, wie der Anbieter betont.
Die Analyse dieser Maschinendaten kann mithilfe einer KI frühzeitig Anomalien erkennen und somit für Predictive Maintenance sorgen. So können mögliche Probleme frühzeitig erkannt und außerdem der ideale Zeitpunkt für Wartungsmaßnahmen prognostiziert bzw. definiert werden. Digitale Technologien bieten Unternehmen nicht nur effiziente Workflows, sondern auch resilientere und störungsfreie Prozesse.
Künstliche Intelligenz revolutioniert die Instandhaltung durch selbstlernende Systeme, die Muster erkennen und automatisiert Handlungsempfehlungen ableiten.
In Kombination mit IoT analysiert KI enorme Datenmengen in Echtzeit und verbessert kontinuierlich ihre Entscheidungsgrundlagen. Statt auf Durchschnittswerte zu setzen, erkennt KI individuelle Verschleißmuster einzelner Maschinen und identifiziert Schäden an bislang unbekannten Stellen. So können Unternehmen nicht nur die Maschinenverfügbarkeit erhöhen, sondern auch die Lebensdauer von Komponenten verlängern und Kosten sparen. Das entlastet Ressourcen und senkt langfristig die Betriebskosten.
Um eine ganzheitliche Digitalisierung in der Instandhaltung zu garantieren, ergänzen smarte Tools die digitalisierte Instandhaltung. Dabei lassen sich mithilfe von digitalen Checklisten beispielsweise Wartungspläne, Quick Checks oder beliebige Formulare digital abbilden und Prozesse automatisieren. Membrains neue Checklisten-Anwendungen verfügen über eine IoT-Integration. Mit dieser Anwendung lassen sich nun auch automatisch benötigte Werte aus Maschinen (z.B. Temperatur) übernehmen, was laut Lösungsentwickler eine einfache und schnelle Bearbeitung sicherstellt.
Um einen schnellen und kompakten Überblick über wichtige IH-Kennzahlen zu erhalten, spielen Dashboards eine immer wichtigere Rolle. Denn ohne ist es schwierig, den Überblick über die stetig wachsenden Livedaten des Shopfloors zu behalten. Eine kompakte Darstellung inklusive des „Gesundheitszustands“ des Maschinenparks vereinfacht Instandhaltern die Planung, Priorisierung und Durchführung von Instandhaltungsmaßnahmen.
Trotz der offensichtlichen Vorteile digitaler Instandhaltungslösungen stehen Unternehmen vor Herausforderungen.
Investitionen in skalierbare IT-Infrastrukturen sind erforderlich, um große Datenmengen effizient zu verarbeiten und verfügbar zu machen. Standardsoftware vereinfacht dabei Projekte und entlastet die IT-Abteilungen der Unternehmen und sorgt für eine schnelle und reibungslose Integration. Zudem spielen Themen wie Datenschutz- und Sicherheitsstandards eine immer größere Rolle, da eine zunehmende Vernetzung bzw. Schnittstellen auch neue Angriffsflächen für Cyberbedrohungen schaffen können. Die Zukunft der Instandhaltung ist digital und der Einzug neuer Technologien wie IoT, KI und smarter Werkzeuge ist unaufhaltsam. Jedoch nur ein ganzheitlicher Digitalisierungsansatz ermöglicht es, die Produktivität zu steigern, Betriebskosten zu senken und eine nachhaltige Wartung zu gewährleisten.
Unternehmen, die frühzeitig auf digitale Lösungen setzen, sichern sich langfristig Wettbewerbsvorteile und eine höhere Maschinenverfügbarkeit. Die Implementierung digitaler Technologien ist kein Selbstzweck, sondern eine strategische Entscheidung, die die Effizienz steigert und den Weg für eine nachhaltige und wirtschaftliche Instandhaltung ebnet.
Unmittelbar nach der Einführung derartiger Lösungen, aber auch langfristig, werden Unternehmen von dieser Entwicklung profitieren, indem sie nicht nur Kosten senken, sondern auch ihre Innovationskraft steigern und sich als Vorreiter in der digitalen Transformation positionieren.
Membrain GmbH
Tel. +49 (0) 89 / 52 03 68 -0
www.membrain-it.com/kontakt www.membrain-it.com/instandhaltung

Wie generative KI die Instandhaltung in der Produktion revolutioniert
Maschinen sprechen – nur leider nicht unsere Sprache. Während Chatbots im Consumer-Alltag längst Einzug gehalten haben, bleibt der Dialog mit Produktionsanlagen oft stumm oder endet im Dickicht von Dashboards und Datenbanken. Dabei wäre es so naheliegend: warum nicht mit Maschinen sprechen und einfach fragen, wie z.B. die Temperatur der Pumpen in Linie 2 letzte Woche war, und sofort eine passende Visualisierung erhalten.
Was heute noch nach Science-Fiction klingen mag, ist mit Generativer KI (GenAI) bereits Realität. Dieser Beitrag zeigt, wie Unternehmen durch ein sprachbasiertes Interface zu ihren Maschinen eine völlig neue Qualität der Instandhaltung erreichen – und dabei Zeit, Kosten und Nerven sparen. In der modernen Produktion mit angebundenen Maschinen ist Datenmangel selten das Problem. Häufiger ist es heute der fehlende Zugang zu den richtigen Informationen zum richtigen Zeitpunkt. Unternehmen entwickeln BI- und Condition-Monitoring-Systeme zur Visualisierung von SCADA-Daten, doch die Analysen müssen für jeden Anwendungsfall im Vorfeld definiert und technisch umgesetzt werden. Diese manuelle Definition und Entwicklung führen in der industriellen Praxis zu einem FTEintensiven und langsamen Prozess.
Gerade im Fall ungeplanter Stillstände oder schleichender Effizienzverluste fehlt eine flexible Möglichkeit, spontan und zielgerichtet nach Ursachen zu suchen.
Die Idee ist bestechend einfach: Was wäre, wenn sich Mitarbeiter in natürlicher Sprache mit Maschinen- und Anlagendaten unterhalten könnten – ganz ohne Spezialwissen oder Umwege über BI-Tools? Genau das ermöglicht der Einsatz von GenAI.
An Stelle von starren Dashboards tritt ein flexibler Chatbot, der auf Fragen rund um den Anlagenbetrieb reagiert, ohne dass die Visualisierungen vorab definiert werden müssen. Die Umsetzung erfolgt über einen Ansatz bestehend aus drei Kernkomponenten: GenAI-Architektur zur intelligenten Antwortgenerierung: Ein Large Language Model (LLM) analysiert die
natürlichsprachlichen Eingaben (Prompts) der Nutzer. Es interpretiert den Prompt, prüft auf Verständlichkeit und generiert bei Bedarf Rückfragen zur Klärung. Dazu ist eine GenAIArchitektur und eine Vorgehensweise zur Antwortgenerierung zu entwickeln. Eine solche Architektur basiert auf Microservices, die sich mit einheitlichem Zugriff über APIs flexibel an gängige, bestehende Systeme anbinden lassen. Bei vorhandenen Company GPTs kann der Chat mit der Maschine direkt in das firmeneigene Frontend integriert werden. Datenanbindung & Automatisierung: Über einen Microservice werden verschiedenste Datenquellen (z.B. SAP, Databricks, Snowflake etc.) angebunden. Der Service generiert basierend auf dem User-Prompt automatisch passende SQL-Queries zur Abfrage
der Datenbanken. Weiter nutzt der Service ein Glossar zum semantischen Mapping der Anfrage auf die Bezeichner der Daten und validiert die Abfragen vor ihrer Ausführung. Damit wird die Kommunikation mit komplexen Datenbanken vollständig automatisiert und auch für Laien zugänglich.
Automatische Generierung der Adhoc-Visualisierungen: Die angeforderten Informationen werden jedoch nicht als Rohdaten, also bloße Zahlen, ausgegeben, sondern als kontextgerechte, ad hoc erzeugte Grafiken. Das reicht von klassischen Diagrammen über Heatmaps bis hin zu interaktiven Visualisierungen. Durch einen Python-Code-Generator erzeugt das LLM die benötigten Plots on-the-fly mithilfe gängiger Python-Libraries. Durch eine anschließende Integration in den User-Chat erhält dieser die Visualisierung des angefragten Zusammenhangs.
Ein konkretes Beispiel aus der Praxis umgesetzt mit GPT-4o in Microsoft Azure OpenAI: Ein Mitarbeiter möchte wissen: „Wie hoch war die Schmierstofftemperatur in baugleichen Anlagen vom Typ-3-Achs an verschiedenen Standorten im März?“ – Prompt eingegeben, Enter gedrückt und ca. 15 Sekunden später erscheint eine übersichtliche Visualisierung als Liniendiagramm. Ohne statisches BI-Dashboard, ohne Wartezeit, ohne Excel.
Die Vorteile dadurch liegen auf der Hand: Schnelligkeit, Zugänglichkeit, Effizienz, Skalierbarkeit und Wirtschaftlichkeit. Besonders in der Instandhaltung bedeutet das eine schnellere Fehlerdiagnose, präzisere Wartungsentscheidungen und eine deutliche Steigerung der Gesamtanlageneffektivität (OEE).
Trotz der aufgezeigten Potenziale ist der Einsatz von GenAI kein Selbstläufer. Die Modelle dürfen keine sicherheitskritischen Fehlinformationen erzeugen
und rechtliche Fragestellungen im Bereich IT-Security müssen beachtet werden.
Insbesondere sogenannte „Halluzinationen“, das heißt von dem Chatbot erfundene, aber plausibel klingende Antworten stellen eine Herausforderung dar. In sicherheitskritischen Anwendungsbereichen wie der Instandhaltung können solche Falschinformationen gravierende Folgen haben, weshalb technische und organisatorische Schutzmechanismen zwingend notwendig sind. Der Chatbot ist schließlich kein Spielzeug, sondern ein professionelles Werkzeug.
Ein weiterer Erfolgsfaktor liegt in der interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen IT und OT, denn ein solches Projekt verbindet datengetriebene Insights mit tiefem Prozesswissen über Produktion und Maschinendatenanbindung. Idealerweise koordiniert eine kleine, interdisziplinäre Projektgruppe mit klaren Rollen und Verantwortlichkeiten den Rollout schlank und zielgerichtet.
Der Maschinenpark der Zukunft wird nicht nur vernetzt, sondern auch gesprächig sein. Unternehmen, die schon heute damit beginnen, natürliche Sprache als intuitive Schnittstelle zu ihren Anlagen zu nutzen, legen den Grundstein für eine neue Art der Instandhaltung: vorausschauend, flexibel und effizient. Doch damit dieser Wandel gelingt, braucht es mehr als nur ein LLM. Unternehmen sollten:
Zugang zu relevanten Maschinendaten schaffen: Die Grundlage jeder datenbasierten Optimierung sind strukturierte und zentral zugängliche Daten. Unternehmen sollten prüfen, ob ihre Systeme sinnvoll angebunden werden können und wo eventuell Lücken bestehen.
Eine semantische Brücke schlagen: Die menschliche Sprache muss mit der Sprache der Daten in Einklang gebracht werden. Ein Glossar mit be-
triebsspezifischen Begriffen und deren Zuordnung zu Datenfeldern bildet die Grundlage dafür. Einfach mal machen: Der Einstieg in den produktiven Einsatz von GenAI muss kein Mammutprojekt sein. Ein klar abgegrenzter Anwendungsfall kann schnell Erkenntnisse liefern und Akzeptanz beim Nutzer schaffen. Nutzer einbinden und befähigen: Die neuesten Technologien wie GenAI nutzen wenig, wenn sie nicht genutzt werden. Anwender aus Instandhaltung und anderen Fertigungsbereichen sollten frühzeitig in die Gestaltung eingebunden und geschult werden. Cheat-Sheets und „how to prompt“ können dabei helfen.
GenAI-Kompetenz im Unternehmen aufbauen oder hinzuziehen: Für viele Unternehmen lohnt es sich, mit spezialisierten Partnern zusammenzuarbeiten, um Zeit zu sparen und gängige Stolpersteine zu vermeiden. Gleichzeitig sollte intern technologische Kompetenz gezielt aufgebaut werden, um den Betrieb der Lösungen langfristig sichern zu können. Die Kombination aus Maschinendaten und GenAI ist mehr als ein technisches Upgrade. Sie ist ein Paradigmenwechsel in der Instandhaltung. Wer Maschinen in Zukunft nicht nur steuern, sondern auch verstehen will, muss ihnen zuhören und mit ihnen sprechen können.
Der Schlüssel dazu liegt in der natürlichen Sprache als einfachster Schnittstelle. Die Technologie ist da. Die Daten auch. Jetzt fehlt nur noch eines: der erste Prompt, der den Dialog startet. Autor: Dr.-Ing. Louis Schäfer, Adesso
adesso SE
Tel. +49 (0) 231/ 70 00 70 00 info@adesso.de www.adesso.de

Effiziente Arbeitsmittelprüfung dank einer neuen Web-App-Lösung
Die regelmäßige Prüfung von Arbeitsmitteln ist ein zentraler Bestandteil der Arbeitssicherheit. Eine neue, digitale Lösung der Firma Wosatec, mit der auch die Steigtechnikprodukte aus dem Hause Krause ausgestattet sind, verspricht diesbezüglich einen effizienten, nachhaltigen und natürlich papierlosen Prozess. Sie kann kosten- und risikolos 30 Tage getestet werden.
Arbeitsmittel wie Leitern, Tritte oder fahrbare Arbeitsbühnen werden intensiv genutzt und müssen regelmäßig geprüft werden, um Sicherheitsrisiken zu minimieren. Gesetzliche Vorschriften wie die Betriebssicherheitsverordnung und die Arbeitsstättenverordnung sowie Regeln der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) und der Berufsgenossenschaften geben vor, welche Prüfintervalle einzuhalten sind.
Regelmäßige Prüfungen beugen nicht nur Arbeitsunfällen vor, sondern vermeiden auch Haftungsrisiken und sor-
gen für eine hohe Betriebssicherheit. Dabei spielt die lückenlose Do kumentation eine entscheidende Rolle.
Die digitale Lösung der Wosatec GmbH ermöglicht nach Angaben der Entwickler und nach Aussagen eines Anwenders, nämlich des Steigtechnikherstellers Krause-Werk GmbH & Co. KG, eine einfache und digitale Prüfung von Arbeitsmitteln.
In der Praxis ersetzt die Wosatec WebApp papierbasierte Prüf- und Dokumentationssysteme durch eine cloudbasierte Lösung, auf die jederzeit und von überall zugegriffen werden kann.
Die Prüfung erfolgt dabei in drei Schritten:
Erfassung der Arbeitsmittel: Jedes zu prüfende Arbeitsmittel wird mit einem individuellen QR-Code versehen. Bei der Ersterfassung können weitere Informationen wie Standort, Arbeitsplatz, bereits vorhandene Inventarnummer sowie eine eventuell letzte Prüfung hinterlegt werden. Auch ein Bild des Arbeitsmittels kann direkt in der Web-App gespeichert werden. Die Modellauswahl gliedert die Arbeitsmittel nach Kategorie und Hersteller und liefert nach
Auswahl des passenden Produktes sofort das empfohlene Prüfintervall nach DGUV Information.
Prüfung des Arbeitsmittels anhand der Prüfliste: Nach der Erfassung des Arbeitsmittels kann direkt mit der Prüfung begonnen werden. Dabei erhält der Anwender immer automatisch die zum jeweiligen Arbeitsmittel passende Prüfliste. Die Prüfung ist, wie der genannte Steigtechnikhersteller bestätigt, einfach durchzuführen und kann bei Bedarf mit Kommentaren oder einem eventuellen Schadensbild versehen werden. Papierlose Dokumentation: Nach Abschluss der Prüfung kann das Prüfprotokoll direkt als PDF erstellt, gespeichert, geteilt und bei Bedarf gedruckt werden. Unterschriften können im System geleistet werden, sodass keine weitere Nachbearbeitung notwendig ist. Dies ist nach Angaben der Verantwortlichen bei Krause eine enorme Arbeitserleichterung, vor allem im Umgang mit vielen Arbeitsmitteln.
Die Web-App deckt für die Prüfungen ein breites Spektrum an Arbeitsmitteln unter schied li cher Hersteller ab. Dazu gehören beispielsweise bei Krause Leitern, Tritte, Fahrgerüste, ortsfeste Leitern, Sonderkonstruktionen, Treppen und Überstiege, die ab Werk mit einem Wosatec QR-Code versehen sind.
Darüber hinaus können nach Angaben des App-Entwicklers weitere Arbeitsmittel wie Regalsysteme, Türen, Tore, Container und sonstige Behälter, Akku-Werkzeuge sowie Erste-HilfeAusrüstungen mit der genannten Web-App geprüft werden. Damit lässt sich die Web-App-Lösung in unterschiedlichsten Branchen und betrieblichen Situationen nutzen, um durch die digitalen Prüfprozesse Zeit zu sparen und den Verwaltungsaufwand zu minimieren, wie die Verantwortlichen von Krause be tonen. Die Web-App ermögliche zudem eine
schnelle und einfache Dokumentation, ohne dass Papierformulare ausgefüllt und archiviert werden müssen.
Cloudbasierte Lösung
Darüber hinaus schonen papierlose Prüfprotokolle Res sour cen und vermeiden unnötige Bürokratie, so der Lösungsanbieter. Alle Dokumente werden digital gespeichert und sind stets abrufbar. Die App erinnert laut Entwickler automatisch an anstehende Prüfungen und hilft Unternehmen, den gesetzlichen Pflichten zuverlässig nachzukommen. Zudem werden die Checklisten automatisch fortlaufend auf dem neuesten Stand gehalten. Für eine hohe Transparenz und Nachvollziehbarkeit werden zum einen alle geprüften Arbeitsmittel und deren Prüfstatus zentral erfasst, und zum anderen können alle Prüfberichte in Echtzeit eingesehen und weitergeleitet werden.
Die Erfassung und Prüfung kann laut Web-Anbieter aber auch off line ohne Internetzugang erfolgen, was in abgelegenen oder abgeschirmten Bereichen von Unternehmen ein wichtiger Vorteil ist. Neben dem Einsatz eigener Mitarbeiter können auch externe Prüfer zur Prüfung bereits angelegter Arbeitsmittel eingeladen werden. Alle in einem Betrieb eingesetzten Arbeitsmittel können über die auf den QR-Codes hinterlegten ID-Tags identifiziert und dokumentiert werden. Dabei kann auch eine Zuordnung zu Standorten oder Filialen erfolgen. Ein Massenimport von Daten, zum Beispiel aus Excel, ist laut Lösungsanbieter ebenfalls mög lich. Der Anwender erhält so einen Überblick über alle hinterlegten Arbeitsmittel, deren Einsatzort sowie gegebenenfalls anstehende Prüfungen. Die Arbeitsmittel können nach Entwicklerangaben über eine Filterfunktion nach Standort, Arbeitsplatz oder Arbeitsmittelart selektiert
werden, was insbesondere für große Un ter nehmen mit einer Vielzahl von Arbeitsmitteln von Vorteil ist. Krause arbeitet mittlerweile eng mit Wosatec zusammen und bie tet im Rahmen seiner 360°-Arbeitssicherheitskompetenz seinen Kunden diese Lösung mit an. „Durch die digitale Prüf software wird nicht nur die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben erheblich erleichtert, sondern auch der gesamte Prüfprozess optimiert: weniger Zeitaufwand, weniger Papier, mehr Effizienz. Unternehmen profitieren von einer klaren Strukturierung und Automatisierung der Prüfungen, was die Fehleranfälligkeit reduziert und die Betriebssicherheit nachhaltig erhöht. Zudem können Ressourcen gezielter eingesetzt werden, da Prüfintervalle zuverlässig eingehalten und Prüfberichte jederzeit abrufbar sind“, wie der Steigtechnikhersteller betont. Er erklärt weiter: „Gerade in Unternehmen mit vielen Standorten oder umfangreichem Arbeitsmittelbestand sorgt die Web-App für maximale Transparenz und erleichtert die standortübergreifende Verwaltung. Kurz gesagt: mehr Sicherheit, weniger Aufwand – und ein entscheidender Schritt in Richtung Digitalisierung und Nachhaltigkeit.“
Unter anderem können seit Kurzem auch Nutzungslizenzen, QR-Code-Etiketten und Prüfaufkleber der digitalen Lösung direkt bei Krause bestellt werden. Laut Anbieter können Interessenten die Wosatec Web-App unverbindlich und ohne automatische Verlängerung für 30 Tage testen.
KRAUSE-Werk GmbH & Co. KG
Tel. +49 (0) 66 31 / 795 -0 info@krause-systems.de www.krause-systems.de/wosatec

Modernisierung der Krantechnik einer Eisengießerei ohne Produktionseinschränkungen
Weit im Osten Tschechiens liegt die Stadt Vsetín. Fast 40 Prozent aller Erwerbstätigen in diesem Bezirk sind in der Industrie beschäftigt; unter anderem in der Promet Gießerei. Im Rahmen einer umfassenden Modernisierung wurde dort in neue Krananlagen investiert – durchaus eine Heraus forderung, denn die Krane müssen für eine hohe Staubbelastung ausgelegt sein und bei Temperaturen von teilweise über 55 Grad Celsius zuverlässig arbeiten. Der tschechische Systemintegrator Adamec, ein Kranbauer und langjähriger Vertriebspartner von Stahl CraneSystems, hat das umfangreiche Projekt sorgfältig geplant und die aufwendige Installation bei laufendem Gießereibetrieb durchgeführt.
Die familiengeführte Promet Gruppe beschäftigt über viertausend Mitarbeiter in der Tschechischen Republik und im Ausland. Sie umfasst mehr als vierzig Unternehmen, die in den Bereichen Maschinenbau, Metallurgie und Ingenieurwesen tätig sind. In Vsetin hat die Unternehmensgruppe eine Eisengießerei. Diese beschäftigt 84 Mitarbeiter und hat eine Kapazität von 8.000 Tonnen Gussteilen pro Jahr. Sie beliefert Hersteller von Aufzügen und Rolltreppen, Elektromotoren,
Pumpen, Textil- und Strickmaschinen sowie die Schiffsindustrie.
Die Erzeugnisse bestehen aus Grauguss und Sphäroguss – einer Gusseisensorte, bei der der enthaltene Kohlenstoff in kugeliger Form vorliegt und die stahlähnliche mechanische Eigenschaften aufweist (Kugelgraphitguss). Mehr als die Hälfte der Gesamtkapazität der Gießerei geht an ausländische Märkte, traditionell an namhafte europäische Kunden. Aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung ist die Gießerei in
der Lage, Kleinteile mit einem Gewicht von mehreren zehn Kilogramm bis hin zu komplexen tonnenschweren Gusskomponenten herzustellen.
Die Produktion der Gussteile er folgt auf einer neuen manuellen und einer automatischen Fer ti gungsstraße. Auf der automa ti schen Fertigungsstraße produziert das Unternehmen Teile mit Gewichten von etwa 90 Kilo gramm. Auf der manuellen Fer tigungsstraße werden in mo dernen MittelfrequenzIn duktionsschmelzöfen Gussteile in
einem Gewichtsbereich von 100 bis 5.000 Kilogramm angefertigt. Die Produktionskapazität der Öfen beträgt 4,3 Tonnen flüssiges Eisen pro Stunde.
Modernisierung von Technik und Gebäude
In den Jahren 2022 und 2023 wurde die Promet Gießerei in Vsetín renoviert und modernisiert. Auch die Krananlagen waren vom Umbau betroffen und wurden umfassend erneuert. Die Modernisierung war notwendig, um die Effizienz zu erhöhen und die Umweltparameter des Betriebs zu verbessern, beispielsweise durch Begrünung und den Umbau des Gießereigebäudes.
Die Investitionen, die von der Europäischen Union zu über 50 Prozent mitgetragen wurden, haben sich gelohnt: Die Emissionen fester Schadstoffe konnten seither um 92 Prozent reduziert werden.
Die Modernisierung betraf das gesamte Gießereigebäude einschließlich der vollständigen Rekonstruktion des Daches und der Fassade mitsamt Isolierung. Hinzu kam die Ausrüstung mit neuester Technik und die damit verbundenen baulichen Verände rungen, darunter ein Schmelzofen, eine Strahlanlage, eine Lackierkabine sowie Absaug- und Filteranlagen.
Zudem wurde im gesamten Werk auch modernste Krantechnik installiert, um in der Produktion die Kosten zu senken, die Sicherheit zu erhöhen und die gesetzlichen Standards bei allen Hebezeugen zu erfüllen. Seit Anfang des Jahres 2023 sind die neuen Krananlagen in Betrieb.
Stahl CraneSystems lieferte alle Hebezeuge für dieses Projekt. Zum Portfolio dieses Herstellers zählen Schwenkkrane, Ein- und Zweiträgerbrückenkrane, Hängekrane, Portal- und Halbportalkrane sowie Konsolkrane für Tragfähigkeitsbereiche von 125 Kilogramm bis 250 Tonnen.

Die größte Schwierigkeit beim Umbau bestand darin, dass die Produktion nur teilweise eingestellt werden konnte, sodass ein Teil der Montage in Nachtschichten durchgeführt werden musste.
Die Firma Adamec wiederum ist der langjährige Lieferant für den tschechischen Markt. Pro Jahr werden bis zu 150 gemeinsame Projekte ausgeführt. Das tschechische Unternehmen ist auf die Entwicklung, Produktion und Installation von Kransystemen spezialisiert. Es bietet maßgeschneiderte Lösungen speziell im Schwerlastbereich für verschiedene Branchen, vor allem für die Industrie und das Bauwesen. Adamec Crane Systems konzentriert sich auf die Herstellung von Brücken-, Portal- und Säulenschwenkkranen sowie auf anpassbare Hebesysteme für spezielle Anwendungen. Hierfür hat das Unternehmen sogar eine eigene Software für spezialisierte Berechnungen entwickelt.
Das Promet Projekt erforderte die vollständige Umrüstung der vorhandenen Krananlage und eine erhebliche Erweiterung der Hebezeug-Infrastruktur. Die Besonderheit lag in der Größe des Auf-
trags und in der Anzahl der Krane: Gefordert waren mehrere Einträger- und Zweiträgerkrane für Lasten in Abstufungen von 5, 6, 10 und 12,5 Tonnen –sowohl mit einer Bedienerplattform als auch mit der Möglichkeit zur Fernsteuerung des Krans von außen. Hinzu kamen mehrere Auslegerkrane und Säulenschwenkkrane mit einer Reichweite (Kranauslegerlänge) von drei Metern bei Lasten bis drei Tonnen und vier Metern für Gewichte bis 0,5 Tonnen.
Eine vollständige Umrüstung war nötig
Hintergrund: Zweiträger- und Einträgerkrane haben unterschiedliche Konstruktionen und sind für spezifische Anwen dungen und Anforderungen optimiert. Einträgerkrane eignen sich gut für kleinere, mittlere Lasten und Räume mit begrenzter Höhe. Sie sind wirtschaftlich und ideal für Werkstät-

ten und mittlere Industriebetriebe. Zweiträgerkrane sind für höhere Traglasten und größere Hallen konzipiert, in denen eine größere Spannweite und beträchtliche Hubhöhen von zehn Metern und mehr erforderlich sind. Sie bieten eine robustere und stabilere Lösung für Schwerlastanwendungen und sind in der Regel kostenintensiver. Beim Einbau von Krananlagen in einer Eisengießerei müssen spezielle Anforderungen beachtet werden, um die Effizienz und Sicherheit der Anlage zu gewährleisten. Die Krantechnik, die in Gießereien zum Einsatz kommt, muss beispielsweise für eine hohe Staubbelastung ausgelegt sein. Die Systeme

In der Gießerei kommen auch spezifisch angepasste Säulenschwenkkrane ACS-3t/3m zum Einsatz. Bilder: Stahl CraneSystems / Adamec
sollten deshalb über staubgeschützte (gekapselte) Komponenten mit hoher Festigkeit verfügen.
In Gießereibetrieben herrschen außerdem oft extreme Temperaturen. Die Kransysteme müssen deshalb aus Materialien bestehen, die den hohen Temperaturen von über 55 Grad Celsius standhalten und einen unterbrechungsfreien Betrieb gewährleisten. Elektrische Komponenten sollten beispielsweise so platziert wer den, dass sie der Hitze nicht direkt ausgesetzt sind. Außerdem muss bedacht werden, dass Gussteile oft mehrere Tonnen schwer sind. Deshalb müssen die Kransysteme fein steuerbare Mechanismen für ein präzises Heben und Senken sowie für die horizontalen Bewegungen solch hoher Traglasten bieten.
Die neuen Zweiträgerkrane verfahren nun mit 6 bis 60 m/min, die Laufkatze hat eine horizontale Verfahrgeschwindigkeit von 2,5 bis 30 m/min und eine gut steuerbare Hubgeschwindigkeit unter Last von 0,16 bis 8 m/min. Auch eine hohe Stoß- und Schwingungsdämpfung unterstützt die stabile Handhabung der schweren Gussteile.
An den Öfen sind sogenannte Gießkrane für den Transport der feuerflüssigen Massen zuständig. Für diese gel-
ten auch hinsichtlich der Elektronik und Elektrik höhere Sicherheitsanforderungen in Performance Level d. Deshalb kommen hier nur Hebezeuge in redundanter TDC-Ausführung (Twin Drive Concept) zum Einsatz, da diese für den Transport feuerflüssiger Massen sowie für den Transport von Gütern mit ähnlichem Gefährdungspotenzial bestens geeignet sind.
Bei anderen Gütern kann die Last sogar 60 Prozent höher sein. Bei einem Getriebebruch verhindert das Twin Drive Concept ein Absacken der Last. TDC-Seilzüge sind standardmäßig mit zwei Motor-Getriebe-Einheiten ausgerüstet. Beide Motoren werden synchron angesteuert – ebenso die Bremsen, die zugleich als Betriebs- und Sicherheitsbremse funktionieren.
Die Bremsen sind so ausgelegt, dass sie die Last im Notfall jeweils allein abbremsen, beziehungsweise die Last halten. Die permanente Last-, Antriebs- und Bremsüberwachung bei TDC-Hebezeugen erfolgt über die Condition-Monitoring-Systeme von Stahl CraneSystems.
Autoren:
David Adamec, Geschäftsführer der Adamec Crane Systems
Heike Metzger, Senior Specialist Sales Enablement bei Stahl CraneSystems
STAHL CraneSystems GmbH
Tel. +49 (0) 79 40 / 128 -0 info.scs@stahlcranes.com www.cmco.com/de-de/ unsere-Marken/stahlcranes/



















Die WB-430, ausgestattet mit einem 3,5-ZollTouchscreen, im Einsatz: Mit ihr lassen sich präzise Temperaturmessungen durchführen. Angeboten wird neben der Standardvariante auch ein nach ISO kalibriertes Modell bzw. ein von einem DAkkS-akkreditierten Labor kalibriertes Modell. Bilder: B&I
Redaktioneller Kurztest der neuen Wärmebildkamera von Voltcraft
In der industriellen Wartung und Instandhaltung sind Wärmebildkameras unverzichtbare Werkzeuge. Sie helfen, thermische Unregelmäßigkeiten frühzeitig zu erkennen und so kostspielige Schäden oder ineffiziente Betriebszustände zu vermeiden. Die Voltcraft WB-430, die unter an de rem auf der Conrad Sourcing Platform derzeit zum Preis von 1.769 Euro angeboten wird, zeigt thermische Unregelmäßigkeiten auf und verspricht dabei eine hohe Bildqualität, vielseitige Einstellungsmöglichkeiten und eine einfache Handhabung. Wir haben in der Redaktion die Kamera einem paar Praxistests unterzogen und überprüft, ob sie diesen Anforderungen gerecht wird.
Bereits beim Auspacken fällt auf, dass die rund 500 Gramm schwere WB-430 für den professionellen Einsatz konzipiert ist. Sie liegt mit ihrem ergonomischen Design gut in der Hand und macht einen robusten Eindruck – ein großer Unterschied beispielsweise zu Modellen, die an Smartphones angesteckt werden und dementsprechend empfindlich sind.
Laut Hersteller ist die WB-430 bis zu zwei Meter sturzsicher (das haben wir allerdings nicht getestet), was sie besonders für den Einsatz in anspruchsvollen Umgebungen prädestiniert. Die grundsätzliche Bedienung ist vorbild-
lich einfach: Ein kurzer Druck auf den großen roten Auslöser erstellt ein Einzelbild, das abgespeichert werden kann. Ein langer Druck genügt, um eine Videosequenz aufzunehmen.

Das Gehäuse fühlt sich wertig an, die Bedienelemente sind gut erreichbar und führen den Nutzer intuitiv durch die Menüs.
Der 3,5-Zoll-LCD-Bildschirm hinterlässt allerdings im Kurztest ein eher zwiespältiges Bild. Einerseits erlaubt er dank Touchscreen eine einfache Navigation durch die Einstellungen, wobei hier einschränkend anzumerken ist, dass eine Bedienung des Touchscreens mit normalen Arbeitshandschuhen nicht möglich ist.
Andererseits erreicht er gerade einmal eine Auflösung von 640 x 480 Pixel und er ist nicht besonders leuchtstark.
Aufnahmen im direkten Sonnenlicht, zum Beispiel von einem Transformator im Außenbereich, sind somit schwierig umzusetzen. Hier ist man beispielsweise von den Displays moderner Smartphones mehr gewohnt – und zwar sowohl bei der Auflösung als auch bei der Helligkeit. Solange die Kamera aber im Innenbereich genutzt wird, kommt man damit gut zurecht. Einer der größten Vorteile der WB-430 ist die manuelle Fokussierung. Im Vergleich zu vielen anderen Wärmebildkameras bietet sie dadurch eine deutlich höhere Flexibilität.
In unserem Test erwies sich diese Funktion beispielsweise als besonders hilfreich bei der Inspektion von Maschi-


nenkomponenten in unterschiedlichen Entfernungen. Statt sich auf eine automatische Scharfstellung zu verlassen, kann die Kamera dank manuellem Fokus exakt auf das gewünschte Objekt eingestellt werden.
Dies verbessert die Messgenauigkeit und erleichtert die Identifikation kritischer Temperaturabweichungen. Gerade in Industrieanlagen, wo die zu untersuchenden Bereiche oft dicht beieinanderliegen, ist dies ein entscheidender Vorteil.
Zumal die Kamera mit einem stufenlosen 32-fachen Digitalzoom aufwarten kann. Dieser ermöglichte es, selbst kleinste Details ohne Positionsveränderung genauer zu untersuchen. Gerade bei schwer zugänglichen Bauteilen, beispielsweise in engen Maschinengehäusen oder bei der Inspektion aus einer größeren Entfernung, ist dies hilfreich. Allerdings sollte hier angemerkt werden, dass es sich lediglich um einen digitalen Zoom handelt. Das bedeutet: Die Auflösung ändert sich nicht. Wenn
Das Gerät, das laut Hersteller auch einen Sturz problemlos überstehen soll, fühlt sich wertig an, alle Bedienelemente sind gut erreichbar und der
man mit der Kamera also ein Wärmebild ohne Zoom und eines mit Zoom aufnimmt, sind beide Aufnahmen vollkommen identisch. Lediglich das Fokussieren auf den Bereich, den man analysieren möchte, fällt also mit der Zoomfunktion leichter.
Das Zoomen selbst erfolgt über den Touchscreen, was eher umständlich ist. Hier wäre, ähnlich wie bei klassischen Kameras, eine Zoomfunktion, die beispielsweise durch Drehen am Objektiv genutzt wird, einfacher.
Die Kamera bietet insgesamt eine Auswahl aus insgesamt 12 Farbpaletten. Das ist gut, denn die richtige Palette kann den Kontrast zwischen verschiedenen Temperaturbereichen erheblich verbessern und so die Analyse erleichtern. Diese Flexibilität hilft, je nach Anwendung die bestmögliche Darstellungsform zu wählen.
Außerdem kann der Anwender zwischen einem Realbild, einem reinen Wärmebild, einem kombinierten Wärme- und Realbild (automatische Fu-




sion) und einem Realbild mit einem in einem Rechteck eingeblendeten Wärmebild (Bild in Bild) wählen. In den meisten Fällen bietet die automatische Fusion die beste Darstellung, da sie die Detailgenauigkeit des Realbilds mit dem Wärmebild kombiniert.
Die WB-430 arbeitet mit einem Wärmebildsensor, der eine Auflösung von 384 x 288 Pixel erreicht. Dadurch werden auch kleinere Temperaturunterschiede sichtbar gemacht. Besonders hervorzuheben ist die Bildwiederholrate von 50 Hz. Sie sorgt für eine flüssige Darstellung der Wärmebilder, was sich besonders bei bewegten Objekten, bei Erstellen von Videos oder beim Scannen größerer Flächen bemerkbar macht.
Komfortfunktionen wie eine einstellbare Alarmfunktion bei Über- oder Unterschreiten bestimmter Temperaturen lassen sich ebenso einstellen wie verschiedene Messmodi (Mittelpunkt, Messpunkt, Hoch- und Niedrig, bestimmter Messbereich etc.).
Die Kamera deckt einen Temperaturbereich von minus 20 Grad Celsius bis 650 Grad Celsius ab. Dies reicht aus, um so-
wohl typische Wartungsaufgaben als auch anspruchsvollere industrielle Anwendungen zu bewältigen. In Kombination mit der Messgenauigkeit von plus/minus 2 Grad Celsius oder 2 Prozent der Messwerte lieferte die WB-430 präzise Ergebnisse. In Sachen Konnektivität punktet die WB-430 mit einer WiFi-Funktion, die es ermöglicht, Wärmebilder direkt auf externe Geräte zu übertragen oder Liveanalysen durchzuführen. Hierfür erstellt die Kamera ein eigenes WLAN (ähnlich wie einen WLAN-Hotspot). Über dieses WLAN greift man dann mittels eines mobilen Geräts wie eines Smartphones und der dazugehörigen App auf die Bilder der Kamera zu.
Die hierfür verwendete Android-App konnte im Praxistest allerdings nicht in allen Punkten überzeugen. So bietet sie zwar vielfältige Möglichkeiten bei der Bildanalyse – unter anderem kann das Farbschema geändert, die Darstellung – Wärmebild, Realbild oder Fusionsbild – ausgewählt oder die Ausrichtung angepasst werden.
Einen Fauxpas leistete sich die App aber bei der gleichzeitigen Bearbeitung mehrerer Bilder. Es ist zwar möglich, mehrere Wärmebilder gleichzeitig aus der Bildübersicht auszuwählen, aber diese lassen sich dann nicht gemeinsam beispielsweise an eine E-MailAdresse weiterleiten, sondern nur löschen. Möchte man also mehrere Wärmebilder per E-Mail weitersenden, so
funktioniert dies nur, indem man ein Bild nach dem anderen auswählt und verschickt. Dies sollte nachgebessert werden, wobei Conrad bestätigt hat, dass es zeitnah ein Update für die Apps geben wird und dabei neue Funktionen integriert werden sollen. Neben den drahtlosen Möglichkeiten stehen außerdem 3,5 GB interner Speicher sowie ein microSD-Karten-Slot zur Verfügung, um umfangreiche Bildserien zu sichern. Über die microSD-Karte lassen sich auch große Mengen an Bildern einfach und schnell austauschen.
Die WB-430 ist eine Wärmebildkamera, die nicht nur mit einer einfachen Bedienung und praktischen Funktionen, sondern auch mit einigen Besonderheiten wie der manuellen Fokussierung und dem stufenlosen Digitalzoom auf sich aufmerksam macht. Dank des robusten Designs, der hohen Messgenauigkeit und der hohen Bildwiederholrate eignet sie sich für anspruchsvolle Wartungs- und Instandhaltungsaufgaben sowie zur Fehlerdiagnose und Prozessoptimierung.
Conrad Electronic SE Tel. +49 (0) 96 04 / 40 87 87 kundenservice@conrad.de www.conrad.de

Zu den Besonderheiten bei Hela als Lebensmittelproduzent zählen u.a. die korrekte Pflege anstehender Instandhaltungen und Wartungen der verschiedensten im Werk genutzten maschinellen Anlagen und produktionsunterstützenden Gerätschaften. Björn Augustin betont: „Die hinreichende, dauerhafte Funktionalität in einem produktionssicheren Umfeld ist eine der höchsten Anforderungen der Lebensmittelbranche. Aus diesem Grunde sind Wartungen stets sicher und gemäß den Herstellervorgaben der Anlagen auf den Punkt genau zu gewährleisten. Die Option der Handhabung des Wartungskalenders gilt hier als größte Unterstützung der anstehenden Aufgaben.“ Summa summarum kann Hela laut Augustin diese „Anforderungen und Prozesse mit dem Argvis-Portal sehr gut abdecken“. Bilder: Argvis
Warum die Hela Gewürzwerke Laue GmbH in der Instandhaltung auf Argvis setzt
Die Hela Gewürzwerke Hermann Laue GmbH zählt mit rund 600 Mitarbeitern zu den führenden Unternehmen der Lebensmittelindustrie und bietet Gewürze, Würzmischungen sowie Produkte zur Veredelung von Lebensmitteln an. Um die Sicherheit der Produkte zu garantieren, setzt das Unternehmen auf moderne Technologien und hohe Qualitätsstandards. In diesem Zusammenhang wurde unter anderem vor mehr als 12 Jahren das SAP-Modul Plant Maintenance (SAP-PM) implementiert. Die SAP-Software bietet für die Instandhaltung zahlreiche wichtige Funktionen und Optionen, die für ein modernes Unternehmen in der Lebensmittelbranche unverzichtbar sind. Jetzt ist das SAP PM Add-on von Argvis, das Maintenance-Portal hinzugekommen.
Die Instandhaltungsprozesse, die intern durchgeführt werden, haben sich im Laufe der Zeit in ihrer Vielfalt und ihrem Umfang vergrößert, was aber auch zu einer höheren Komplexität auf verwaltungstechnischer Ebene geführt hat. Auf diesem Hintergrund wollte Hela eine PM-unterstützende, mobil zu nutzende Softwarelösung, deren Desktopoberfläche sich übersichtlich, logisch, strukturiert und benutzerfreundlich präsentiert, und mit deren Unterstützung die Mitarbeiter der Instandhaltung ihren Aufgaben-
stellungen im Arbeitsalltag in unkomplizierter Form nachgehen können. Da Hela eine vorausschauende Instandhaltung garantieren möchte, musste auch eine solide Daten- und Informationssammlung gegeben sein. In der Vergangenheit halfen hierbei gut sortierte und abgeheftete Unterlagen in Papierform. Mit dem SAP-PM-Modul erfolgte ein erster Transfer der Daten ins ERP-Umfeld, allerdings fehlte hier letztendlich doch auch ein simplifizierter, mobiler Charakter. Deshalb suchten die Verantwortlichen nach ent-
sprechenden Ergänzungen zum SAPSystem, wobei es zahlreiche Vorgaben gab: So sollten die SAP-PM-Standards beibehalten, die internen Prozesse optimiert und verschlankt sowie die Arbeitsflexibilität der Mitarbeiter erhöht werden.
Außerdem standen unter anderem die Pflege der Stammdaten zu Maschinenteilen, die Planung der Tätigkeiten der Instandhaltungsmitarbeitenden im Rahmen von allgemeinen Reparaturund Wartungsarbeiten, die Planung und Transparenz des aktiven Tagesge-
schäfts sowie die Dokumentation der im Produk-tionsbereich auftretenden Stö run gen an sämtlichen Maschinen und Anlagen im Mittelpunkt.
Mitarbeiter der Instandhaltung sollten ferner mit Tablets ausgestattet werden, um so beispielsweise eine mobile, digi talisierte Meldungsabgabe über erkannte defekte Bauteile in Echtzeit abzugeben. Regelmäßig absolvierte SOS-Rundgänge sollten hierbei ebenfalls unterstützt werden.
„Intensive Recherchen zu mobilen Lösungen im PM-Umfeld führten letztendlich zum SAP-Partner und Instandhaltungsspezialisten Ar g vis“, erinnert sich Björn Augustin, Betriebsleiter bei der Hela Gewürzwerk Hermann Laue GmbH, und ergänzt: „Erfreulicherweise offeriert das Argvis Maintenance-Portal ohnehin schon einen wesentlichen Teil dieser Anforderungen ganz ohne ergänzende Anpassung.“ In enger Zusammenarbeit mit der Hela-IT-Abteilung und den Implementierungspartnern SAP und Argvis war die Einführung der Softwarelösung im Jahr 2024 von Beginn an „auf Erfolg getrimmt“, so Augustin.
Für den Betriebsleiter sind es eine ganze Reihe von Gründen, die den Ausschlag für diese Lösung gaben: „Neben der Übersichtlichkeit, der intuitiven Bedienung, der mobilen Nutzbarkeit sowie der Verwendung von Gerä telizenzen, bei der mehrere Nutzer Zugangsdaten auf einem Gerät haben, sind die Verwendung und Versendung von Bild- und Sprachnachrichten – bei Meldungsabgabe – für eine qualitativ optimierte, schnelle Abwicklung von Störmeldungen entscheidende Features.“
Dazu kommen für Augustin die mannigfaltige, fachbereichsübergreifende Zuteilung von Arbeitsaufträgen, die Dokumentation erfolgter Arbeiten und Arbeitsergebnissen sowie die permanenten Abfragemöglichkeiten der erfolgten Dokumentationen zur Mini-

„Dank einer virtuell aufgebauten Anlagenstruktur können heute auch Historien zu ein-, aus- und umgebauten Bauteilen erstellt und abgefragt werden“, erklärt Björn Augustin, Betriebsleiter bei der Hela Gewürzwerk Hermann Laue GmbH.
mierung des Risikos ungeplanter Maschinenstillstände, die die Argvis-Lösung für einen Einsatz in der Hela-Instandhaltung geeignet machen.
„Eine optimierte Materialverwaltung mit mobil ermöglichten (un-)geplanten Materialentnahmen und sonstigen Lagerplatzaktivitäten sowie die generell optimierte Bestellüberwachungen und Bestellanforderungen sind ebenfalls hervorzuheben“, ergänzt der Instandhaltungsspezialist.
Planungen deutlich verbessert
Bei der Implementierung der Instandhaltungslösung wurde eine Projektlaufzeit von neun Monaten zugrunde gelegt. Start war Anfang Januar 2024. „Die Softwarelösung sollte bis Ende September 2024 in Betrieb genommen werden, wobei das vorrangige Ziel darin bestand, zwei Wochen später, also Mitte Oktober, das anstehende IFS-Audit im Bereich der Instandhaltung ‚sicher‘ zu bestehen“, er-
innert sich Björn Augustin. Zwei Mitarbeiter aus den werkstatttechnischen Bereichen Elektro und Mechanik haben die Implementierung im Wesentlichen realisiert. Diese beiden Mitarbeiter erhielten organisatorische und planerische Unterstützung von der Betriebsleitung, ihren jeweiligen Vorgesetzten und einem übergeordneten Projektmanagement. Die in diesem Zusammenhang bei Hela eingesetzte Managementmethode OKR (Objectives and Key Results) sorgte dafür, dass die Projektentwicklung konstruktiv, klar strukturiert und zielgerichtet voranschritt.
Das Thema der Umsetzung war damit also in einer kontinuierlichen Lernschleife. Und: Über alle betreffenden Arbeitsebenen hinweg herrschte Klarheit über die wichtigsten Ziele. Außerdem gab es eine starke Einbindung von allen betreffenden Mitarbeitern in die Zielfindung. Die konzentrierte Abarbeitung selbst definierter Arbeitsaufgaben in Zusammenarbeit mit dem Systempartner ermöglichte somit die anvisierte terminliche Punktlandung des Vorhabens. Was den Abdeckungsgrad des Argvis Maintenance-Portals für Hela betrifft, so ist Betriebsleiter Augustin voll des Lobes: „In allen Aspekten konnte eine klare Optimierung des Arbeitsalltags erzielt werden. Eine vormals bloß ‚geduldete Unterstützung‘ der Arbeiten über das bereitgestellte SAP-System hat sich inzwischen in eine ‚nachgefragte, benötigte Unterstützung‘ der Arbeiten über das SAP-System verwandelt.“ Daten, die vormals im ERP-System unzureichend gepflegt wurden, haben mittlerweile eine nachhaltige Daseinsberech ti gung erlangt. Insgesamt ist es Hela heute möglich, die Planung der bevorstehenden Wartungen deutlich zu verbessern und die Materialwirtschaft erheblich zu optimieren. „Die Ausgabe mobiler Endgeräte, die Schulung sowie die Einbindung aller
Mitarbeiter der Elektro- und Mechanischen Werkstatt und eine integrative, abteilungsübergreifende Zusammenarbeit ermöglichen eine deutlich erhöhte Nachverfolgbarkeit und Nachvollziehbarkeit anstehender und bereits absolvierter Arbeiten“, wie Augustin betont. Die Arbeitstransparenz habe einen neuen Stellenwert im Hause bekommen. Heute unterstützt die Lösung den Instandhaltungsalltag von Hela auf verschiedenen Ebenen. Das zur Verfügung stehende, gemeinschaftlich genutzte Redmine-Portal dient als Plattform zum gegenseitigen Informationsaustausch. Service- und Help-Anfragen können vonseiten des Anwenders jederzeit und unkompliziert in das Portal eingestellt werden.
Die Argvis-Lösung wird von der kompletten Hela-Instandhaltung verwendet. Diese Abteilung gliedert sich in die Unterbereiche Elektrowerkstatt, Gebäude- und Wertstoffmanagement sowie Mechanische Werkstatt. Zunächst einmal konzentrierte sich die Implementierungsphase vor allem auf die E- und M-Werkstatt. In Kürze wird auch das Management von Gebäuden und Wertstoffen vollständig integriert sein und selbst von optimierten Arbeitsorganisationen profitieren. Insgesamt werden dann 25 Mitarbeiter die Vorteile der neu eingeführten ArgvisSoftware nachhaltig nutzen können.
Björn Augustin erklärt, welche Funktionalitäten er besonders schätzt und die auch am häufigsten genutzt werden: „Hierzu zählen die strukturierte Arbeitsund Auftragsplanung, die optimierten Arbeiten rund um das Thema Wartungspläne sowie die Nachverfolgbarkeit bereits absolvierter oder aber auch noch ausstehender Arbeiten im Werksalltag.“
Einen sehr hohen Stellenwert hat für ihn die mobile Erfassung von Störmeldungen. „Neben deutlichem Zeitgewinn an verschiedensten Stellen ist die zeitnahe und durchgängig gewährleistete Doku-

„Die Argvis-Software ist in ihrer Form als Add-on des SAP-Systems zu verstehen“, erläutert Augustin. „Der Datenaustausch ist über die entsprechend zu pflegenden Schnittstellen sicher gewährleistet. Das SAP-System selbst ist somit auch die Datenbasis, die es dauerhaft zu pflegen und zu aktualisieren gilt.“
mentation der auftretenden Ereignisse sichergestellt. Hieraus ergeben sich optimiere Sichtungen der Vorfälle, zügigere Einschätzungen der Handlungsoptionen und eine zeitnahe Bearbeitung der Vorfälle an sich“, betont Augustin. Insgesamt sei ein deutlich ruhigeres Herangehen an auftretende Störfälle bereits auszumachen. Dies führe laut Betriebsleiter letztendlich auch zu einer gestiegenen Zufriedenheit der Mitarbeiter insgesamt.
Mit der Einführung der Software haben die Fachbereichsleitungen eine merkliche Entlastung ihrer Arbeit festgestellt. Insgesamt wurde ein erheblicher Teil der bisher handschriftlich erfolgten Dokumentation (Materialentnahmen, Zeitenerfassung, Planungen) in die digitale Form überführt. Somit haben die Bereichsleitungen mehr Zeit für die tatsächliche Führung ihrer Bereiche. Die gewährte Flexibilität und Mobilität machen es möglich, anstehende Arbeiten aus der Distanz miteinander zu verbinden, wodurch überflüssige und zeitraubende Wegstrecken auf dem Werksgelände zum großen Teil der Vergangenheit angehören.
In Bezug auf die Registrierung von Störungen vor Ort bieten die ermöglichten Abfragen nach bereits durchgeführten Arbeiten zu demselben Thema am glei-
chen Ort signifikante Zeitersparnisse, wie der Softwareanbieter betont. Mobil können abgeschlossene Arbeitsaufträge abgefragt werden, wodurch kurzzeitig Handlungsalternativen bereitstehen. Eine zusätzliche beratende Kommunikation ist nicht nötig, wenn die erkannten Störfälle korrekt und umfassend dokumentiert worden sind.
Die Grundlage für den Berufsalltag in der Instandhaltung bei Hela wurde also erfolgreich geschaffen. Ein optionaler Argvis-Servicevertrag hat langfristig zum Ziel, die Nutzung der Softwarelösung im Unternehmen zu verfeinern und auszubauen. „Die Zukunft wird zeigen, in welchem Maße sich die Arbeiten im Bereich der Instandhaltung weiterhin verändern werden, um den Werten des Hauses jederzeit gerecht zu werden: schnelle und effiziente Lösungen bieten sowie höchste Produktsicherheit sicherstellen“, so Augustin abschließend.
argvis; GmbH Tel.: +49 (0) 62 27 / 859 46 83 info@argvis.com www.argvis.com

Wie moderne Antriebstechnik in Aufzügen den Energieverbrauch drastisch senkt
Eine zwischenstaatliche Einrichtung in München hat 21 Aufzüge umfassend modernisieren lassen – und das mit einem beeindruckenden Ergebnis: Der Stromverbrauch der Anlagen sank um über 80 Prozent, die CO2-Emissionen sogar um 85 Tonnen jährlich. Möglich wurde dies durch getriebelose Antriebe, ein neuartiges Balance-System sowie Rückspeisetechnik von Ziehl-Abegg. Das Projekt zeigt, wie sich technische Innovationen und Nachhaltigkeitsziele in der Gebäudeinfrastruktur wirksam verbinden lassen.
In einem Verwaltungsgebäude mit mehr als 3.000 Beschäftigten, zahlreichen Besuchern und intensiv genutzten Aufzügen ist Zuverlässigkeit Pflicht. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Energieeffizienz und Umweltbilanz. Die Leitung der Organisation entschied sich daher zu einer vollständigen Modernisierung aller 21 Aufzugsanlagen –mit dem Ziel, Komfort und Nachhaltigkeit gleichermaßen zu verbessern.
Die alten Aufzüge – mit Nennlasten zwischen 1.250 und 2.000 Kilogramm, Förderhöhen bis 31,7 Metern und Geschwindigkeiten bis 1,6 Metern pro
Sekunde – stammten aus einer Zeit, in der Energieeffizienz noch kaum Thema war.

Ein Fachplaner empfahl deshalb zunächst den Einsatz bewährter getriebeunterstützter Antriebstechnik. Das ausführende Unternehmen, Butz Aufzüge, setzte jedoch auf ein ganz anderes, zukunftsweisenderes Konzept: getriebelose Antriebe.
Diese Antriebe arbeiten besonders im häufig genutzten Teillastbereich deutlich effizienter. Außerdem wurden statt herkömmlicher Bremswiderstände Netzrückspeiseeinheiten installiert, denn normalerweise wird die bei generatorischer Fahrt entstehende Energie in Wärme umgewandelt.
Die neue Rückspeisetechnik führt diese Energie stattdessen direkt ins Gebäudenetz zurück, wo sie anderen Verbrauchern zugutekommt.
Zentrale Innovation war die Kombination aus getriebelosem „ZAtop-Antrieb“ und dem „ZAdyn-Umrichter“, beide von Ziehl-Abegg. Diese Systeme arbeiten laut Hersteller besonders im Teillastbereich deutlich effizienter – also genau dort, wo ein Großteil der Fahrten stattfindet.
Statt herkömmlicher Stahlseile kamen kunststoffummantelte Seile zum Einsatz, wobei ein Balance-System für gleichmäßige Seilspannung sorgt – ein technisches Detail mit großer Wirkung: Es reduziert nämlich Lastungleichgewichte, verringert den Verschleiß und sorgt für einen ruhigeren Lauf. Die zweite wesentliche Neuerung betraf das Energiemanagement: Mithilfe von Netzrückspeiseeinheiten des Typs „ZArec“ wird Bremsenergie nicht mehr als Wärme im Maschinenraum vergeudet, sondern in das interne Gebäudenetz zurückgeführt. Der Clou: Der Rückspeisestrom ist besonders „sauber“ und enthält nur rund fünf Prozent Oberwellen.
Alle Systeme wurden vollständig in die bestehende Gebäudetechnik integriert. Für die Ausführung kamen ausschließlich Komponenten renommierter Hersteller zum Einsatz. Der Einbau verlief zügig und ohne größere Beeinträchtigung des laufenden Betriebs. Seitdem laufen die Anlagen vollautomatisch –und vor allem deutlich sparsamer. Der tatsächliche Erfolg ließ sich wissen-

Mit

Das Balance-System sorgt für einen Ausgleich der Seilspannung. Bilder: Ziehl-Abegg
schaftlich bestätigen: Eine Hochschule für angewandte Wissenschaften begleitete das Projekt mit einer unabhängigen Energiebilanz.
Vor der Modernisierung lag der Stromverbrauch bei 13.262 kWh pro Aufzug und Jahr. Hochgerechnet auf 21 Anlagen waren das rund 278.500 kWh. Nach dem Umbau reduziert sich dieser Wert auf nur noch 2.225 kWh pro Anlage – also insgesamt 46.725 kWh pro Jahr.
Die Differenz: eine jährliche Einsparung von rund 231.800 kWh – was mehr als 80 Prozent entspricht. Beim Strompreis von 35 Cent pro Kilowattstunde ergibt das ein Einsparpotenzial von rund

81.200 Euro. Auch ökologisch ein Fortschritt: Der CO2-Ausstoß sinkt pro Jahr um etwa 85 Tonnen.
Die Zahlen belegen, dass sich der Wechsel auf moderne, getriebelose Antriebstechnik langfristig auszahlt – sowohl für die Umwelt als auch für das Budget. Zudem erhöht die neue Lösung die Verfügbarkeit, reduziert Wartungsaufwand und verbessert das Fahrverhalten spürbar.
Für Planer und Betreiber öffentlicher oder privater Gebäude zeigt das Projekt ein praxisnahes Beispiel dafür, wie technische Modernisierung gezielt mit Nachhaltigkeitsstrategien kombiniert werden kann – ohne Kompromisse bei Komfort, Sicherheit oder Lebensdauer.
ZIEHL-ABEGG SE
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„Wo wir Energie reinstecken müssen ...“
Herkulesaufgabe Energiewende: Wie und wo hier die IT helfen kann
Ein nordamerikanischer Automobilzulieferer hat in einem Pilotprojekt die Akustikkamera Flir Si124 eingesetzt, um systematisch Druckluftleckagen in der Produktion aufzuspüren. Das tragbare Messgerät konnte sich im Testbetrieb auch unter realen Bedingungen durchsetzen – bei laufender Produktion und in lärmintensiven Bereichen. Die Fallstudie zeigt, wie sich mit der Technologie nicht nur Leckagen schnell lokalisieren, sondern auch CO2-Emissionen und Energiekosten deutlich senken lassen.
Weg von nuklearen und fossilen Brennstoffen hin zu erneuerba ren Energien und mehr Energie effizienz – das Leitmotto der Energiewende liest sich gut. Warum ist das so kompliziert?
Frank Lagemann: Zum einen, weil die Aufgabe so groß ist. Der erforderliche Infrastrukturausbau ist immens und erstreckt sich auf alle Bereiche des Energiekreislaufs. Das betrifft Stromerzeuger zu Beginn der Supply Chain genauso wie Netzbetreiber und Industrieunternehmen bezie hungsweise Privathaushalte als Endverbraucher. Martin Friedrich: Zum anderen, weil
die Aufgabe Energiewende so komplex ist. Sie zählt zu den größten Veränderungsprozessen, für die es weltweit keine Blaupause gibt. Was bekannt ist: Schwerpunktaktivitäten zeichnen sich ab bei den Primärenergiequellen, bei neuer Infrastruktur wie Netzen, Speichern und Wandlern sowie einem effizienten, diversifizierten Umgang mit Energie.
Bis 2050 bleibt in Sachen Energie kaum ein Stein auf dem anderen. Treibende Kraft ist vor allem die Ökologisierung der Stromerzeugung. Woran lässt sich das festmachen?
Lagemann: Am Trend zur All Electric Society mit neuen Stromtrassen, neuen Batteriespeichern, neuen Power-toGas-Stationen, neuen PV-Anlagen, Wärme pum pen, Ladestationen etc. Flankiert wird das Ganze von zunehmender Regulatorik – Stichworte Wärmeplanung, Smart Meter-Rollout, Sektorkopplung, digitale Kundenportale wegen EEG-Vorgaben etc. Es kursieren gewaltige Datenkränze: Expertengruppen spre chen davon, dass bis 2030 in Deutschland allein in die Erneuerbare-Energien-Erzeugung rund 350 Milliarden Euro und rund 280 Milliarden Euro in Transport- und Verteil-
netze fließen sollen. Für die Stromnetzinfrastruktur wird ein Bedarf von 323 Milliarden Euro bis 2045 prognostiziert.
Friedrich: Wobei hier zu differenzieren ist. Es gibt altersbedingten Erneuerungsbedarf, weil fast die Hälfte der europäischen Stromleitungen älter als 40 Jahre ist, andererseits Neu- und Ausbaubedarf angesichts der absehbar benötigten, viel größeren Strommengen, die durchs Land fließen.
Zur Gretchenfrage: Was tun, Herr Lagemann, auch an ge sichts des Fachkräftemangels?
Lagemann: Was zum Beispiel Netzbetreiber und Energieversorger in der Energiewende zuallererst angehen müssen, ist eine stringente Digitalisierung. Energie braucht IT. Punkt.
Warum?
Friedrich: Asset Lifecycle Management für Netzbetreiber wird aufgrund dieser Anforderungen zu einer strategischen Kernkompetenz. Und der gesamte Lebenszyklus von Assets – von der Planung und Beschaffung über den Betrieb und die Wartung bis hin zur Stilllegung und zum Recycling – erfordert eine strategische Herangehensweise. Um eine integrierte Bewirtschaf tung der Assets in diesem Sinne zu realisieren, brauchen wir die digitale Transformation. Analog geht das nicht. Erst dann können auch reaktive Instandhaltungsstrategien intelligenten, prädiktiven, übrigens auch risikobasierten Ansätzen weichen. Nach § 11 EnWG (Energiewirtschaftsgesetz) nehmen die Versorger die Aufgaben für ihr Versorgungsnetz in eigener Verantwortung wahr. Das heißt, es muss funktionieren, wobei die Anforderungen sich noch ändern können. Da ist ein Nachweis der durchgeführten Arbeiten und der Entscheidungsgrundlage auf Basis von Daten unabdingbar. Schon aus Eigeninteresse.

„Ohne IT keine Energiewende“, das betonen die beiden Vorstände von Greengate, Frank Lagemann und Martin Friedrich, im Interview. Bilder: Greengate
Es stellt sich immer die Frage: Erneuerung, Neubau oder Rückbau – und wird das Asset über die Laufzeit noch benötigt? Oder auch in ganz anderen Di men sionen. Wir sprechen ja über mitunter erhebliche Investments, die über mehrere Jahre entwickelt werden.
Die Versorgungssicherheit ist nur ein Punkt. Es geht auch um wirtschaftliche und regu la to ri sche Risiken, die speziell Füh rungskräfte digital abfedern sollten – auch angesichts un seres Polykrisenzeitalters, das weit mehr Anpassungsfähigkeit als früher erfordert. Was sind die Eckpfeiler der digitalen Transformation, die alles besser machen soll?
Lagemann: Grundsätzlich geht es um vollständige Datentransparenz zu allen Assets – Stichwort „digitaler Zwilling“ – und automatisierte, gesteuerte Prozesse, die sich auch an einer Echtzeitüberwachung zur Anlagenperfor-
mance orientieren. Erst dann greift intelligente Datenanalyse, um die Instandhaltung smart zu organisieren. Im ersten Schritt müssen dafür in einer digitalen Inventur alle Daten zu Assets, Betriebsmitteln, Personal und Prozessen gesammelt und digital-strukturiert hinterlegt werden. Was sie dann noch für Unterhalt und Betrieb der ganzen Energie-Assets benötigen, ist sehr viel gute Software, damit man mit den digitalen Datenmodellen auch durchgängig arbeiten kann. Im Idealfall smart, vernetzt und hocheffizient.
GreenGate AG
Tel. +49 (0) 22 43 / 923 07 -0 info@greengate.de www.greengate.de

Die Carbon-Capture-Pilotanlage wurde an die Klärschlammverbrennungsanlage (KVA) von Infraserv Höchst angeschlossen, eine der größten und modernsten ihrer Art in Deutschland. Die Finanzierung der Carbon-Capture-Pilotanlage erfolgt überwiegend im Rahmen des EU-geförderten Projekts IS2H4C („From Industrial Symbiosis to Hubs for Circularity“). Bilder: Infraserv Höchst
Pilotanlage zur CO 2 -Abscheidung im Industriepark Höchst gestartet
Infraserv Höchst testet im Industriepark Höchst eine neue Carbon-Capture-Pilotanlage, um Rauchgase aus der Klärschlammverbrennung gezielt von CO 2 zu befreien. Die gemietete Anlage stammt vom Technologielieferanten GEA und liefert wichtige Daten zur Energieeffizienz, Wirtschaftlichkeit und Reinheit des abgeschiedenen CO 2 . Das Projekt ist Teil eines EU-geförderten Vorhabens zur Entwicklung industrieller Kreislaufmodelle.
An der Klärschlammverbren nungsanlage des Industrieparks Höchst untersucht Infraserv Höchst seit Kurzem die techni sche Machbarkeit der CO 2Abscheidung. Dabei wird ein Teilstrom des Rauchgases am Kamin entnommen und durch eine mobile Pilotanlage geleitet.
Ziel ist es, verwertbare Daten zur CO 2Abtrennung zu gewinnen und damit die Grundlagen für mögliche größere Anlagen zu schaffen. Die Anlage wird für drei Monate genutzt und stammt von GEA, einem international füh renden Anbieter für nachhaltige Prozesslösungen.
Die Herausforderung liegt in der komplexen Zusammensetzung des Rauchgases. Neben CO2 enthält es viele wei-
tere Bestandteile, die die Abscheidung technisch anspruchsvoll machen. Um belastbare Erkenntnisse zu ge winnen, analysiert Infraserv Höchst unter anderem die Abtrennrate, die CO2-Reinheit, die Zersetzung des verwendeten Waschmittels sowie den Energiebedarf der Anlage.
„Im Kern geht es um die Bewertung des Energiebedarfs, der Effizienz und der Kosten einer großtechnischen Abscheidungsanlage an einer Verbrennungsanlage“, erklärt Dr. Sirko Ogriseck, Projektleiter bei Infraserv Höchst. Infraserv Höchst sieht Carbon Capture als zentrales Element der Dekarbonisierungsstrategie für den Standort. Geschäftsführer Dr. Joachim Kreysing betont: „Pilotanlagen dieser Art sind un-
verzichtbar, um das Verfahren zu testen und notwendige Daten zu sammeln.“ Nur mit diesen Grundlagen könne man perspektivisch größere Anlagen sinnvoll betreiben.
Kreysing verweist zudem auf die Rolle von CO 2 als potenzieller Ressource: „Wir wollen im Industriepark Höchst die besten Voraussetzungen dafür schaffen, um unseren Kunden den Weg in Richtung Nachhaltigkeit zu ermöglichen. Dazu gehören auch die unterschiedlichen Nutzungsmöglichkeiten von CO 2. “ Infraserv prüft bereits potenzielle Abnehmer für das abgetrennte Gas – etwa aus der Chemieoder Energiewirtschaft.
Die Klärschlammverbrennungsanlage wurde übrigens bewusst gewählt, da

ein Teil des CO 2 biogenen Ursprungs ist. Perspektivisch möch te Infraserv dieses CO 2 an Startups liefern, damit sie es gemeinsam mit kohlenstoffarmen Energien wie grünem Wasserstoff und grünem Strom in ihren Synthesen einsetzen können.
Hintergrund: Biogenes CO2 spielt eine zentrale Rolle bei der Carbon Capture and Utilization (CCU), also der chemischen Nutzung von Kohlendioxid, weil es im Ge gensatz zu fossilem CO 2 als klimaneutral gilt. Es stammt nämlich aus nachwachsenden Rohstoffen und wurde zuvor durch Pflanzen der Atmosphäre entzogen. Dadurch ermöglicht biogenes CO 2 die klimaneutrale Herstellung von chemischen Produkten, Kraft stoffen und Materialien, de ren CO₂-Bilanz ansonsten negativ wäre, und unterstützt die Transformation der chemischen Industrie hin zu einer treibhausgasneutralen Kreislaufwirtschaft.
Die eingesetzte GEA-Anlage nutzt eine klassische CO2-Abscheidung mit Aminen, wie Michael Schneider, R&D Engineer Carbon Capture Solutions bei
GEA, erläutert: „Bei der CO₂-Abscheidung mit Aminen wird das CO₂ aus dem Rauchgas herausgewaschen.“ Das Rauchgas wird dazu mit einer Flüssigkeit, einem Amin-Wasser-Gemisch, in Kontakt gebracht, welche das CO 2 aufnimmt. Anschließend wird diese Flüssigkeit erhitzt, sodass das CO 2 wieder freigesetzt wird.
Das aus dem Rauchgas abgetrennte CO2 wird auf seine Reinheit untersucht, parallel werden Betriebsdaten der CO 2 -Abtren nung gesammelt. „Nach der Abscheidung in der Pilotanlage könnte das CO 2 gereinigt und weiterverarbeitet werden, was aber nicht Teil des Projektes ist. Aktuell wird das CO2 nach der Behandlung in der Pilotanlage wieder zurück in den Kamin der KVA geführt“, erklärt Schneider. Übrigens: Das Thema CO 2-Verwertung ist für Infraserv kein Neuland. Bereits vor einigen Jahren wurde das an der Biogasaufbereitungsanlage des Industrieparks abgetrennte CO 2 im Forschungsprojekt „ICO2CHEM“ gemeinsam mit Partnern zu emissionsfreien Ölen und Wachsen weiterverarbeitet.
Mittlerweile liefert Infraserv dieses CO 2 an die größte Power-to-LiquidPionieranlage Europas von Ineratec, die jüngst in Betrieb genommen wurde. In dieser Anlage wird CO 2 in Kombination mit Wasserstoff zu synthetischen Kraftstoffen wie zum Beispiel E-Kerosin, umgewandelt. Mit dem laufenden Pilotprojekt will Infraserv nun das Know-how ausweiten und die Bedingungen für eine großtechnische CO 2 -Abscheidung unter realen Einsatzbedingungen besser verstehen. Dabei soll der Fokus künftig noch stärker auf biogenem CO2 liegen – als Teil einer klimaneutralen Kreislaufwirtschaft.
Infraserv GmbH & Co. Höchst KG Tel.: +49 (0) ) 69 / 305 -0 www.infraserv.com
Die digitalen Zwillinge bilden nicht nur den physikalischen Zustand der einzelnen Komponenten in der Kältezentrale ab, sondern verknüpfen ihn mit den aktuellen Messwerten.

Warum viele Effizienzverluste in klassischen Anlagensteuerungen meist unentdeckt bleiben
Mithilfe eines digitalen Zwillings und einer KI-gestützten, voll automatisierten Software konnten die Stadtwerke Karlsruhe den Jahresenergieverbrauch der bestehenden Kälteanlage des Gartencarré-Areals innerhalb der ersten sechs Monate Betriebszeit um 20 Prozent senken und deren Effizienz deutlich steigern. Das Potenzial ist noch lange nicht ausgeschöpft: Für ein komplettes Betriebsjahr rechnen die Stadtwerke nämlich mit einer Ersparnis von 40 Prozent.
Als kommunales Unternehmen mit rund 1.100 Mitarbeitenden versorgen die Stadtwerke Karlsruhe über 400.000 Menschen mit Strom, Erdgas, Fernwärme und Trinkwasser. So auch das Areal des Karlsruher Gartencarrés, dessen Kälteversorgungsanlage die Stadtwerke betreiben.
Neben Wohnungen und Büros beherbergt der Gebäudekomplex auch ein Rechenzentrum sowie Arztpraxen, eine Ladenzeile und Gastronomie.
Die Kälteanlage des Gartencarrés besteht aus drei Absorbern, die mit umweltfreundlicher Fernwärme beziehungsweise Prozessabwärme einer
nahe gelegenen Raffinerie betrieben werden, sowie einer KompressionsKältemaschine mit zwei Verdichtern und einem Rückkühlwerk.
„Was den Energieverbrauch unserer Anlage betraf, befanden wir uns mehr oder weniger im Blindflug“, erinnert sich Jürgen Weiß, Teamleiter Baumanagement und Technik bei den Stadtwerken Karlsruhe an die Situation vor Einführung der Lösung von Factor4Solutions. „Ende des Jahres konnten wir nur sehen, wie viele Megawattstunden Kälte wir produziert hatten und wie viel Strom und Fernwärme wir dafür verbraucht hatten. Nicht mehr, nicht weniger.“
Das sollte sich ändern. Die Stadtwerke hatten es sich zum Ziel gesetzt, Einsparpotenziale zu identifizieren und zu realisieren.
„Dazu haben wir mit dem Anbieter ein automatisiertes Energie-Systemmanagement installiert, das eine bessere Steuerung der Komponenten vornimmt und zudem ein detailliertes Controlling ermöglicht.
Dadurch werden jetzt alle Energieflüsse im Detail sichtbar und die Optimierung direkt umgesetzt und analysiert. Die Transparenz, die wir dadurch erzielen, ist ein großer Vorteil“, verdeutlicht Weiß. Dabei werden Parameter wie Volumen-
strom von Kalt- und Kühlwasser gemessen und ausgewertet, um zu prüfen, inwieweit es wirtschaftlich ist, die Absorber oder die freie Kühlung in Bezug auf die Außentemperatur zu betreiben. Ein beispielhaftes Ergebnis: Pumpen, die durchgehend auf 100 Prozent Volumenstrom laufen, obwohl situationsabhängig gegebenenfalls 60 Prozent oder weniger genügen, bieten erhebliche Effizienz- und Einsparpotenziale. Tatsächlich ist es bei der Kälteerzeugung ein großes Problem, dass Pumpen und Rückkühlwerke unerkannt oft genauso viel Strom verbrauchen wie die Kälteerzeuger selbst.
Zudem findet die Optimierung des Strombedarfs häufig nur auf Komponentenebene und genauso oft nur für einen in der Planung definierten Betriebszustand statt. Dieser Zustand liegt typischerweise in weniger als drei Prozent aller Betriebsstunden vor. Die Folge ist ein unnötiger Verbrauch an Elektroenergie während vieler Betriebsstunden.
Die Factor4Solutions bietet hierzu eine Problemlösung mittels einer Software an, die den Betrieb aller für die Kältetechnik relevanten Komponenten und damit deren energetische Betriebsaufwendungen gemeinsam betrachtet und entsprechend optimiert.
Dazu nutzt die Lösung digitale Zwillinge der Komponenten und des jeweiligen Kältesystems, über die sich in Echtzeit während des Betriebs oder auch situativ errechnen lässt, wie sich die einzelnen Komponenten verhalten müssen, um die maximale Effizienz des Systems zu erzielen.
Die Kälteerzeuger sowie alle Hilfsaggregate werden somit nicht mehr nach fester Reihenfolge (Grund- und Spitzenlast) eingesetzt, sondern effizienzbasiert – abhängig von den Witterungsbedingungen und der geforderten Leistung – über standar disierte Protokolle von dem Systemmanagement freigegeben und geregelt. Damit

Das System berechnet fortlaufend, welche Kombination aus Komponenten – etwa Absorberbetrieb bei hoher Außentemperatur oder freie Kühlung in der Nacht – jeweils die höchste Effizienz verspricht. Bilder: Facor4Solutions GmbH
erreicht die Lösung laut Softwareentwickler in jeder Lastsituation den effizientesten Systembetrieb.
Dass dies auch für ihre Anlage stimmt, konnten die Stadtwerke bereits nach Abschluss der Testphase sehen. „Wir haben allein schon in diesen sechs Monaten über 20 Prozent an elektrischer Jahresenergie eingespart, was in Bezug auf den finanziellen Aufwand einem fünfstelligen Bereich entspricht“, freut sich Weiß.
Und das ist wohl erst der Anfang, denn auf ein ganzes Jahr gesehen gibt es noch viel Optimierungspotenzial, unter anderem, weil die verschiedenen Komponenten der Kälteanlage zu jeder Jahreszeit – abhängig vom Kältebedarf und der Umgebungstemperatur – für das Optimum anders zusammenarbeiten. Jürgen Weiß ist sich sicher: „Die anderen sechs Monate lief
die Anlage ja noch nach unserer herkömmlichen Regelung, das heißt, wir können noch deutlich mehr Energie einsparen. Laut Berechnung von Factor4Solutions mehr als 40 Prozent. Und genau da wollen wir ja auch hin.“
Ein weiterer großer Vorteil für die Stadtwerke ist die Tatsache, dass die Anlage beziehungsweise Software auch nach der Installation vom Anbieter permanent überwacht, geprüft und optimiert wird.
Weiß meint dazu: „Wir überwachen die Anlage zwar auch, aber für uns ist es ein großer Vorteil, dass das Team des Kältetechnikspezialisten mit seinem fundierten Know-how im Bereich Kältetechnik die Anlage per KI-gestützter Fernwartung betreibt und wir sofort
erfahren, wenn irgendwas nicht funktionieren sollte.“ Factor4Solutions kann dank Verwendung von digitalen Zwillingen sowie Echtzeitabgleich von Betriebsdaten seine Kunden sogar schon im Vorfeld über Abweichungen und drohende Ausfälle informieren, wodurch sich diese prädiktiv vermeiden lassen.
„Dass die Betriebsfähigkeit zu jeder Zeit gewährleistet ist, ist für uns besonders wichtig, weil wir verpflichtet sind, die Kälte zu liefern. Denn im Gartencarré versorgen wir ja nicht nur Büro- und Wohneinheiten mit Kälte, sondern unter anderem auch ein Rechenzentrum“, so Weiß.
Nach dem Verlauf der Einführungsphase gefragt, meint Weiß: „Das lief alles problemlos. Wir haben in Zusammenarbeit mit dem Dienstleister, der unsere Mess- und Regeltechnik betreut, die entsprechenden Daten, die der Anbieter für den Setup der Lösung benötigt, freigegeben. Dazu hatte Factor4Solutions aus Berlin, die die Lösung von dort aus remote steuert, uns bereits im Vorfeld mitgeteilt, welche Datenpunkte dies sind – unter anderem Volumenstrom, Temperatur be zie hungsweise Wärme- und Käl temengenzähler.

Danach ging es schnell: Innerhalb eines Tages war die Software entsprechend eingestellt, nach vier bis sechs Wochen stand die erste Analyse bereit. Anhand der gewonnenen Daten war dann erkennbar, welche Datenpunkte zusätzlich noch nötig sind, und das System wurde entsprechend feinjustiert.“
Diese einfache Installation macht die Lösung branchenübergreifend für alle Anwendungen interessant, in denen Kühlsysteme zum Einsatz kommen. Bereits nach der Testphase war klar:

In der Praxis erfolgt die Auslegung vieler Kälteanlagen auf einen idealisierten Maximalbetrieb, der jedoch nur an wenigen Tagen im Jahr auftritt. Die restliche Zeit laufen Komponenten suboptimal – etwa Pumpen auf Volllast, obwohl der Bedarf deutlich geringer ist. Solche Effizienzverluste bleiben in klassischen Anlagensteuerungen meist unentdeckt.
„Ich musste nur den Jahresverbrauch sowie die Kälteerzeugung im Vergleich zum Vorjahr betrachten, um die deutliche Effizienzsteigerung und die Energieeinsparung zu sehen“, so Weiß. Und auch hinsichtlich der Amortisierung des Systems ist der Teamleiter sehr zufrieden. „Die jährlichen Kosten für die Kooperation mit den Kältetechnikspezialisten amortisieren sich durch die Energieeinsparungen jeweils bereits nach den ersten fünf Monaten.“ So wundert es nicht, dass sich die Stadtwerke Karlsruhe eine Ausweitung der Zusammenarbeit gut vorstellen können. „Mittlerweile lassen wir bereits eine weitere Anlage von Factor4Solution betreuen. Und wir betreiben noch weitere Kälteanlagen, die potenziell infrage kommen“, so Weiß. Da sich die Lösung in nahezu allen Systemen integrieren lässt, stehen die Chancen gut, dass die KI-Lösung auch dort die gewünschten Analysen und Einsparpotenziale realisieren kann.
Factor4Solutions GmbH
Tel.: +49 (0) ) 30 / 56 58 67 87
info@factor4solutions.com www.factor4solutions.info


Sicherheitsstrategien zur Vermeidung von Ärger und hohen Kosten
Elektrowerkzeuge mit modernen Lithium-Ionen-Akkus werden immer leistungsfähiger und ermöglichen zahlreiche Anwendungen mit kabellosen Geräten. Doch diese wertvollen Werkzeuge sind auch ein begehrtes Ziel für Diebstahl, was für betroffene Unternehmen nicht nur mit Ärger, sondern auch mit hohen Kosten verbunden ist. Es gibt jedoch verschiedene Strategien und Technologien, um Werkzeuge zu schützen und ihre Langlebigkeit zu gewährleisten.
Eine der einfachsten und effektivsten Maßnahmen zum Schutz von Werkzeugen ist die Regis trierung für eine verlängerte Ga rantie. Hersteller wie Milwaukee bieten eine Garantieverlänge rung auf bis zu drei Jahre, wenn das Werkzeug innerhalb von 30 Tagen nach dem Kauf registriert wird. Neben der Einsparung von Reparaturkosten ermöglicht dies auch eine Nachverfolgung, falls gestohlene Werkzeuge von der Polizei wiedergefunden werden.
Eine kurze Registrierung kann also sowohl Sicherheit als auch finanziellen Schutz bieten.
Bluetooth-basierte Tracking-Technologien, die das GPS eines Mobiltelefons nutzen, können die Werkzeugsi-
cherheit ebenfalls er heb lich verbessern.
Tracking-Technologien
Diese Tracking-Tools sollten so robust sein, dass sie auch härtesten Baustellenbedingungen standhalten. Ein Schutz vor Staub und Spritzwasser (IP68), Temperaturbe stän digkeit von minus 20 Grad Celsius bis plus 60 Grad Celsius und eine lange Batterielebensdauer sind entscheidend.
Einige Tracking-Geräte sind mit Lautsprechern ausgestattet, um das Auffinden zu erleichtern, und integrierte Sensoren können bei unbefugten Bewegungen einen Alarm auslösen. Der Vorteil von Bluetooth-basierten Syste-
men ist die Nutzung des GPS-Signals eines ge kop pel ten Smartphones. Ein vermisstes Gerät wird an alle Anwender der entsprechenden App gemeldet. Sobald das Gerät in den Bluetooth-Bereich eines Nutzers mit der App gelangt, wird der Eigentümer automatisch über den aktuellen Standort informiert.
Mit einer größeren Anzahl von AppNutzern werden die Servicequalität und die Wahrscheinlichkeit, gestohlene Werkzeuge zu finden, weiter erhöht.
In Werkzeuge mit Schutztechnologie zu investieren, kann einen großen Un-

Ein proaktiver Ansatz schützt die Investition und gewährleistet eine effiziente und sichere Arbeitsumgebung. Intelligente Werkzeugtechnologien schaffen dabei Transparenz und ermöglichen eine umfassende Kontrolle über den Gerätebestand. Bilder: Milwaukee
terschied machen. Einige Hersteller bieten kos ten lose Apps an, die mehrere Funktionen zur Verbesserung der Werkzeugsicherheit bereitstellen:
Datenerfassung: Apps spei chern wichtige Informationen wie Modellnummer, Seriennummer, Datumscode und Kaufbeleg, was für Garantieansprüche und polizeiliche Meldungen nützlich ist.
Digitale Inventare: Ein digitales Inventar mit detaillierten Beschreibungen und Fotos ermöglicht eine schnelle Bestandsübersicht und dient als Backup.
QR-Code-Fähigkeit: QR-Codes an den Werkzeugen vereinfachen die Standortverfolgung und den Registrierungsprozess.
Werkzeugdeaktivierung: Bei Diebstahl kann das Werkzeug über die App deaktiviert wer den, was eine unbefugte Nutzung unterbindet. Dies macht den Diebstahl weniger attraktiv, da die Reaktivierung oft
teurer und komplexer ist als der Wert des Werkzeugs.
Diebstahlbenachrichtigung: Händler erhalten eine Benachrichtigung, wenn gestohlene Werkzeuge zur Wartung gebracht werden.
Weitere Sicherheitsmaßnahmen
Die sichere Aufbewahrung von Werkzeugen in verschließbaren Kisten oder Räumen ist ein grundlegender Bestandteil der Diebstahlprävention. Hochwer ti ge, robuste Aufbewahrungslö sun gen können Diebe abschrecken, insbesondere wenn diese feststellen, dass der Diebstahl zu zeitaufwendig wäre. Installierte Überwachungskameras und Bewegungsmelder beispielsweise auf Baustellen bieten eine weitere Schutzebene, indem sie potenzielle Diebe abschrecken, denn solche sichtbaren Sicherheitsmaßnah men signalisi eren, dass die Baustelle überwacht wird.
Mitarbeiter schulen
Es ist wichtig, dass alle Mitarbeiter die Bedeutung der Werkzeugsicherheit verstehen und wissen, wie sie die Sicherheitsfunktionen nutzen können. Geschulte Mitarbeiter tragen erheblich zur Diebstahlprävention bei. Mit diesen Strategien können Unternehmen das Risiko von Werkzeugdiebstahl minimieren.
Techtronic Industries
Central Europe GmbH
Tel.: +49 (0) 2103 / 960 -0 galp.milwaukee@tti-emea.com www.milwaukeetool.de

Eine herausragende Innovation des Gebäudes ist das Raum-K Gebäudeenergiekonzept, das extrem niedrige Heizsystemtemperaturen von ca. 28 Grad Celsius bei minus 13,1 Grad Celsius Außentemperatur ermöglicht. Die dynamischen Klimadecke trägt hierzu ihren Anteil bei.
Firmenneubau in Memmingen erreicht 95 Prozent Energieunabhängigkeit
Am Oberen Buxheimer Weg in Memmingen entsteht derzeit ein Firmengebäude mit Vorbildcharakter: Mit Photovoltaik, Stromspeicher, Klimadecken und thermischem Gebäudemassenspeicher wird eine nahezu vollständige Energieautarkie erreicht. Für Wartungs- und Instandhaltungsprofis ist besonders das durchdachte Zusammenspiel von Technik und Gebäudestruktur interessant – es sorgt für CO 2 -neutralen Betrieb und langfristig stabile Betriebskosten.
In Memmingen entsteht derzeit ein Firmenneubau, der Maßstäbe in Sachen Energieeffizienz und Unabhängigkeit setzt. Das Gebäude wird künftig zu 95 Prozent energieautark betrieben – ermöglicht wird dies durch ein fein aufeinander abgestimmtes Energiekonzept: eine Kombination aus Photovoltaik, Wärmepumpe, Stromspeicher, reversibler Klimadecke, regelbarem thermischem Gebäudemassenspeicher und Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung.
Das Gebäude bezieht seinen Wärmebedarf aus zwei Quellen, nämlich einmal aus einer schnellen Deckenheizung, die mit Infrarotstrahlung direkt die Raumhülle und Oberfläche erwärmt, und zum anderen aus einer Masse, die viel Wärme speichern kann und diese langsam und bedarfsgerecht wieder abgibt.
Durch die Kombination der beiden Energiequellen ergibt sich ein System, das die Wärmeversorgung von Gebäuden über einen Zeitraum von zehn Tagen und mehr ermöglicht.
Der dynamische Massenspeicher – im Fall des Firmengebäudes ist der Speicher das Gebäude – übernimmt dabei zwei Drittel der Leistung. Die Klimadecke übernimmt ein Drittel der Leistung.
Da beide Komponenten mit niedrigen Temperaturen von unter 30 Grad Celsius bei minus 13,1 Grad Celsius Außentemperatur gefahren werden, kann die Versorgung fast zu 100 Prozent aus regenerativen Energiequellen erfolgen. Gleichzeitig ist der CO2-Ausstoß im Betrieb praktisch null, die Autarkie liegt bei bis zu 95 Prozent und das bei einer Wirtschaftlichkeit, die im Vergleich zur klas-
sischen fossilen Versorgung unschlagbar ist, da sie mit jedem Jahr besser wird, weil die Brennstoffe als Kostenfaktor entfallen.
Gebäudestandard „Real Zero“
Der Gebäudestandard „Real Zero“ steht für nahezu vollständige Autarkie, denn rund 95 Prozent des Energiebedarfs werden vor Ort erzeugt, der Heiz- und Kühlbetrieb ist CO2-neutral. Intelligente, akustisch wirksame Deckenheizungen auf 100 Prozent der Deckenfläche verlegt, sorgen ganzjährig durch effizientes Kühlen und Wärmen für ein perfektes Raumklima. Das Gebäude verfügt außerdem über eine eigene PV-Anlage mit einer Leistung von 270 kWp, einen Stromspeicher mit einer Kapazität von 350 kWh
und einen regelbaren thermischen Speicher mit einer Kapazität von 24 MWh in der Gebäudemasse, der netzdienlich genutzt werden kann, indem Überschussstrom als Wärme gespeichert wird.
Die Photovoltaikanlage versorgt gemeinsam mit dem Stromspeicher auch den Fuhrpark der im Gebäude tätigen Unternehmen mit umgerechnet etwa 500.000 Kilometern Fahrleistung pro Jahr. Neben 50 Fahrradstellplätzen stehen zudem ausreichend Pkw-Ladesäulen zur Verfügung, die ein klares Signal für nachhaltige Mobilität setzen. Zum Energiekonzept gehört außerdem ein netzdienlicher Stromspeicher des Allgäuer Betreibers Cell Mind mit einer Kapazität von 7 MWh. Die während der Regelleistung entstehende Abwärme wird im neuen Gebäude ebenfalls genutzt. Eine hervorzuhebende Innovation des Gebäudes ist das Raum-K Gebäudeenergiekonzept, das extrem niedrige Heizsystemtemperaturen von circa 28 Grad Celsius bei minus 13,1 Grad Celsius Außentemperatur ermöglicht. Im Sommer wird das Gebäude mithilfe der Klimadecke angenehm und ohne Zugluft gekühlt, sodass ganzjährig eine wohltuende Temperierung gewährleistet ist. Dies sorgt für erhebliche Energie-

Der Neubau bietet auf rund 3.500 Quadratmetern Büro- und Lagerfläche Platz für fünf Unternehmen, die in einer modernen, umweltfreundlichen Umgebung an diesem Standort bis zu 70 Arbeitsplätze schaffen. Bilder: Raum-K

Das Raum-K Gebäudeenergiekonzept lässt sich laut Entwickler in allen Gebäudearten realisieren, vom Wohnbau über den Gewerbe- bis zum Industriebau, beziehungsweise vom Neubau über die serielle Sanierung bis zum Denkmalschutz.
einsparungen von über 50 Prozent, und sichert dadurch langfristig stabile Energiekosten auf niedrigstem Niveau. Dank des großen regelbaren thermischen Speichers kommt das neue Firmengebäude in der Heizperiode zehn Tage ohne externe Ener giezufuhr aus. Die vor Ort produzierte Energie reicht in Verbin dung mit der im Gebäude gespeicherten Energie aus, um das Gebäude durchgängig an genehm zu temperieren (Quelle: Fraunhofer Projekt „Windheizung 2.0“).
„Mit diesem Projekt setzen wir Maßstäbe für nachhaltiges Bauen und schaffen eine Arbeitsumgebung, die nicht nur ökologisch, physiologisch und wirtschaftlich den Erfolg sichern hilft“, so Armin Bühler, Mitinhaber der Klima Top GmbH und Vordenker des innovativen Gebäudekonzeptes.
Sven Lutz, Geschäftsführer von Baufirma Kling Projektbau, erklärt: „Wir sind vom Raum-K Gebäudeenergiekonzept
rundum überzeugt, weshalb wir auch unser eigenes neues Firmengebäude in Hermaringen damit ausstatten sowie auch erste Kundenprojekte damit planen und realisieren.“
Klima-Top GmbH Tel.: +49 (0) 83 31 / 927 67 -0 service@klimatop.info https://klimatop.info/

Reichweitenbegrenzung von Bluetooth-Verbindungen ist nun kein Thema mehr
Mit dem neuen Gateway Bluetooth macht das Unternehmen die Reichweitenbegrenzung von Bluetooth-Verbindungen bei Schmiersystemen obsolet. Die kompakte Ergänzung überträgt Systemdaten von Bluetoothfähigen Perma-Schmiersystemen automatisch an die Cloudanwendung Perma Connect – und das komplett unabhängig vom Standort.
Das Gateway Bluetooth schließt eine bisher bestehende Lücke in der digitalen Anlagenkommunikation. Es empfängt Daten von Bluetooth-fähigen Perma-Schmiersystemen in seiner Nähe, wandelt sie in Sig na le mit globaler Reichweite um und überträgt diese in regelmäßigen Abständen an die Perma-Connect-Anwendung. Damit entfällt die bisher notwendige Datenerfassung per Smartphone oder Tablet in direkter Nähe der Anlage. „Unsere Kunden erwarten heute nicht nur eine zuverlässige Schmierung, sondern ebenso Fortschritte in der digitalen Transformation. Mit dem Gateway Bluetooth und unserer digitalen Anwendung Perma-Connect bieten
wir den Betrieben eine praxisnahe und zukunftsorientierte Lösung für die Op-
timierung ihrer vernetzten Instandhaltungsstrategien“, erklärt Dr. Abassin

Aryobsei, einer der beiden Geschäftsführer von Perma-tec.
Durch die direkte Anbindung an Perma Connect lassen sich Schmierungsprozesse zentral überwachen und steuern – auch über große Entfernungen hinweg.
So können Wartungsteams schneller auf Veränderungen reagieren und Instandhaltungspläne effizienter gestalten.
Das Gateway wurde gezielt für die einfache Ergänzung bestehender Infrastrukturen entwickelt. Dank kompakter Bauweise ist eine flexible Montage möglich. Auch ältere Bluetooth-fähige Schmiersysteme dieses Herstellers können ohne technische Anpassungen eingebunden werden, was den Investitionsaufwand gering hält.
Die IoT-Architektur des Geräts ist skalierbar und erfüllt damit auch künftige Anforderungen der Industrie 4.0. Neben einer höheren Betriebseffizienz trägt die

Die Fernüberwachung und Steuerung der Schmiersysteme punktet gerade in schwer erreichbaren oder gefährlichen Bereichen. Bilder: perma-tec

Lösung laut Anbieter zu einer verbesserten Anlagensicherheit bei. Unternehmen profitieren nach Herstellerangaben zudem von einer einmaligen Investition, die langfristig zur Kostensenkung beitragen kann.
Mit dem Gateway Bluetooth erweitert Perma-tec die Möglichkeiten der Fernwartung und setzt auf eine noch engere digitale Integration von Anlagenkomponenten. Das Ergebnis ist laut Lösungsentwickler ein nahtloser Informationsfluss zwischen Schmierpunkten und der zentralen Instandhaltungspla-
nung – und damit eine Grundlage für höhere Verfügbarkeit, planbare Wartung und gesteigerte Wirtschaftlichkeit.
perma-tec GmbH & Co. KG Tel.: +49 (0) 97 04 / 609 -0 info@perma-tec.com www.perma-tec.com

Wie sich verlässliche Altanlagen mit moderner Technologie aufrüsten lassen
In vielen Industrieunternehmen stehen sie im Zentrum der Produktion: Maschinen und Anlagen, die seit Jahrzehnten zuverlässig arbeiten – aber digital kaum angebunden sind. Und genau hier liegt das Problem, denn 80 Prozent der Produktionsanlagen in Deutschland sind älter als zehn Jahre, gleichzeitig lassen sich aber nur 18 Prozent aller Ausfälle eindeutig vorhersagen, so die Experten der M.O.P. GmbH, ein Softwareanbieter für das IH-, Facility-, Energie- und Sensor mana gement. Diese Realität stellt Instandhaltungsverantwortliche vor große Herausforderungen.
Viele Instandhaltungsexperten müssen derzeit Lösungen finden, mit denen sich Altanlagen mit moderner Technologie verbinden lassen – und das ohne immense Investitionen. Die Antwort lautet: Retrofit Instandhaltung.
Sie ermöglicht es, bestehende Anlagen mit intelligenter Sen sorik, Softwareanbindung und digitalen Auswertungen aufzurüsten – effizient, wirt-
schaftlich und oft im laufenden Betrieb.
Bei dieser Art des Retrofits geht es also darum, bestehende Maschinen mit digitalen Schnittstellen, Sensorik und einer syste matischen Datenverarbeitung nachzurüsten. So entstehen neue Möglichkeiten zur Prozessoptimierung, Zustandsüberwachung und langfristigen Wartungsplanung – ganz ohne Ersatz der bestehenden Infrastruktur.
Mit einer modernen Instandhaltungssoftware wie TOM von M.O.P. schaffen Unternehmen die Grundlage,
um strukturierte Daten über ihre technischen Objekte zu erfassen, zu analysieren und zentral verfügbar zu machen. Die Integration von Retrofit-Sensorik durch den M.O.P.-Partner Xdigis erweitert diese Lösung um wichtige Echtzeitdaten – z. B. zu Temperatur, Vibration oder Energieverbrauch.
Digitale Abbilder physischer Anlagen
TOM erfasst dabei wichtige Daten und Sensorwerte über das Objektmanagement. Durch die strukturierte Erfas-
sung dieser Daten, Wartungshistorien und Zustandsinformationen wird die Voraussetzung geschaffen, digi tale Abbilder physischer Anlagen aufzubauen.
Die Kombination aus Bestandsdaten, Echtzeitinformationen und regelbasierten Auswer tungen ermöglicht spürbar mehr Transparenz im technischen Objektmanagement – ein zentraler Baustein auf dem Weg zur voll vernetzten Instandhaltung.
Die strategische Partnerschaft zwischen M.O.P. und Xdigis ermögliche Unternehmen also eine nahtlose Verbindung von Software und RetrofitSensorik. Während TOM alle relevanten Objektdaten, Wartungsvorgänge und Dokumentationen abbildet, liefert Xdigis moderne, kabellose Sensorlösungen zur Zustandserfassung. Dazu gehören beispielsweise 3-Achsen-Vibrationssensoren, eine Temperaturerfassung und mobile Tags. Diese Plug & Play-Sensorik kommt ohne Verkabelung aus und ist damit für RetrofitAnwendungen geeignet.
KI-Auswertung
Nach Angaben der Softwareentwickler setzt TOM durch diese Daten und LiveInformationen bereits erfolgreich erste innovative KI-Funktionen um. „In ersten Testläufen konnten wir durch in-

Die strategische Partnerschaft zwischen Xdigis und TOM ermöglicht Unternehmen eine nahtlose Verbindung von Software und Retrofit-Sensorik. So entsteht eine praxisorientierte Gesamtlösung für Unternehmen, die auf Retrofit setzen und gleichzeitig eine moderne, modulare Instandhaltungssoftware einsetzen wollen. Bilder: M.O.P. GmbH
telligente Auswertung von Zustandsdaten wiederkeh rende Störungen identifizieren, die ohne den Einsatz von KI unentdeckt geblieben wären“, erklärt Christian Wendler, Geschäftsführer der M.O.P. GmbH. Er ergänzt und wirft gleichzeitig einen Blick nach vorn: „Diese Erkenntnisse ermöglichen es uns, Wartungsentschei-
Schritt für Schritt zur digitalen Nachrüstung
Bestandsanalyse: Maschinen, Sensorik und Wartungszustände erfassen Sensorik nachrüsten: Einsatz kabelloser XDIGIS-Komponenten – auch im laufenden Betrieb
Datenanbindung an TOM: Zentrale Erfassung und Analyse von Objekt- und Zustandsdaten
Individuelle Auswertung und Optimierung: Nutzung von Auswertungsfunktionen in TOM
Vorbereitung auf KI und voll vernetzte Instandhaltung: Durch vollständige Datenbasis und strukturierte Objektdokumentation
dungen gezielt zu optimieren und die Betriebssicherheit signifikant zu steigern. In naher Zukunft werden unsere KI-Module objektbezogene Da tenstrukturen und historische Daten in Kombination mit Sensordaten analysieren und konkrete Ergebnisse liefern: Effizienzgewinne bei der Wartungsplanung und eine verbesserte Reaktionsfähigkeit im täglichen Anlagenbetrieb. Die praktischen Erfah rungen aus unseren realen Test läufen fließen kontinuierlich in die Weiterentwicklung ein, um Instandhaltungsmaßnahmen zukünftig noch proaktiver zu steuern.“
M.O.P GmbH
Tel.: +49 (0) 375 / 27 20 60 info@mop-zwickau.de https://xdigis.com/de/start/ www.tom-instandhaltung.de

CAD-basiertes Trackingverfahren erfasst in Echtzeit die Geometrie des realen Objekts
Um Schweißbaugruppen schneller und präziser zu kontrollieren, setzt die WISAG Industrie Service Gruppe am Standort Waltershausen auf ein visuelles Prüfverfahren mit Augmented Reality. Das System vergleicht in Echtzeit die Geometrie der Baugruppen mit den Kundenvorgaben – und reduziert somit den Prüfaufwand für komplexe Bauteile drastisch.
In Waltershausen fertigt die WISAG Industrie Service Gruppe komplexe Schweißbaugruppen für Fahrzeugkarossen und Fahrwerke. Dabei gilt es, den wachsenden Qualitätsansprüchen gerecht zu werden.
Große Baugruppen, fehlende Bezugsflächen oder Änderungen in der Konstruktion machen die Prüfprozesse jedoch aufwendig und teuer. Um diese Herausforderungen zu meistern, wurde nun ein AR-gestütztes visuelles Prüfverfahren in die Fertigung integriert.
Die Basis bildet die Software Twyn Studio von Visometry. Das CAD-basierte
Trackingverfahren gleicht die digitalen Konstruktionsdaten mit den Kanten des realen Bauteils ab.
„Wir scannen mit einer Tablet-Kamera das Prüfobjekt, das mithilfe der App von Visometry dann direkt einen Abgleich mit der Kundenvorgabe, also dem 3D-Datensatz, vornimmt“, sagt Guido Duphorn, Technologe für Vor-
fertigung bei der WISAG Produktionsservice GmbH.
„In der Augmented-Reality-Visualisierung lässt sich sofort erkennen, ob zwischen digitaler Vorlage und dem realen Objekt eine Konformität vorliegt. Wenn alle Linien des 3D-Modells mit den Kanten der Baugruppe übereinstimmen, ist sichergestellt, dass alle
Abweichungen werden per Screenshot erfasst und im Prüfprotokoll dokumentiert.

Die WISAG prüft Schweißbaugruppen per Augmented Reality. „Wir scannen mit einer Tablet-Kamera das Prüfobjekt, das mithilfe der App von Visometry dann direkt einen Abgleich mit der Kundenvorgabe, also dem 3D-Datensatz, vornimmt“, erkärt Guido Duphorn, Technologe für Vorfertigung bei der WISAG Produktionsservice.
Komponenten ordnungsgemäß verbaut wurden.“
Abweichungen werden unmittelbar erfasst und können per Screenshot direkt in ein Prüfprotokoll integriert werden. So lassen sich auch komplexe
Schweißbaugruppen in der Größe eines Kleinwagens in nur fünf Minuten vollständig prüfen.
Neben der Zeitersparnis bietet das Sys tem eine hohe Anpassungsfähigkeit. Änderungen an den Kundenvorgaben oder variierende Produktbrei-
ten können schnell berücksichtigt werden. „Der große Charme des Systems liegt für uns in der hohen Flexibilität und der intuitiven Bedienung – daher wird derzeit die Ausweitung auf andere Anwendungsmöglichkeiten im Unternehmen geprüft“, ergänzt Duphorn abschließend.
WISAG Industrie Service Holding SE Tel.: +49 (0) 69 / 333 97 333 christian.w.mangold@wisag.de www.wisag.de

Bei allen ION-Line Pro- und Ultra-Modellen sorgt eine neue Türkonstruktion mit 3-PunktVerriegelung für eine noch höhere Widerstandsfähigkeit. Bilder: Asecos

Experte klärt über Anforderungen bzw. Normen auf und stellt Lösungen vor
Ob in industriellen Anwendungen, mobilen Geräten oder Power Tools – Lithium-Akkus sind heute unverzichtbar und fest im Arbeitsalltag verankert. Ihre Verwendung bietet viele Vorteile, hat aber auch einen
Nachteil: Bei technischen Defekten oder Beschädigungen können Lithium-Akkus ein Brandrisiko bergen. Kritisch wird es insbesondere beim Ladevorgang. Deshalb sollten die Akkus in speziellen Sicherheitsschränken gelagert und geladen werden.
Mit der zunehmenden Verbreitung von Lithium-Ionen-Akkus stehen immer mehr Unternehmen vor der Frage, wie die Energiespeicher sicher gelagert und geladen werden können. Zwar gelten die Akkus im Normalbetrieb als sicher, doch bei mechanischen Beschädigungen, Defekten oder thermischer Belastung können die Zellen instabil werden – und sich als Folge selbst entzünden.
Dieses Risiko ist insbesondere beim Ladevorgang gegeben: Instabile Akkus können ihre Energie in Form von Wärme abgeben. Durch die zusätzliche Hitzeentwicklung beim Laden kann jedoch der Schmelzpunkt des Lithiums überschritten werden und ein sogenannter Thermal Runa-
way (thermisches Durchgehen) drohen.
Dabei schmilzt ab einer bestimmten, zellabhängigen Temperatur der Separator der Zelle, was zu einem inneren Kurzschluss führt. Die Folge ist eine kurze, aber heftige Kettenreaktion mit benachbarten Zellen.
Angesichts der beschriebenen Risiken ist es entscheidend, frühzeitig geeignete Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Eine zentrale Bedeutung kommt dabei der technischen Infrastruktur zu – insbesondere bei der Lagerung und dem Ladevorgang von Lithium-Akkus. Einen wirksamen Beitrag zum innerbetrieblichen Sicherheits- und Brandschutzkonzept können spezielle Batterieladeschränke leisten – wie etwa die
Modelle der Asecos ION-Line. Sie wurden speziell für das sichere Laden und Lagern von Lithium-Akkus der mittleren Leistungsklasse gemäß VdS 3103: 2019-06(03) entwickelt.
Sicherheitsschränke wie die der IONLine tragen dazu bei, das Risiko eines durch Batterien verursachten Brandes für einen definierten Zeitraum wirksam einzudämmen.
Als Typ-90-Modelle entsprechen sie den baulichen Anforderungen an feuerbeständig abgetrennte Bereiche (F90) und gelten damit als gleichwertige Schutzmaßnahme. Sie bieten somit eine geprüfte und technisch aktuelle Lösung für das sichere Lagern und das kontrollierte Laden der Energiespeicher.
Angesichts des Risikos eines Thermal Runaway ist aber bei einem möglichen Brandereignis im Schrankinneren –insbesondere beim Laden der Akkus –der Schutz der Umgebung entscheidend.
Um hier die nötige Sicherheit zu gewährleisten, sollten Bat terieladeschränke mindestens zwei Brandprüfungen bestehen: eine von außen gemäß DIN EN 14470-1 und eine von innen, etwa an ge lehnt an die DIN EN 1363-1. Diese Nachweise bilden die sicherheitstechnische Basis und sollten vom Hersteller mindestens dokumentiert werden.
Beide Prüfverfahren sind auch Bestandteil der umfassenden Baumusterprüfungen, die die ION-LineModelle erfolgreich durchlaufen haben. Damit bieten die Schränke einen doppelten Brandschutz – sowohl von außen nach innen als auch von innen nach außen.
Konkret bedeutet das: Entsteht ein Brand außerhalb des Schran kes, bleiben die darin gelagerten LithiumAkkus für 90 Minuten vor Überhitzung geschützt. Umgekehrt ist auch die Umgebung für denselben Zeitraum geschützt, falls es im Inneren des Schrankes durch instabile LithiumAkkus zu einem Brand kommen sollte. Diese Zeitspanne ist entscheidend, um Rettungskräfte zu alarmieren und Mitarbeiter zu evakuieren.
Details zur VDMA 24994
Die Modelle ION-Line Pro und Ultra sind zudem nach dem neuen VDMAEinheitsblatt 24994:2024-08 zertifiziert. Seit August 2024 definiert das VDMAEinheitsblatt 24994:2024-08 erstmals einheitliche Prüfanforderungen für feuerwiderstandsfähige Sicherheitsschränke zum sicheren Lagern und
Laden von Lithium-Ionen-Batterien. Gemeinsam mit den etablierten Feuerwiderstandsprüfungen stellt es den aktuellen Stand der Technik für solche Schränke dar. Die neuen, standardisierten Prüf anforderungen legen den Schwer punkt auf die Feuerwiderstandsfähigkeit der Schränke im Falle eines Thermal Runaway der eingelagerten Batterien.
Bei diesem Test wird gezielt ein WorstCase-Szenario erzeugt: Die derzeit energiedichtesten, marktverfügbaren Lithium-Ionen-Batterien werden als Einheit zusammengefasst, in den Schrank eingelagert und kontrolliert in den Zustand des Thermal Runaway gebracht. Dies löst eine Kettenreaktion aus, bei der die Zellen ausgasen, sich entzünden und teilweise explosionsartig zerplatzen –mit kurzfristigen Temperaturen von über 700 Grad Celsius im Schrank. Die Gesamtkonstruktion des Schrankes muss dieser extremen Belastung standhalten, ohne dass Flammen oder Splitter austreten. Nach erfolgreicher Prüfung erfolgt ein Audit der Produktionsstätte. Erst mit dessen Bestehen wird die Zertifizierung vergeben. Nur diese Zertifizierung stellt die Konformität der Prüfung und des Produktes gemäß VDMA 24994:2024-08 sicher. Zertifizierte Schränke wie der ION-Line Pro und Ultra tragen anschließend eine entsprechende Zertifizierungsmarke. Als Teil eines umfassenden Sicherheitsund Brandschutzkonzeptes sollten feuerwider stands fähige Bat terieladeschränke stets mit Branddetektion und Alarmweiterleitung ausgestattet sein. Gerade im unbeaufsichtigten Betrieb – vor allem nachts oder am Wochenende – ist die Weiterleitung von Alarmen an eine zentrale Leitstelle oder an ausgewählte Rufnummern unverzichtbar, um potenzielle Schäden frühzeitig zu erkennen und Rettungskräfte zu alarmieren.
Auch bei der ION-Line gehören Brand-
detektion und Alarmweiterleitung zu den zentralen Sicherheits- und Ausstattungsmerkmalen. Ergänzt werden sie durch einen Transportsockel und schnelllösende Steckverbin dun gen, die im Brandfall eine zügige Evakuierung der Schränke ermöglichen. So können Einsatzkräfte flexibel entscheiden, ob sie den Schrank vor Ort löschen oder dafür ins Freie transportieren. Zusätzlich schalten sich die integrierten Steckdosenleisten bei einem Brand im Schrank automatisch ab – alle Ladevorgänge werden sofort gestoppt, was weitere Hitzeentwicklung verhindert.
Geprüfte, isolierte Fachböden verhindern zudem die Ausbreitung eines Feuers auf weitere Lagerebenen – die sogenannte Propagation – und begrenzen den Brand damit auf einen einzelnen Bereich.
Eine überarbeitete Türkonstruktion mit 3-Punkt-Verriegelung erhöht bei den Pro- und Ultra-Modellen die Widerstandsfähigkeit und reduziert zugleich die Rauchfreisetzung an die Umgebung.
Der ION-Line Ultra, der auch GS-zertifiziert ist, bietet das höchste Sicherheitslevel für das Lagern und Laden von Lithium-Akkus der mittleren Leistungsklasse. Als erster Sicherheitsschrank seiner Art wurde er von der neutralen Zertifizierungsstelle ECB mit der Schutzklasse I/O90 ausgezeichnet –der höchsten Einstufung nach VDMA 24994:2024-08.
Autor: Dipl.-Ing. Sven Sievers, Bereichsleiter Produkt ma na ge ment und -entwicklung, Asecos
asecos GmbH
Tel.: +49 (0) 60 51 / 92 20 -0 info@asecos.com www.asecos.com

Verkehrsbetriebe Karlsruhe statten neue Wartungshalle mit cleveren Schnelllauftoren aus
Wie gut eine erfolgreiche Digitalisierung des gesamten Handwerksbetriebs inklusive der Wartung und Instandhaltung gelingen kann, zeigt das Beispiel der Frigoclim Kälte-Klima GmbH aus Niedernhall-Waldzimmern. Seitdem das baden-württembergische Unternehmen die Handwerkersoftware Streit V.1 von Streit Datentechnik nutzt, hat sich vieles zum Positiven verändert.
Die Halle bietet 24 Stellplätze für Busse, die über je zwölf Ein- und Ausfahrten auf beiden Längsseiten zugänglich sind. Installiert wurden dort 24 EFASST-L Basic-Schnelllauftore. Zusätzlich kom men sechs EFA-SST-L ECO sowie drei Schnelllaufrolltore des Typs EFASRT-L zum Einsatz, zwei davon zwischen Lager und Wartungsbereich. Frank Berger, Fuhrparkleiter bei den VBK, erläutert: „Die Tore öffnen und schließen sehr schnell. Geplant ist eine Offenhaltezeit von fünf bis sechs Sekunden.“
An die Halle schließen seitlich Wartungsbereiche für Nutzfahrzeuge und Lkw an, die ebenfalls mit jeweils vier Schnelllauftoren ausgerüstet wurden. Damit sind alle Hauptbereiche der
Werkstatt mit gleichen technischen Standards ausgestattet.
Für die separate Waschhalle mit 540 Quadratmetern Grundfläche wurden
vier Tore mit Behangkästen und Zargen aus Edelstahl vorgesehen. „Diese Tore sind wegen der permanenten Feuch tig keit in der Halle mit Behang-

Die Verkehrsbetriebe Karlsruhe und die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft gehören zum Karlsruher Verkehrsverbund (KVV), dem drittgrößten Verkehrsverbund in Baden-Württemberg. Er ist mit rund 30 Verkehrsunternehmen der Mobilitätsdienstleister am Oberrhein. Bild: Paul Gärtner/KVV
kästen und Zargen aus Edelstahl versehen“, so Architekt Rüdiger Prestel vom Ingenieurbüro Eberhard, der die Planung verantwortete.
Auch der Einbau wich vom Standard ab. „Sie wurden vor der Endbeschichtung des Bodens schwe bend eingebaut. Das ist keine Standardeinbausituation. Aber man hat ganz deutlich gemerkt, dass der Außendienstmitarbeiter richtig Spaß daran hatte, sich eine kundenorientierte Lösung einfallen zu lassen“, berichtet Prestel. Die Integration der Toranlagen in die Hallenkonstruktion erfolgte mithilfe digitaler Modelle. „Wir konnten die BIM-Modelle (Buil ding Information Modeling) von der Grundstruktur über die Zarge bis hin zum Abschlussschwert gut einsetzen“, erklärt Prestel. Durch diese Unterlagen ließ sich die Koordination zwischen den Gewerken erleichtern.
Die inneren Trennungen zwi schen Lager und Wartungsbereich verhindern Wärmeverluste. „Wenn das äußere Tor zum Lager geöffnet wird, würde es ohne die Zwischentore in den Wartungsbereichen sehr schnell kalt werden“, erläutert Liza Davis. Sie arbeitet bei der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft Karlsruhe im Bereich Infrastruktur und ist dort als Projektleiterin für den Bau der Wartungshalle verant-

In einem separaten Nebengebäude befindet sich eine 540 Quadratmeter große Waschhalle, die mit vier Schnelllauftoren ausgestattet wurde. „Diese Tore sind wegen der permanenten Feuchtigkeit in der Halle mit Behangkästen und Zargen aus Edelstahl versehen“, erklärt Rüdiger Prestel vom Ingenieurbüro Eberhard.
Bilder: Efaflex
wortlich. Über die Montage zieht sie ebenfalls eine positive Bilanz: „Die Montage hat sehr gut funktioniert und die Techniker waren immer freundlich.“
Die neue Halle wurde zudem auf künftige Antriebstechnologien ausgelegt. „Wir haben Dacharbeitsstände für Elektrobusse. Aber auf Busse mit Wasserstoffantrieb sind wir bereits ebenso vorbereitet“, sagt Berger.
Für diesen Zweck sind die Torsteuerungen mit der Gebäudeleittechnik verbunden. „Die Torsteuerungen sind in

diesem Zusammenhang auf die Gebäudeleittechnik und ganz speziell auf die Gaswarnanlage aufgeschaltet. Haben wir Gas in der Halle, öffnen die Tore sofort zum Entlüften des Gebäudes“, so Davis.
Zum Einsatz kommt die EFA-TronicTorsteuerung, die standardmäßig mit Hauptschalter, Folientastatur sowie Vakuum-Fluoreszenz-Display für Funktions- und Diagnoseanzeigen ausgestattet ist. Darüber hinaus sind Varianten wie die kompakte EFA-Tronic Light oder die Ausführung im Stahlgehäuse (EFA-Tronic Professional) verfügbar. Damit kann die Steuerung an die jeweilige Einbausituation und Belastung angepasst werden.
EFAFLEX Tor- und Sicherheitssysteme
GmbH & Co. KG
Tel.: +49 (0) 87 65 / 82 -0 info@efaflex.com www.efaflex.de
Frank König ist seit Januar 2024 gemeinsam mit Dirk Manniegel Geschäftsführer des Bereichs Technische Dienstleistungen bei Piepenbrock und spricht im Interview über seine Erfahrungen, Zielsetzungen und bevorstehenden Projekte. Bild: Piepenbrock

Piepenbrock baut technische Dienstleistungen bundesweit aus und stärkt neue Standorte
Im Januar 2024 hat Piepenbrock seinen Bereich Technische Dienstleistungen um zwei erfahrene Geschäftsführer verstärkt. Im Interview spricht Frank König – der gemeinsam mit Dirk Manniegel die Führungsspitze des Geschäftsbereichs bildet – über seine bisherige Zeit beim Gebäudedienstleister, die Zielsetzungen im technischen Bereich und bevorstehende Höhepunkte.
Seit Januar 2024 gehören Sie zur Geschäftsführung der technischen Dienstleistungen bei Piepenbrock. Wie haben Sie diese Zeit erlebt?
Nach über 20 Jahren in einem anderen Unternehmen sind Dirk Manniegel und ich im Januar 2024 als Geschäftsführer bei Piepenbrock gemeinsam neu durchgestartet. Wir haben die Zeit bisher als sehr intensiv wahrgenommen und uns ein internes Netzwerk aufgebaut.
Piepenbrock legt großen Wert darauf, dass die Funktionsträger neben ihrer eigenen Niederlassung den Unterneh-
menssitz in Osnabrück persönlich kennenlernen.
In einem 14-tägigen Onboarding haben wir uns ein Bild von allen wesentlichen Ansprechpartnern und Abteilungen gemacht, interne Unternehmensstrukturen kennengelernt und Schnittstellen identifiziert.
Bei Besuchen vor Ort haben wir uns intensiv mit unseren Kolle gen aus den Instand hal tungs zentren der verschiedenen Regionen in Bremen, Sindelfingen, Frickenhausen, Regensburg und München sowie mit den Tochterunternehmen ausgetauscht. Für uns waren
es wichtige Monate des Kennenlernens und der Eigenanalyse, wie wir unsere Ziele im Segment Technische Dienstleistungen erreichen können.
Welche Ziele verfolgt Piepenbrock hinsichtlich seiner technischen Dienstleistungen?
Im technischen Dienstleistungsbereich verfolgen wir Ziele aus unserer Unternehmensstrategie. Unser übergeordnetes Ziel ist es, die technischen Dienstleistungen innerhalb der Unternehmensgruppe in der Flächenorganisation auszubauen.
Wir möchten unser Portfolio in den Teilgebieten Instandhaltung, Industriereinigung und Gebäudetechnik bundesweit weiterentwickeln und unseren Kunden flächendeckend ein qualitativ hochwertiges Produkt anbieten. Zudem wollen wir unsere regionale Präsenz stärken und unsere Eigenleistungstiefe optimieren.
Welche Maßnahmen ergreift Piepenbrock, um diese Ziele zu erreichen? Kunden verlangen vermehrt integrierte Services: Wir nutzen bestehende Partnerschaften, um im Techniksegment stärker zu wachsen. Von uns erhalten Auftraggeber verschiedene Gebäudedienstleistungen aus einer Hand. Mit neuen Niederlassungen und erweiterten technischen Leistungen können wir uns ein starkes, überregionales Netzwerk aufbauen. Dabei setzen wir unter anderem auch auf die Kompetenzen unserer Tochterunternehmen.
Die Langfristigkeit einer Auftragsbeziehung im Facility Management hängt neben der Dienstleis tung von den eingesetzten Personen und ihrer Qualifikation ab. Um mehr Eigenleistungen anbieten zu können, stellen wir technische Fachkräfte in unseren bundesweiten Einheiten ein. Gerade in meisterpflichtigen Disziplinen wie zum Beispiel der Elektrotechnik sind gut ausgebildete und qualifizierte Mitarbeiter die Voraussetzung für gute Leistungen mit eigener Manpower.
Im April 2024 feierten Sie die Eröffnung der neuen Niederlassung in Bochum. Welche Bedeutung hat der Standort für den technischen Bereich?
Am Standort in Bochum werden sämtliche Steuerungsfunktionen unserer bundesweit agierenden technischen Einheiten gebündelt. Daraus ergeben sich wichtige Schnittstellen zu verschiedenen Abteilungen innerhalb der
Unternehmensgruppe. In der neuen Niederlassung sitzen neben Dirk Manniegel und mir als Geschäftsführer wesentliche Funktionsträger für den technischen Dienstleistungsbereich.
Seit dem 1. Oktober 2024 verantwortet eine Kollegin die dezentrale kaufmännische Steuerung als Schnittstelle zum zentralen Controlling am Hauptsitz in Osnabrück. Sie prüft die Qualität bei der technischen Auftragsausführung und dokumentiert Reklamationen, Abweichungen und Beschwerden. Mit ihr gestartet ist ein Kollege, der die technische Auftragssteuerung vom Standort Bochum aus übernimmt. Unser strate gischer Facheinkäufer Technische Dienstleistungen schließt ganzheitliche, flächendeckende Rahmenverträge mit verschie denen Partnern.
Er ist eng verzahnt mit den technischen Niederlassungen und den Führungskräften der Tochterunternehmen. Damit besetzt er die Schnittstelle zum Zentraleinkauf. In der Gebäudetechnik sind wir eng vernetzt mit den Kollegen aus dem Piepenbrock Facility Management, die integrierte Aufträge bearbeiten.
Wie gestaltet sich die Aufgabenverteilung zwischen Ihnen und Ihrem Kollegen Dirk Manniegel?
Meine Aufgabe als Geschäftsführer ist es, den Betrieb für die technischen Dienstleistungen weiterzuentwickeln. Das umfasst die Qualität unserer Auftragsausführung, die Kundenbetreuung, die Personalbestellung sowie die Planung neuer technischer Niederlassungen im Bundesgebiet.
Dirk Manniegel ist hingegen für den Vertrieb zuständig. Er steuert die Regionalen Sales Manager und vertrieblichen Aktivitäten in Zusammenarbeit mit der zentralen Kalkulationsabteilung und als Schnittstelle zum Vertrieb am Unternehmenssitz in Osnabrück. Dabei arbeiten wir eng zusammen und
unterstützen uns im Fachbereich des jeweils anderen.
Was sind die nächsten Highlights? Im Jahr 2025 haben wir bereits eine neue Niederlassung der technischen Dienstleistungen eröffnet, weitere Standorte werden folgen. Damit erweitern wir unsere regionale Präsenz und verstärken unseren Geschäftsbereich.
Unser Tochterunternehmen Häckel GmbH + Co. Elektro KG in Ulm feierte nach seinem Umzug in ein neues, modernes Gebäude im vergangenen Jahr im März das 100-jährige Jubiläum. Wir wollen uns in der Positionierung und Marktwahrnehmung noch stärker zu einem Multi-Service-Dienstleister entwickeln – insbesondere im Bereich Technische Dienstleis tungen. Die ersten Pflöcke auf diesem Weg haben wir bereits eingeschlagen.
Piepenbrock Technische Dienstleistungen GmbH www.piepenbrock.de

Über die Zusammenarbeit von Mensch und KI in der Instandhaltung
Künstliche Intelligenz, digitale Zwillinge und prädiktive Analytik verändern die industrielle Instandhaltung rasant. Doch eine neue weltweite Umfrage zeigt: Ohne das Wissen erfahrener Fachkräfte lassen sich die Potenziale moderner Systeme nicht ausschöpfen.
Die industrielle Instandhaltung steht an einem Wendepunkt. Systeme des Enterprise Asset Management (EAM) haben sich von reinen Datenarchiven zu dynamischen Prognoseinstrumenten entwickelt.
Deutlich gestiegenes Interesse an ...
Möglich wird dies durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz, maschinellem Lernen und digi talen Zwillingen. Diese Technologien analysieren Daten in Echtzeit, erkennen Muster und liefern Handlungsempfehlungen, die weit über klassische Instandhaltungsstrategien hinausgehen.
Laut der Befragung von mehr als 200 Instandhaltungsfachleuten weltweit im Rahmen des EAM-Trendreports von
Ultimo stieg das Interesse an kontextbezogener Intelligenz innerhalb von zwei Jahren um 750 Prozent: Während 2023 nur acht Prozent der Befragten diese als entscheidend einstuften, sind es heute 68 Prozent.
... Next-Generation-Technologien
Auch andere Technologien ge winnen an Bedeutung: Automatisierung und Robotik werden inzwischen von fast der Hälfte der Teilnehmenden als wegweisend betrachtet, das Interesse an digitalen Zwillingen hat sich mehr als verdoppelt.
Trotz dieser Dynamik bleibt der Mangel an qualifiziertem Personal die größte Hürde. 63 Prozent der Befragten nannten die alternde Belegschaft
als kritisches Problem für ihre Instandhaltungsstrategie.
Der Engpass:
Die fehlenden Fachkräfte
Die Rekrutierung erfahrener Fachkräfte erwies sich für die Hälfte der Unternehmen im letzten Jahr als größte Herausforderung. Zudem gaben 49 Prozent an, nicht über das nötige Know-how zu verfügen, um KI und prädiktive Modelle wirksam einzusetzen.
„Von globaler Instabilität bis hin zu sich wandelnden Vorschriften – sozioökonomische und politische Veränderungen sorgen branchenübergreifend für Un sicherheit. Daher ist Agilität dieser Tage entscheidend“, betont in diesem
Zusammenhang Berend Booms, Leiter EAM Insights bei Ultimo, und ergänzt: „EAM kann dabei als Katalysator für Innovation dienen. Das Internet der Dinge, künstliche Intelligenz, maschinelles Lernen, digitale Zwillinge und prädiktive Analytik verändern die Industrie rasant. Sie ermöglichen intelligentere Entscheidungen sowie höhere Effizienz und bieten somit einen klaren Wettbewerbsvorteil.“
EAM: Das strategische Werkzeug ...
Das EAM hat sich also im Laufe der Zeit deutlich verändert, was unter anderem darauf zurückzuführen ist, dass für die Instandhaltung relevante Daten in Echtzeit zur Verfügung stehen und ausgewertet werden können.
Das EAM hat sich in der Folge vom statischen Datenarchiv zum vorausschauenden Analysewerkzeug entwickelt, das mit dem Einsatz von KI und IoTTechnologien und mithilfe von prädiktiven Modellen die Instandhalter unterstützt – etwa bei der frühzeitigen Erkennung wiederkehrender Störungen oder der gezielten Optimierung von Arbeitsabläufen oder Wartungen. Das EAM fungiert also als strategischer Berater, der die Effizienz steigert, Ausfallzeiten verhindert und die Rentabilität jedes Instand haltungsbudgets maximiert.
Die strategische Funktion des EAM zeigt sich auch in der wachsenden Bedeutung dieser prädiktiven Systeme: Seit der Umfrage im Jahr 2023 hat sich die wahrgenommene Auswirkung solcher Modelle laut Trendbericht 2025 verdreifacht – ein klarer Hinweis darauf, dass ihr Praxisnutzen zunehmend erkannt wird.
Dennoch gibt es Hürden: Fast die Hälfte der Befragten (49 Prozent) nennt ein mangelndes Fachwissen im Unternehmen als zentrales Hindernis für die Einführung solch fortschrittlicher Technologien.

Auf die Frage, welche Innovationen den größten positiven Einfluss auf ihre Instandhaltungs- und Geschäftsprozesse haben werden, nannten die Befragten vor allem kontextbezogene Intelligenz (68 Prozent, zuvor nur 8 Prozent), Automatisierung und Robotik (49 Prozent, 2023: 36 Prozent) und maschinelles Lernen (41 Prozent, 2023: 35 Prozent). Das Interesse an digitalen Zwillingen hat sich seit der letzten Umfrage im Jahr 2023 (16 Prozent) mehr als verdoppelt und liegt jetzt bei 40 Prozent. Bild: KI-generiert
Diese Kompetenzlücke zeigt, dass die digitale Transformation der Instandhaltung nicht allein eine Frage der Technologie ist. Denn so digital die Zukunft auch sein mag, sie wird weiterhin von Menschen gesteuert.
... auch zur Erreichung von Nachhaltigkeit
Auf einen weiteren wichtigen Aspekt in diesem Zusammenhang verweist Malavika Tohani, Research Director Industrial Transformation beim Forschungs- und Beratungsunternehmen Verdantix, im Ultimo Trendbericht: „EAM ist nicht mehr nur ein Werkzeug zur Verbesserung der Betriebszeit und der Effizienz, sondern ein grundlegender Hebel zur Erreichung von Umwelt-, Sozial- und Governance-Zielen (ESG).
Die Expertin ergänzt: „In dem Maße, in dem sich die rechtlichen Rahmen bedin gungen ändern und die Erwartungen der Interessengruppen steigen, befinden sich die Instandhaltungsverantwortlichen im Zentrum industrieller Nachhaltigkeitsstrategien.“ Übrigens: Der EAM-Trendreport steht zum Download bereit unter: https://www.ultimo.com/de/ trendbericht-zur-industrielleninstandhaltung-2025
IFS Ultimo GmbH
Tel.: +49 (0) 281 / 942 69 938 info@ultimo.com www.ultimo.com/de/

Wie Delcotex bei der Druckluft mit modernen Turbokompressoren Energie einspart
Wenn Schussfäden mit 300 Stundenkilometern durch die Luft geschossen werden, dann läuft bei Delcotex in Bielefeld eine Luftwebmaschine auf Hochtouren. Damit aus feinen Garnen hochfeste Textilien entstehen, braucht es aber nicht nur Präzision, sondern auch Unmengen an Druckluft – und die muss absolut ölfrei sein. Mit den Turbokompressoren T 220 von Boge hat Delcotex nun eine Lösung gefunden, die die Produktion effizienter, zuverlässiger und nachhaltiger macht.
Delcotex ist kein junges Startup, sondern blickt auf eine rund 300 Jahre lange Firmengeschichte zurück. Bereits 1722 gründete Johann Caspar Delius in Bielefeld eine Leinenhandlung. Aus der handwerklichen Tradition entwickelte sich über die Zeit hinweg ein moderner Textilkonzern: Während die Mutter gesellschaft Delius bis heute Dekorations- und Möbelstoffe herstellt, hat sich Delcotex seit 2002 auf technische Textilien spezialisiert. Das Unternehmen gilt als Marktführer in Europa, produziert mit mehr als 100 Webmaschinen auf 25.000 Quadratmetern Produktionsfläche und beschäftigt rund 180 Mitarbeiter. Das Herz der Produktion dieser techni-
schen Textilien sind die Luftwebmaschinen, in denen mithilfe komplexer Technologien das auf die jeweilige Kundenanforderung spezialisierte Gewebe entsteht. Dabei werden Kettfaden und Schussfaden miteinander verkreuzt.
Hintergrund: Die Kettfäden bilden das Gerüst und laufen parallel zur Webkante, der Schussfaden wird quer eingewebt beziehungsweise eingeschossen. Während die Schussfäden bei Greiferwebmaschinen mit mechanischen Elementen transportiert werden, schießt bei der Luftwebmaschine ein Luftstrom diese Fäden von einer Webkante zur anderen – eben mit rund 300 Stundenkilometern. Über mo der ne
Ventiltechnologie wird dabei die Luftzufuhr gesteuert.
„Mit unseren Luftwebmaschinen lässt sich auch sehr feines Garn sehr schnell verarbeiten“, sagt Lutz Burghoff, Bereichsleiter Operations and Technology bei Delcotex. „Wir erreichen damit über 1.000 Schusseinträge pro Minute.“
Der Einsatz dieser Technologie in der Textilherstellung geht allerdings mit einem hohen Bedarf an Druckluft einher – und diese muss auch noch von hoher Qualität und ölfrei sein.
Dabei ist zu berücksichtigen, dass Druckluft sehr kostenintensiv ist. Genau deswegen lag und liegt der Fokus von Delcotex auf der Verwendung leistungsstarker und energieeffi-
zienter Kompressoren. „Wir hatten zunächst ölfreie Schraubenkompressoren mit einer Leistung von je 500 kW von einem anderen Hersteller im Einsatz“, erinnert sich Burghoff. „Allerdings standen wir vor der Entscheidung, die vorhandenen Maschinen einer Generalüberholung zu unterziehen oder in neue, effizientere Kompressoren zu investieren. Aufgrund der lokalen Nähe kamen wir natürlich auch mit Boge ins Gespräch.“
Die Technik im Detail
Der ebenfalls im Stadtteil Jöllenbeck in Bielefeld ansässige Kompressorenhersteller empfahl daraufhin den Ersatz der Schraubenkompressoren durch Turbokompressoren des Typs T 220. Diese Kompressoren liefern ölfreie Druckluft der Klasse 0 und Delcotex versprach sich von diesen T-Modellen eine deutliche Steigerung der Energieeffizienz und Senkung der Betriebskosten – wichtig, denn der Betrieb läuft in drei Schichten. Die Experten von Boge sollten recht behalten: Nachdem der erste T 220 durch Effizienz, Langlebigkeit und Betriebssicherheit überzeugte, entschied sich der Textilher-

Der T 220 ist auf den ersten Blick kleiner als die Vorgänger – nur halb so groß und ein Drittel so schwer wie vergleichbare Schraubenkompressoren. Möglich macht das die konsequent reduzierte Konstruktion mit luftgelagerten Antriebswellen, die sich selbst stabilisieren. Schmierstoffe sind nicht nötig, was Ausfälle reduziert und Wartungskosten minimiert. Auch die Zahlen sprechen für sich: Drehzahlen jenseits von 100.000 Umdrehungen pro Minute, Liefermengen bis zu 40 Kubikmeter pro Minute und eine Nennleistung von 220 kW. Bilder: Boge
steller für den Einsatz von zwei weiteren T 220, die bei einem Druck von 7,6

bar einen Druckluftbedarf von 90 Kubikmetern in der Minute abdecken. Laut Kompressorenhersteller wartet die T-Baureihe mit einem innovativen Antriebskonzept, einer Reduzierung von Bauteilen, dem Einsatz von energieeffizienten Permanentmagnetmotoren und einer mehrstufigen dynamischen Verdichtung auf.
Eine weitere Besonderheit: Da die Antriebswellen luftgelagert sind und sich selbst stabilisieren, benöti gen sie weder zusätzliche Energie noch Schmierstoffe. Dabei garantiert die Technik einen verschleißarmen Betrieb, wie der Hersteller betont. Der völlige Verzicht auf Öl und Schmierstoffe führt zu einer Produktion von absolut ölfreier Druckluft. Dies ist ein großer Vorteil beispielsweise gegenüber ölfreien Schrauben-
kompressoren, die zwar ölfrei verdichten, aber dennoch nicht ohne einen Ölkreislauf zur Schmierung des Getriebes auskommen. Der T 220 dagegen benötigt nach Angaben der Entwickler keinen Tropfen Öl und ist damit für hygienisch sensible Prozesse ideal. Der Hersteller hebt zudem die Effizienz des Turbokompressors hervor: Die Aufteilung auf drei Verdichterstufen führt zu einer Minimierung der Verdichtungstemperaturen und Begrenzung der mechanischen Verluste. Die aus Titan gefertigten Impeller tragen außerdem zur hohen Effizienzausbeute bei. So lassen sich Drehzahlen jenseits von 100.000 Umdrehungen realisieren. Konkret erzeugt der Turbokompressor T 220 mit einer Nennleistung von 220 kW ölfreie Druckluft zwischen 5 und 8,5 bar und eine Liefermenge bis zu 40 Kubikmetern in der Minute.
Da auf sämtliche Bauteile eines Ölkreislaufs verzichtet werden kann und Permanentmagnetmotoren außerdem sehr kompakt sind, punktet der T 220 zudem durch ein deutlich reduziertes
Gewicht und eine verringerte Baugröße im Vergleich zu ölfreien Schraubenkompressoren: Er ist laut Boge nur halb so groß und bringt nur ein Drittel des Gewichts auf die Waage. Durch die kompakte Bauweise eignen sich die Turbokompressoren deshalb auch für den Einsatz in beengten Platzverhältnissen, was auch bei Delcotex ein großer Vorteil war.
Die schlanken Kompressoren punkten im Praxiseinsatz auch mit ihrer Energieeffizienz. Besonders deut lich wird dies bei der spezifischen Leistungsaufnahme. Mit dem Ersatz der ölfreien Schrau ben kom p res so ren durch die Turbokom pres soren konnte Del cotex im merhin bis zu 35 Prozent Energie einsparen.
Darüber hinaus ermöglichen die Modelle eine leistungsfähige Wärmerückgewinnung. Die Wärme aus dem Druckluftprozess wird über Kühler an das Prozesswasser abgegeben und kann dieses bis auf 90 Grad Celsius erwärmen. Anschließend steht das Wasser für eine weitere Nutzung zur Verfügung.

„Die Turbokompressoren bringen bereits die Voraussetzung für die umfangreiche Nutzung der Wärme mit“, so Lutz Burghoff. „Auch wenn wir diese Option derzeit noch nicht nutzen, ist es sehr vorteilhaft, keine baulichen Veränderungen durchführen zu müssen, wenn wir mit der Wärmerückgewinnung starten möchten.“ Damit sind dann Einsparpo ten ziale von bis zu 90 Prozent erzielbar.
Beim Einsatz der T 220 Turbokompressoren profitiert Delcotex zudem von der intelligenten über geord neten Steuerung Boge Airtelligence Provis 3. Damit lässt sich laut Hersteller eine unbegrenzte Anzahl an Kompressoren, Druckluftnetzen und Zubehörkomponenten vorausschauend und verbrauchsabhängig steuern und verwalten.
Mit den integrierten 3-Level-Frequenzumrichtern kann der Volumenstrom stufenlos an den Bedarf angepasst werden. „So laufen die Kompressoren ihrer Leistungskurve entsprechend immer optimal“, erklärt Lutz Burghoff und ergänzt: „Wir kön nen die Drucklufterzeugung beispielsweise anpassen, wenn eine Ma schine umgerüstet werden muss und daher stillsteht.“
BOGE KOMPRESSOREN
Otto Boge GmbH & Co. KG
Tel.: +49 (0) 52 06 / 601 -0
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Kälteerzeugung plus Wärmepumpe überzeugt im Industrieeinsatz
Wärmepumpen und die Kopplung mehrerer temperaturgeführter Prozesse mit dem Ziel der Effizienzsteigerung und Energiekostensenkung – das sind zwei zentrale Trends in der Heizungs- und auch Kältetechnik. L&R Kältetechnik hat bereits einige derartiger Projekte realisiert – zum Beispiel bei einem südwestfälischen Automobilzulieferer. Er nutzt jetzt eine ebenso innovative wie energieeffiziente Art der Hydraulikkühlung von Kunststoff-Spritzgießanlagen – als Kombination von Freikühlern mit einer Wärmepumpe. Der Freikühler sorgt für die nötige Kühlung, und im Rückkühlkreislauf wird das erwärmte Wasser zusätzlich mit einer Wärmepumpe „geboos tert“, die Wärme für Heizzwecke und Warmwasser bereitstellt. Dieses Konzept zeichnet sich durch hohe Energieeffizienz aus – und der Anwender senkt seine CO 2 -Emissionen.
In der industriellen Kältetechnik gibt es viele Hebel zur Effizienzsteigerung und Energieeinsparung. Bei den Kälteanlagen selbst sind drehzahlgeregelte Antriebe und eine gleitende Kondensationstemperaturregelung in Abhängigkeit von der Umgebungstemperatur gute Beispiele.
Blickt man über die Anlagen hinaus, bietet die Freikühlung – d.h. der Bezug der für die Rückkühlung nötigen Kälte aus der Umgebung – sehr große Möglichkeiten zur Energieeinsparung.
Ebenso sinnvoll ist die Nutzung der (Ab-)Wärme, die in der Kälteerzeugung anfällt, für andere Prozesse, in denen die Wärme gebraucht wird. Das kann die Gebäudeheizung sein (im Winter), die Warmwasserbereitung (ganzjährig) oder ein wärmegeführter Produktionsprozess im Unternehmen.
Wärmepumpe als „Booster“
Diese Art der kombinierten Wärme- und Kälteerzeugung bzw. Kältenutzung
kommt häufig selbst dann nicht zur Anwendung, wenn sie mit vergleichsweise überschaubarem Aufwand zu realisieren wäre – und über Jahre tagtäglich großen Nutzen in Form von Kosten- und Energieeinsparung sowie CO2-Minderung bringen würde.
Mit der Verpflichtung der Unternehmen, die Wärmeströme zu erfassen (Stichwort Abwärmekataster), rückt diese Möglichkeit aber jetzt stärker in den Blick. Eine Wärmepumpe ist oftmals gut geeignet, die Abwärme auf ein anderes
Temperaturniveau zu bringen, um die Wärme somit „nutzbar“ zu machen. Hier kann ein Temperaturhub auf bis zu 90 Grad Celsius erreicht werden.
Eine solche Lösung hat L&R Kältetechnik jetzt bei einem Automobilzulieferer verwirklicht. Allerdings gilt: Je höher die benötigte Wassertemperatur ist, desto unwirtschaftlicher ist das System. Deswegen planen die Ingenieure der L&R oftmals auch die angrenzende Wärmenutzung mit, um mit geringeren Warmwassertemperaturen zurechtzukommen.
Der Zulieferer entwickelt und fertigt elektrotechnische und Elektronikkomponenten wie Sensoren und Verbindungselemente. Zur Produktion gehört eine Spritzgießerei, die überwiegend langlebige Gehäuse für die gefertigten Produkte erzeugt.
Die Spritzgießanlagen müssen mit Kälte für die Kühlung des Hydraulikkreislaufs versorgt werden. Eine exakte Temperaturführung gehört zu den Voraussetzungen für das gleichbleibende Qualitätsniveau der Produkte, das die Kunden (mit Recht) fordern. Und weil für das Unternehmen sowohl die Nachhaltigkeit als auch die Energieund Kosteneffizienz – hier stehen Automobilzulieferer unter hohem Druck –eine wichtige Rolle spielen, soll die ent-
sprechende Kälte mit möglichst geringem Energieaufwand und minimalem CO2-Fußabdruck erzeugt und bereitgestellt werden.
Die Kombination macht’s
Unter diesen Maßgaben projektierten die Experten von L&R Kältetechnik eine Lösung für die Hydraulikkühlung. Dabei machten sie sich zunutze, dass bereits ein Freikühlsystem vorhanden war, das auch ganzjährig einsetzbar ist, weil die Hydraulikkühlung, die eine Kühlleistung von 2.000 kW aufweist, „nur“ ein relativ hohes gesichertes Temperaturniveau von 30 Grad Celsius benötigt. Somit kann die für die Rückkühlung des Kühlmediums (Wasser) benötigte Kälte zum Nulltarif – und ohne CO2-Emissionen – aus der Umgebungsluft erzeugt werden.
Diese Art der Rückkühlung wurde mit einer Wärmepumpe kombiniert, deren Hauptkomponenten und auch Funktionen aber grundsätzlich denen einer L&R-Kälteanlage entsprechen.
Der zentrale Unterschied zu einer konventionellen Lösung für die Hydraulikkühlung besteht darin, dass die Anlage Wärme auf einem beachtlichen Temperaturlevel von bis zu 65 Grad Celsius für den Heizkreislauf des Betriebs bereit-
Die Effizienz einer Wärmepumpe – auch im Vergleich zu anderen Lösungen –lässt sich am „Coefficient of Performance“ (COP) ablesen, der für jedes Wärmepumpenprojekt ermittelt wird bzw. ganz einfach ermittelt werden kann. Der COP gibt das Verhältnis der durch die Wärmepumpe erzeugten Wärme zu der dazu nötigen Antriebsenergie (Strom) an. Er misst somit, wie viele Einheiten Wärme eine Wärmepumpe aus einer Einheit Strom erzeugen und in den Heizkreislauf abgeben kann. Im hier vorgestellten konkreten Fall heißt das: Mit einer Verdichter-Antriebsleistung von 141,6 kW kann eine Wärmeleistung von 540 kW er-zeugt werden. Pro Kilowatt elektrischer Leistung als „Input“ können also 3,81 kW thermische Leistung generiert werden. Das entspricht einem COP-Wert von 3,81 für die Heizleistung – ein sehr guter Wert.
stellt; und das in erheblichen Mengen: Die Wärmeleistung beträgt 540 kW. Auch der Brauchwasserkreislauf wird zusätzlich durch einen speziellen Enthitzer im Kältekreis – mit einem hohen Temperaturniveau mit 64 kW Heizleistung – versorgt. Diesen ganz erheblichen „Temperaturhub“ kann die L&RWärmepumpe laut Hersteller mit hoher Effizienz bereitstellen.
Als Kältemittel kommt hier – unter den Vorgaben der F-Gase-Verordnung – das Low-GWP-Kältemittel R 1234ze mit einem GWP (Global Warming Potential)-Wert von 7 zum Einsatz. Die Verdampfer- und Heizungspumpen sind mit drehzahlgeregelten Antrieben ausgestattet und arbeiten stets bedarfsgerecht.
Einen großen Beitrag zum energiesparenden Betrieb der kombinierten Kälte/Wärmeanlage leistet auch die Steuerungstechnik, die L&R grundsätzlich im eigenen Haus projektiert. Das gilt für die Elektroanlage einschließlich Schaltschrankbau sowie für die Programmierung der Steuerung (SPS).
Natürlich verbraucht die neue Kälte-/ Wärmeanlage Strom für den Betrieb der Wärmepumpe. Sie muss aber nur den „Temperaturhub“ bewältigen, und je nach Herkunft des Stroms kommen erheblich weniger (im besten Fall gar keine) fossilen und damit begrenzt verfügbaren Energiequellen zum Einsatz. Und perspektivisch wird der Gaspreis stärker steigen als der Strompreis.
L&R Kältetechnik GmbH & Co. KG Tel.: +49 (0) 29 35 / 96 52 -0 info@lr-kaelte.de www.lr-kaelte.de

Wie Piepenbrock die Instandhaltung für H.B. Fuller in Nienburg abwickelt
„Wir erhöhen die Standards bei innovativen Klebstoffen“ – dieses Ziel verfolgt der amerikanische Konzern H.B. Fuller mit 8.000 Mitarbeitern an 73 Standorten weltweit. In Nienburg beschäftigt die H.B. Fuller Deutschland Produktions GmbH circa 160 Menschen. Ende 1998 legte der Klebstoffhersteller alle Wartungs- und Instandhaltungsaufgaben für sein Werk Nienburg in die Hände von Piepenbrock – und auch heute noch ist der Dienstleister für das Unternehmen tätig.
Wenn es darum geht, etwas miteinander zu verbinden, bietet H.B. Fuller seinen Kunden die passende innovative Technologie. Neben industriellen Klebund Dichtstoffen stellt der Konzern auch Klebeband- und Etikettenprodukte her. Ob für die Transportindustrie, die Herstellung von Papierstrohhalmen, die kommerzielle Bedachung oder andere Märkte und Produkte: Die Klebstoffe von H.B. Fuller sind ein wesentlicher Bestandteil von diversen Endprodukten am Markt.
In Nienburg (Weser), am größten europäischen Produktionswerk der Konzerngruppe, werden jährlich mehr als 50.000 Tonnen Klebstoffe und Vorprodukte hergestellt. Das Gelände ist 62.000 Quadratmeter groß und dort greifen verschiedene Produktions-
schritte ineinander: Es gibt mehrere Produktionshallen mit Werkstatt, Werkstoffbereich, Rohstofflager und Fertigwarenlager zum Kommissionieren, eine Verwaltung, ein Labor, Sozialgebäude, eine Containerwaschanlage sowie weitere Infrastrukturanlagen. Beim Thema Instandhaltung vertraut das Unternehmen in Nienburg auf die langjährige Partnerschaft mit Piepenbrock – und das schon seit über 25 Jahren.
Ausgelagerte Instandhaltung seit 1998
Bereits im Jahr 1998 entschied sich H.B. Fuller dazu, die Instandhaltung an seinen deutschen Standorten auszugliedern. Nach Gesprächen mit verschiedenen Anbietern konnte Piepenbrock
mit seinem durchdachten Konzept überzeugen. Seitdem übernimmt der Dienstleister die Instandhaltung in Nienburg.
Zurzeit sind 18 Kollegen des Industriedienstleisters dort im Einsatz: an Werktagen von 6 bis 16 Uhr. Wann welche Aufgaben zu erledigen sind, stimmen sie mit der Arbeitsvorbereitung des Klebstoffherstellers ab. Zum Team gehören Schlosser, Elektriker und Schlosserhelfer, ein Stützpunktleiter, Vorarbeiter und Meister.
Ihre Aufgaben sind vielseitig: Ne ben Wartungen, Reparaturen, Inspektionen und qualitätsbedingten Reinigungen der Anlagen kümmert sich der Dienstleister um das Gebäudemanagement, führt selbst kleine Projekte durch und unterstützt die Kollegen
von H.B. Fuller bei Großprojekten. „Mit unserer Dienstleistung sorgen wir dafür, dass Maschinen und Anlagen langfristig und umweltgerecht laufen oder nach Störungen wieder funktionieren – und dadurch der Produktion zur Verfügung stehen“, berichtet Matthias Schimmöller, Niederlassungsleiter Instandhaltung bei Piepenbrock in Bremen.
In puncto Nachhaltigkeit bringen der Klebstoffhersteller und der Dienstleister gemeinsam das Thema Energiemanagement voran. „Damit unsere Produktionsprozesse nach der Instandhaltung reibungslos weiterlaufen können, muss Piepenbrock seine Aufgaben im festgelegten Zeit fenster umsetzen“, erklärt Bernd Wesemann, Production Mainte nance Coordinator und Energiestandortbeauftragter bei H.B. Fuller Deutschland. „Diese Vorgabe erfüllt Piepenbrock zu unserer vollen Zufriedenheit“, lobt Wesemann. Werktags ab 16 Uhr und am Wochenende übernehmen die Piepenbrocker eine Rufbereitschaft. Tritt in diesem Zeitraum eine Störung auf, erhält der diensthabende Elektriker oder Schlosser einen Anruf und ist innerhalb von höchstens 60 Minuten vor Ort.
Arbeitssicherheit durch Schulungen
In einem Chemiewerk wie H.B. Fuller hat Arbeitssicherheit höchste Priorität. „Unsere Mitarbeiter erhalten regelmäßige Schulungen – sowohl durch unsere unternehmenseigene Fachkraft für Arbeitssicherheit als auch durch H.B. Fuller zu ausgewählten Themen wie Arbeitskleidung oder Energie mana ge ment“, berichtet Peter Obenauf, zuständiger Stützpunktleiter Instandhaltung bei Piepenbrock. Ob für Reparaturen und Reinigungen am Mischer, wo Klebstoffkomponenten miteinander vermengt werden, oder der Polymerisationsanlage: Für den Ernstfall gut vorbereitet sein, sei
unerlässlich, weiß Wesemann: „Die Kollegen von Piepenbrock bekommen von uns alle notwendigen Sicherheitsdaten zu den Stoffen, mit denen sie in Kontakt kommen könnten – damit sie gefahrlos an den Maschinen die Wartungen und Reparaturen durchführen können und am Ende ihrer Schicht genauso munter nach Hause gehen, wie sie erschienen sind.“
Neben Arbeitssicherheit legen die Partner großen Wert auf einen verbindlichen Austausch, der die reibungslose Zusammenarbeit begünstigt. Bei einer täglichen Frühbesprechung schauen sich Wesemann und Obenauf mit ihren Kollegen die Vorplanung für die Woche sowie weitere aktuelle Themen an.
Für eine transparente Kommunikation nutzen sie die für Piepenbrock entwickelte Instandhaltungssoftware PIHDAS, über die die gesamte Abwicklung von Personal und Material läuft. „In der Software haben wir alle Anlagen des Kunden nach Standorten erfasst. Stehen zum Beispiel Wartungen oder Reinigungen in Nienburg an, werden uns diese angezeigt. Eine Chronik ermöglicht verschiedene Auswertungen der letzten 25 Jahre“, benennt Obenauf einige Vorteile.
Rückblickend auf ein Vierteljahrhundert Partnerschaft haben sich die Dimensionen im Laufe der Zeit verändert: Nach der Beauftragung als Dienstleister im Jahr 1998 stellte Piepenbrock die Instandhaltung im Werk Nienburg mit seinen eigenen Mitarbeitern neu auf.
Neue Anlagen, neue Aufgaben
„Ich erinnere mich noch gut an die Anfänge – nach einer Einweisung und Schulung durch das H.B. Fuller-Instandhaltungsteam haben wir die Verantwortung für alle Wartungen und Instand haltungen selbst übernommen“, erinnert sich Obenauf, der den
Auftrag seit der ersten Stunde betreut. Auch Wesemann, der in 40 Dienstjahren bei H.B. Fuller verschiedene Positionen bekleidete, kennt Obenauf und seine Kollegen schon seit 25 Jahren. 2012 erweiterte der Klebstoffhersteller seine Technologien um nachhaltige Schmelzklebstoffe. In Nienburg kamen neue Produktionsanlagen dazu und damit auch neue Aufgaben für die Piepenbrocker. „Die Entwicklung in Nienburg führte zu einer Verdopplung unserer Mannschaft – eine ganze Reihe an Mitarbeitern aus den Anfängen ist auch heute noch für den Kunden im Einsatz“, berichtet Schimmöller. Und das nicht zuletzt wegen der verbindlichen und wertschätzen den Kommunikation, weiß Wese mann: „Über die Jahre hinweg hat sich am Standort Nienburg abteilungsübergreifend eine tolle Partnerschaft mit Piepenbrock entwickelt. Mit einem guten kollegialen Verhältnis und Wertschätzung für die Kollegen auf beiden Seiten.“
Diese Zusammenarbeit auf Augenhöhe kann Obenauf nur bestätigen: „Wir werden sogar zur Weihnachtsfeier von H.B. Fuller eingeladen und kommen gerne.“ Beim Blick in die Zukunft sind sich H.B. Fuller und Piepenbrock einig: Man wolle weiterhin so gut zusammenarbeiten, immer offen und fair miteinander kommunizieren, auch in unruhigen Zeiten an einem Strang ziehen – und noch lange die bekannten Gesichter sehen. Mit diesen Vorsätzen kann das nächste Jubiläum kommen.
Autor: Katharina Adam, Piepenbrock Unternehmensgruppe
Piepenbrock Technische Dienstleistungen GmbH www.piepenbrock.de

Mit der iXX-Serie führt Flir eine neue Generation von Wärmebildkameras ein
Mit der neuen iXX-Serie stellt Flir App-fähige Wärmebildkameras vor. Die Geräte kombinieren laut Hersteller moderne Thermografietechnik mit einem flexiblen App-Ökosystem und ermöglichen so vernetzte, standardisierte und intuitive Inspektionen – unabhängig vom Erfahrungsgrad der Anwender. Ein Anwenderbeispiel zeigt, wie dies die Arbeitsabläufe beschleunigt.
„Die meisten Menschen kaufen Smartphones nicht wegen der Hardware, sondern um die Vorteile von Apps und deren Funktionen zu nutzen“, erklärt Rob Milner, Director Business Development von Flir und ergänzt: „Analog dazu wird unsere neue iXX mit dem ACE-Ökosystem zu einer tragbaren Infrarotkamera, auf der Flir- und Drittanbieter-Apps installiert werden können. Kunden profitieren von vereinfachten und schnelleren Arbeitsabläufen, von Un terstützung für unerfahrenere Mitarbeiter und von einfachen Problemlösungen bei Dokumentation, Kommunikation und der Entscheidungsfindung. Mit der iXX ist es sogar möglich, eigene Apps zu erstellen, die den spezifischen Bedürfnissen und Zielen der Nutzer entsprechen.“
Und das ist durchaus notwendig, denn rund 60 Prozent der Wartungsteams berichten von einem Mangel an erfahrenen Thermografen. Flir reagiert darauf einerseits mit einer intuitiven Be-

nutzeroberfläche und an dererseits eben mit den app-geführten Arbeitsabläufen, die selbst Einsteigern präzise Inspektionen ermöglichen.
So unterstützt z.B. eine integrierte Einfüh rungs-App bei der Einarbeitung, sodass auch weniger erfahrene Techniker schnell auf Expertenniveau arbeiten können. Ziel ist es, den Zustand von Anlagen präziser zu beurteilen und Inspektionsprozesse zu vereinheitlichen – unabhängig von der individuellen Erfahrung der Anwender. Ein weiterer entscheidender Vorteil der neuen Serie liegt in der Integration mit der browserbasierten Software Flir Assetlink. Sie ordnet radiometrische Wärmebilder automatisch den jeweiligen Anlagen zu, erleichtert die Berichterstellung und liefert Trendanalysen
zum Anlagenzustand. Wäh rend bei klassischen Arbeitsabläufen bis zur Hälfte der Arbeitszeit auf Berichte entfällt, sinkt dieser Anteil bei vernetzten Prozessen nahezu auf null.
Inspektionen können geplant, analysiert und dokumentiert werden, ohne dass Daten manuell übertragen werden müssen. Hierfür verbinden sich die Kameras per WLAN oder LTE direkt mit der Cloud. Bilder und Messdaten sind damit sofort verfügbar.
Anwender können E-Mails, Nachrichten und sogar Videoanrufe direkt über das Gerät tätigen – ein klarer Vorteil für den Einsatz in dezentralen Teams.
Wie stark sich die neue Technologie auf die Praxis auswirken kann, zeigt das Beispiel von Blackmon Power, einem USamerikanischen Anbieter von Stromqualitäts- und Prüfservices. Das Unternehmen kombiniert die neue Flir i65, ein Modell der iXX-Serie, mit der cloudbasierten Plattform Condoit.
Durch diese Verbindung konnte der Betrieb seine Inspektions- und Berichter-

Die direkte Integration mit der browserbasierten Software Assetlink ordnet die Wärmebilder automatisch in eine hierarchische Anlagenstruktur ein, beschleunigt so Arbeitsabläufe und liefert wichtige Erkenntnisse. Die Kombination aus sicherer Cloudanbindung und zentralem Datenzugriff erleichtert dabei die teamübergreifende Zusammenarbeit, insbesondere in großen Industrieunternehmen oder bei Dienstleistern mit mehreren Standorten. Bei Blackmon Power jedenfalls ist man überzeugt von der Technik. Bilder: Flir

Die iXX ist mit der neuen browserbasierten Flir-Software Assetlink ausgestattet, mit der Benutzer Inspektionen planen, Wärmebilder mit Anlagendaten verknüpfen und Inspektionsberichte erstellen können. Das vereinfacht laut Flir Arbeitsabläufe, verbessert den Zustand der Anlagen und reduziert den Zeitaufwand für die Berichterstellung. Zudem liefert eine Trendvisualisierung Einblicke in den Anlagenzustand, die mit einer einzelnen Momentaufnahme nicht möglich wären.
stellungsprozesse drastisch beschleunigen – von zuvor acht bis zwölf Stunden auf weniger als fünf Minuten. „Die größte Zeitersparnis lag immer in der Backend-Berichterstellung“, erinnert sich Tyler Grant, Projektmanager bei Blackmon Power. „Wir wussten, dass eine fortschrittlichere Wärmebildkamera und Daten-App Zeit und Geld sparen könnte – sowohl für uns als auch für unsere Kunden.“
Getestet wurde die neue Lösung im Kings Mountain Data Center des Betreibers T5 Data Centers. Die Techniker scannen elektrische Verteiler mit der i65 und identifizieren Temperaturabweichungen, die auf lose Verbindungen oder Defekte hindeuten können.
Jeder Scan dauert nur 15 bis 20 Sekunden, wobei die Daten automatisch in die Cloud hochgeladen werden. Früher nahm die Berichterstellung etwa die Hälfte der Arbeitszeit eines Technikers in Anspruch. Mit der Flir-Condoit-Plattform sinkt dieser Zeitaufwand nun gegen null.
„Die Verwendung der i65 und der Condoit-App ist eine echte Revolution“, sagt Tyler. „Ich mache diesen Job jetzt seit über einem Jahrzehnt, und noch nie war er so einfach. Das Berichtswesen hat sich vom Büro komplett vor Ort ver-
lagert. Was früher zwölf Stunden gedauert hat, ist jetzt in fünf Minuten erledigt.“ Durch die direkte Cloudanbindung sind keine SD-Karten, Tabellenkalkulationen oder manuellen Uploads mehr nötig. Außendienstteams, Ingenieure und Kunden können in Echtzeit auf dieselben Daten zugreifen.
Auch die Datenqualität verbessert sich: Weniger Übertragungsfehler, klarere Berichte und transparente Kundenportale erleichtern die Nachvollziehbarkeit. „Die Flir i65/Condoit-Plattform verschafft unserem Team einen himmelweiten Vorsprung gegenüber der Konkurrenz“, fasst Tyler zusammen. „Sie ist übersichtlicher, schneller und besser für unsere Kunden, mit hervorragenden Berichtsfunktionen im Hintergrund. Außerdem benötigen wir mit der i65 kein separates Smartphone beziehungsweise keine Digitalkamera mehr. Das wird unser Geschäft in den kommenden Jahren grundlegend verändern.“
Teledyne FLIR LLC www.flir.de/ixx-series www.flir.de
mit dem
unter anderem intensiv beschäftigen, ist die Frage, wie man Freischaltprozesse effizient und mit System steuert – auch und gerade im Kraftwerksbereich.

Wie man Freischaltprozesse effizient und mit System steuert
Bei der Instandhaltung technischer Anlagen sind Freischaltprozesse ein zentraler Bestandteil der Arbeitssicherheit. Sie gewährleisten, dass Betriebsmittel vor Beginn von Arbeiten zuverlässig spannungsfrei geschaltet und gegen Wiedereinschalten gesichert sind – etwa durch das Ziehen von Sicherungen, das Schließen von Schiebern oder das Anbringen physischer Sperren.
Gerade in der Energiewirtschaft, wo komplexe Anlagen und hohe Spannungen zum Alltag gehören, sind kontrollierte Freischaltungen essenziell. Dabei geht es vor allem um die Sicherheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Deshalb unterliegt der Prozess strengen Vorgaben.
Der Freischaltprozess …
Spie hat diesbezüglich langjährige Praxiserfahrung. Der Multitechnik-Dienstleister kennt nach eigenen Angaben die speziellen Anfor derungen der Energiewirtschaft genau und verfügt
zudem über das nötige IT-Wissen, um diese Abläufe digital und übersichtlich zu gestalten.
Digitale Systeme wie beispielsweise IBM Maximo Application Suite reduzieren Fehlerquellen und machen den gesamten Freischaltvorgang effizienter und sicherer – bei gleichzeitig lückenloser Nachvollziehbarkeit.
Beim Freischaltprozess handelt es sich um eine verbindlich geregelte Sicherheitsmaßnahme, die Unfällen und Beschädigungen an Anlagen vorbeugt –vorausgesetzt, sie wird korrekt und lückenlos durchgeführt.
In Deutschland ist der rechtliche Rah-
men klar definiert: Das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) verpflichtet den Arbeitgeber zur Einhaltung aller Sicherheitsmaßnahmen. Ergänzt wird es durch die DGUV-Vorschriften (Deutsche Ge setz liche Unfallversicherung e.V.), die verbindlich definieren, wie mit Gefahrenquellen in der Arbeitsumgebung umzugehen ist.
… als strukturierte Sicherheitsmaßnahme
Neben den gesetzlichen Anforderungen spielen auch unternehmensinterne Richtlinien eine wichtige Rolle.
Moderne Instandhaltungssoftware ermöglicht es, all diese Vorgaben digital abzubilden, zu automatisieren und individuell anzupassen. So lassen sich standardisierte Arbeitsfreigaben und Ge nehmi gungs prozesse sys tema tisch steuern – transparent, revi sionssicher und rechtskonform.
Freischaltprozesse lassen sich nicht vollständig automatisieren – und das ist auch nicht das Ziel. Denn in der Praxis treffen digitale Systeme auf manuell zu bedienende Komponenten. Hier bleiben geschulte Fachkräfte entscheidend: für die sichere Umset zung vor Ort, die Sichtprüfung und das Anbringen physischer Sperren. Deshalb ist es essenziell, dass die hier verwendete Software den menschlichen Faktor nicht ersetzt, sondern optimal unterstützt. Dazu bedarf es eines IT-Systems, das entsprechend erweiterbar und anpassungsfähig ist.
Der Prozess startet mit der Erstellung eines Arbeitsauftrags im System. Dieser enthält alle Aufgaben, Sicherheitsrisiken und erforderlichen Vorsichtsmaßnahmen.
Bereits in der Planungsphase werden die nötigen Freischaltmaßnahmen definiert – inklusive der Komponenten, die abgeschaltet, abgenommen oder gesperrt werden müssen.
Eine integrierte Konfliktprüfung erkennt frühzeitig potenzielle Überschneidungen mit anderen geplanten
Arbeiten. Anschließend werden die Freischaltanwei sun gen transparent, nachvollziehbar und mobil bereitgestellt. Nach Abschluss der Arbeiten unterstützt das System die systematische Rücksicherung vor der Wiederinbetriebnahme.
Flexibel konfigurieren
Bei komplexeren Anforderungen ist es wichtig, dass Sicherheitsprüfungen, Genehmigungsprozesse und Checklisten vom System unterstützt und abgebildet werden. Insbesondere für hochsicherheitskritische Anlagen sind Elemente wie das Vieraugenprinzip sowie detaillierte Konfliktprüfungen unverzichtbar.
Der Freischaltprozess sollte sich präzise auf unternehmensspezifische Anforderungen zu schnei den lassen –etwa durch gezielte Schalthandlungsvorschläge oder eine individuelle Planungstiefe.
Kein Kraftwerk ist wie das andere –und kein Freischaltprozess verläuft gleich. Daher ist es sinnvoll, beispielsweise zusätzliche Prü fun gen, unternehmensspezifische For mu lare oder besondere Ge neh mi gungsverfahren inte grie ren zu können. Kurz: Das System muss den erforderlichen Sicher-
So sieht der Freischaltprozess in der Praxis aus
Arbeitsauftrag erstellen – inkl. Aufgaben, Risiken, Sicherheitsmaßnahmen
Freischaltschritte planen – mit exakten Bedingungen je Komponente (ein-, ausgeschaltet oder abgenommen)
Konfliktprüfung durchführen – das System erkennt potenzielle Planungsfehler oder Überschneidungen
Freischaltanweisungen verteilen – digital abrufbar, auch mobil via Tablet oder
Smartphone
Instandhaltung durchführen – dokumentiert und transparent Rücksicherung einleiten – systematischer Wiederanlauf, digital dokumentiert
heitsprozess exakt abbilden können.Es handelt sich um einen durchgängigen, nachvollziehbaren Kreis lauf – mit klarer Verantwortungszuweisung. Kommt es trotz aller Sicher heits maß nah men zu einem Schadensfall, ist die Dokumentation oft entscheidend für die Klärung der Haftung.
Nur wer nachweisen kann, dass alle Freischaltungen korrekt und lückenlos durchgeführt wurden, ist rechtlich auf der sicheren Seite. Großanlagen sind heute bereits in hohem Maße digitalisiert. Im Field Service hingegen besteht noch erheblicher Nachholbedarf. Dort läuft vieles noch papierbasiert oder erfolgt ohne Dokumentation über Einzelabsprachen.
Durch den Einsatz mobiler Geräte und eine zentrale Datenhaltung lässt sich der Freischaltprozess auch hier transparenter und effizienter gestalten –mit messbarem Sicherheitsgewinn. Welche Innovationen zeichnen sich ab? Der Trend geht klar in Richtung mobile Applikationen, Echtzeitdaten und KI-gestützte Planung. Gleichzeitig bleibt der Freischaltprozess bewusst konservativ – aus gutem Grund, denn Sicherheit hat oberste Priorität. Dennoch könnten zukunftsweisende Techniken wie digitale Zwillinge zur Planungsunterstützung und Visualisierung sowie Augmented Reality bei der Durchführung mittelfristig auch den Freischaltprozess revolutionieren.
SPIE RODIAS GmbH
Tel. +49 (0) 62 01 / 503 0 info@rodias.de www.spie-rodias.de

Die kraftvollen Reinigungsimpulse aus Luft und Wasser werden bei dem Comprex-Verfahren hochverdichtet (compress) und impulsartig in die zuvor entleerte Spülstrecke des Leitungssystems geschossen (expand). Im Ergebnis lösen sich nach Angaben der Entwickler der Reinigungsanlage lose Ablagerungen genauso schnell und gründlich wie hartnäckigste Produktrückstände. Bilder: Comprex Engineering
Neue Reinigungsanlage punktet bei hygienisch sensiblen Produktionsumgebungen
Mit der Pulse800 stellt Comprex Engineering eine neue Reinigungsanlage für Rohrleitungen in hygienisch sensiblen Produktionsbereichen vor. Das System arbeitet rein mechanisch mit Luft- und Wasserimpulsen, erzielt dabei laut Hersteller besonders gründliche Ergebnisse und spart gleichzeitig bis zu 90 Prozent Wasser. Die Anlage richtet sich an Anwendungen in der Lebensmittel- und Konsumgüterindustrie sowie weiteren Branchen mit hohen Hygienestandards.
Rohrleitungen in Produktionsanlagen hygienisch einwandfrei zu halten, ist eine anspruchsvolle Aufgabe – insbesondere dort, wo Rückstände von Lebensmitteln oder Kosmetika selbst kleinste Verunreinigungen unzulässig machen.
Die neue Pulse800 erweitert das Portfolio stationärer Reinigungssysteme von Comprex Engineering um eine Lösung speziell für solche sensiblen Anwendungen. Die patentierte Comprex-Technik arbeitet mit Druckluft- und Wasserimpulsen, die in die zuvor entleerte Spülstrecke geschossen werden.
Die dabei entstehenden Fließgeschwindigkeiten von bis zu 20 m/s sind rund zehnmal höher als bei herkömmlichen Wasserspülungen. Dadurch lösen sich nach Angaben der Anlagenentwickler selbst hartnäckige Produktrückstände schnell und schonend.
Im Vergleich zu konventionellen Reinigungsverfahren benötigt das System
bis zu 90 Prozent weniger Wasser und kommt vollständig ohne chemische Zu-
sätze aus, wie der Hersteller betont. Er erklärt, dass die erzeugten Scherkräfte

Dem Launch war ein umfangreicher Pilotbetrieb mit insgesamt 13 Systemen bei einem namhaften weltweit agierenden
Konsumgüterhersteller vorangegangen.
für eine hundertfach stärkere Lösekraft sorgen, während die Rohrleitungen mechanisch geschont werden.
Wasser sparen, Hygiene sichern
Der Hersteller nennt weitere Vorteile: „Neben einer deutlichen Re du zie rung des Abwassers sinkt auch der Energieaufwand, insbe son dere beim Einsatz tem pe rierter Reinigungsflüssigkeiten. Das Ergebnis sind kürzere Stillstandzeiten und geringere Betriebskosten.“
Die Anlage lässt sich individuell konfigurieren – etwa hinsichtlich Sensorik, Leistungsumfang und Standards. Damit eignet sie sich laut Entwickler nicht nur für die Lebensmittel- und
Konsumgüter in dus trie, son dern auch für Anwen dun gen in der Getränke-, Pharma-, Zellstoff- und Papierbranche, im Kunststoffspritzguss oder in der kommunalen Wasserwirtschaft. Das System ist Teil eines modularen Anlagenportfolios, das sowohl stationäre als auch mobile Varianten umfasst. Je nach Bedarf können die Anlagen direkt in bestehende Produktionssysteme integriert oder als eigenständige Einheiten betrieben werden.
„Was für unsere Interessenten zunächst kaum zu glauben klingt, sorgt bei der ersten Livepräsentation regelmäßig für verblüfftes Staunen“, berichtet Vincent Hammann, geschäftsfüh render Gesellschafter der Comprex Enginee-

„Die Reinigung mit comprex spart erhebliche Mengen an Wasser und Heizenergie ein.“ Die Grafik vergleicht für sechs Produkte die Wasserverbräuche: Jeweils ein Balkenpaar steht für die benötigten Wassermengen beim Wasserspülen (links) und bei der comprex-Reinigung (rechts). Dabei symbolisieren rote Balken warmes und blaue Balken kaltes Wasser. Shampoo Conditioner Zahnpasta

Gesell-
ring GmbH.Er ergänzt: „Unsere Comprex Pulse800 eröffnet uns spannende Märkte im Umfeld hygienisch sensibler Produktionsbereiche in der Lebensmittel- und Konsumgüterindustrie. Wie wichtig das ist, zeigt das Beispiel der Kosmetik- und Waschmittelproduktion, wo die Hygieneanforderungen durch ein gestiegenes Verbraucherbewusstsein und verschärfte regulatorische Vorgaben zunehmend strenger geworden sind.“
Hammann GmbH Tel. +49 (0) 63 41 / 38 03 -100 info@comprex.de https://comprex.de

Rund 60 % aller Unternehmen stecken noch in den Anfängen der digitalen Instandhaltung
Die Studie „Instandhaltung im Wandel“ von Osapiens und Fraunhofer IML zeigt, dass Unternehmen bei der Transformation von Wartung, Reparatur und Betrieb vor großen Hürden stehen: Weniger als zwei von fünf Unternehmen nutzen digitale Lösungen, die einen nachweisbaren Return on Investment erzielen.
Das Interesse an der Di gitalisierung von Wartung und Instandhaltung ist groß. Zwei Drittel der europäischen Un ternehmen treiben die digitale Transformation ihrer Instandhaltungsprozesse bereits aktiv voran.
Zwischen Wunsch ...
Doch laut der Studie „Instandhaltung im Wandel“, die der Softwareanbieter Osapiens gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik (IML) durchgeführt hat, verläuft die Entwicklung vielfach fragmentiert. Im Rahmen der Studie wurden 407 Führungskräfte im Bereich Instandhal-
tung in mittelständischen Fertigungsunternehmen in Großbritannien und Europa befragt.
„Viele Unternehmen schätzen sich digitalisierter ein, als sie wirklich sind. In der Regel sehen wir isolierte Systeme und keine vollständige Integration“, sagte Dr.-Ing. Thomas Heller, Managing Director der Fraunhofer Smart Maintenance Community. „Der nächste Schritt besteht darin, vorhandene Systeme miteinander zu verbinden und so Transparenz über Daten, Prozesse und Menschen zu schaffen. Hier fängt der wahre Wert der digitalen Instandhaltung an.“ Fast alle befragten Unternehmen (92 Prozent) erkennen
den Wert vorausschauender und vernetzter Abläufe für ihre Instandhaltung. Dennoch verläuft die Digitalisierung weiterhin sehr uneinheitlich.
... und Wirklichkeit
Bei der Planung stützen sich 31 Prozent der Unternehmen auf ERP-Systeme, während ein ähnlich hoher Anteil (29 Prozent) weiterhin Tabellenprogramme wie Excel verwendet. Bei der Ausführung sind 59 Prozent der Unternehmen ebenfalls auf Excel oder Google Sheets angewiesen, 49 Prozent verwenden ERP-Systeme und 41 Prozent halten an papierbasierten Check-
listen fest. Der Einsatz von CMMS-Tools (Computerized Maintenance Management System) für die Ausführung ist mit nur sechs Prozent nach wie vor stark begrenzt.
Dabei gelten CMMS-Tools als Schlüsseltechnologie, um reaktives Handeln in planbare, datengetriebene Wartung zu überführen. Dennoch beschreiben weniger als ein Drittel der Befragten ihre Prozesse als vollständig präventiv.
Weitere 37 Prozent arbeiten zwar nach Plan, bleiben aber überwiegend reaktiv. Der Übergang zur vorausschauenden Instandhaltung erfordert nicht nur Software, sondern vor allem Datenintegration und konsistente Abläufe.
Hindernisse liegen laut Studie vor allem in bestehenden Systemstrukturen (43 Prozent) und kulturellem Widerstand (38 Prozent). Hinzu kommen
Defizite bei IT-Ressourcen und digitalen Kompetenzen im Betrieb – ein Problem, das viele Wartungsabteilungen aus der Praxis kennen.
Um die digitale Reife messbar zu machen, haben Fraunhofer IML und Osapiens den Maintenance Maturity Index entwickelt. Das Modell definiert fünf Entwicklungsstufen – vom manuellen, reaktiven Vorgehen bis hin zur vollständig prädiktiven Instandhaltung. Rund ein Drittel der europäischen Unternehmen befindet sich aktuell auf Stufe 2 und hat grundlegende digitale Werkzeuge eingeführt. Ein weiteres Viertel nutzt strukturierte Systeme wie CMMS- oder ERP-Module (Stufe 3). Erst 15 Prozent haben einen höheren Reifegrad erreicht: Zehn Prozent integrieren die Wartung bereits in die Produktionsplanung (Stufe 4), fünf Prozent verfügen über prädiktive Systeme. Das Modell bietet damit nicht nur eine Standortbestimmung, son dern auch eine Orientierung, wie Unternehmen schrittweise von manuellen zu vernetzten Prozessen gelangen können. Mit zunehmender Reife steigt auch die

Bedeutung von künstlicher Intelligenz. Schon heute setzen 43 Prozent der befragten Unternehmen KI zur Automatisierung von Abläufen ein, 40 Prozent für das Wissensmanagement via Chatbots und 34 Prozent zur Anomalieerkennung. Der Einsatz bleibt jedoch meist taktisch – integrierte, lernende Systeme sind noch selten. Gerade in mittelständischen Unternehmen steht der kurzfristige Effizienzgewinn im Vordergrund.
Tipp: Der vollständige Bericht „Main-
tenance in Transition“ kann hier heruntergeladen werden: https://osapiens-cmms.com/ de/instandhaltung-im-wandel/
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Ruland bietet für eine große Anzahl von Anwendungen eine vielfältige Auswahl an Klemm- und Stellringen in hoher Qualität an. Und diese Qualität ist wichtig, denn in der Maschinenbaukonstruktion kommt es auf jedes Detail an, auch auf scheinbar unbedeutende Kleinigkeiten. Die präzise Rechtwinkligkeit zwischen Stirnfläche und Bohrung beispielsweise mag wie ein unbedeutendes Merkmal erscheinen, kann jedoch in realen Anwendungen – siehe dieses Beispiel – den Unterschied zwischen Systemstabilität und kostspieligen Ausfällen ausmachen. Bilder: Ruland

Wie ein „kostengünstiger Ersatz“ zu Mehrkosten von über 30.000 Dollar führte
In leistungsfähigen Automatisierungssystemen können selbst kleinste Komponenten eine große Rolle spielen. Diese Lektion musste ein US-amerikanischer OEM-Hersteller auf teure Weise lernen: No-NameKlemmringe, die fälschlicherweise als Ruland-Komponenten verzeichnet waren, führten zu Ausfällen von Verpackungsmaschinen, die mit Linearantrieben in Kundenanlagen in ganz Asien ausgestattet waren.
Die Bauteile stimmten mit der technischen Zeichnung überein, in der Ruland als vermeintlicher Lieferant weitergeführt wurde. Als die Maschinen im Einsatz Probleme machten, sich verstellten, Notfallreparaturen erforderten und bei den Endnutzern Panik auslösten, wandte sich der OEM-Kunde zur Klärung an Ruland. Die Prüfung ergab, dass ein kleiner Austausch von Komponenten mit schwerwiegenden Folgen stattgefunden hatte.
Schnell stellte sich heraus, dass ein falsch ausgewiesener Klemmring zu einem folgenreichen Ausfall führte. Das Problem trat auf, als Klemmringe während des Betriebs begannen, auf der Achse zu „wandern“, sich zu verschie-
ben, und somit der Hub des Aktuators die vorgesehene Grenze überschritt.
Diese Klemmringe dienten nicht als Anschläge, sondern als präzise axiale Bezugspunkte. Sobald der Aktuator den Klemmring erreichte, kehrte er die Bewegungsrichtung um. Bereits geringfügige Verschiebungen der Klemmringposition konnten somit zu einer Fehlfunktion des Systems führen.
Nachdem sich der OEM-Hersteller mit Ruland in Verbindung gesetzt hatte, stellte das technische Supportteam sofort fest, dass etwas nicht stimmen konnte: Die Klemmringe waren weder
mit der Bohrungsgröße noch mit dem Herstellernamen gekennzeichnet. Ruland versieht alle Klemmringe mit diesen beiden Angaben, um genau solche Situationen zu vermeiden. Diese Teile sahen zwar so ähnlich aus wie RulandKlemmringe, waren es aber nicht. Da die Teile keine Markierungen aufwiesen, die ihre Herkunft bestätigten, untersuchte das Ruland-Team die Besonderheiten der Anwendung, um das Problem genauer zu identifizieren. Die Ingenieure von Ruland fragten nach der Verwendung des Klemmrings, und der Kunde erläuterte deren bereits genannten Einsatz als Bezugspunkt für den Hub des Aktuators. In einer solchen Konfiguration muss die Stirnfläche des
Klemmrings eine streng einzuhaltende Rechtwinkligkeit zur Bohrung aufweisen.
Andernfalls kommt der Aktuator schräg mit dem Klemmring in Kontakt, was zu einer ungleichmäßigen Belastung der Welle hervorruft. Dieses leichte Ungleichgewicht kann dazu führen, dass sich der Klemmring bei jedem Zyklus des Aktuators verschiebt oder „wandert”. Und genau dies trat in diesem Fall auch ein.
Die No-Name-Klemmringe wiesen keine präzise Rechtwinkligkeit zwischen Stirnfläche und Bohrung auf, die bei allen Ruland-Klemmringen für axiale Anwendungen Standard ist. Ruland sorgt nach eigenen Angaben für eine streng kontrollierte Rechtwinkligkeit und eine Gesamtabweichung von maximal 0,05 mm (0,002 Zoll) oder darunter. Die Arbeitsfläche auf der Stirnfläche des Klemmrings wird zudem mit einer kreisförmigen Nut versehen, um die richtige Ausrichtung deutlich zu kennzeichnen.
„Aus diesem Grund korrigieren wir unsere Klemmringe präzise auf eine Gesamtabweichung von ≤ 0,05 mm“, erklärt Chris Gumas, Director of Customer Experience bei Ruland. Er betont: „Obwohl Klemmringe als einfache Massenkomponenten gelten, ist dies ein gutes Beispiel dafür, warum sie es nicht sind.“ Ohne diese Präzision konnte das ausgetauschte Bauteil in einer solch systemkritischen Bewegungsanwendung die entsprechenden Leistungsanforderungen nicht erfüllen. Mit der Zeit drückte der Aktuator, der weiterhin schräg mit dem Klemmring in Kontakt kam, diesen aus seiner Position, was schließlich zu einem Ausfall führte. Mit diesen Informationen führte der Kunde Labortests durch und bestätigte schnell die Analyse von Ruland. Bei der Reproduzierung der Anwendung mit den ausgetauschten Klemmringen traten dann auch die Fehler auf. Bei Verwendung der Original-Klemmringe von Ruland
funktionierte das System einwandfrei. Um das Problem zu identifizieren und zu beheben, musste der OEM-Hersteller kurzfristig Ingenieure zu mehreren Kundenstandorten in Asien entsenden, was Reisekosten, Arbeitskosten und Kosten für den Austausch von Komponenten in Höhe von mehreren Zehntausend Dollar verursachte.
Insgesamt kostete der Vorfall das Unternehmen mehr als 30.000 Dollar an direkten Kosten – und das alles aufgrund der verhängnisvollen Entscheidung, ein kostengünstiges Bauteil einzubauen. Der Ursprung des Problems lag bei einem Händler, der sich mit der Einkaufsabteilung des OEMs in Verbindung gesetzt hatte, um ein „gleichwertiges” Produkt zu einem niedrigeren Preis anzubieten. Ohne eine technische Überprüfung durchzuführen, genehmigte der Einkäufer den Austausch. Die tatsächlichen Kosten dieser Entscheidung wurden erst deutlich, als es zu den Ausfällen im Einsatz kam. Der Einkäufer wurde entlassen, der Händler auf die schwarze Liste gesetzt und das Unternehmen aktualisierte seine internen Prozesse, um sicherzustellen, dass künftig jeder Austausch von Bauteilen von der Konstruktionsabteilung genehmigt wird.
Der Kunde reagierte schnell und entschlossen, indem er nicht nur das Problem löste, sondern auch die Art und Weise neu bewertete, wie mit Spezifikationen für Komponenten umgegangen werden sollte. Ruland ist nun für das Unternehmen der exklusive und vorgegebene Lieferant von Klemmringen. Zudem konnte das Ingenieurteam ein besseres Verständnis für die Rolle gewinnen, die hochpräzise Komponenten in systemkritischen Bewegungsanwendungen spielen.
„Dieses negative Beispiel verdeutlicht, woran wir bei Ruland glauben. Ruland-
Bauteile sind nicht unbedingt kostengünstig zu bekommen, das wissen wir. Doch der Wert eines Ruland-Produkts liegt nicht in unserer Fähigkeit, die niedrigsten Komponentenkosten, sondern den größtmöglichen Nutzen anzubieten“, sagt Chris Gumas. Er ergänzt: „Es gibt also drei Dinge, die nur wir machen: Wir kennzeichnen unsere Bauteile mit unserem Namen und der Bohrungsgröße. Wir stellen eine streng kontrollierte Rechtwinkligkeit zwischen Stirnfläche und Bohrung sicher. Und wir kennzeichnen die Arbeitsfläche der Klemmringe mit einer zusätzlich eingebrachten kreisförmigen Nut. Das sind nicht unsere einzigen Unterscheidungsmerkmale, aber in einer kritischen Anwendung wie dieser versagt der Ruland-Klemmring nicht. Die Kosteneinsparungen für einen falsch ausgewählten Klemmring stehen im Vergleich zu den Zehntausenden von Dollar, die dieser Kunde für die Behebung des Fehlers aufwenden musste, in keiner Relation.“
Dieser Fall erinnert daran, dass die Leistungsfähigkeit von Komponenten nicht immer auf den ersten Blick erkennbar ist. Klemmringe mögen vergleichbar mit Schraubenmaterial eine geringe Priorität aufweisen, aber wenn sie in linearen Bewegungssystemen eingesetzt werden, ist Präzision von entscheidender Bedeutung. Kosteneinsparungen bei relativ einfachen Komponenten können sich als weitaus teurer erweisen als die Entscheidung, gleich im Voraus in Qualität zu investieren.
PTMotion GmbH
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Spezialkabel
funktioniert
wie ein Sensor und ermöglicht so eine kontinuierliche Überwachung
An dieser Stelle geht es normalerweise um die Zustandsüberwachung von Maschinen und Anlagen. Nun legen wir eines drauf – Zustandsüberwachung XXXL sozusagen. Ein Forschungsprojekt hat jetzt nämlich eine Messmethode mit Glasfaserüberwachung entwickelt, um Seebeben künftig besser vorhersagen zu können. Lapp liefert dafür die passende Sonderleitung.
Am 26. Dezember 2004 erschütterte ein Tsunami den Indischen Ozean, ausgelöst durch ein unterseeisches Erdbeben der Stär ke 9,1 nahe Sumatra. Die Tragödie forderte rund 230.000 Menschenleben und offenbarte die Notwendigkeit effektiver Frühwarnsysteme. Heute arbeitet das von der Europäischen Union geförderte Forschungsprojekt „FOCUS“ an einer bahnbrechenden Lösung, denn Glasfasertelekommunikationskabel könnten künftig als gigantisches seismologisches Netzwerk dienen, um tektonische Veränderungen fast in Echtzeit zu erkennen.
In dem Forschungsprojekt kooperierten Universitäten in Frankreich, Eng-
land, Italien und Deutschland sowie private Unternehmen, um zu untersuchen, wie sich aktive Störungen am Meeresboden mit Glasfaserüberwachung entdecken lassen.
Zu den Privatunternehmen gehört die fran zö sische Firma IDIL Fibres Optiques, Spezialist für Laser- und Glasfasertechnologien. Im Auftrag von IDIL hat Lapp dafür ein Spezialkabel entwickelt.
Das Potenzial der UnterwasserInfrastruktur ist immens, denn bereits jetzt spannt sich ein etwa eine Million Kilometer langes Netz von Unterwasser-Telekommunika tions kabeln durch die Weltmeere. Sie sind essenziell für die globale Datenübertra gung und
könnten dank modernster Sen sorik einen doppelten Nutzen erfüllen. Durch die Integration optischer Sensoren könnten damit zukünftig plötzliche Verformungen im Meeresboden registriert werden – und so Frühwarnsysteme erheblich verbessern. Das Ziel des Projekts FOCUS: die Umnutzung dieser Infrastruktur, um sowohl die Erdbebengefährdung als auch die Verformung am Meeresboden zu überwachen.
Test vor der Küste Siziliens
Im Kern der Technologie steht die optische Laserreflektometrie (Brillouin Optical Time Domain Reflectometry,
BOTDR). Dieses Verfahren misst kleinste Dehnungen oder Temperaturschwankungen in Glasfaserkabeln. Bei der optischen Laser reflekto metrie handelt es sich um ein Verfahren zur Ermittlung und Analyse von elektroma gne ti schen Wellen und Signalen im Wellenbereich des Lichts. Dabei wird ein Laserpuls der Dauer von 3 µs bis 20 µs in einen Lichtwellenleiter geschossen und das Rückstreulicht über der Zeit gemessen. Wenn das Kabel durch Dehnung oder Temperaturschwankungen gestört wird, ändern sich auch die Messdaten an der betreffenden Stelle.
Während die Technik bisher vor allem zur Überwachung von Bauwerken wie Brücken oder Dämmen genutzt wird, wurde sie im Rahmen von FOCUS auf ein neues Szenario übertragen: den Einsatz am Meeresboden.
Herzstück ist das ...
Vor der Küste Siziliens, etwa 26 Kilometer vor Catania, diente ein Abschnitt eines Telekommunikationskabels als Testobjekt. Diese Region ist besonders inte ressant, da sie nicht nur tektonisch aktiv ist, sondern auch in der Nähe des Ätna liegt, Europas höchster aktiver Vulkan.
In 2.100 Meter Tiefe wurde dort mithilfe des von Lapp entwickelten Kabels, zahlreicher geodätischer Instrumenten und seismologischer Stationen auf sechs Kilometer Länge die Belastung des Telekommuni ka tionskabels vor der Küste Siziliens kalibriert. Das Ziel: Telekommunikationskabel sollen tektonische Veränderungen automatisch mitmessen. Ergänzt durch zahlreiche geodätische Instrumente und seismologische Stationen will das Projektteam beweisen, dass Verschiebungen von nur ein bis zwei Zentimetern am Meeresboden mit dieser Technik detektiert werden können. Ein entscheidender Baustein für den
Erfolg des Projekts ist das von Lapp entwickelte Unterwasser-Dehnungsmesskabel. Dieses Spezialkabel wurde gezielt für den Einsatz in extremen Tiefen konzipiert.
Es wird 20 Zentimeter tief im Boden des Meeres verlegt, um seine Stabilität zu gewährleisten, und besteht aus zehn optischen Singlemode-Fasern, Kupferleitern und zwei optischen Trisens-Kabeln mit Edelstahlrohr, die zum besseren Schutz von TPU- und Polyurethanmänteln umgeben sind. Dieses für anspruchsvolle Umgebungen konzipierte Kabel bietet robuste elektrische Eigenschaften und eine hohe mechanische Beständigkeit, einschließlich eines Betriebstemperaturbereichs von minus 30 Grad Celsius bis plus 80 Grad Celsius und einer maximalen Zugkraft von 1.500 daN. Es ermöglicht somit einem Labor die Datenübertragung zur Messung in Echtzeit.
... Unterwasser-Dehnungsmesskabel
Die Entwicklung des Kabels war herausfordernd, denn in einer Tiefe von 2.000 Metern kann der Druck die strukturelle Integrität von Kabeln und Sensoren beeinträchtigen. Zudem können Temperaturschwankungen, die oft sehr gering sind, Verformungsmessungen und das dielektrische Verhalten von Kabeln beeinflussen.
Auch die Verlegung im Meeresboden ist aufwendig: Tiefseeeinsätze erfordern spezielle Forschungsschiffe und ROVs (ferngesteuerte Fahrzeuge). Und es muss sichergestellt werden, dass das Kabel trotz Meeresströmungen und anderer Unterwasseraktivitäten an seinem Platz bleibt.
Loic Rampi, verantwortlich für Technology & Business-Entwicklung bei Lapp, berichtet: „Der Kunde IDIL benötigte zunächst von uns einen komplexen Prototyp eines ein Kilometer langen Kabels. Und wir waren in der Lage eine Komplettlösung anzubieten, die Pro-
duktentwicklung, Produktion, Integration und Qualifizierung umfasst.“
Das Team von Lapp musste dafür ein komplett neues Kabel mit hochempfindlichen optischen Fasern entwickeln. Dies dauerte ein Jahr. Das Resultat hat viele Vorteile: Das Kabel funktioniert auf seiner gesamten Länge wie ein empfindlicher Sensor und ermöglicht so eine kontinuierliche und präzise Überwachung des Meeresbodens. Das FOCUS-Projekt zeigt jedenfalls heute schon eindrucksvoll, welches Potenzial Glasfasertechnologien für die seismologische Forschung bergen. Telekommunikationskabel könnten zukünftig nicht nur Daten übertragen, sondern gleichzeitig als globale Sensoren dienen.
Sollte dies gelingen, könnten die 70 Prozent der Erdoberfläche, die mit Wasser bedeckt sind, als seismologisches Überwachungsnetzwerk genutzt werden.
Das langfristige Ziel ist die Entwicklung einer neuen Generation von Hybridkabeln, die Telekommunikationsfasern und Sensorik kombinieren. Dies könnte die globale Frühwarnung vor Erdbeben und Tsunamis revolutionieren und dabei helfen, Katastrophen wie die von 2004 zu vermeiden. Weitere Informationen gibt es unter: https://idil-fiber-optics.com/ product/erc-focus-earthquakemonitoring-systems/
U.I. Lapp GmbH Tel. +41 (0) 711 / 78 38 -01 info.de.uil@lapp.com www.lapp.com
Von A wie Abnutzung bis Z wie Zustandsüberwachung
AAbnutzung: Darunter versteht man den „Abbau des Abnutzungsvorrates“. Beschrieben werden damit Vorgänge, die durch eine Beanspruchung hervorgerufen werden. Das sind z.B. Reibung, Ermüdung, Alterung, Kavitation etc. Abnutzungsgrenze: Sie beschreibt einen vereinbarten oder festgelegten Mindestwert. Bei Autoreifen ist dies laut Gesetzgeber beispielsweise die Mindestrestprofiltiefe von 1,6 Millimetern.
Abrasiver Verschleiß bzw. Abrasion: Dringen Teilchen eines Schmierstoffs oder Rauheitsspitzen eines Reibungspartners in die Randschicht ein, kommt es zu Ritzung und zur Mikrozerspanung. Den dabei entstehenden Materialverlust bezeichnet man als Abrieb.
Adhäsiver Verschleiß: Dieser entsteht durch Reibung zwischen zwei Oberflächen, wobei Partikel abgerieben werden. Adhäsiver Verschleiß tritt unter anderem bei mangelnder Schmierung auf.
Alterung: Bezeichnet die über die Zeit in einem Material irreversibel ablaufenden Vorgänge chemischer und physikalischer Natur.
ASAP: Steht für „as soon as possible” und beschreibt Vorgänge, die so schnell wie möglich durchgeführt werden sollen. Gegenteil: ALAP („as late as possible”).
Asset Management: Der Begriff bedeutet hier die Verwaltung der Anlagen eines Unternehmens. Dabei sind sowohl die Anlagen des Sachanlagevermögens wie zum Beispiel Maschinen, Industrieanlagen, Infrastruktureinrichtungen und Gebäude gemeint wie auch Teile des Umlaufvermögens wie zum Beispiel die Ersatzteile.
Es geht beim Asset Management um einen systematischen Ansatz zur Steuerung und Realisierung von Werten aus jenen Dingen, für die ein Unternehmen verantwortlich ist.
Augmented Reality (AR, englisch für erweiterte Realität): Darunter versteht man die computergestützte Erweiterung der Realitätswahrnehmung, wobei sich dies zumeist auf die visuelle Darstellung von Zusatzinformationen beschränkt. Bilder oder Videos werden durch Zusatzinformationen wie zum Beispiel Handlungsanweisungen oder andere Hinweise ergänzt. Die AR unterscheidet sich damit von der virtuellen Realität (VR), da sie die Realität durch Zusatzinformationen lediglich erweitert. Bei der VR hingegen taucht der Benutzer komplett in eine virtuelle Welt ein.
Ausfallrate: Diese Kenngröße für die Zuverlässigkeit zeigt an, mit welcher Wahrscheinlichkeit eine Maschine oder Anlage ausfällt. Typisch ist hier die Angabe der mittleren Betriebsdauer zwischen Ausfällen („mean time between failure”).
BDE: Die Betriebsdatenerfassung (BDE) ist ein Sammelbegriff und steht für die Erfassung von Ist-Daten der Zustände und Prozesse in Unternehmen. Diese Daten –z.B. Personal-, Zeiterfassungs- und Maschinendaten –können unter anderem in Plant-InformationManagementsysteme eingebunden werden.
Benchmarking: Vergleich von z.B. Produkten, Dienstleistungen und Methoden mit anderen Unternehmen anhand von Kennzahlen. So lassen sich die eigenen Prozesse, Ressourcen oder Produkte bewerten. In Bezug auf die
Instandhaltung ermöglicht ein Benchmarking es, die eigene Effektivität und Effizienz zu vergleichen und zu bewerten.
Betriebszeit: Sie beschreibt die Zeitspanne, in der eine Maschine oder Anlage die geforderte Funktion erfüllt.
Big Data: Menschen, Maschinen, Anlagen und Geräte mit Zugang zum Internet produzieren enorme, zumeist unstrukturierte Datenmengen (Data Sets). Diese Datenmengen sind z.B. zu groß, zu komplex, zu schnelllebig oder zu schwach strukturiert, um sie mit manuellen und herkömmlichen Methoden der Datenverarbeitung auszuwerten. Deshalb werden sie mithilfe sogenannter Data-Management-Plattformen analysiert und ausgewertet. Durch Analysen kann Big Data Unternehmen helfen, Prozesse zu optimieren, Trends zu ermitteln oder gezielt Kunden anzusprechen.
Business Intelligence (BI): Bei diesem technologiegetriebenen Prozess werden Daten analysiert mit dem Ziel, verwertbare Informationen für Führungskräfte und andere Anwender zu generieren, die dabei helfen, fundierte Geschäftsentscheidungen zu treffen. Häufig stammen die Daten aus einem ERP-System und werden in Beziehung zueinander gesetzt. BI liefert beispielsweise Erkenntnisse zur Marktentwicklung, zu Trends bei einzelnen Geschäftsobjekten oder zu Risiken und deren Minimierung.
C
CAFM: Abkürzung für ComputerAided Facility Management. Es geht dabei um die Unterstützung des Facility Management durch die IT, also mithilfe von Programmen oder webbasierten Anwendungen.
Von A wie Abnutzung bis Z wie Zustandsüberwachung
Condition Monitoring (englisch für Zustandsüberwachung): Das Condition Monitoring setzt auf eine regelmäßige oder permanente Erfassung von Daten. Diese Daten erlauben Rückschlüsse auf den Maschinenzustand.
Gemessen und analysiert werden beispielsweise die Schwingungen, Temperaturen, die Lage oder die Qualität eines Schmierstoffs. Eine derartige Überwachung des Maschinenzustands ist zwingend notwendig, wenn eine zustandsorientierte Instandhaltung zum Einsatz kommen soll.
DIN 31051 und DIN 13306: Diese Normen legen die Grundlagen der Instandhaltung fest.
Sie strukturieren sie in die vier Grundmaßnahmen Wartung, Inspektion, Instandsetzung und Verbesserung. Außerdem definieren sie Begriffe, welche die Thematik weiter beschreiben.
Digitaler Zwilling: Der digitale Zwilling ist das digitale Pendant eines Objekts oder Prozesses der realen Welt. Er bildet alle Eigenschaften von realen Assets wie z.B. Maschinen oder Anlagen ab und ermöglicht es unter anderem, Was-wäre-wenn-Analysen durchzuführen, Optimierungspotenziale aufzudecken oder die Instandhaltung zu verbessern.
Dispatcher: ein Mitarbeiter, der den Einsatz von zur Verfügung stehenden Mitteln steuert. In der Instandhaltung spielt er beim Field Service Management eine wichtige Rolle, also wenn es um die optimierte Einsatzplanung der mobilen Ressourcen zur Abwicklung von Service- oder Instandhaltungsaufträgen geht.
Downtime: Sie bezeichnet die Ausfall-
zeit oder Standzeit einer Maschine oder Anlage. Man unterscheidet zwischen einer geplanten und ungeplanten Downtime.
Effizienz: Sie setzt die eingesetzten Mittel in Relation zum erreichten Nutzen. Leitsatz: die Dinge richtig tun. Effektivität: Effektiv ist, wenn die Handlungen oder Maßnahmen zum gewünschten Ziel führen.
Leitsatz: die richtigen Dinge tun.
Enterprise Asset Management (EAM): Das EAM bezeichnet das Anlagenmanagement in einem Unternehmen (Gebäude, Anlagen, Maschinenpark, Geräteausstattung). Zum Einsatz kommt zumeist eine EAM-Software, welche die Nutzung, Produktivität und Auslastung optimiert.
ERP: Steht als Abkürzung für Enterprise Resource Planning. Mithilfe einer ERP-Software lassen sich abteilungsübergreifende Abläufe steuern und Geschäftsprozesse optimieren. Eine ERP-Software umfasst unter anderem die Bereiche Beschaffung, Produktion, Materialwirtschaft, Vertrieb, Finanzen und Personalwesen.
ESD: Steht für Electrostatic Discharge (ESD), also elektrostatische Entladung. Diese Entladungen können Schäden anrichten. Zur Vermeidung müssen empfindliche Geräte oder Bauteile in einer geschützten Umgebung hergestellt, verpackt und gelagert werden.
F
Facility Management (FM): FM (oder deutsch: Liegenschaftsverwaltung) bezeichnet die Verwaltung und Bewirtschaftung von Gebäuden sowie deren technischen Anlagen und Einrichtungen mit dem Ziel, diese Res-
sourcen im Hinblick auf Kosten, Zeit und Qualität optimal zu nutzen.
Fehleranalyse: Laut DIN 31051 basiert die Fehleranalyse aus der Fehlerdiagnose und einer anschließenden Prüfung, ob Verbesserungen möglich und wirtschaftlich umsetzbar sind.
Field Service Management: Das Field Service Management sorgt für den optimalen Einsatz der mobilen Mitarbeiter, die beim Kunden vor Ort sind, um Anlagen zu warten beziehungsweise einen Service oder eine Instandsetzung durchzuführen. Oft wird hierfür eine Software eingesetzt.
HHelpdesk: Hierbei handelt es sich um eine zentrale Anlaufstelle, um Kunden bei Fragen und Problemen auf allen Kanälen eine Hilfestellung zu bieten.
IIH: Abkürzung für Instandhaltung. Instandhaltung ist nach DIN EN 13306 und DIN 31051 die Kombination aller technischen und administrativen Maßnahmen sowie Maßnahmen des Managements während des Lebenszyklus eines Objekts, die dem Erhalt oder der Wiederherstellung seines funktionsfähigen Zustands dienen. Oftmals wird der Begriff mit einem zweiten, ergänzenden Terminus verwendet, wie zum Beispiel IH-Kostenrate (Zusammenfassung aller Kosten für IH-Maßnahmen geteilt durch den indizierten Anschaffungswert), IHFremdleistungsanteil (Kosten für IHMaßnahmen von Fremdfirmen geteilt durch die gesamten IH-Kosten) oder IH-Materialkostenrate (Kosten für das aufgewendete IH-Material geteilt durch den indizierten Anschaffungswert).
Von A wie Abnutzung bis Z wie Zustandsüberwachung
Zudem lassen sich unterschiedliche Arten unterscheiden, wie zum Beispiel eine aufgeschobene IH, eine ausfallabhängige IH, eine autonome IH, eine geplante IH, eine proaktive IH, eine präventive IH, eine zeitabhängige, eine mobile oder eine zustandsabhängige IH.
Industriereinigung: Sie beinhaltet die Reinigung von betriebstechnischen Anlagen und Einrichtungen in Produktions- und Lagerstätten. Dabei erfordert die Reinigung von Industrieanlagen und Produktionsstätten beispielsweise durch einen Dienstleister ein umfassendes Know-how in den unterschiedlichsten Bereichen.
Inspektion: Maßnahmen zur Feststellung und Beurteilung des Ist-Zustandes eines Assets.
Instandsetzung: Maßnahme, um die Funktion einer fehlerhaften Einheit wiederherzustellen.
K
Künstliche Intelligenz (KI): KI –auch Artificial Intelligence (AI) genannt –ist ein Überbegriff, und zwar für Anwendungen, bei denen Maschinen menschenähnliche Intelligenzleistungen erbringen. Dazu gehören zum Beispiel Lernen, Urteilen und Problemlösen. Beim maschinellen Lernen, einem Teilgebiet der künstlichen Intelligenz, „lernt“ ein System aus Daten und Erfahrung, um Aufgaben besser auszuführen.
Kontinuierlicher Verbesserungsprozess (KVP): Der KVP stärkt mit stetigen –auch kleinen –Verbesserungen die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens, wobei sowohl die Produktals auch die Prozess- und die Servicequalität betrachtet werden.
Korrosion: Die von Umgebungsme-
dien (Luft, Wasser, ...) ausgehende Zerstörung beziehungsweise stoffliche Veränderung eines Werkstoffs (in aller Regel Metall).
Lebensdauerschmierung: Muss ein bei einer Reibstelle einmalig hinzugefügter Schmierstoff bis zum Ende der anvisierten Nutzungsdauer weder ausgetauscht noch erneuert werden, spricht man von einer Lebensdauerschmierung.
Losgröße 1: Hier geht es um die hochqualitative Fertigung von kleinen Mengen bis hin zum Einzelstück und das zum Preis heutiger uniformer Massenprodukte. Industrie 4.0 schafft die Voraussetzungen hierfür.
M2M: M2M – Machine to Machine –bezeichnet die automatisierte Kommunikation zwischen Endgeräten. Das können beispielsweise Maschinen, Automaten, Fahrzeuge und Messwerkzeuge sein. Der Austausch erfolgt über das Internet oder den Mobilfunk. M2M spielt eine wichtige Rolle bei der Fernwartung und -überwachung von Maschinen.
Manufacturing Execution System (MES): Das MES (auch Fertigungsmanagementsystem) ermöglicht eine Produktionssteuerung und Produktionskontrolle in Echtzeit. Diese Systeme berücksichtigen hierbei Betriebs-, Maschinen- und Personaleinsatzdaten.
Materialermüdung: Kommt es in einem Werkstoff unter Umgebungseinflüssen (z.B. mechanische Belastung, Temperatur) zu einem langsam voranschreitenden Schädigungsprozess, spricht man von Materialermüdung.
MDE: Abkürzung für Maschinendatenerfassung.
MRO: Steht als Abkürzung für Maintenance, Repair and Operations (deutsch: Wartung, Reparatur und Betrieb) und beschreibt alle Maßnahmen, die im Zusammenhang mit dem Betrieb, der Instandsetzung oder Wartung stehen. Die hierbei zum Einsatz kommenden Materialien wie zum Beispiel Schmierstoffe, Ersatzteile oder Dichtungen werden als MRO-Artikel bezeichnet.
O
Outsourcing: Die Auslagerung und Abgabe von Unternehmensaufgaben und -strukturen an externe, in aller Regel hoch spezialisierte Dienstleister wird als Outsourcing bezeichnet.
Overall Equipment Effectiveness (OEE): Die Kennzahl für die Gesamtanlageneffektivität (OEE) ist ein Maß für die Wertschöpfung einer Maschine oder Anlage. Sie basiert auf einer Prozentangabe, welche beschreibt, ob eine Maschine oder Anlage in der vorgegebenen Geschwindigkeit Qualitätsprodukte produziert. Eine OEE von 100 bedeutet, dass eine Maschine oder Anlage nur gute Teile in der schnellstmöglichen Zeit und ohne Ausfälle produziert.
Die OEE basiert auf den drei Faktoren Verfügbarkeit, Geschwindigkeit (Leistung) und Qualität. Die Maximierung der OEE gehört zu den obersten formalen Zielen bei der Instandhaltung von Anlagen.
P
Predictive Maintenance: vorausschauende Instandhaltung, siehe IH Preventive Maintenance: vorbeugende Instandhaltung, siehe IH
Von A wie Abnutzung bis Z wie Zustandsüberwachung
RRFID („radio-frequency identification”): Technologie zum automatischen und berührungslosen Identifizieren und Lokalisieren von Objekten mithilfe elektromagnetischer Wellen. Ein RFID-System besteht zumeist aus einem Transponder (RFID-Tag) und einem RFID-Lesegerät.
ROI: Abkürzung für „Return on Investment“. Kennzahl zur Messung der Rentabilität einer Investition.
S
Smart Factory: In einer intelligenten Fabrik (Smart Factory) laufen die Produktionsabläufe automatisch über vernetzte Maschinen optimiert und gesteuert ab. Das geht, indem beispielsweise Werkstücke zusätzliche Informationen enthalten –zum Beispiel in Form eines RFID-Chips –, die von den Maschinen und Anlagen ausgelesen werden können. Der Vorteil: Smart Factories können auch kleine Losgrößen effizient herstellen. Auch hinsichtlich der Wartung und Instandhaltung bietet eine Smart Factory Vorteile.
Schmierstoffe: Sie verringern die Reibung und den Verschleiß zwischen zwei Reibpartnern oder Werkstücken. Sekundärausfall: der Ausfall einer Maschine oder Anlage als direkte oder indirekte Folge, weil eine andere Einheit einen Ausfall oder einen Fehler hatte (Gegenteil: Primärausfall).
SPS: Eine speicherprogrammierbare Steuerung (SPS) istein programmierbares Gerät zur Steuerung oder Regelung einer Maschine oder Anlage.
T
Total Cost of Ownership (TCO): TCO beschreibt ein Abrechnungsverfahren,
das hilft, alle anfallenden Kosten von Investitionsgütern abzuschätzen. Total Productive Maintenance (TPM): TPM ist ein Ansatz zur kontinuierlichen Verbesserung in allen Bereichen eines Unternehmens. Im Bereich der Instandhaltung sollen so durch Pflege und eine fachübergreifende Instandhaltung Stillstände minimiert und gleichzeitig die Effektivität und Verfügbarkeit verbessert werden.
Turnaround: In der Prozessindustrie bezeichnet dieser Terminus das Management der Instandhaltungs-, Wartungs- und Optimierungsmaßnahmen, wenn Großanlagen, die normalerweise ohne Stillstand arbeiten, heruntergefahren und gewartet werden. Bei einem Großstillstand unterstützen in aller Regel zahlreiche Industriedienstleister bei den Arbeiten, damit die Anlagen nach kurzer Zeit wieder in Betrieb gehen können.
Uptime: Bezeichnet die Zeit, wenn sich eine Maschine oder Anlage im betriebsfähigen Zustand befindet (Gegenteil: Downtime).
Verfügbarkeit: Die Verfügbarkeit, die für einzelne Maschinen oder auch für ganze Fertigungsanlagen ermittelt werden kann, zeigt an, ob diese während einer festgelegten Produktionszeit tatsächlich immer gelaufen sind (Verfügbarkeit: 100 Prozent).
Sie errechnet sich aus der tatsächlichen Maschinenlaufzeit geteilt durch die geplante Maschinenlaufzeit mal 100. Liegt die Verfügbarkeit unter einem Wert von 100, deutet dies auf ungeplante Stillstände hin.
Verbesserung: Die Verbesserung ist
ebenso wie die Instandsetzung und Inspektion ein Bestandteil der Instandhaltung (siehe DIN 31051 und DIN 13306).
Virtuelle Realität (VR): siehe Augmented Reality.
Vorbeugende Instandhaltung: planmäßig durchgeführte Wartung vor Eintritt eines Defekts, siehe IH.
WWartung: Die Wartung ist ebenso wie die Instandsetzung und Inspektion ein Bestandteil der Instandhaltung (siehe DIN 31051 und DIN 13306).
Wertschöpfungskette: Das Konzept der Wertschöpfungskette wurde erstmals 1985 von Michael E. Porter in seinem Buch „Competitive Advantage“ veröffentlicht.
Die Wertschöpfungskette (englisch Value Chain) stellt die Stufen der Produktion als eine geordnete Reihung von Tätigkeiten dar. Diese Tätigkeiten schaffen Werte, verbrauchen Ressourcen und sind in Prozessen miteinander verbunden.
Wirkungsgrad: Der Wirkungsgrad beschreibt allgemein das Verhältnis zwischen zwei bestimmten Energiemengen. Im industriellen Umfeld geht es dabei zumeist um die Effizienz einer technischen Maschine oder Anlage. Hier gibt der Wirkungsgrad an, welcher Anteil der zugeführten Energie in nutzbringende Energie umgewandelt wird.
Z
Zentralschmierung: zentrale Schmiereinheit zur Versorgung mehrerer Schmierstellen und zur Reduzierung des Wartungsaufwandes.
Zustandsüberwachung: siehe Condition Monitoring.
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