LENZBURGER WOCHE
DONNERSTAG, 4. SEPTEMBER 2025
Amtliches Publikationsorgan für den Bezirk Lenzburg und angrenzende Gemeinden.
PP 5600 Lenzburg · Nummer 36 · Post CH AG
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Jenny Ackeret, wie sie ist: Bei der Taufe ihres ersten Buches liess sie sich nicht aus der Ruhe bringen.
Foto: Rinaldo Feusi
Von schlechten Dikdaten zur Buchautorin Neu Lehrbetrieb
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Lenzburg Jenny Ackeret lud vergangene Woche zur Taufe ihres ersten Buches ein. Es geht darin darum, Wandel bewusst zu gestalten. ■
RINALDO FEUSI
I
m Zuge ihrer Masterarbeit erarbeitete Jenny Ackeret ihr eigenes Modell «Weregoja». Kernthema ist die werteorientierte und ganzheitliche Organisationsentwicklung. Um den Herausforderungen der heutigen Zeit standzuhalten, müssten Veränderungen bewusst angegangen werden, meint die Autorin. Perspektivenwechsel und eine positive Haltung als zentrale strategische Kompetenz sollen dies ermöglichen. Informationen zum Verkauf und Jenny Ackeret gibt es unter raum360.ch. Physisch gibt es das Buch ab nächster Woche in der Buchhandlung Otz in Lenzburg zu kaufen.
«Ich war eine schlechte Schreiberin» Dass Jenny Ackeret einmal ein Buch veröffentlichen würde, hätte sie selbst nicht
gedacht. So seien in der Schule die Diktate meistens knallrot zurückgekommen. Erst durch das Führen ihres Tagebuchs während einer Weltreise sei sie auf den Geschmack zum Schreiben gekommen. «Aber eigentlich sollte diese Arbeit nur eine Masterarbeit werden», gab sie an der Buchtaufe zu. Einige Leute aber wollten die Arbeit lesen, und so entschied sie sich, im Eigenverlag ihre Arbeit als Buch zu publizieren. «Während der Erarbeitung durfte ich immer wieder sehr spannende Gespräche mit Menschen aus meinem Umfeld führen. Und dann der Blitzgedanke: Das ist die eine Chance, mein Wissen kompakt gesammelt und anschaulich präsentiert zu veröffentlichen.»
Modell «Weregoja» (Werte, Resilienz, ganzheitliche Organisationsentwicklung, Ja als bejahende Grundeinstellung und die Initialen der Autorin) zeigt das Buch einen neuen Weg: Resilienz soll dabei als fortlaufender Prozess verstanden werden, der auf drei Ebenen wirkt – individuell, im Team und in der gesamten Organisation. Das Zusammenspiel von Haltung und Kultur mit Verhalten und Struktur soll dabei den Kern bilden. Werte und Schlüsselfaktoren auf allen Ebenen geben Orientierung und bilden die Grundlage für nachhaltige Widerstandsfähigkeit.
Weg von der Defizitorientierung Das Buch geht eine Grundsatzproblematik an. In vielen Organisationen dominiert noch immer ein defizitorientierter Blick auf Probleme: Fehler, Schuld und fehlende Ressourcen stehen im Vordergrund, während Stärken, Eigenverantwortung und Lösungsorientierung vernachlässigt werden. Das Ergebnis sind Frust und eine geschwächte Widerstandskraft. Mit dem
In der mittelalterlichen Literatur – zur Zeit von «Parzival» oder dem «Nibelungenlied» – haben Frauenfiguren einen eingeschränkten HandlungsspielKathrin Steinmann raum. Ihr Bewegungsradius ist auf die heimische Burg beschränkt und sie dienen als Objekte von Macht- und Repräsentationsbedürfnissen männlicher Figuren. Doch es gibt Charaktere, welche diese Muster durchbrechen. Cundrîe und Famurgan beispielsweise: Sie verfügen über medizinisches Wissen, sind ungebunden und bewegen sich durch den gesamten Raum. Ihr Heilwissen verleiht eine Handlungsmacht, denn mit dessen Einsatz kann der Verlauf der Erzählungen beeinflusst werden. Auffallend ist: Diese Handlungsmacht behalten die heilkundigen Frauen nicht für sich, sie geben sie weiter an andere Frauenfiguren. Die Solidarität unter Frauen ist seit Jahrhunderten eine starke Quelle von Ermächtigung und Selbstbestimmung. Nicht zuletzt deshalb wurde während der Hexenverfolgung der Zusammenhalt in der Bevölkerung, insbesondere unter den Frauen, durch das System der Denunziation und des Misstrauens gezielt geschwächt. Im heutigen Feminismus ist das Konzept der gegenseitigen Unterstützung wieder erstarkt. Wir lassen Glaubenssätze wie diesen, dass Frauen sich in einem Konkurrenzkampf um beschränkte Plätze streiten müssten, hinter uns. Vielmehr stärkt uns das gemeinsame Einstehen für Werte. Die einen engagieren sich politisch, andere schreiben einen Leserbrief oder organisieren eine Diskussionsrunde. Und diejenigen, die gerade nicht die Energie haben, ihre Stimme öffentlich zu erheben, werden getragen vom Wissen, nicht alleine zu sein. Mit jedem Gespräch, jedem Danke und jeder Geste, so klein sie auch scheinen mag, knüpft sich ein solidarisches Netz. Und übrigens: Dieses muss nicht unter Frauen bleiben. Für Gleichstellung und respektvollen Umgang dürfen sich gerne auch Männer engagieren und verbinden. Kathrin Steinmann, Buchhandlung Otz
Das Werk zum Nachschlagen.
Foto: Rinaldo Feusi
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