LENZBURGER WOCHE
DONNERSTAG, 21. AUGUST 2025
Amtliches Publikationsorgan für den Bezirk Lenzburg und angrenzende Gemeinden.
PP 5600 Lenzburg · Nummer 34 · Post CH AG
SALZKORN Alltagszauber Die Sonne steht schief über den Dächern, wer durch die Gassen zieht, spürt sofort: Heute wird nicht das Alltägliche, sondern das Wunderbare Romi Schmid gefeiert. Überall jonglieren Stimmen, Musikfetzen und Lachen durch die Strassen. Das Gauklerfestival macht aus unserer Stadt eine Bühne für alles, was staunen lässt – ein Wochenende lang voller Zauberei, Akrobatik und Strassenkunst.
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Ein Bild aus dem letzten Jahr mit Papageno und Pamina – Carolin Pâques. Kronenplatz 12, Lenzburg +41 76 701 17 12 info@balcony-bikes.com, www.balcony-bikes.com
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Eine Oper im Kofferformat: Ein Projekt mit Zukunft Lenzburg Mit der «kofferOper» wollen Musikerinnen und Musiker Kindern und Erwachsenen einen niederschwelligen Zugang zur Welt der Oper eröffnen. In Lenzburg kommt es zu zwei Konzerten.
Heizöl D ■
0800 062 062 oder oelbrack.ch
Foto: zvg
RINALDO FEUSI
ie Idee ist so einfach wie wirkungsvoll: Eine bekannte Oper wird in einer kindgerechten Geschichte erzählt und mit den wichtigsten Arien und Ensembles untermalt. So entsteht ein Zusammenspiel von Erzählerin, projizierten Bildern, Gesang und Schauspiel – ohne grossen Bühnenaufwand, aber mit viel Freude. Der Koffer steht sinnbildlich für diese reduzierte Form: Wenige Requisiten genügen, um die Fantasie des jungen Publikums in Bewegung zu setzen. Als erste Produktion fiel die Wahl auf Mozarts «Zau-
berflöte». Sie gehört zu den berühmtesten Opern. «Zusätzlich ist sie für Kinder verständlich», weiss Mitbegründerin des Projektes Carolin Pâques. Sie ist Pädagogin und ausgebildete klassische Sängerin. Damit die Aufmerksamkeit nicht überfordert wird, dauert die Aufführung lediglich 45 Minuten – gerade so lange, dass auch Kindergarten- und Primarschulkinder der Handlung folgen mögen. «Kinder dürfen bei uns nicht nur zuhören, sondern werden in die Vorstellung miteinbezogen. Ein bisschen Unruhe im Saal ist nicht störend, sondern Ausdruck lebendiger Teilnahme», erklärt sie weiter.
Musik für alle Hinter dem Projekt steht die Überzeugung, dass Oper nicht teuer sein muss. Der Eintrittspreis wird nicht fix festgelegt, stattdessen wird am Ende eine Kollekte erhoben. So soll es allen möglich sein, an diesem kulturellen Erlebnis teilzuhaben – ob als neugieriges Kind, begleitende Eltern oder als Erwachsene, die sich neu auf die
Oper einlassen wollen. Unterstützung erhält die «kofferOper» auch von der katholischen Kirche Herz Jesu, die ihre Räumlichkeiten kostenlos zur Verfügung stellt. «Wir sind sehr dankbar für dieses Engagement», sagt Pâques. Das Publikum darf sich schon jetzt auf zwei Aufführungen freuen: Am Sonntag, 24. August, und am Samstag, 6. September, wird die Zauberflöte in der Kirche Herz Jesu Lenzburg aufgeführt. Die «kofferOper» ist mehr als nur ein neues Aufführungsformat – sie versteht sich als Bewegung, die Opernmusik für jedermann zugänglich machen will. Ihren Ursprung hat sie in Begegnungen an der Gesangsschule Maria Baldauf sowie bei Proben zur Kinderoper «Alice im Wunderland» am Opernhaus Zürich. Statt Musik «an den Kindern vorbei» zu machen, entstand die Idee, Oper explizit für junge Menschen erlebbar zu gestalten. ■
Sonntag, 24. August, 15 Uhr, Samstag, 6. September, 10.30 Uhr, Kirche Herz Jesu Lenzburg.
Nicht jede Stadt hat den Mut, sich für ein ganzes Wochenende in ein Freilufttheater zu verwandeln und einfach mal das Unvernünftige zu feiern. Und nicht überall gibt es so viele Menschen, die einer Stadt ihr Herzblut schenken – sei es beim Gauklerfestival, in Vereinen oder in der Politik. Sie sind es, die das Wunderbare erst möglich machen. Früher dachte ich, Heimat ist dort, wo man geboren wird. Heute weiss ich: Heimat trägt man im Herzen. Und manchmal wird dieses Gefühl durch Menschen verkörpert, die für ihre Stadt brennen – mit einer Mischung aus Stolz, Geduld und Ausdauer, wie sie sonst nur eingefleischte Fans für ihre Lieblingsfussballmannschaft aufbringen. Das Lenzburg-Fieber hat inzwischen auch mich gepackt. Die Magie dieser Stadt ist einzigartig: ihr leiser Rhythmus, ihre zarte Schönheit und die Menschen, die immer mehr tun, als sie müssten. Genau das macht Lenzburg so zauberhaft. Jeder Winkel, jede Nische, jeder Platz erzählt hier seine eigene Geschichte. Es sind dieses leise, aber beständige Pulsieren der Stadt, die Atmosphäre in den Gassen, der Blick aufs Schloss: Lenzburg lebt in den Augen der Menschen, die hier leben. Mittlerweile sind die Jonglierkeulen wieder verstaut und der Alltag ist zurückgekehrt: Das Gauklerfestival ist vorbei. Ein Lächeln aber bleibt hängen: In Lenzburg ist immer wieder Platz für Leichtigkeit, Staunen und Gemeinschaft. So fühlt sich Heimat an. Romi Schmid, Redaktorin
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