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LBA 2 / 2026 vom 15. Januar

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LENZBURGER WOCHE

DONNERSTAG, 15. JANUAR 2026

Amtliches Publikationsorgan für den Bezirk Lenzburg und angrenzende Gemeinden.

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SALZKORN Schön, wieder im Aargau zu sein

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«Bunzi de Gnüsser» zieht in den Saal nebst Ehefrau Patricia und seinen Ehrendamen ein.

«Bunzi de Gnüsser» läutet die Fasnacht in Sarmenstorf ein Sarmenstorf Knapp einen Monat vor dem Schmutzigen Donnerstag kürte in Sarmenstorf die Heuröpfel-Zunft am Jahresbot ihren neuen Zunftmeister. Pascal Widmer übernahm als «Bunzi de Gnüsser» das Zepter. ■

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Genussvoll in die Fasnacht

VERENA SCHMIDTKE

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Foto: Verena Schmidtke

ichtlich gerührt nahm Pascal Widmer das Zepter aus den Händen vom Zunftpräsidenten Thomas Meyer entgegen. «Das ist eine Ehre, eine Freude und auch ein Abenteuer», stellte der neue Zunftmeister sogleich fest. «In Sarmenstorf ist die Fasnacht nicht nur ein Fest, sondern eine Art Lebensgefühl.» Seine Eltern seien aktiv in der Heuröpfel-Gugge gewesen, sein Vater zudem Mitglied in der Zunft. Kein Wunder also seine Begeisterung für die Fasnacht. Dazu hob «Bunzi de Gnüsser» noch eine spezielle Verbindung hervor: «Heute vor 40 Jahren ist mein Papi zum ersten Mal Zunftmeister geworden.» Da ging ein Raunen durch die gut besuchte Mehrzweckhalle. Als er nun die Anfrage bekam, habe er nur zu gern zugesagt, so Widmer.

Bis zur Verkündigung des neuen Zunftmeisters hatten Thomas Meyer und Heuröpfel-Gugger Ady Meili die Besuchenden noch eine Weile zappeln lassen. Zunächst galt es, den Zunftmeister des vergangenen Jahres zu verabschieden. «Mit seinem hohen Hut war er überall gut zu erkennen», lachte der Zunftpräsident. «Beckhans de Maschinescht», auch bekannt als André Keusch, blickte auf eine gelungene Fasnacht 2025 zurück: «Rückblickend würde ich heute früher zusagen, das hätte unserem Zunftpräsidenten bestimmt einige Falten weniger auf der Stirn beschert.» Damit hatte er die Lacher auf seiner Seite. Zudem räumte er ein, kein Mann grosser Worte zu sein – doch er dankte allen herzlich, insbesondere seinen Ehrendamen, für die schöne Fasnacht. Damit war immer noch nicht das Rätsel um den neuen Zunftmeister gelöst. Wie bereits im Vorjahr machte es Ady Meili heuer erneut ziemlich spannend. Zunächst lockerte er die ohnehin schon gute Stimmung mit frechen Sprüchen prächtig auf – schliesslich wurde es konkret. Sämtliche Heuröpfel-Zunftmitglieder mussten aufstehen, mittels Ausschlussverfahren wollte er das künftige Oberhaupt ermitteln. Dann endlich war klar: Pascal Widmer ist der aktuelle Zunftmeister.

Bevor dieser im neuen Gewand mit Dreispitz, begleitet von seinen Ehrendamen, festlich in den Saal einzog, gab es noch Auszeichnungen. Joel Fischer, Präsident der Heuröpfel-Gugger, ehrte Rainer Huber für 40 Jahre aktive Mitgliedschaft in der Gugge. Dafür erhielt der Geehrte ein neues Kleidungsstück: gefertigt aus den Stoffen sämtlicher Gewänder aus seiner Zeit als Gugger. Zunftpräsident Thomas Meyer übergab in der Zunft Roman Abt eine goldene Plakette – dieser ist seit 1966 aktiv dabei. Mit dem Einzug des neuen Zunftmeisters erreichte der Jahresbot seinen Höhepunkt. Strahlend platzierten sich Pascal Widmers Ehefrau Patricia sowie die Ehrendamen auf beiden Seiten des Throns. Die Ehrendamen sind: Manuela Meier und Jeannette Winkelmann. Traditionell ist inzwischen Eric Meier für die Gestaltung der Plakette zuständig. Höchstselbst legte der Künstler diese «Bunzi de Gnüsser» um. «Sie zeigt im Hintergrund die Toskana», erläuterte Meier, denn dieses sei eine Lieblingsregion Widmers. Nicht fehlen dürften dazu der feine Wein und natürlich die Posaune. «Als Mitglied der Heuröpfel-Kapelle ist Bunzi am SchmuDo im Dorf unterwegs.» So gut eingestimmt erklärte der Zunftmeister 2026: «Ich wünsche uns allen eine fröhliche und gesunde Fasnacht.»

Endlich ist es kalt. Herbst und Winter sind meine Lieblingsjahreszeiten. Kulinarisch wie auch wettertechnisch. Rosen kohl, Wirsing, Kürbis, Moosbeeren. Hirsch, Rinaldo Feusi Gams, Wildsau, Tafelspitz und Schinggli. Rotwein leicht, Rotwein schwer, Rotwein sowieso. Der Herbst lädt zum Geniessen ein. Vor allem im Agrarland Aargau. Beim Wetter musste ich mich hingegen stark anpassen. Als ich vor gut zehn Jahren hierher zog, war es für mich zu Beginn sehr schwer, Herbst und Winter zu mögen. Zuhause war ich gewohnt, dass die Herbsttage die klarsten des Jahres waren. Unbeschreiblich die Aussichten über die goldenen Wälder. Ganz zu schweigen von der weissen Pracht in den sehr kalten Monaten. Im Aargau schaut das alles ein wenig anders aus. Der Nebel lag zu Beginn oft schwer auf meinem Gemüt. Doch ich gewöhnte mich auch daran. Mittlerweile geniesse ich die Samstagmorgenspaziergänge durch den Nebel sehr. Ruhe und Mystik liegen in der Luft. Fast ein wenig kitschig. Dieses Jahr durften wir bisher zusätzlich viele helle Tage erleben. Trotzdem zog es mich in die Auslandferien nach Amerika. Vor wenigen Tagen kam ich schliesslich zurück. Zuerst war ich in Chicago mit knackigen –18 Grad und Winden, die sich durch jede Jacke bissen. Später dann Knoxville mit gemütlichen 23 Grad an Heiligabend. Es gab Hotdogs und Hamburger am Pool – kurze Hosen statt Wintertuch. Über das politische Klima äussere ich mich hingegen nicht. Bei meiner Ankunft in der Schweiz begrüsste mich Schneegestöber. Ich merkte schnell: Ich bin wieder zu Hause. Ein Freund holte mich ab, und wir fuhren ins wunderschöne Seetal. Im Winterkleid steht das Seetal dem Bündnerland in nichts nach. Der See ist umgeben von weissen Ufern, verschneiten Dächern, und in der Ferne sind die Innerschweizer Alpen zu sehen. Und wir dürfen das als unsere Heimat bezeichnen – wie gut wir es doch im Aargau haben. Rinaldo Feusi, Redaktionsleiter

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