LENZBURGER WOCHE
DONNERSTAG, 11. JUNI 2026
Amtliches Publikationsorgan für den Bezirk Lenzburg und angrenzende Gemeinden.
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Kampf dem Aluminium: Startup auf Erfolgskurs
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SALZKORN Das Paket
Seengen Ein Seetaler Startup erreichte am Swiss Digital Commerce Award in der Kategorie «Sustainability Feature» das Podest. Amanda und Urs Helfenstein produzieren und vertreiben ein Deo aus lebensmitteltauglichen Zutaten. ■
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eit sechs Monaten auf dem Markt und bereits Platz drei am Swiss Digital Commerce Award: Das ist das Seenger Startup «Lion7». In einer von 14 Kategorien erreichte das True-Pits-Deo den dritten Platz. Ausgezeichnet wurde das Produkt in der Kategorie «Sustainability Feature». Grosse Freude bei der jungen Familie: «Wir haben das natürlich gefeiert und sind stolz auf unseren Erfolg.»
Ressourcenschonung als Kern der Firma
Urs und Amanda Helfenstein freuen sich über den dritten Platz.
Die Verpackung kommt vollständig ohne Kunststoff aus, alle Zutaten stammen aus biologischer Produktion. 30 Gramm Deodorant reichen für bis zu 100 Anwendungen. «Es war uns von Anfang an wichtig, Nachhaltigkeit nicht erst nachträglich zu optimieren, sondern sie vom ersten Arbeitsschritt an als Teil unserer Identität zu verstehen», sagt Urs Helfenstein. Auch beim Vertrieb setzt das Startup «Lion7» auf dieses Prinzip. Die wiederverwendbare und recycelbare Dose hat eine Höhe von knapp 20 Millimetern. Das bedeutet, das Produkt kann in einer eigens entwickelten Kissenschachtel im Briefformat zu den Kundinnen und Kunden verschickt werden. «Ohne Tinte, Klebstoffe oder Kunststoffe – die Beschriftung wird eingebrannt», erklärt er weiter. Das Produkt gibt es auf der Webseite des Unternehmens und in der Dorfapotheke.
an hat sich bis heute wenig geändert. Er ist Ingenieur und schaut auf 15 Jahre Erfahrung im Lebensmittel- und Pharmabereich zurück. Damit kennt er die notwendigen Vorgaben zur Herstellung eines sicheren Produkts. Und nichts spricht gegen die Produktion mit Küchenutensilien. Während er also mit Marmite und Waage ausgerüstet das Deo herstellt, regelt seine Frau das Büro mit Marketing. Und es funktioniert: «Wir haben uns diesen Schritt gut überlegt und sind stolz darauf», sagen die beiden. «Auch wenn die Küche manchmal zum Labor werden muss.» Das passiert aber selten. Der Chef erklärt: «Ich habe errechnet, dass eine frisch produzierte Charge einer Einzelperson auf 18 Jahre hinweg reichen würde.»
Wenn aus der Küche das Labor wird Das Produkt kommt aus der eigenen Küche. Dort hat alles seinen Ursprung. «Ich experimentierte für die Rezeptur am Herd», erklärt Urs Helfenstein. Dar-
Backpulver statt Aluminium Die Idee entstand aus einer Notlage des Firmengründers. Dabei ist er sehr offen. Bei ihm würde eine Dusche mit viel Seife nicht reichen. Viele marktübliche Deos verträgt sein Körper nicht. Überparfümiert sei es ihm unwohl und bei Aluminium schlagen seine Lymphkno-
Foto: zvg
ten Alarm. Er versuchte daher den Salzstein. Bis er herausfand, dass dieser nicht aus Kochsalz, sondern aus Aluminium-Salzen besteht. Eine Hauslösung musste her. Nach einer langen Experimentierphase kristallisierten sich die Zutaten heraus: Sodium Bicarbonat – besser bekannt als Backpulver, Tapioka, Sheabutter, Avocadoöl und Kokosfett. Alles Bio. Durch die Dampfbehandlung des Kokosfetts wird dieses geruchsneutral gemacht und das Backpulver regelt den pH-Wert. Auf Wasserbeigabe kann gänzlich verzichtet werden. So verdirbt die feste Creme nicht. Nach dem Öffnen garantiert das Startup sechs Monate Haltbarkeit. Anfänglich nutzte er das Deo nur für sich selbst, verschenkte später einige Proben an sein Umfeld. Seine Bekannten beflügelten ihn dazu, das Produkt auch für den Handel herzustellen. Die positiven Rückmeldungen aus seinem Umfeld bestärkten Helfenstein schliesslich darin, das Produkt auf den Markt zu bringen. Sechs Monate später steht «Lion7» bereits auf dem Podest eines nationalen Branchenpreises.
Vor kurzem wurde ein Paket ohne Adresse und ohne Absender in meinem Brief kasten deponiert. Verwirrt und neugierig nahm ich es mit in die Wohnung. Darin lag zuoberst eine Weihnachtskarte, auf deren Kathrin Steinmann Rückseite von Hand geschrieben steht: «Für Dich. Habe Spass», gefolgt von einem breit grinsenden Smiley. Weiter kein Hinweis, von wem sie stammen könnte. Unter dem Stopfpapier kamen drei Sexspielzeuge zum Vorschein. Sofort begannen Theorien durch meinen Kopf zu schiessen: Das muss ein Versehen sein, das Paket hätte nicht zu mir gesollt. Ist das eine Reaktion auf meine öffentlichen feministischen Stellungnahmen? Oder könnte tatsächlich jemand aus meinem Bekanntenkreis…? Das Telefonat mit meiner Mutter, nachdem ich das Paket geöffnet hatte, hat mir geholfen, meine Gedanken zu ordnen. Wie auch das Schreiben. Am gleichen Abend begann ich, alles festzuhalten. Der Text ist gewachsen, je mehr ich mir überlegt habe, was ich aus diesem Erlebnis mache. Es ist ein Text geworden, der einen Einblick geben soll, was unerwünschte, grenzüberschreitende Botschaften auslösen können. Ob ich damit Absender solcher Nachrichten erreiche, ist fraglich. Aber ich erreiche Menschen, die die Gedankenanstösse in Gesprächen weitertragen können. Und wenn das nur bei einer Person auslöst, vor der Übermittlung sexualisierter Inhalte zu überlegen, ob ein Konsens dafür vorhanden ist, ist mein Ziel erreicht. Auch festgehalten habe ich aus meinem Gespräch mit dem diensthabenden Kantonspolizisten, wie Betroffene reagieren können. Und wenn dadurch nur eine Person Bestärkung findet, in einem Belästigungsfall die eigenen Gefühle ernst zu nehmen und Unterstützung bei Vertrauens-personen und Fachstellen zu suchen, dann hat das alles doch einen Sinn gehabt. Kathrin Steinmann, www.kathrinsteinmann.ch
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