LENZBURGER WOCHE
FREITAG, 15. MAI 2026
Amtliches Publikationsorgan für den Bezirk Lenzburg und angrenzende Gemeinden.
PP 5600 Lenzburg · Nummer 20 · Post CH AG
SALZKORN Die Kunst, nicht zu verzweifeln
SCHLAFWOCHEN
Das Freilichttheater Staufberg feiert bald Premiere. In diesem Jahr sind es 37 freiwillige Schauspielerinnen und Schauspieler.
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Foto: Rinaldo Feusi
Mit Linda und Giovanni durch die Hero-Geschichte
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Staufen Beim Freilichttheater Staufberg beginnt die entscheidende Phase: Der erste Probesamstag fand bei schönstem Frühlingswetter statt. ■
RINALDO FEUSI
A Hotel – Tagungen – Restaurant Vitabella Rügel Sarmenstorferstrasse 52 | 5707 Seengen www.vitabellaruegel.ch 062 767 60 50 Öffnungszeiten Täglich von 08.00 bis 17.00 Uhr Donnerstag, Freitag, Samstag bis 23.00 Uhr
Heizöl
lle vier Jahre wird der Staufberg zur Bühne. Was als Idee begann, ist heute eine feste Tradition. 2022 wurde «Ueli de Pächter» aufgeführt. Heuer steht mit «Hero – Geschichten mit Herz» eine Produktion auf dem Programm, die exklusiv für den Verein geschrieben wurde. Das Stück soll «voller Emotionen und Geschichten» sein. Bisher wurde in kleineren Gruppen im Zopfhuus zweimal wöchentlich geprobt, nun auf dem Staufberg. Seit vergangenem Samstag
kommen zusätzliche Probetage hinzu. Initiator und Vereinspräsident Markus Moser sowie Regisseur Peter Locher zeigen sich zufrieden.
Büchsen, Schreibmaschinen und Kupfertöpfe Das Bühnenbild steht bereits. Mit viel Liebe wurde dieses zusammengestellt. Grosse Dosen aus Mosers KüchenSchreinerei, über 100 «Beereli-Sträucher», Schreibmaschinen und Kupfertöpfe prägen das Bühnenbild. Sie führen in die Geschichte von Giovanni und Linda ein. Es soll viel Herz auf der Bühne gezeigt, aber auch die Geschichte der Hero erzählt werden Das Stück erzählt von der Marke Hero, deren Wurzeln ins 19. Jahrhundert zurückreichen. 1886 begannen Gustav Henckell und Gustav Zeiler in Lenzburg mit der Konservierung von Gemüse. Mit
der Einführung des Markennamens Hero im Jahr 1910 wurde das Unternehmen international bekannt und zu einem wichtigen Arbeitgeber in der Region. An der Probe fällt schnell auf: Texte sitzen, die Lieder klingen schön. Aber die Choreografie auf der Bühne muss erst noch gezeichnet werden. So findet zwischen Schauspielenden und Regisseur ein stetiger Austausch statt. Markus Moser erklärt: «Viele auf der Bühne waren vor vier Jahren schon dabei. Wir kennen uns - ein eingespieltes Team.» Regisseur Peter Locher antwortet auf die Frage, wo man sich bei den Proben etwa befinde «Wir sind im Prozess. Aber mir gefällt die Leistung aller.» ■
Das Theater feiert Premiere am 4. Juni. Weitere Infos zur Reservation: theater-staufberg. ch.
«Pessimismus des Verstandes, Optimismus des Willens», schrieb der italienische Philosoph Antonio Gramsci aus dem Gefängnis heraus. Dieser Satz Tinu Niederhauser beschreibt aktuell mein Lebensgefühl. Wie ist es möglich, in der heutigen Weltlage zuversichtlich zu bleiben, ohne den Kopf in den Sand zu stecken? Mein Verstand sieht klar: Die Welt ist aus den Fugen. Das Klima kippt, Gesellschaften spalten sich, vertraute Sicherheiten geraten ins Wanken. Pessimismus ist deshalb nicht einfach ein Fehler, sondern oft eine Form der Ehrlichkeit. Wer wirklich hinschaut, erkennt die Schwere der Dinge. Und doch handeln Menschen. In Laos bauen Frauen und Männer nach Überschwemmungen ihre Schulen wieder auf, obwohl sie wissen, dass der nächste Sturm kommen wird. Jugendliche montieren Solarpanels auf Schuldächern, obwohl ihr Beitrag klein scheint. Eine Lehrerin steht trotz Erschöpfung am Montag wieder vor ihrer Klasse und gibt ihr Bestes. Gramscis Gedanke erinnert mich daran, dass Hoffnung keine rosa Brille ist, sondern eine Haltung. Sie bedeutet nicht, die Welt schönzureden, sondern sie trotz allem zu gestalten. Zwischen klarem Blick und unbeirrbarem Willen entsteht jene Kraft, die wir Zukunft nennen. Diese Zukunft passiert nicht von allein. Und wir dürfen sie nicht jenen Kräften überlassen, die mit Angst und Abschottung Politik machen. Gerade in unsicheren Zeiten ist die Versuchung gross, sich einzumauern und Europa vor allem als Bedrohung zu sehen. Doch die Schweiz war immer dann stark, wenn sie offen, vernetzt und lernfähig geblieben ist. Die Abstimmung vom 14. Juni zur Frage der Zuwanderung ist deshalb mehr als eine Sachfrage. Sie ist auch ein Entscheid darüber, welches Bild wir von unserem Land haben: eine verängstigte Schweiz im Rückzug – oder eine selbstbewusste Schweiz, die ihre Zukunft gemeinsam mit ihren Nachbarn gestaltet. Vielleicht ist das heute die wahre Kunst: nicht zu verzweifeln – und trotzdem zu handeln. Tinu Niederhauser
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