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Eusi Region "Hingabe hat viele Gesichter"

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EusiRegion

Hingabe hat

viele Gesichter

Was treibt uns an?

Menschen aus der Region erzählen, wofür ihr Herz schlägt  –und warum sie für ihre Ziele und Projekte alles geben.

Verlagsbeilage zum Lenzburger Bezirks-Anzeiger vom 21. Mai 2026

Für ein nachhaltig gesundes Leben

Stressbewältigung durch

Achtsamkeit (MBSR)

Einführungstag Achtsamkeit

Meditationsabende

Themenkurse - Achtsamkeit und mehr

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Leidenschaft, die kommt und geht

Inhalt

Liebe Leserinnen, lieber Leser

Laut meiner Vorgesetzten sollte es mir ein Leichtes sein, über das Schwerpunktthema dieser Beilage, Leidenschaft, ein Editorial zu schreiben – so leidenschaftlich ich doch meiner Arbeit als Redaktorin nachgehe.

Tja, ich finde allerdings, dass Leidenschaft ein grosses Wort ist, und bin mir nicht sicher, ob es für meine Arbeit das richtige ist. Laut Duden ist Leidenschaft ein «sich in emotionalem, vom Verstand nur schwer zu steuerndem Verhalten äussernder Gemütszustand (aus dem heraus etwas erstrebt, begehrt, ein Ziel verfolgt wird)».

Nun wäre es fatal, eine Beilage in einem solchen, «vom Verstand nur schwer zu steuernden» Gemütszustand zu produzieren – auch Ihnen

IMPRESSUM:

gegenüber, liebe Lesende, wäre das höchst unfair.

Nehmen wir also ein wenig Leidenschaft aus meinen Segeln. Denn Leidenschaft – echte Leidenschaft –findet sich genug auf den folgenden Seiten: Menschen, die für ihre Sache brennen: sei es beim Biken, Tanzen, Tüfteln oder Helfen. Im Spital, im Altersheim, im Gemeindehaus oder im Bettenfachgeschäft – oder grad überall, wo es passt. Manche engagieren sich sogar weit über die Region hinaus – so wie Hans Haller, der sich in Brasilien für Kinder, Tiere und die Umwelt einsetzt. Es braucht diese Leidenschaft und die Flamme dahinter, die nicht erlischt. Sie kann viel bewegen. Sie kann heilen. Sie kann helfen – anderen, aber auch einem selbst. Ich persönlich hatte nie eine ausgeprägte Leidenschaft. Ich war immer gerne auf mehreren Hochzeiten unterwegs, weniger tief, dafür breit gefächert – eine «Multileidenschaftlerin», oder vielleicht besser: eine «Multiinteressierte». Auch heute interessiert mich vieles, und nur wenigen Dingen widme ich mich mit jener Hingabe, die man wohl als Leidenschaft bezeichnen würde. Für meine Arbeit ist das durchaus hilfreich – sonst würden Sie hier

vermutlich Jahr für Jahr Geschichten über Schokolade lesen. Denn wenn es etwas gibt, das meiner Vorstellung von Leidenschaft nahekommt, dann vielleicht genau das. Zusammen mit meiner zweiten «Fast-Leidenschaft», dem Reisen, ergibt das immerhin eine ziemlich gute Kombination: Schokolade in allen Variationen entdeckt man schliesslich überall auf der Welt. Als ich letzte Woche von Leutwil Richtung Boniswil hinuntergelaufen bin, kam mir ein anderer Gedanke: Vielleicht muss Leidenschaft gar nichts Ausschliessliches sein. Vielleicht zeigt sie sich vielmehr darin, wie wir dem Leben begegnen – mit Interesse, Offenheit, Neugier oder Mitgefühl. Gerade in einer Zeit, in der vieles auf der Welt aus dem Gleichgewicht geraten scheint, wirken solche leisen Formen der Leidenschaft fast wichtiger denn je. Für diesen Gedanken habe ich mich kurzerhand ins Gras gelegt und einfach in den Himmel geschaut. Und gemerkt: Vielleicht könnte das eine Leidenschaft sein, die viel zu kurz kommt – einfach mal nichts tun.

Ihre

Dominique Simonnot

Verlagsbeilage zum Lenzburger Bezirks-Anzeiger, Der Seetaler/Der Lindenberg, Donnerstag, 21. Mai 2026 Auflage: 39 914 Expl. (WEMF 2025) Herausgeber: CH Regionalmedien AG, Kronenplatz 12, 5600 Lenzburg, Tel. 058 200 58 20 Leiter Wochenzeitungen: Stefan Biedermann Redaktion: Dominique Simonnot, Philipp Aeberli, Carolin Frei, Sira Heimgartner, Marcel Habegger Layout: CH Regionalmedien AG Titelbild: dom Anzeigen: Kronenplatz 12, 5600 Lenzburg, Tel. 058 200 53 53, inserate@chmedia.ch Druck: CH Media Print AG, Aarau

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AusderRubrik «FührungundPersönlichkeit»

n Leadership4R mitZertifi katwbz

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n Führen –aberwie?

n PositiveLeadership

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n SelbstbildalsFührungspersonstärken

n Souverän(re)agieren AusderRubrik«Berufsbildung» n Berufsbildnerkurs

AusderRubrik «WeitereKompetenzbereiche» n ADHSundBerufsbildung n ArbeitstechnikundZeitmanagementimBeruf n Auftrittskompetenzstärken n FlippigeFlips n KniggefürServicetechniker n MentaleStärkeimAlltag n Missverständnissevermeiden n ResilienzundUmgangmit Veränderungenam Arbeitsplatz n SpeedReading

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Per E-Bike nach Aarau

Eine Ausfahrt, die ist lustig – besonders mit einem rasanten E-Bike.

Seite 4 und 5

Für das kleinste Dorf der Region Als Gemeindeammann macht sich Katharina Engeler nicht nur für die Bildung stark.

Seite 7

Aus Alt mach (fast) Neu Mit viel Leidenschaft reparieren Ehrenamtliche in Schafisheim kaputte Dinge.

Seite 9

Engagiert für guten Schlaf Schlafexpertin Bea Weber setzt sich dafür ein, dass alle erholt in den Tag starten.

Seite 11

Töff, töff, töff, die Eisenbahn

Der Schotterplatz in Wildegg ist ein Eldorado für Eisenbahnbegeisterte.

Seite 12 und 13

Dem Panda verfallen

Ein Besuch in der Schweizer Hauptstadt des Pandas – des Autos natürlich.

Seite 15

Etwas Leichtigkeit im Spitalzimmer «Traumdoktoren» bringen Heiterkeit zu kleinen Patientinnen und Patienten.

Seite 17

Für andere da sein

Noch mit 86 Jahren engagiert sich Annemarie Rodel auf vielfältige Weise.

Seite 19

Helfer aus Leidenschaft

Hans Haller reist zwischen Brasilien und der Schweiz und hilft, wo es gerade nötig ist.

Seite 20 und 21

Vom «Dirty Dancing» zum Jive Janine und Yancey entdeckten das Tanzen für sich, als sie heirateten.

Seite 22 und 23

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Nach Aarau ohne Zeitdruck

Zwischen Lenzburg und Aarau ist eine Veloschnellroute geplant. Ich teste die Alternative: eine entspannte Fahrt entlang der Aare. Unterwegs mit dem E-Bike und einem Biker, der sich auskennt.

Bei all der Diskussion und Planung der längst fälligen Veloschnellroute zwischen Lenzburg und Aarau packt mich die Lust, die Strecke einmal anders anzugehen: gemütlich, entschleunigt, ohne Zeitdruck. Sollen künftig die Pendler diese Schnellroute nutzen – mich interessiert der schönere, grünere Weg nach Aarau.

Da meine Form derzeit allerdings etwas zu wünschen übrig lässt, entscheide ich mich für die komfortablere Variante: ein E‑Bike. Ich habe keins, also frage ich Jonathan Clements von Balcony Bikes in Lenzburg, ob er mir eines zur Verfügung stellt. Er sagt sofort zu – und bietet mir, ganz leidenschaftlicher Biker, gleich an, mich zu begleiten und auf sicheren Pfaden bis zum «Summertime» in Aarau zu führen. Die Aussicht auf ein Bier dort wird uns bald zusätzlich motivieren.

Seit vier Jahren ist Balcony Bikes die erste Adresse in der Region, wenn es um Gravel-, Renn- oder E‑Bikes geht. Der Name kommt nicht von ungefähr: Jonathan erledigte seine ersten Reparaturen tatsächlich auf dem heimischen Balkon – nicht immer zur Freude von Frau und Sohn. «Irgendwann ging es nicht mehr, und ich musste mir einen Raum suchen», erzählt der Südafrikaner, der der Liebe wegen in die Schweiz kam. «Der beste Grund überhaupt, oder?»

Nach einem ersten kleinen Shop im Brättligäu übernahm er 2022 den Standort am Kronenplatz –praktischerweise ganz in der Nähe unserer Redaktion. Hier stehen E‑Bikes der Marke Velo de Ville in Reih und Glied, in allen erdenklichen Farben. Ich darf mir eines aussuchen. Das Design gefällt mir:

weniger klobig als viele andere Modelle, dafür elegant, farbig, fast im Hollandrad-Stil – ideal zum entspannten Aufsteigen. Passend entscheide ich mich für ein mintgrünes Modell. Für die nächsten zwei Stunden werde ich mit meinem Bike zu einer sommerlichen Pastell-Einheit verschmelzen.

Wir fahren los. Erst durch Wohnquartiere, vorbei an Gärten, Autos, Bushaltestellen. Dann öffnet sich die Landschaft, das Schloss Wildegg taucht auf, und kurz darauf biegen wir Richtung Aare ab. Von hier an wird es grün. Ruhiger. Weitläufiger. Das Rauschen des Verkehrs weicht dem Summen der Reifen auf Kies, dem Zwitschern der Vögel, dem gleichmässigen Fluss des Wassers. Der Weg zieht sich wie ein grünes Band Richtung Aarau.

Bringt fast alles wieder zum Laufen: Jonathan Clements in seiner Werkecke. Bild: dom
Bilder: zvg, swisstopo
«Unser Balkon war irgendwann zu klein für die ganzen Velos und Reparaturarbeiten – ein Geschäft musste her.»

Eigentlich ist der Weg simpel: Nach Aarau geht es immer der Aare entlang. Dass wir uns trotzdem zweimal verfahren, liegt am angeregten Gespräch. Jonathan hat viel zu erzählen – über seine Heimat, seine Zeit als Reiseleiter im südlichen Afrika und natürlich über seine grosse Leidenschaft, das Biken, die ihn schon als Junge gepackt hat.

Ich erfahre, dass Südafrika vom Gravelbike-Fieber erfasst wurde. Gravelbikes sind geländegängige Fahrräder, eine Art Mischung aus Rennrad und Cyclocross-Rad, gemacht für Schotter, Waldwege und lange Distanzen. Auch in der Schweiz erlebt der Trend gerade einen Boom – und Jonathan ist in der Region eine wichtige Anlaufstelle dafür.

Er erzählt mir von seinem nächsten grossen Ziel: dem Silk Road Mountain Race in Kirgistan.

Zwei Wochen, rund 1900 Kilometer, 30 000 Höhenmeter. «Ich weiss nicht, was mich geritten hat, mich da anzumelden», sagt er später bei unserer Pause im «Summertime» in Aarau – und klingt dabei erstmals ein wenig unsicher. Ein ähnliches Rennen in Südafrika hat er zwar schon absolviert. «Aber da kenne ich mich aus. Kirgistan ist ein ganz anderes Kaliber.»

War nicht schon die Eröffnung eines Veloshops mitten in der Corona-Zeit ein Abenteuer? «Es gab

tatsächlich einen kurzen Boom während der Pandemie», sagt Jonathan. «Und wir durften als Veloshop offen bleiben.» Nachhaltig einfacher sei es dadurch aber nicht geworden: Die Branche sei Schwankungen unterworfen, ein gutes Konzept entscheidend –und ein verlässlicher Reparaturservice. «Zum Glück kann ich das bieten.»

Die 15 Kilometer zurück vergehen fast wie im Flug – diesmal ohne Umweg. Fast zu schnell sogar. Denn so sehr das E‑Bike beim An-

stieg unterstützt, so sehr verführt es auch zur Geschwindigkeit. Entschleunigung will bewusst gepflegt sein – zumindest bei mir. Als wir zur Stosszeit wieder in Lenzburg ankommen, drängt sich mir einmal mehr die Frage auf: Wie wäre es, wenn ein Teil der Autos durch Velos ersetzt würde? Wie viel Platz entstünde? Wie würde sich der Verkehr verändern? Und wie könnte man dieses neue Miteinander organisieren? Und dann ist sie wieder da – die Veloschnellroute in meinem Kopf.

Für eine Testfahrt hat man die Qual der Wahl: Der Gründer von Balcony Bikes hat sich auf Gravel- und E‑Bikes spezialisiert. Bild: dom

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Balkone und Terrassen fachgerecht sanieren und dauerhaft schützen.

Balkone, Terrassen und Wintergärten sind ganzjährig der Witterung ausgesetzt. Temperaturwechsel, Niederschläge, Frost-Tau-Wechsel sowie mechanische Beanspruchungen können im Laufe der Zeit zu Undichtigkeiten und Schäden an der Bausubstanz führen. Eine fachgerechte Balkon-, Terrassen- und Wintergartensanierung dient dem langfristigen Schutz des Bauwerks und trägt wesentlich zum Werterhalt der Immobilie bei.

Im Rahmen einer Sanierung wird zunächst der bestehende Zustand analysiert. Lose oder geschädigte Schichten werden entfernt und der Untergrund entsprechend vorbereitet. Eine sorgfältige Untergrundvorbereitung bildet die Grundlage für einen dauerhaft funktionierenden Systemaufbau. Je nach Anforderung kommen geeignete Abdichtungssysteme zum Einsatz, welche die Bauwerksabdichtung sicherstellen und das Eindringen von Feuchtigkeit verhindern.

Besondere Aufmerksamkeit gilt den Anschlussdetails im Sockel- und Randbereich sowie bei Übergängen zu Fassaden oder Türen. In diesen Bereichen besteht ein erhöhtes Risiko für Feuchtigkeitseintritt. Durch eine fachgerechte Abdichtung und einen systemgerechten Aufbau wird die Dichtheit dauerhaft gewährleistet.

Die Wahl der geeigneten Materialien sowie die präzise Ausführung sind entscheidend für die Langlebigkeit der Konstruktion. Ziel jeder Sanierung ist es, bestehende Schäden nachhaltig zu beheben und die Nutzungsdauer des Bauteils zu verlängern.

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Das Interesse am Menschen als gemeinsamer Nenner

Katharina Engeler ist nicht den geradlinigen Weg in ihr Amt als Frau Gemeindeammann gegangen –und vielleicht ist es genau das, was sie dafür besonders geeignet macht.

Frau Engeler, war es immer Ihr Ziel, Gemeindeammann zu werden?

Nein, überhaupt nicht. Diese Aufgabe war nie geplant. Ich habe mich zuvor während dreizehn Jahren als Schulpflegerin engagiert –etwa zu 10 Prozent oder wie ich manchmal sage: als «Fronarbeit», ehrenamtlich und mit viel Herzblut. Als meine Vorgängerin sich nicht mehr zur Verfügung stellte, wurde ich angefragt. Ich habe zunächst gezögert, aber man hat nicht lockergelassen – und heute bin ich sehr froh darüber.

Inzwischen sind Sie bereits seit mehreren Jahren im Amt. Unglaublich, aber ich bin jetzt im fünften Jahr. Die Zeit ist sehr schnell vergangen. Ich wurde zusammen mit meinen Ratskollegen wiedergewählt, was mich natürlich freut und auch bestätigt.

Ihr Wirkungsort ist Ammerswil –eine sehr kleine Gemeinde. Wie würden Sie das Dorf beschreiben? Ammerswil ist die kleinste Gemeinde im Bezirk mit rund 800 Einwohnerinnen und Einwohnern. Es ist ein kleines Walddorf, von Wald umrahmt, mit vier Strassen, die hinein- und hinausführen. Man kennt sich, man grüsst sich, man hilft sich. Die Struktur ist geprägt von Einfamilienhäusern, dazu kommen zwei Gemüsebaubetriebe und zwei Landwirtschaftsbetriebe. Trotz seiner Überschaubarkeit ist das Dorf gewachsen – vor rund 50 Jahren lebten hier erst etwa 350 Menschen.

Ihr eigener Lebensweg verlief alles andere als geradlinig. Ursprünglich war ich Polizistin im

Kanton Thurgau – und das sehr gern. Aber das Leben bringt Veränderungen: die Selbstständigkeit meines Mannes, ein eigenes Geschäft, der Umzug in den Aargau, unsere Familie. Kurz vor meinem 50. Geburtstag habe ich dann nochmals ein Studium der sozialen Arbeit begonnen. Das war eine grosse Herausforderung.

Wie haben Sie diese intensive Zeit erlebt?

Es war streng, aber unheimlich bereichernd. Ich habe neben einer 70-Prozent-Anstellung im Kirchensekretariat studiert. 2020 habe ich

das Studium abgeschlossen und danach als Berufsbeiständin gearbeitet sowie Erfahrungen in der Bewährungshilfe gesammelt. Seit 2025 leite ich die kirchliche Fachstelle bei Arbeitslosigkeit.

Sie waren Polizistin, Sozialarbeiterin und sind heute Gemeindeammann. Gibt es einen gemeinsamen Nenner?

Ganz klar: das Interesse am Menschen. Man muss Menschen mögen, aber auch Grenzen setzen können. Diese Haltung begleitet mich in all meinen Funktionen –auch im Gemeinderat.

Die Schule lag mir schon immer am Herzen, jetzt bin ich für dieses Ressort verantwortlich.»
Katharina Engeler

Wie ist die Zusammenarbeit im Gemeinderat organisiert?

Wir sind fünf Mitglieder, alle parteilos und mit unterschiedlichen Hintergründen. Uns eint das Ziel, das Wohl der Gemeinde ins Zentrum zu stellen. Das funktioniert sehr gut.

Ein zentrales Thema in Ihrer Arbeit ist die Schule. Warum?

Die Schule liegt mir leidenschaftlich am Herzen. Ich bin für dieses Ressort verantwortlich und wir stehen aktuell vor grossen Herausforderungen: steigende Schülerzahlen, knappe Ressourcen und zusätzlicher Platzbedarf. Momentan arbeiten wir mit einem Provisorium, ein Erweiterungsbau ist geplant.

Welche Rolle spielt die Zusammenarbeit mit der Region?

Die Zusammenarbeit mit der Regionalschule Lenzburg ist sehr wichtig. Wir sind unterschiedlich gross, begegnen uns aber auf Augenhöhe. Dass die Kinder bei uns zur Schule gehen können, ist enorm wichtig –auch für das Dorfleben.

Interview: Dominique Simmonot

Katharine Engeler mit ihrem Hund Leo.
B ild: Christina Bosshart

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Zweite Chance für Defektes

Die Kaffeemaschine tut nicht mehr, das Telefon bimmelt ohne Ende und der Kassettenrekorder streikt genauso wie der Reissverschluss der Jacke: Das Team vom Repair-Café in Schafisheim rettet, was zu retten ist.

Schon kurz nach der Öffnung herrscht reger Betrieb im Werkraum des gelben Schulhauses in Schafisheim. Mittendrin: Fred Forster. Er ist einer von rund einem Dutzend Freiwilligen, die hier an acht Samstagen im Jahr das Repair-Café betreiben. Mit geübtem Blick verteilt er die eingehenden «Patienten» an die passenden Reparateure. Darunter ein besonders ungewöhnliches Stück: ein rund 20 Jahre altes Karussell, ein Unikat aus Japan, gefertigt aus Keramik, mit kleinen Pferden, die sich im Kreis drehen. Im Sockel versteckt sich ein Kassettenrekorder – der allerdings, statt Musik abzuspielen, das Band schlicht einverleibt. Philipp Bucheli nimmt sich der Herausforderung an. Für den Maschineningenieur ist klar: «Flicken ist immer das Ziel, egal wie gross der Aufwand ist.» Dass dieser hier beträchtlich sein wird, zeichnet sich rasch ab. Doch Aufgeben ist keine Option – nicht für ihn und auch nicht für die anderen Freiwilligen im Raum. Es ist dieser Ehrgeiz, gepaart mit grosser Leidenschaft, der das Repair-Café prägt.

Schrauben, Löten, Recherchieren Am Nebentisch beugt sich Dominik Bächler über einen Telefonapparat aus dem Jahr 2006. «Es hört einfach nicht auf zu klingeln, auch wenn ich abnehme», erklärt Besitzerin Susanne von Allmen ihr Problem. Zwar steht bei ihr zu Hause noch ein weiteres Gerät, doch der alte Apparat sei von der Handhabung her einfach angenehmer. Bächler tüftelt konzentriert am Innenleben, versucht, den Fehler zu finden. Schon als Kind habe er alles auseinandergenommen, erzählt er schmunzelnd – und meist auch wieder zusammenbauen können.

Flicken ist immer das Ziel, egal wie gross der Aufwand ist.»
Philipp Bucheli

Währenddessen wird auch an den anderen Tischen geschraubt, gelötet und recherchiert. Christoph Gloor ersetzt an einem Rasenmäherkabel den Stecker, Yves Schumann sucht auf seinem Laptop nach einem passenden Ersatzteil für ein defektes Radio. «Es macht einfach Freude, helfen zu können», sagen sie übereinstimmend. Und doch kennen auch sie Grenzen: Wenn eine Reparatur technisch aussichtslos ist oder Ersatzteile unverhältnismässig teuer sind, wird ein Schlussstrich gezogen. Ein

Zimmer weiter surrt derweil die Nähmaschine. Im Nähatelier widmet sich Lisa Hitz einer Outdoorjacke mit kaputtem Reissverschluss. Für die gelernte Schneiderin ist dies schlicht Routine. Gemeinsam mit ihrer Kollegin kümmert sie sich um defekte Kleidung – ein Angebot, das ebenso geschätzt wird wie die technischen Reparaturen.

Praktische Hilfe und Raum für Begegnungen

Die meisten Gegenstände erhalten im Repair-Café tatsächlich eine zweite Chance. Müssen Ersatzteile bestellt werden, tragen die Besitzer die Kosten. Die Arbeit der Freiwilligen hingegen ist kostenlos. Wer möchte, darf zusätzlich das Sparschwein füttern. «Davon kaufen wir Werkzeuge oder unterstützen einen guten Zweck», erklärt Adolf Egli, Initiant des Projekts und ehemaliger Gemeindeammann. Bei ihm fül-

len die Kundinnen und Kunden zunächst ein Reparaturformular aus, bevor es weiter in Werkraum oder Nähatelier geht. Der Werkraum ist mit einem Grundinventar ausgestattet – die Freiwilligen bringen jedoch meist ihr eigenes Werkzeug mit. Gegen 14 Freiwillige engagieren sich regelmässig im Repair-Café Schafisheim. An gut besuchten Samstagen kommen bis zu 50 Aufträge zusammen. Hinter dem Angebot steckt mehr als bloss praktische Hilfe: Es geht darum, dem Wegwerfen etwas entgegenzusetzen und die Kultur des Reparierens wiederzubeleben. Und nicht zuletzt entsteht ein Ort der Begegnung – unterstützt von der Alterskommission, dem Konsumentenschutz und der Nachbarschaftshilfe KISS. Wer also etwas zum Reparieren und Lust auf Austausch hat – nächste Gelegenheit bietet sich am Repair-Café am 13. Juni von 9 bis 15 Uhr.

Philipp Bucheli (links) und Fred Forster besprechen, wie sie bei diesem «Patienten» vorgehen.
B ild: cfr

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Mit Schlaf die Welt verbessern

Ausgeschlafen, präsent und voller Energie: Bea Weber von gutschlafen.ch in Wildegg lebt, wovon sie spricht. Seit über 20 Jahren dreht sich bei ihr alles um erholsamen Schlaf. Und darum, wie man ihn verbessern kann.

Diese Frau hat ganz offensichtlich keine Schlafprobleme – so ausgeglichen, wach und präsent, wie sie wirkt. Ein wandelndes Energiebündel und wohl das beste Aushängeschild für ihr eigenes Geschäft. Und beim gemeinsamen «Käffele» drängt sich ein Vergleich auf: Guter Schlaf ist wie guter Kaffee –die Bohnen sind die Matratze, die Maschine der Lattenrost. So weit würde Bea Weber zwar nicht gehen, doch für sie zählt das Zusammenspiel. Das Gesamtpaket ist entscheidend – und ja, auch der Lattenrost spielt eine wichtige Rolle. «Wenn das Bett, insbesondere der Lattenrost, richtig eingestellt ist, entsteht keine ungesunde Fluchthaltung», erklärt sie. Fluchthaltung bedeutet, dass man zu wenig gestützt ist und sich darum in Positionen flüchtet, welche ergonomisch nicht gesund sind.

Vom Pop-up-Store zur festen Instanz für Schlaf Seit 21 Jahren ist Bea Weber eine feste Adresse, wenn es um guten Schlaf geht. 2005 eröffnete sie gemeinsam mit ihrem Mann und Ihrem Bruder ein Bettenfachgeschäft als Pop-up-Store in Brugg. Nach seinem Tod zogen die Geschwister 2011 nach Birr weiter, bevor sie 2020 in Wildegg ihren heutigen Standort fanden. Ein Glücksfall: Das Geschäft in der Bruggerstrasse ist gut sichtbar und leicht erreichbar. «Wobei wir zwei Wochen nach der Eröffnung wieder schliessen mussten», erinnert sie sich. Pandemiezeit. Trotzdem entwickelte sich das Geschäft zu einer wichtigen Anlaufstelle, und Bea Weber gilt in der Region längst als Instanz in Sachen Schlaf. Mit viel Engagement verfolgt sie ein klares Ziel: Menschen zu besserem Schlaf zu

verhelfen. Sie bezeichnet sich selbst augenzwinkernd als Weltverbesserin: «Wer gut geschlafen hat und erholt in den Tag startet, ist einfach ein angenehmerer Mensch.»

Viele Faktoren spielen eine Rolle Doch wie lässt sich guter Schlaf konkret fördern? Neben dem Lattenrost ist auch die Matratze zentral. «Aus hygienischen Gründen sollte sie etwa alle zehn Jahre ersetzt werden», so die Schlafexpertin. «In dieser Zeit verliert man nachts durchschnittlich rund drei Deziliter Flüssigkeit – das landet alles in der Matratze.» Hinzu kommt der normale Materialverschleiss. «Ein klares Zeichen für einen Matratzenwechsel ist, wenn man nicht mehr so gut schläft wie zu Beginn.» Als ausgebildete Liege- und Schlaftherapeutin geht sie systematisch vor. «Das Kunden-

gespräch am Anfang ist entscheidend – fast wie eine Anamnese.» Es gehe darum, zu verstehen, wie jemand schläft: ob jemand eher schwitzt oder friert, welche Körperform vorliegt, ob Druckstellen auftreten, in welcher Position geschlafen wird, ob allein oder zu zweit, mit welcher Decke und welchem Kissen. «All das hilft uns, die passende Lösung zu finden.»

Nächtlicher Reflux braucht einen speziellen Lattenrost Ein weiterer häufig unterschätzter Faktor: Rund ein Drittel der Kundschaft leidet unter Reflux – auch das fliesst in die Beratung ein. Der Austausch mit Fachstellen wie Chiropraktikern oder der Rheumaliga Schweiz ist für Bea Weber selbstverständlich.

Viele Kundinnen und Kunden kommen zunächst verunsichert ins Geschäft. Die Sorge, etwas

aufgedrängt zu bekommen, ist oft gross – nicht selten aufgrund früherer Erfahrungen. Dem begegnet Bea Weber klar: «Bei uns gibt es keine Verkaufsprovisionen. Es geht uns darum, dass die Menschen wieder gut schlafen und sich wohlfühlen.» So verlassen viele das Geschäft mit neuer Zuversicht. Etwa eine Kundin, die kürzlich Hilfe suchte, weil sie seit Jahren schlecht schlief und regelmässig zu Schlafmitteln griff. Im Gespräch zeigte sich, dass persönliche Belastungen dahinterstanden. «Ich habe ihr geraten, das Thema offen anzusprechen», erzählt Weber. «Es kam zwar zu keinem Kauf, aber ich konnte ihr weiterhelfen – und das ist entscheidend.»

Für Bea Weber steht fest: «Schlaf ist enorm wichtig, egal wie er zustande kommt.» So kann sie auch mit dem verbreiteten Mythos des ununterbrochenen Durchschlafens wenig anfangen. «Das ist eine Erfindung der Neuzeit. Es ist völlig in Ordnung, in zwei Phasen zu schlafen und zwischendurch kurz wach zu sein, sich sogar ein wenig die Beine zu vertreten.»

Nachhaltigkeit

als wichtiges Thema

Auch das Thema Entsorgung liegt ihr am Herzen. Sie engagiert sich im Vorstand der Matratzenallianz, die sich für das Recycling alter Matratzen einsetzt. Nachhaltigkeit prägt auch den Geschäftsalltag: Materialien wie Ross- oder Kamelhaar, Schafschurwolle, Daunen oder Alpaka sind geprüft und stammen nach Möglichkeit aus der Schweiz. Und Trends? Die betrachtet sie eher kritisch. «Viele Entwicklungen passen nicht wirklich zum Thema Schlaf.» Ein Beispiel: Boxspringbetten. «Ein grosser Hype, den ich nie ganz nachvollziehen konnte.»

Schlafexpertin Bea Weber. Ihr Ziel: jedem zu gutem Schlaf verhelfen. B ild: dom

In allen Massstäben

Der Schotterplatz in Wildegg ist ein Eldorado für Eisenbahn-Begeisterte. Aber nicht nur das.

Es beginnt schon am Eingang», sagt Marco Suter. «Bei uns kriegen Sie noch ein echtes Karton-Billett.» Denn der Schotterplatz in Wildegg ist die erste Adresse in der Region, wenn es um pure Eisenbahnromantik geht. «Wir sprechen aber nicht nur eingefleischte Eisenbahnfans an», stellt Suter klar. Das Publikum in Wildegg sei bunt durchmischt. «Jung bis alt, gross und klein, Frau oder Mann: Bei uns finden alle etwas, wofür sie sich begeistern können.» Damit übertreibt Suter keineswegs. Denn der Schotterplatz ist kein verstaubtes Eisenbahnmuseum, sondern viel mehr eine eigene Welt in den unterschiedlichsten Massstäben. Von einer echten Dampflok der Seetalbahn, einer Zahnradbahn oder originalgetreu nachgebauten Zugabteilen über echtes Rollmaterial bis hin zum Landschaftsmodell im Massstab 1:480 ist hier alles rund um das Thema Eisenbahn

anzutreffen. Stellwerke, Modelle, zahllose Schilder – und auch Simulatoren. «Sie können auch Zug fahren bei uns», meint Suter stolz. Das Angebot an Simulatoren soll demnächst auch ausgebaut werden. Denn der Andrang ist gross in Wildegg. Und wächst erfreulicherweise weiter. Das Highlight des Schotterplatzes ist aber weit weniger digital als die Simulatoren.

Welt in 1:22,5

Der Grundstein für den Schotterplatz findet sich im Jahr 2018. Damals startete die Firma Innolutions, ebenfalls in Wildegg, mit der Herstellung hochwertiger Lokomotiven für Modelleisenbahnen der Spur G, also im Massstab 1:22,5. «Dazu brauchten wir natürlich eine Teststrecke», erklärt Marco Suter, der für Innolutions und den Schotterplatz tätig ist. «Diese war relativ simpel, es ging dort nicht um Ästhetik, sondern nur um die Funktion.» Dennoch interessierten sich viele Kunden für die Strecke und eine Besichti-

gung. So entstand schliesslich der Schotterplatz, der heute als eigenständiger Verein fungiert. «Wir haben rund 50 Mitglieder, die sich um Ausbau, Unterhalt und Betrieb kümmern.»

Herz des Schotterplatzes ist die Modelleisenbahnanlage der Spur G. Die kleine Welt bildet Orte und Bahnen in der Schweiz nach. Der Schotterplatz erstreckt sich inzwischen auf 1000 Quadratme-

tern – Tendenz steigend. «Auf der Anlage fahren nur Schweizer Züge», betont Suter. Die Anlage wird dabei zur echten Entdeckungsreise mit zahllosen Details und liebevoll gestalteten Szenen und Geschichten.

Wachsende Miniaturwelt

Die kleine Welt darf keineswegs als statische Installation wahrgenommen werden. Sie wächst

nämlich stetig weiter. «Das jüngste Vereinsmitglied ist 13 Jahre alt, das älteste weit über 70 Jahre», meint Marco Suter. Gemeinsam sorgen die Vereinsmitglieder dafür, dass die kleine Welt intakt bleibt und auch stetig weiterwächst. Konkrete Pläne will Marco Suter natürlich noch nicht verraten. Aber: «Ein Schweizer Zug muss durch eine Schweizer Landschaft fahren», stellt Suter klar. Einen «Ausflug nach Amerika» hält er aber dennoch für sehr gut denkbar – mit passendem Klein-Rollmaterial, selbstverständlich.

Offen für Besucher

Der Schotterplatz ist nicht durchgängig für Publikum geöffnet, das geben die Kapazitäten des

Vereins noch nicht her. Während des Bahnfestivals Region Brugg ist die Ausstellung am 23. und 24. Mai geöffnet. Die nächsten regulären Öffnungstage sind am 14. Juni und am 18. Juli. Dann ist die Ausstellung jeweils von 10 bis 17 Uhr zugänglich. Es wird empfohlen, Tickets online oder telefonisch zu reservieren. Aber keine Angst, auch bei einer Online-Reservierung gibt es selbstverständlich ein echtes Karton-Ticket. Erwachsene ab 16 Jahren zahlen 15 Franken Eintritt, Kinder bis 16 Jahre zahlen 7 Franken. Für Kinder unter 6 Jahren ist der Eintritt frei. Weitere Informationen unter www. schotterplatz.ch. Auskunft und Reservation per Telefon unter 056 511 04 90.

Der Schotterplatz begeistert jedes Alter.

Trotter Optik Seon – der richtige Ansprechpartner

Kontaktlinsen oder Brille? Klassisches Kunststoffgestell oder ein modernes 3D-Modell? Die Entscheidung fällt nicht immer leicht – Trotter Optik unterstützt dabei, die passende Lösung zu finden.

«In rund 90 Prozent der Fälle können Kundinnen und Kunden wählen, ob sie eine korrigierte Brille oder Kontaktlinsen tragen möchten“, sagt Beatrice Steiner, Geschäftsführerin von Trotter Optik Seon. Kontaktlinsen bieten ein uneingeschränktes Sichtfeld ohne störenden Rahmen, sie beschlagen nicht und drücken nicht hinter den Ohren. Je nach Bedarf stehen Tages-, Wochen-, Monatsoder Jahreslinsen zur Auswahl. Gerade beim Sport sind sie prak-

tisch, da sie Bewegungsfreiheit ermöglichen. Brillen können hier je nach Aktivität hinderlich sein, etwa bei schnellen Bewegungen oder Körperkontakt. Dafür setzen sie modische Akzente und dienen als Accessoire. «Viele fühlen sich mit einer Brille wohler. Zudem sind bei multifokalen Korrekturen oft Brillen die bessere Lösung», so die diplomierte Augenoptikerin.

Auch bei den Gläsern gibt es zahlreiche Möglichkeiten. Häufig verwendet wird kratzfester, entspiegelter Kunststoff, alternativ sind Mineralgläser erhältlich. Je nach Bedarf kommen Einstärken-, Gleitsicht- oder Arbeitsgläser zum Einsatz, ebenso individuelle Lösungen. Die Gläser werden bei Reize Optik in Trimbach gefertigt. Gross ist auch die Auswahl bei den Fassungen: von Kunststoff über leichtes Titan und Holz bis zu synthetischen

3D-Materialien. «Es gibt zudem Modelle aus PET oder auf Pflanzenbasis. Wir führen auch kleinere Kollektionen und nehmen uns viel Zeit für die Beratung. Entscheidend ist, dass die Sehhilfe zu den Bedürfnissen passt.» In Seon arbeiten zwei Personen, in der Filiale Lenzburg sechs.

Trotter Optik Seon Reussgasse 3

5703 Seon

Telefon 062 775 32 78

Trotter Optik Lenzburg Poststrasse 6

5600 Lenzburg

Telefon 062 891 52 12

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Zwischen Hobby und Beruf

Seon könnte man als Panda-Hauptstadt der Schweiz bezeichnen: Stefan Fischer und Federico Loria kümmern sich hier nämlich mit Leidenschaft um den klassischen Fiat Panda.

Ich habe schon lange ein Faible für Italiener», gibt Stefan Fischer zu. Der Techniker im Heizungsbereich aus Seon liebt Autos vor allem dann, wenn sie mit einfacher, robuster Technik daherkommen. «Ich suchte ein Auto, das ich auf dem Anhänger meines Wohnmobils problemlos mitnehmen und für einen gelegentlichen Offroad-Ausflug nutzen kann.» So landete Fischer beim Fiat Panda 4×4 der Baureihe 141 – dem klassischen, kantigen Panda, wie er von 1980 bis 2003 (4×4 ab 1983) rund vier Millionen Mal gebaut wurde. Ein Fieber, das den Seoner nicht mehr losliess. Ganz im Gegenteil. Schon 2023 startete er zusammen mit seinem Schwager an einer Rallye von Hamburg zum Nordkap und zurück. Das Auto dafür bereiteten die beiden Teilnehmer eigenhändig vor. «Wir reisten natürlich schon aus der Schweiz auf Achse an. Rund 8500 Kilometer ohne Probleme», schwärmt Fischer, der auch eine Vergangenheit im TourenwagenRennsport hat. Das spricht für die Vorbereitungsarbeit in der Werkstatt. Und ist wohl der Grundstein für ein zweites Standbein. Mit der Garage 23 betreiben Stefan Fischer und Federico Loria heute als Nebenerwerb eine Garage, die so etwas wie der Hotspot in der Schweizer Panda-Szene geworden ist. «Eine grosse, aber doch auch kleine Community», wie Fischer erzählt. Man kennt sich und hilft sich gegenseitig, wenn es darum geht, den kantigen Kleinwagen zu reparieren, zu pflegen und zu verbessern.

Kantiger Kult

die 4×4-Version – zum regelrechten Kultauto entwickelt. Vor allem in mondänen Wintersportorten wie St. Moritz stiehlt der kleine Fiat regelmässig teuren Boliden die Show und gilt als cooles und praktisches Wintermobil zugleich. Und mit dem Trend wächst natürlich auch die Nachfrage nach qualifizierten Werkstätten, die den Kleinen inund auswendig kennen. Als solche hat sich die Garage 23 in Seon längst etabliert. Von einfachen Wartungsarbeiten bis zur kompletten Restauration wird hier alles angeboten. Was als Hobby begann, ist also inzwischen weit mehr. «Wir arbeiten beide ein bis zwei Tage pro Woche in der Werkstatt. Für mich ist es aber wichtig, dass ich an schönen Tagen auch noch Zeit finde, mit den Autos auf der Strasse unterwegs zu sein», betont Fischer.

Kleines Grossprojekt

In den vergangenen Jahren hat sich der klassische Panda – und speziell

Viel Zeit fliesst derzeit vor allem in ein Grossprojekt am kleinen Auto: Die Garage 23 arbeitet an einem Panda, der für herausfordernde

Rallye-Raid-Veranstaltungen ausgelegt ist. Damit will der Seoner am Panda-Raid 2027 starten, einer Rallye-Veranstaltung in der marokkanischen Wüste. Diese verlangt Pilot und Co-Pilot, aber auch dem Auto einiges ab. Die Etappen durch die hügelige, sandige Landschaft bei Hitze und Staub sind eine echte Tortur.

Showfahrzeug, sondern ein funktionales, belastbares Rallye-Auto auf Basis des klassischen PandaKonzepts.

Rennauto mit Strassenzulassung Um diese Ziele zu erreichen, muss der Panda komplett zerlegt werden. Als wäre das noch nicht anspruchsvoll genug, haben sich die Enthusiasten der Garage 23 ein weiteres, ambitioniertes Ziel gesetzt: Der Raid-Panda soll nicht bloss ein Rennwagen sein. Er soll eine vollwertige Schweizer Strassenzulassung erhalten. Das nimmt zusätzlich Zeit in Anspruch. Trotzdem plant Fischer, noch im Herbst eine erste Testfahrt zu starten.

Das Fahrzeug wird daher konsequent auf den Einsatz im Langstrecken-Offroad ausgelegt. Dazu gehören unter anderem ein verstärktes und höhergelegtes Fahrwerk, eine optimierte Dämpfer- und Federabstimmung, Unterfahrschutz, zusätzliche Kühlung sowie eine auf Zuverlässigkeit ausgelegte Überarbeitung von Motor und Antriebseinheit. Auch Gewichtsverteilung, Ersatzteilmanagement und Servicefreundlichkeit fliessen gezielt in den Aufbau ein – entscheidende Faktoren für den Einsatz unter extremen Bedingungen. Ziel ist kein

Hotspot der Schweizer Panda-Szene: die Garage 23.

Gespräche zwischen den Maschen

Trifft man sich zum gemeinsamen Stricken, steht neben dem Handwerk auch die Begegnung im Zentrum. Kreativität gespickt mit Gemeinschaft ist überraschend zeitgemäss.

Wer hätte das gedacht: Stricken erlebt ein überraschendes Come back – und das längst nicht nur in gemütlichen Wohnzimmern. Was früher als eher stilles und verstaub tes Hobby galt, ist heute Ausdruck von Kreativität, Entschleunigung und Gemeinschaft. Und damit ein Gegenentwurf zu Fast Fashion, der längst nicht mehr nur ältere Leute fesselt. Auf Social Media teilen jun ge Menschen stolz ihre selbst ge machten Stücke, geben Tipps, wo man beliebte Garne und besondere Muster erhält, wo man sich trifft, um dem Hobby gemeinsam nach

zugehen. Auch in Lenzburg zeigt sich dieser Trend ganz konkret: In der Wisa Bar trifft sich einmal im Monat der Strickstammtisch «Sews, Knits & Rock ’n’ Roll». Zwischen Drinks und Gesprächen klappern dann die Nadeln, sitzen Anfänge rinnen neben erfahrenen Strickern, werden Neuigkeiten ausgetauscht und Projekte bestaunt. Die Atmo sphäre ist locker, jede und jeder ist willkommen – Stricken wird hier zum sozialen Erlebnis. (dom)

Nächster Strickstammtisch: Mittwoch, 27. Mai, 19–23 Uhr, Wisa Bar, Lenzburg

Stricken ist ein Trend, der Generationen verbindet. Bild: Getty

Sie versprühen Leichtigkeit in den Spitalzimmern

75 Künstlerinnen und Künstler besuchen im Auftrag der Stiftung Theodora jährlich rund 119 000 Kinder in Spitälern und spezialisierten Institutionen. Mit viel Fingerspitzengefühl bringen sie etwas Heiterkeit zu den jungen Patienten.

Von Marcel Habegger

Gemeinsam mit der Tages leitung der Pflege werden die Traumdoktorinnen Dr. Gugus und Dr. Piri Piri im Kinder spital Aarau an diesem Mittwoch nachmittag über Spezialfälle der aktuellen Patientinnen infor miert. Die 41‑jährige Blanca Böll alias Dr. Gugus aus Lenzburg be sucht seit einem Jahr im Auftrag der Stiftung Theodora als Traum doktorin im Kinderspital Aarau, im Kantonsspital Baden und im Kinderspital Zentralschweiz klei ne Patientinnen und Patienten. An diesem Tag ist sie mit Natalie San tos alias Dr. Piri Piri unterwegs. Man kennt sich und die Mitarbei tenden der Abteilung gut. Immer wieder wird auch das Pflegeper sonal spontan in ihr Spiel einbe zogen.

Lachen steht nicht zwingend im Zentrum Blanca Böll hat langjährige Erfah rung im «Business», auf der Bühne, als Rhythmiklehrerin in Kinder gärten oder am Circus Arcus in Aa rau, wo sie Zirkuskurse für Kinder geleitet hat. Nach der Besprechung klopfen die beiden auch bereits an das erste Zimmer. «Dürfen wir kurz reinkommen?», fragt Dr. Piri Piri. Den beiden Traumdoktorin nen gelingt es, den zwei Mädchen mit ihrem improvisierten Auftritt ein leichtes Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Dr. Piri Piri entdeckt eine Prinzessin auf dem T‑Shirt einer Patientin. «Ah, das ist eine

Prinzessin», sagt sie. Und schon verbeugen sich die beiden Traum doktorinnen. Aber das klappt nicht so richtig. Bei Dr. Gugus verknoten sich immer wieder die Beine und der Rücken macht auch noch Pro bleme. Wieder macht sich bei den Mädchen ein Lächeln bemerkbar. Während eines Jahres hat sich Blanca Böll für die Tätigkeit im Kinderspital spezifisch von der Stiftung Theodora ausbilden las sen. «Hatte ich zuvor ein fertiges Programm auf der Bühne, muss ich hier viel mehr improvisieren, aber die Erfahrung hilft mir», er zählt sie. Die Traumdoktorinnen besuchen von Säuglingen bis zu Teenagern, da braucht es Finger spitzengefühl. «Was bei einem Teenager funktioniert, funktio niert beim nächsten vielleicht be reits nicht mehr», sagt sie. Ein bis zwei Einsätze hat sie pro Woche für die Stiftung. Um der grossen Nach frage gerecht zu werden, hat die Stiftung Theodora kürzlich eine neue Ausbildungsphase gestartet.

Lachen – ein Begleiteffekt, aber nicht zwingend

Das nächste Spitalzimmer ist von drei jugendlichen Mädchen be legt. Der Funke will anfangs nicht recht überspringen. Dr. Piri Piri und Dr. Gugus wechseln umge hend die Taktik, agieren nun ru higer. «Unser Ziel ist nicht primär, dass wird die Patientinnen und Patienten zum Lachen bringen –auch wenn Lachen natürlich ein schöner Begleiteffekt ist», erklärt Blanca Böll, die in Hunzenschwil,

am Ort, wo auch die Stiftung Theo dora zu Hause ist, aufgewachsen ist. «Wenn du dir den Druck zum Lachen aufsetzt, funktioniert es nicht», sagt sie.

Die Stiftung Theodora wurde 1993 von den Brüdern Jan und André Poulie ins Leben gerufen. Als kleiner Junge musste André lange Zeit im Spital liegen. Mutter Theodora verbrachte jeden Tag die wenigen erlaubten Besuchs stunden am Bett ihres Sohnes; sie erzählte ihm und den anderen kleinen Patientinnen und Patien ten Geschichten, sang Kinderlie der für sie und erfand Spiele. Da in manchen Ländern wie England, wo die Stiftung ebenfalls tätig ist, die Menschen mit dem klassischen Clown oft nichts Gutes verbin den, heissen die Akteurinnen und Akteure heute Traumdoktorinnen und Traumdoktoren. «Ich finde

es faszinierend, die eigene Toll patschigkeit ausleben zu können», sagt Blanca Böll über ihre Arbeit im Kinderspital. «Man muss im mer 100 Prozent liefern, manch mal noch etwas mehr, das geht an die Substanz», sagt sie. «Oft schwappt die Spielfreude über, manchmal sind es bei den Besuchen aber auch schwierige Situationen, die ich bewusst los lassen muss», sagt die Aargauerin. «Es sind nicht zwingend lustige Besuche. Manchmal geht es auch einfach darum, etwas Leichtig keit hineinzubringen.» Nach vier Stunden geht ihre Arbeit an die sem Nachmittag zu Ende. Das Ziel wurde an diesem Nachmittag sicher erreicht: Dr. Gugus hat mit ihren zwei anderen Traumdok toren Kollegen an diesem Nach mittag für wertvolle und heitere Momente gesorgt.

Blanca Böll alias Dr. Gugus sorgt für heitere Momente.
Bild: Alfonso Novo

ÖFFNUNGSZEITEN

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Für andere da – ein Leben lang

Stillsitzen war nie ihr Ding: Auch mit 86 Jahren engagiert sich Annemarie Rodel noch in Niederlenz – sie besucht, organisiert, hilft. Was sie antreibt, hat seinen Ursprung in einer bewegten Kindheit.

Es gibt viele Gründe, warum Annemarie Rodel in Niederlenz ein bekanntes Gesicht ist. Ein grosser Teil davon hat mit ihrem sozialen Engagement zu tun. Über Jahrzehnte hinweg hat sie das Dorfleben auf unterschiedliche Weise mitgeprägt – und auch mit 86 Jahren ist sie aus dem Alltag vieler nicht wegzudenken. Im Rahmen des Besuchsdienstes schenkt sie Dorfbewohnerinnen und Dorfbewohnern mehrmals pro Woche Zeit. Sie besucht sie zu Hause oder im Altersheim, nimmt sich Zeit für Gespräche, geht spazieren oder spielt eine Runde. «Ich sage jeweils, dass ich ‹schätzelen› gehe», sagt sie und lacht. Zudem ist sie Teil des Lindentreff-Teams, das einmal im Monat ältere Leute zum geselligen Austausch zusammenbringt. Dafür backt sie Wähen und übernimmt mit ihrem Siebenplätzer den Fahrdienst. Leute zu chauffieren, ist sie gewohnt: Sie war einst die erste Postauto-Chauffeuse der Schweiz. Über 30 Jahre lang kümmerte sich Annemarie Rodel ausserdem um den Mahlzeitendienst im Dorf – zuerst von ihrem eigenen Restaurant aus, später über das Altersheim.

Als ältestes Kind gefordert «Für mich ist das nichts Besonderes», sagt sie über all diese Tätigkeiten, «das hat sich mir so eingeprägt.» Sich für andere einzusetzen, gehört für Annemarie Rodel seit jeher dazu. Als ältestes von zehn Kindern und mit Eltern, die von Schicksalsschlägen geprägt waren, übernahm sie schon früh Verantwortung. So sehr, dass sie die gesamte Familie versorgte, sich um Bankangelegenheiten kümmerte – oder eben die Postauto-Prüfung machte, um ihre

Geschwister zur Schule zu fahren. «Wenn es um meine Familie ging, ging ich mit dem Grind durch die Wand», so die 86-Jährige. Gleichzeitig war ihre Kindheit von vielen Wechseln bestimmt: Aufgewachsen in Flühli-Sörenberg, besuchte sie in sieben Schuljahren fünf Schulen in drei Kantonen. «Ich habe früh gelernt, dass man immer wieder loslassen und neu anfangen muss», erinnert sie sich. Später kehrte etwas Ruhe ein. Gemeinsam mit ihrem Mann lebte und wirtete sie zunächst 18 Jahre im solothurnischen Grenchen, wo sie vier Kinder zur Welt brachte. Anschliessend zog das Ehepaar nach Niederlenz, kaufte das Restaurant Frohsinn und führte es bis 2006. Während dieser Zeit nahm Annemarie Rodel immer wieder alleinstehende oder randständige Frauen und deren Kinder bei sich auf. «Ich hatte neben meinen Kindern immer auch noch weitere Kinder», erzählt sie. Sie ist sichtlich gerührt, als sie schildert, wie eines davon vor einigen Jahren

plötzlich wieder vor ihr stand. Als kleines Kind hatte er bei ihr gelebt – Jahre später kehrte der junge Mann zurück, um seiner «Mama» seine Verlobte vorzustellen.

Ich habe früh gelernt, dass man immer wieder loslassen und neu anfangen muss.»
Annemarie Rodel

«Ein verrücktes Leben»

Dass man Annemarie Rodel auch als «Feuerwehrgotti» kennt, hat seinen Ursprung ebenfalls in dieser Zeit: 1963 wurde der von ihr gepachtete «Rosengarten» in Grenchen angezündet. Damals war sie mitten in der Nacht auf die Feuerwehr angewiesen. Für die Wirtin

war danach klar: Wenn die Feuerwehr in Zukunft ausrückt, sorgt sie für Verpflegung. «Von da an war die Feuerwehr bei uns zu Hause», sagt sie. Auch in Niederlenz führte sie diese Tradition fort und ist der Feuerwehr bis heute eng verbunden. Daneben ist sie bei der Frauenriege, macht da aber «nur noch die lustigen Sachen» mit – für sie das gemeinsame Zusammensitzen nach der Turnstunde.

«Ich habe schon ein bisschen ein verrücktes Leben gehabt», blickt sie zurück. «Aber ich bin zufrieden mit meinem Leben und lebe noch gerne.» Viele Kontakte aus früheren Zeiten bestehen bis heute. Sie erhält Besuch von Weggefährtinnen und Weggefährten, wird zum Essen ausgeführt und zu Hochzeiten und Taufen eingeladen. Trotz ihres regen sozialen Lebens und Engagements schaut sie auch gut zu sich selbst, wie sie festhält. Im Juni etwa geht sie –wie jedes Jahr – alleine nach Scuol zum Wandern. «Das ist dann nur für mich.»

Unterwegs für den Besuchsdienst: Annemarie Rodel ist seit Jahren für viele im Dorf da.
Bild: Sira Heimgartner

Helfer aus Leidenschaft

Hans Haller wohnt in Brasilien und in der Schweiz. Er verbindet diese zwei Welten mit Projekten, die dort ansetzen, wo Hilfe am dringendsten ist – auf der Strasse. Sein Engagement in Brasilien ist mit einer grossen Leidenschaft verbunden.

Im Café Hächler in Seengen sitzt Hans Haller und schiebt seine Schuhe ein wenig unter den Tisch. Sie drücken. «Ein halbes Jahr lang bin ich nur in FlipFlops oder barfuss gelaufen», sagt er und lacht. Erst seit drei Tagen ist er zurück in der Schweiz. Der Jetlag ist verschwunden, aber der Körper erinnert sich noch an ein anderes Leben – eines, das sich oft am Strand von Brasilien abspielt, wo festes Schuhwerk eher hinderlich ist. Man könnte ihn für einen Aussteiger halten. Einen, der dem Alltag den Rücken gekehrt hat, um irgendwo zwischen Palmen und Meer das süsse Leben zu geniessen. Doch dieser Eindruck täuscht. Denn Hans Haller ist keiner, der sich zurücklehnt. Er ist einer, der hinschaut – und handelt. Brasilien hat ihn schon früh gepackt. 1984, während eines Urlaubs in Rio de Janeiro. Dann kam die Liebe, eine Familie, ein Leben zwischen zwei Kontinenten. Immer

wieder zog es ihn aus persönlichen oder wirtschaftlichen Gründen zurück in die Schweiz, dann wieder nach Brasilien – Sonne, Strand und Meer, wer kann da schon widerstehen, zumal seine damalige Frau aus Brasilien kam und in der Schweiz nie so richtig heimisch wurde. Die Kinder auf der Strasse und die Armut in Brasilien liessen ihn nicht unberührt und so schrieb er Anfang

der 1990er-Jahre ein Buch: «Faustrecht in Recife» ist eine eindringliche Auseinandersetzung mit dem Leben von Strassenkindern in Brasilien. Den Erlös widmete er von Anfang an dem Wohl der Strassenkinder. «Ich wollte damit kein Geld verdienen und hätte nie mit so vielen Einnahmen gerechnet.» Es war der Anfang seiner Stiftung – und einer Vielzahl von Projekten, die bis heute gewachsen sind.

Haller interessiert sich dabei nicht für Symptome, sondern für Ursachen, den Kern des Problems. Wenn er über Strassenkinder spricht, kommt er schnell auf Familienplanung zu sprechen. «Es gibt teilweise Familien mit 10 Kindern, wenig Perspektiven, Väter, die fehlen, und Mütter, die überfordert sind. Ich wollte dort ansetzen, wo der Kreislauf beginnt», sagt er. In den 1990er-Jahren finanzierte seine Stiftung Dutzende Eingriffe zur Sterilisation – später ergänzte er das Engagement durch Aufklärung, weil viele Frauen ihre Rechte bis heute nicht kennen. Was auffällt: Bei Hans Haller liegt der Anfang selten in grossen Konzepten, sondern meist in Begegnungen, Gesprächen oder einer Beobachtung vor Ort. Da ist der Schweizer Lehrer, der unterrichten möchte – und plötzlich entsteht in einer Favela eine Schule. Aus 20 Kindern werden 120, aus einer Idee ein wachsendes Bildungsprojekt. Heute lernen dort Kinder nicht nur lesen und schreiben, sondern auch, Verantwortung zu übernehmen. Zum Beispiel für die Umwelt. Denn am Strand gibt es

Hans Haller mit einem Strassenhund; ein Freiwilliger pflanzt Mangroven. Bilder: zvg, H.H.

grosses Anliegen, ebenso wie der Tierschutz.

viel Müll. Also geht man gemeinsam los, sammelt ihn ein, spricht darüber. Daraus entsteht Umweltbildung, später ein ganzes Projekt mit einfachen Mitteln: Fässer, Schilder, Sensibilisierung.

Anderes Thema: die Mangroven, unheimlich wertvoll für den Küstenschutz. Irgendwann steht Hans Haller im Schlamm und versucht es mal mit der Pflanzung – einfach so, ohne grosse Vorkenntnisse, aber mit dem Wunsch, die Natur zu unterstützen. Es hat funktioniert und heute gilt er in der Region Paraíba als Referenz auf diesem Gebiet. «Obwohl ich Laie bin und eigentlich keine Ahnung habe», lacht er.

Hansdampf in allen Gassen Es würde ein Buch brauchen, um alle Projekte und Engagements aufzuzählen. Im Kopf von Hans Haller scheint es ständig zu arbeiten, die nächste Idee ist nie weit – sei es im Umweltschutz, in

der Armutshilfe, in der Bildung oder im Tierschutz. Ein Freund nennt ihn deshalb augenzwinkernd einen «Hansdampf in allen Gassen». Haller selbst winkt ab: «Es überrascht mich, denn ich komme mir gar nicht so vor. Es ergibt sich einfach – ich mache erst und dann denke ich.» Vielleicht ist genau das sein Erfolgsrezept. Hans Haller wartet nicht auf perfekte Bedingungen, sondern nutzt Gelegenheiten. Ein gebrauchtes EKG-Gerät eines Arztes aus Subingen? Wird eingesetzt. Bedarf in einem Spital? Wird organisiert. Zu viele streunende Tiere? Ein Kastrationsprojekt wird gestartet – mit Tausenden Eingriffen bis heute. Und dann sind da die Kinder. Immer wieder die Kinder. Für Waisen oder besonders benachteiligte Kinder hat die Stiftung ein Modell geschaffen, das bewusst auf familiäre Strukturen setzt. Ersatzmütter nehmen ein bis drei Kinder bei sich auf und geben ihnen, was oft

Mit Leidenschaft für unsere Kunden unterwegs

fehlt: Stabilität, Nähe, Zuwendung. Für die Frauen bedeutet das auch ein kleines, aber wichtiges Einkommen, für die Kinder ein Zuhause. Heute leben Dutzende von ihnen in solchen Familien, einige Mädchen machen aktuell sogar eine Ausbildung zur Pflegefachkraft – alles andere als selbstverständlich in ihrem Umfeld. Wenn Hans Haller erzählt, wirkt nichts davon wie ein grosses Projekt, eher wie eine Aneinanderreihung von logischen nächsten Schritten. Als würde sich eines aus dem anderen ergeben. Seine Arbeit wird nicht am Reissbrett geplant, sondern wächst aus einem echten Interesse an den Menschen, der Natur, den Tieren.

Weihnachten in der Favela

Selbst grosse Momente beschreibt er fast beiläufig. Zum Beispiel seinen lang gehegten Traum, Weihnachten 2022 mit den Einwohnern einer Favela zu feiern. Geplant war

ein Fest für hundert Menschen. Am Ende wurden es tausend, weil so viele Spenden eingingen. Zwei Feiern wurden organisiert, es gab überglückliche Gesichter, Gemeinschaft, Essen, Musik. «Das war unglaublich», sagt er – und lächelt, wenn er daran zurückdenkt. Aktuell ist Hans Haller bis Juni in der Schweiz – mit 71 Jahren reist er immer noch hin und her. In der Schweiz knüpft er Kontakte, besucht Stiftungen, vernetzt sich. Seine eigene Stiftung, die Hans Haller-Stiftung, besteht im Kern nur aus ihm selbst. Kein grosser Apparat, keine aufgeblähte Struktur. «Das Geld soll dort ankommen, wo es gebraucht wird», sagt er. «Die Kosten betragen dabei nicht mehr als 10 Prozent der Spenden.» Und wie schaltet einer ab, der so lebt? «Es fühlt sich nicht wie Stress an», sagt Haller. «Vielmehr erfüllt es mich, wenn ich helfen kann. Ausserdem passiert in irgendeinem Projekt immer was Positives.»

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Seit bald drei Jahrzehnten steht die kilian friederich gmbh aus Schafisheim für zuverlässige Arbeit rund um Dächer, Fassaden und Gebäudehüllen. Was 1997 als kleiner Familienbetrieb begann, hat sich über die Jahre zu einem regional verankerten Fachunternehmen entwickelt – mit einem klaren Anspruch: qualitativ hochwertige Arbeit, persönliche Beratung und nachhaltige Lösungen für jede Bauaufgabe. Ob Steildach, Fassadensanierung, Dachfenster, Reparaturen oder umfassende Gebäudeerneuerungen – jedes Projekt wird mit viel Erfahrung, Fachwissen und Liebe zum Detail umgesetzt. Hinter dieser Qualität steht vor allem ein engagiertes Team aus motivierten Fachkräften, das täglich mit Leidenschaft und grossem handwerklichem Können im Einsatz steht. Der respektvolle Umgang untereinander, langjährige Mitarbeitende und die Freude am Beruf prägen die Unternehmenskultur ebenso wie die enge Zusammenarbeit mit der Kundschaft. Als moderner Handwerksbetrieb verbindet die kilian friederich gmbh traditionelles Dachdeckerhandwerk mit zeitgemässen Lösungen. Themen wie Energieeffizienz, nachhaltige Sanierungen und langlebige Materialien gewinnen dabei immer mehr an Bedeutung. Gleichzeitig bleibt der familiäre Charakter des Unternehmens erhalten – persönlich, bodenständig und nah bei den Menschen in der Region. Das Team bedankt sich bei der treuen Kundschaft und freut sich darauf, auch künftig als verlässlicher Ansprechpartner für Privatkunden, Verwaltungen und Bauherren da zu sein.

Kinder und Bildung sind ihm ein
Bilder: zvg

Mit «Dirty Dancing» fing alles an

Nie hätten sie gedacht, dass aus einem Hochzeitstanz eine gemeinsame Leidenschaft würde. Janine Wespi und Yancey Zhang fanden über «Dirty Dancing» zum Tanz – und blieben dabei. Heute drehen sie regelmässig ihre Runden über das Parkett mit viel Hingabe, Humor und Herz.

Am Anfang stand – fast schon klischeehaft – eine Hochzeit. Und die Erkenntnis, dass für den grossen Moment auf dem Parkett jegliche Tanzkenntnisse fehlten. «Da haben wir uns gedacht, wir müssen unbedingt tanzen lernen», erzählt Janine Wespi lachend. Bereits 2010 hatte sie ihren kanadischen Freund Yancey Zhang standesamtlich geheiratet. Die beiden hatten sich als Teenager während Ja n ines Auslandaufenthalts in Kanada

kennengelernt und verliebt. Für die kirchliche Hochzeit in Leutwil vier Jahre später planten sie ein grosses Fest mit rund 40 Gästen –und eine Hochzeit ohne Hochzeitstanz kam für sie nicht infrage. Also meldeten sie sich in der Tanzfabrik in Niederlenz für einen Grundkurs an. «Die Tanzschule kannte ich bereits vom Hörensagen.» Die Gründe für den Einstieg waren einerseits pragmatisch, andererseits zutiefst romantisch. Denn für ihren Hochzeitstanz stand das Vorbild schnell fest:

«Dirty Dancing». «Ich hatte in den 90ern auf dem Dachboden meiner Eltern eine alte VHS-Kassette mit dem Film gefunden. Da war es um mich geschehen», erinnert sich Janine.

«Dirty Dancing» in Boniswil Das Paar nahm Privatlektionen, übte intensiv – und wagte sich sogar an die berühmte Hebefigur. Allerdings nicht im Wasser wie im Film, sondern auf einer Matratze. Am grossen Tag erschien Yancey ganz in Schwarz, ganz im Stil von Patrick Swayze, während Janine ein kurzes weisses Kleid im Look der 50er­ und 60er­Jahre trug. Und so viel sei verraten: Es gab keine Verletzten, der Hochzeitstanz gelang. «Sogar die Hebefigur, vor der wir wirklich Respekt hatten, haben wir hinbekommen», sagt Yancey und lacht. Ob damals der Erfolg und der tosende Applaus oder schlicht die Freude am Tanzen das Paar motivierten, weiterzumachen, wissen sie heute selbst nicht mehr genau. Fest steht: Sie blieben dabei. Inzwischen haben die beiden sechs Grundkurse absolviert, dazu zahlreiche Hobbykurse und Workshops besucht. Über die Jahre entstand ein klei­

ner «harter Kern» von Tanzbegeisterten – sieben Paare, altersmässig bunt gemischt, die bis heute regelmässig gemeinsam tanzen. Doch was fasziniert sie eigentlich so sehr am Tanzen?

Kaputte Tanzschuhe sorgen für Hochgefühle

«Es ist wohl diese Mischung aus Anspruch, Wiederholung, Bewegung und Ablenkung», sagt Janine. Yancey nickt zustimmend. «Wenn ich nach der Arbeit nach Hause komme, muss ich mich manchmal zuerst motivieren. Aber danach fühlt es sich immer unglaublich gut an.» Und glücklich mache es auch, darin sind sich beide einig. Besonders dann, wenn nach monatelangem Üben plötzlich eine Figur gelingt. Oder wenn die Tanzschuhe durchgetanzt sind. «Schwer zu glauben, aber es ist

ein tolles Gefühl, wenn die ersten Schuhe kaputtgehen», sagt Janine. «Früher sind wir auch regelmässig auf Bälle gegangen, haben uns dafür gerne chic angezogen – heute ist das mit zwei kleinen Kindern schwieriger geworden.»

Tanzen bedeute aber auch, aufeinander einzugehen. Meist führt Yancey seine Partnerin über das Parkett und Janine spürt, auf welche Figur er als Nächstes hinführt. «Manchmal versuche ich selbst, die Führung zu übernehmen, aber das ist leider nicht erlaubt und führt dann zu Diskussionen», schmunzelt Janine. Besonders angetan haben es ihnen der Jive und der Walzer. Und so kommt es schon mal vor, dass mitten im Garten ein improvisierter «GrasWalzer» getanzt wird.

Eine wichtige Rolle spielt beim Tanzen auch ihre Tanzlehrerin.

«Ich weiss nicht, ob wir ohne Susi so lange dabeigeblieben wären», sagt Janine. Gemeint ist Susi Tirsek, Mitinhaberin der Tanzfabrik in Niederlenz. Gemeinsam mit ihrem Partner Markus Fischer nahm die diplomierte SwissdanceTanzlehrerin früher erfolgreich an lateinamerikanischen Turnieren im In­ und Ausland teil, bevor sich die beiden mit ihrer eigenen Tanzschule einen Traum erfüllten.

Wie wichtig Tanzen im Leben von Janine und Yancey geworden ist, zeigt sich immer wieder. Für die SRF-Dokumentation «Meine fremde Heimat» reiste Yancey mit seiner Frau nach China, in die Heimat seiner Eltern. Auf einem Dorffest tanzten Janine und er dort spontan Jive – ein Moment voller Lebensfreude, der ihre gemeinsame Leidenschaft auf besondere Weise sichtbar machte.

Tango gefällig? Geht auch bestens barfuss im Garten.
Bild: dom

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Teilnahmeberechtigt sind alle, ausgenommen Mitarbeitende der CH Media sowie des Preissponsors Die Gewinnerinnen und Gewinner werden per Los ermittelt Über den Wettbewerb wird keine Korrespondenz geführt Der Rechtsweg ist ausgeschlossen Keine Barauszahlung Teilnahmeschluss ist der 28 5 2026

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