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Olten, Donnerstag, 15. Dezember 2022 | Nr. 50 | 90. Jahrgang | Auflage 34 383 | Post CH AG
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Irène Dietschi, Journalistin. (Bild: Daniela Friedli)
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Schönheitswettbewerb der Vierbeiner HUNDEAUSSTELLUNG Am Sonntag fand in der Stadthalle Olten die 27. RetrieverWeihnachtsausstellung statt. Dabei gab es vierbeinige Schönheiten aus aller Herren Länder zu sehen und zu bestaunen. CASPAR REIMER
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anche führen gerne ihren neusten Sportflitzer vor, andere wissen ihre Mitmenschen mit einer teuren Rolex zu beeindrucken. Eine Vorführung etwas anderer Art fand am vergangenen Sonntag statt, als Hundebesitzerinnen und Hundebesitzer aus der Schweiz, aber auch aus Deutschland, Österreich, Finnland oder Italien in die Stadthalle Olten pilgerten, um ihren liebsten Vierbeiner einem grossen Publikum vorzuführen und von einem Richterteam beurteilen zu lassen. Dabei war es nicht einfach ein sonntäglicher Plausch von Hundefreunden, im Gegenteil: Hunden, die an einer, wie es im Fachjargon heisst, Rassehundeausstellung oder einer Zuchtschau teilnehmen, steht oft eine Karriere, die von einem Wettbewerb zum nächsten führt, bevor. «Es ist schön zu wissen, wo der eigene Hund steht», sagte am Sonntag eine Besucherin, die mit ihrem noch jungen Hund zur Veranstaltung gekommen war. Die von der Regionalgruppe Nordwestschweiz des Retriever Clubs Schweiz durchgeführte «RetrieverWeihnachtsausstellung» fand zum 27. Mal statt. «Früher waren wir in Wettingen, doch da wurde der Platz zu knapp. Zum Glück wurden wir mit der Stadt-
halle Olten, wo viel Platz zur Verfügung steht, fündig. Es ist immer eine Freude zu sehen, wenn Hundebesitzerinnen und Hundebesitzer mit ihrem Tier kommen, um es zu zeigen und beurteilen zu lassen», so OK-Präsidentin Sylvie Berger. Beim Anlass in Olten wirkten auch Vertreterinnen und Vertreter anderer Regionalgruppen mit. Auch die Präsidentin des Retriever Clubs Schweiz, Regula Lehmann, war vor Ort. Zwei Retrievers wurden an diesem Tag ausgezeichnet, einer aus Italien und einer aus der Schweiz.
Schönheit und Arbeit
«Grundsätzlich nehmen an solchen Hundeausstellungen nur Rassenhunde teil», sagt Franz Berger, Präsident der Regionalgruppe Nordwestschweiz. Dabei orientiere man sich an den Rassenstandards der Fédération Cynologique Internationale (FCI), dem weltweit grössten Hundezuchtverband. Allgemein werde zwischen jungen Hunden bis Veteranen unterschieden, zugleich existierten aber auch verschiedene Klassen mit festen Kriterien zur Beurteilung: Die Nachwuchsklasse, auch Welpen genannt, ist für Hunde gedacht, die weniger als ein Jahr alt sind und deshalb noch nicht nach etablierten Kriterien bewertet werden. Eine Teilnahme in dieser Klasse ermöglicht es den Besitzern jedoch herauszufinden, ob ihr Tier für eine Karriere als Ausstellungshund geeignet ist. Ab Jüngsten-, Jugend-, Offen-, Gebrauchshunde- und Veteranenklasse wird eine Bewertung vorgenommen. Diese orientiert sich unter anderem an der Frage, ob ein Hund nach weiteren Sieger-Anwartschaften sogar Champion werden kann, was natürlich das höchste der Gefühle für Hundebesitzerist: «Diese Auszeichnung erfolgt nur an Hunde, die bereits zwei nationale und zwei inter-
nationale Zertifikate erhalten haben.» Nur wenn ein Hund vier sogenannte «Certificats d’ Aptitude au Champion» erhalten hat, kann er oder sie Schönheitskönigin oder Schönheitskönig werden, wobei im Fachjargon nicht von Schönheit, sondern von Zucht und Rasse gesprochen wird. «Wenn ein Hundebesitzer ein solches Tier hat, läuft er sehr wahrscheinlich mit einem hohlen Kreuz durch die Gegend», scherzt Berger. Einen weiteren Teil bilden die sogenannten Arbeitshunde: «Dabei ist ein guter Stammbaum in Zusammenhang mit den Leistungen, welche die Hunde erbracht haben, wichtig. Gleichzeitig wird ein Minimum an Aussehen vorausgesetzt.» Diese Hundebesitzer seien «jagdlich orientiert. Sie bringen ihren Hund, um ihn zu prüfen und dann weiter zu züchten, damit die Linie der erfolgreichen Retriever in der Jagd bestehen bleibt.
Alte Tradition
Bereits 1956 wurde der Schweizer Springer Spaniel Club gegründet. 1968 wurde der Vereinsname in Schweizer Springer Spaniel und Retriever Club Schweiz umbenannt. 1986 entschieden sich die Springer Spaniel-Mitglieder, in den Spaniel Club Schweiz zu wechseln. 1986 wurde der Verein in Retriever Club Schweiz RCS umbenannt. Heute zählt der RCS zu den grössten Rasseklubs in der Schweizerischen Kynologischen Gesellschaft SKG. Der RCS fördert die Zucht und Verbreitung der Retrieverrassen sowie die Haltung, Erziehung und Ausbildung der Retriever nach wissenschaftlichen Erkenntnissen, sportlich fairer Gesinnung und den Grundsätzen des Tierschutzgedankens ebenso wie die Förderung der Aus- und Weiterbildung von Züchtern und Hundehaltern.
ennen Sie das Wort «Serendipity»? Es stammt aus dem Englischen und heisst «Fügung» oder «Glücksfall». In einem gleichnamigen Film aus dem Jahr 2001 führt Serendipity einen Mann und eine Frau beim Weihnachtseinkauf zusammen, und sie verlieben sich. Diese Woche erlebte ich ebenfalls Serendipity: Ich war im Kino, in den «Lichtspielen» am Klosterplatz, und schaute «Der Lichtspieler». «So ein Glücksfall», sagte ich zu meinem Gatten, «dass sich der Titel eines Films in den Namen des Hauses fügt, in dem er gezeigt wird!» «Der Lichtspieler» ist die sagenhafte Geschichte von François Henri Lavanchy-Clarke (1848-1922), eines schillernden, aber fast vergessenen Schweizer Filmpioniers. Dieser fing mit der Kamera die Schweiz seiner Zeit ein, und sein Weg führte ihn – glückliche Fügung – auch nach Olten. Serendipity scheint auch das Schicksal der «Lichtspiele» zu lenken. Die Tage des ältesten Oltner Kinos waren nämlich gezählt; das von einem passionierten Filmclub geführte Arthouse Cinema am Klosterplatz stand vor einer ungewissen Zukunft. Doch nun fügt es sich, dass ein kulturaffiner Architekt das abbruchbedrohte Haus komplett sanieren und den Kinosaal erhalten will. Mehr noch: Wenn alles gut läuft, wird aus den Lichtspielen ein Kulturraum, der auch für Konzerte, Lesungen oder gesellschaftliche Anlässe offensteht. Es ist etwas vom Besten, das Olten passieren kann. Und mit dieser kleinen Weihnachtsgeschichte, liebe Leserinnen und Leser, verabschiede ich mich aus der Kolumnenspalte des Stadtanzeigers. Nacht acht Jahren ist es gut. Für die kommenden Festtage wünsche ich Ihnen viel Licht, vielleicht ein paar Spiele mit Ihren Liebsten, gehen Sie mal ins Kino, und: Vertrauen Sie auf Serendipity!