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Donnerstag, 27. November 2025

116. Jahrgang

Nr. 48 SCHRÄNKE

gegründet 1954

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«Wollen Partner sein, nicht Verhinderer» Sabine Sommerer aus Arlesheim leitet neu die Denkmalpflege BaselLandschaft. Im Gespräch erzählt sie von ihrem Einstieg, den Herausforderungen zwischen Klimaschutz und Baukultur – und warum Denkmalpflege weit mehr ist als Bewahrung.

Arlesheim

Mit freiem Lernen zum Schulabschluss: Kann es funktionieren, wenn Kinder selbst bestimmen, was sie lernen möchten? Ein Besuch in der demokratischen Schule Fokus.

Nicolas Blust Sabine Sommerer, Sie sind seit rund vier Monaten kantonale Denkmalpflegerin. Wie sind Sie gestartet? Sabine Sommerer: Ich habe mich sehr auf diese Herausforderung gefreut und bin dementsprechend mit viel Elan gestartet. Ich hatte einen guten Start – nicht zuletzt dank meines Teams, das schon länger hier ist und den Betrieb kennt. Es ist sehr hilfs­ bereit. Auch die Kommissionen haben mir den Rücken gestärkt, und ich bin dankbar für die tollen Leute hier im Amt für Raum­ planung. Wie sind Sie auf die Stelle aufmerksam geworden? Ich bin über einen Newsletter darauf auf­ merksam geworden, den der Verein für Kunsthistorikerinnen und Kunsthistori­ ker der Schweiz verschickt hat. Ich habe dann auch eine Reihe von Telefonaten geführt, um sicherzugehen, ob diese Stelle wirklich zu mir passt. Sie waren lange in der Forschung tätig. Was reizt Sie an Ihrer neuen Aufgabe? Mich reizt die Vielfältigkeit der Arbeit. Ich arbeite gerne im Team und mag es, ge­ meinsam Lösungen zu finden, statt allein im stillen Kämmerchen zu arbeiten. Zu

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Aesch

Leitet seit kurzem die Denkmalpflege: Sabine Sommerer aus Arlesheim.

diesen Teams gehören Eigentümerschaf­ ten, Bauherrschaften, Architekturbüros, Handwerksbetriebe, Gemeinden, politi­ sche Stakeholder und die verschiedenen Dienststellen wie Kantonsarchäologie, Hochbauamt, Tief bauamt oder Bau­ inspektorat. Diese Zusammenarbeit macht die Arbeit abwechslungsreich. Wie sieht Ihr Arbeitsalltag konkret aus? Meine Hauptaufgabe ist der Umgang mit geschützten und schützenswerten Kul­ turdenkmälern. Zu meinem Alltag ge­ hören Bauberatung, das Abwickeln des Subventionswesens, die Prüfung von Baugesuchen, Unterschutzstellungen und die Vermittlung von Kulturdenkmä­ lern – etwa durch Publikationen, Füh­ rungen oder Spaziergänge. Zudem leite

FOTO: NICOLAS BLUST

ich das Team der Denkmalpflege, bin Teil der Geschäftsleitung des Amts für Raumplanung und berate den Regie­ rungsrat. Welche sind die grössten Herausforderungen in Ihrer Arbeit? Die wichtigste Herausforderung ist die Interessenabwägung – etwa zwischen Denkmalschutzgesetz, Klimaschutzgesetz oder Naturschutzgesetz. Diese Zielkon­ flikte verlangen viel Vermittlung. Jede Situation ist individuell; jedes Kulturdenk­ mal ist ein eigener Kosmos. Eine weitere Herausforderung ist der Anspruch, Bau­ kultur zu erhalten und gleichzeitig weiter­ zuentwickeln. Das bedeutet oft Eingriffe in bestehende Strukturen, was anspruchs­ voll ist.

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Wie viele Kulturdenkmäler gibt es im Kanton? Zurzeit haben wir 45 national geschützte Objekte, 933 kantonal geschützte Objek­ te – also fast 1000 – sowie rund 780 kan­ tonal schützenswerte und gut 1900 kom­ munal schützenswerte Objekte. Insge­ samt also rund 2700 ungeschützte, aber schützenswerte Bauten. Gerade diese bereiten uns Sorgen, weil sie den Schutz­ status noch nicht haben. Zu den Kultur­ denkmälern hinzu kommen noch die 33 Ortsbilder von nationaler Bedeutung. Warum ist der Schutz von Kulturdenkmälern so wichtig? Weil sie unsere Identität prägen. Viele die­ ser Bauten und Objekte sind «ungewollte Denkmäler». Fortsetzung auf Seite 2

Das Pfarreiheim soll bleiben: Die römisch-katholische Kirchgemeinde hat Geldsorgen und will darum ihre Gebäude effizienter nutzen. Im Pfarrhof dürfte ein Kindergarten entstehen.

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