DANCE oN!
ABENDMUSIK PAULUSKIRCHE OLTEN Sonntag, 27. November 2022 17.00 Uhr
NEU! Contemporary Dance Basiskurs Donnerstag 18:00 NEU! Dance for Kids / Contemp. Dance Do, 17:00
«Aus dem Hause Schumann»
Trio Rafale
Laufende Kurse: Klassisches Ballett · Contemporary Dance · Spiraldynamik® · Yoga
Maki Wiederkehr, Klavier Daniel Meller, Violine Flurin Cuonz, Violoncello
Alle Infos: dancestudio-olten.ch, Ursula Berger T 0794449959, info@dancestudio-olten.ch
Klaviertrios von Clara und Robert Schumann Eintritt: Fr. 25.– / 18.– / 12.–
Olten, Donnerstag, 24. November 2022 | Nr. 47 | 90. Jahrgang | Auflage 34 383 | Post CH AG
Finja Basan Eine Familie
Finja Basan, Wahloltnerin und Kommunikationsmitarbeiterin.
(Bild: Timo Orubolo)
O Ristorante OLIVO Baslerstrasse 15 4600 Olten Tel. +41(0)62 213 87 77 ristoranteolivo1@gmail.com
Drei der verbliebenen Schweizer Kapuzinerbrüder in Tansania: Beengar Troxler, August Mullis und Isidor Peterhans. (Bild: Nadine Crausaz)
Das «Ziel» ist nah MISSIONSTÄTIGKEIT Nur noch acht Brüder leben derzeit im Kapuzinerkloster Olten. Heimatbasis ist es aber für mehr als doppelt so viele. Elf Kapuziner sind als Missionare in Asien und Afrika zuhause – und bleiben wohl dort. ACHIM GÜNTER
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BLUT RETTET LEBEN Erst wenns fehlt, fällts auf. Herzlichen Dank allen Spendern. Neue Spender helfen mit, dass die Blutgruppen 0, A, B und AB auch in Zukunft nicht fehlen. Werden auch Sie Spender: blutspende.ch
ür unsere Geburtstagsgratulationen im Stadtanzeiger wählen wir mehrmals im Jahr auch die Nummer des Kapuzinerklosters Olten. Nennen wir den Namen des betagten Geburtstagskindes, heisst es nicht selten am anderen Ende: «Äh, den kenne ich gar nicht.» Oder aber: «Ach, der ist in Tansania.» Manche Mitbrüder der wenigen in Olten verbliebenen Kapuziner leben jahrein, jahraus im ostafrikanischen Tansania – und das teilweise schon seit Jahrzehnten. Aussenstationen der Oltner Glaubensbrüder gibt es überdies im indonesischen Kalimantan auf der Insel Borneo und auf Mahé, der grössten Insel der Seychellen. Am besten Bescheid über die Beziehungen des Oltner Kapuzinerklosters mit dessen fernen Aussenposten weiss Werner Gallati. Würde Bruder Werner jeweils unseren Anruf entgegennehmen, würde man Aussagen wie die obigen nicht zu hören bekommen. Angesprochen auf die Mitbrüder in Asien und Afrika Bruder Werner. heisst es bei ihm: «Die kenne ich natürlich sehr gut.» Der gebürtige Glarner musste seinerzeit wegen Erkrankung seines Vorgängers als 32-Jähriger die Leitung der Missionszentrale in Olten übernehmen. Er hatte einst als Treuhänder gearbeitet. Der heute 77-Jährige stammt aus Näfels und trat 1969 in den Kapuzinerorden
ein. Seit 1977 lebt er im Kloster Olten. Zuvor war er während dreier Jahre als Missionar auf den Seychellen im Einsatz gewesen: als Sekretär des dortigen Bischofs, als Finanzverwalter der Diözese und als Verwalter der ordenseigenen Druckerei. Gleichzeitig war damals auch sein leiblicher Bruder Paul Gallati dort tätig. Dieser – bekannt als Bruder Raymund – konnte vergangene Woche im Kloster Olten seinen 85. Geburtstag feiern. 2010 gab Werner Gallati die Verantwortung über die Missionszentrale ab. Bis heute arbeitet er jedoch halbtags dort. Alle übrigen Angestellten der Missionszentrale sind Laien, also nicht Angehörige des Kapuzinerordens.
Der Orden wächst, nicht aber in Europa
Der Kapuzinerorden wächst weltweit. In Europa und Nordamerika kämpft er jedoch mit stark sinkenden Mitgliederzahlen. Im Oltner Kapuzinerkloster leben derzeit nur noch gerade acht Brüder. Vor gerade mal drei Jahren waren es noch deren 16 gewesen. Die Zukunft des Klosters ist wegen Überalterung stark gefährdet. In Tansania leben momentan acht «Oltner» Kapuziner, in Indonesien zwei, auf den Seychellen einer. Bei letzterem handelt es sich jedoch um einen Einheimischen, der der Schweizer Kapuzinerprovinz angehört. In Tansania nahm die Missionsgeschichte der Kapuziner 1921 gemeinsam mit den Baldegger-Schwestern ihren Anfang, auf den Seychellen 1922, also vor genau 100 Jahren. In Indonesien lösten die Schweizer Kapuziner 1959 nach dem dortigen politischen Umsturz ihre niederländischen Pendants ab. Die Schweizer Kapuzinertradition auf Borneo dürfte bald enden, in nicht allzu ferner Zukunft auch jene in Tansania. Andernorts ist sie bereits zu Ende. Als Bruder Werner in den Orden eintrat, waren die Kapuziner als Missionare auch noch in verschiedenen südamerikanischen und weiteren afrikanischen Ländern präsent gewesen. Traurig über das baldige Ende der Schweizer Kapuziner etwa in Tansania ist Bruder Werner dennoch nicht. «Das ist ja das Ziel. In Tansania gibt es schon mehr als 250 einheimische Kapuziner. Es geht weiter.» Die
Weiterreichung des Glaubens, die Weitergabe der franziskanischen Werte – die Kapuziner sind ein franziskanischer Bettelorden – sei sichergestellt. Ohnehin stehe das Missionieren schon seit längerem nicht mehr im Vordergrund. Bereits seine Generation in den 70er- oder 80er-Jahren habe neben dem Missionieren viele Schulen, Spitäler oder Kirchen gebaut. «Wir betrieben damals Entwicklungshilfe, ohne dass man das damals schon so genannt hätte.»
Kaum ein Missionar kehrt zurück
Später leiteten die Kapuziner laut Gallati auf den Aussenposten Pfarreien oder Bildungshäuser, gaben Unterricht, halfen als Krankenpfleger und Spitalseelsorger in Leprastationen und Spitälern. Einige wenige Pfarreileiter gebe es noch. Die allermeisten seien jetzt jedoch betagt und pflegebedürftig. In ihre Schweizer Heimat zurückkehren werden sie kaum. Bruder Werner erklärt: «Das ist sehr schwierig. Für jemanden, der 60 Jahre in einem anderen Land lebt, ist dieses inzwischen seine Heimat geworden. Die fühlen sich dort zuhause.» Jene Missionare, die wollen und können, kommen als zwei, drei Jahre für drei Monate auf Heimaturlaub. Auch das Umgekehrte geschieht: Dass jemand aus dem Kapuzinerkloster Olten eine Aussenstelle besucht. Der Ordensobere oder ein Stellvertreter sollte das gemäss Bruder Werner etwa alle drei Jahre tun. Er selbst wird wohl auch bald wieder auf die Seychellen reisen, um seinen ehemaligen Wirkungskreis zu besuchen. Schon in der Vergangenheit unternahm er unzählige Projektreisen und besuchte Mitbrüder in vielen Teilen der Welt. Die Kontakte mit den Mitbrüdern in den fernen Kontinenten hält Bruder Werner auf moderne Weise aufrecht: per Mail, per WhatsApp. Telefoniert werde nur selten. Auch Briefe würden kaum je verfasst. Gallati versucht sich wenigstens einmal im Monat zu melden – zumindest bei jenen, von denen er weiss, dass sie das zu schätzen wissen. Die Gespräche oder schriftlichen Austausche drehen sich fast ausschliesslich um das persönliche Befinden. Kirchliche Themen würden kaum je besprochen.
lten, Zürich, Frankfurt, Newcastle. Es ist eine lange Flugreise, die uns vor zwei Wochen zu meiner Schwester führt. Acht Stunden sind wir unterwegs, bis wir im englischen Norden ankommen, bis ich meine Geschwister nach vier Jahren wieder in die Arme schliessen kann. Mein Bruder und meine Eltern reisen über zwei Tage mit Bahn und Fähre aus München und Hamburg an. Dass zwischen uns allen viel Stiefverwandtschaft steckt, war mir schon früh egal. Meine Geschwister und ich, wir waren vier, sieben und elf, als wir uns kennenlernten. Doch das «Stief-» verschwand schnell aus unserem Wortschatz, zu viel gäbe es zu erklären, zu irrelevant war das Attribut für unsere Verbundenheit. Mittlerweile sind wir einundzwanzig Jahre älter, und die jüngste unter uns hat Ja gesagt. Für mich war es 2022 die elfte Hochzeit. Nach zwei Jahren Pandemie gab es viel nachzuholen. «Würdest du den Namen deines Partners annehmen?», stellte sich in manchen Runden die Frage. Über die Tische tanzten Antworten wie «Ja, aber er gefällt mir eigentlich gar nicht» oder «Aber eine Familie muss doch den gleichen Namen tragen». Und ich überlegte. Meine Mama trägt den Namen ihres ersten Mannes, ich auch, und den ihres jetzigen Mannes, ich nicht. Ich trage damit den Nachnamen der Familie meiner Schwester, also Halbschwester. Meine anderen beiden Halbschwestern trugen den Namen ihrer Mutter, haben mittlerweile aber neue angenommen. Es ist ein Patchwork-Wahnsinn, der nur schwer zu erklären ist, doch mich vor allem eines lehrte: Die wahren Zeichen für Verbundenheit und Zugehörigkeit sind die Freudentränen beim Wiedersehen nach vielen Jahren und Abschiede, die schwer fallen. Und so egal der Nachname dabei ist, so egal ist auch das «Stief-» und «Halb-» vor all meinen Geschwistern, die für mich einfach nur das sind: Geschwister. Auch wenn sie nun englische Nachnamen tragen.