Donnerstag, 31. Oktober 2024
115. Jahrgang
Nr. 44 SCHRÄNKE
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Die «Buttechlopfer» machen weiter In Hochwald wird in sechster Generation Buttenmost hergestellt. Es ist die letzte Familie der Schweiz, die diese Tradition fortführt. Künftig gibt es aber Veränderungen.
Pfeffingen
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Nicolas Blust Wer nach Hochwald fährt, wird unweigerlich darauf aufmerksam gemacht: Buttenmost. Die Schilder führen zu einem alten Bauernhaus am Kirchrain. Hier wird in sechster Generation Buttenmost hergestellt. Das Handwerk ist echte Familientradition. Seit über 150 Jahren werden Hagebutten von Carmen Zauggs Familie verarbeitet. Aktuell sind drei Generationen in den Prozess eingebunden: Carmen Zaugg, ihre Mutter Verena Ming und Grossmutter Irma Vögtli, mit tatkräftiger Unterstützung ihrer Familienmitglieder. Seit vielen Jahrzehnten stellen sie den Hobler Buttenmost her. Früher war Hochwald ein Hotspot für die Verarbeitung der Hagebutten. Erzählungen zufolge brachte Maria-Josepha Vögtli den Brauch nach Hochwald. Sie kam in Zürich mit dem ButtenmostRezept in Kontakt, als sie eine Ausbildung zur Haushaltshelferin absolvierte. Zurück in der Heimat zeigte sie den Bauern im Dorf die Verarbeitung der roten Früchte. Der Hobler Bevölkerung, die zu dieser Zeit neben Landwirtschaft vor allem Brennholz nach Basel verkaufte, eröffnete sich so ein neuer Geschäftszweig, um die klammen Haushaltskassen zu füllen. Und der Buttenmost erfreute sich in der Stadt am Rheinknie grosser Beliebtheit. Schon bald verarbeiteten zahlreiche Familien die Hagebutten, die folglich in der ganzen Region gesammelt wurden. Diese wurden mit einem Holzhammer
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Vor vollen Rängen: Am Pfeffinger Forum sprach Bundesrat Albert Rösti über den Autobahnausbau und darüber, was unsere Vorfahren gut gemacht haben.
Münchenstein
Familienbetrieb: (v.l.) Irma Vögtli, Tochter Verena Ming und Enkelin Carmen Zaugg stellen den Hobler Buttenmost her. FOTO: NICOLAS BLUST In Zukunft wollen Mutter und Grossmutter aber kürzertreten. zerquetscht und danach durch ein Sieb gepresst. Diesem Herstellungsprozess verdanken die Menschen aus Hochwald ihren bis heute verbreiteten Spitznamen «Buttechlopfer».
Damit die Tradition nicht verschwindet
Im 19. Jahrhunderten sollen noch rund 40 Familien das Hagebuttenmark aus den Früchten hergestellt haben. Seither ging diese Zahl stetig zurück. Seit vier Jahren ist es nur noch die Familie von Carmen Zaugg, die das traditionelle Handwerk fortführt. «Wenn wir damit aufhören, verschwindet das Handwerk für immer», sagt Zaugg. Es erfülle sie mit Stolz, eine solche Tradition aufrechtzu-
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erhalten. Man spüre dadurch aber auch eine gewisse Verantwortung. Der Prozess veränderte sich über die Jahre und Maschinen übernahmen immer mehr Aufgaben. Mittlerweile werden die Hagebutten von einem Fleischwolf zerkleinert. Die dabei entstehende Masse wird nach einer Ruhezeit von einer Maschine unter Wasserzufuhr durch zwei Siebe gepresst. So werden die Kerne und Härchen der Hagebutten entfernt. Übrig bleibt ein dickflüssiger Brei, der – sobald die Konsistenz stimmt – abgefüllt wird.
Hagebutten stammen aus ganz Europa
Die Beliebtheit des Buttenmosts ist ungebrochen. Aus der ganzen Schweiz
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treffen Anfragen für das begehrte rötlich-orange Mus ein. Viele holen das Produkt noch immer vor Ort ab. Doch auch Online-Bestellungen und Lieferung per Post sind mittlerweile möglich. Zwischen 15 und 20 Tonnen Buttenmost produziert das Team rund um die drei Frauen jeden Herbst von Ende September bis Anfang November. Zu den Abnehmern zählen Privatpersonen und Hofläden, aber auch Restaurants und Detailhändler. Über 70 Verkaufsstellen sind auf der eigenen Website aufgelistet. Die Hagebutten stammen jedoch – anders als früher – nicht mehr aus der Region, das wäre in diesen Massen nicht mehr möglich. Fortsetzung auf Seite 2
Zwei Haltestellen weniger: Neben der Haltestelle Elektra Birseck auf der Tramlinie 10 streicht die BLT auch die Haltestelle Loogstrasse auf der Tramlinie 11.
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