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37_2023_Stadtanzeiger_Olten

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Olten, Donnerstag, 14. September 2023 | Nr. 37 | 91. Jahrgang | Auflage 34 383 | Post CH AG

IN DEN STÄNDERAT

Finja Basan

Wir sehen uns

STÄNDERATSWAHLEN, 22. OKTOBER 2023 pirmin-bischof.ch

Finja Basan, Wahloltnerin und Kommunikationsmitarbeiterin.

(Bild: Remo Buess)

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16. September 16.00 Uhr

Promenadenkonzert Stadtmusik Olten im Vögeligarten

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Nationalratswahlen vom 22. Oktober 2023 LISTE 9

Die Mitte Kanton Solothurn

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KESB

Mythen und Realität

Öffentlicher Informationsanlass mit Regierungsrätin Susanne Schaffner 25. September 2023 Kino Rex Grenchen,19 Uhr 26. September 2023 Schützi Olten,19 Uhr

Thomas Müller (links) und Andreas Proft sehen im «Maschinenraum» der Badi nach dem Rechten. (Bild: Caspar Reimer)

«Die glücklichsten Jahre meines Lebens» STRANDBAD OLTEN Thomas Müller, Leiter Bäderbetrieb in Olten, geht nach mehr als 15 Jahren im Dienst der hiesigen Badi in Pension. Im Interview blickt er auf die Saison 2023 und auf seine berufliche Zeit im Strandbad Olten zurück. Zudem gewährt der 63-Jährige einen Ausblick auf seinen dritten Lebensabschnitt. CASPAR REIMER

Herr Müller, welche Bilanz zieht das Strandbad Olten für die Saison 2023? Thomas Müller: Blickt man auf die Zahlen, war es eine gute Saison. Der Schnitt liegt bei 152 000 Eintritten pro Sommer. Dieser Wert wird natürlich von ein paar Jahren, in denen es etwa wegen Corona oder Hochwasser sehr schlecht lief, nach unten gezogen. Nehme ich die schlechten Jahre aus der Statistik, liegen wir bei rund 160 000 Eintritten. Die zu Ende gehende Saison liegt in diesem Mittelwert. Wie viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden beschäftigt? Wir haben je vier Damen in den Bereichen Reinigung und Kasse. Weiter arbeiten bei uns vier Badmeister, ein Allrounder sowie zehn bis 15 Leute stundenweise in der Aufsicht. Es ist ein eingespieltes und bestens organisiertes Team.

Am 22. Oktober 2023 Franziska Roth in den Ständerat. Vielen Dank für Ihre Unterstützung.

In dieser Saison gab es einen Unfall im Bereich der Rutschbahn. Ein Junge wurde im Auffangbecken der Rutschbahnen aufgefunden. Anwesende leisteten erste Hilfe, bis die Rettungskräfte eintrafen und das Kind in

kritischem Zustand in ein Spital geflogen wurde. Dort erlag das Kind wenige Tage später seinen Verletzungen. Hat das Konsequenzen für den Betrieb? Wir haben genügend Aufsichtsleute vor Ort. Leider muss ich betonen – wir sind ein Schwimmbad, kein Kindergarten. Was ich damit sagen will: Wenn die Eltern mit ihren Kindern in unser Bad kommen, liegt die Verantwortung bei ihnen. Wird die Aufsichtspflicht vernachlässigt, können wir relativ wenig tun. Unser Sicherheitskonzept ist hervorragend – wir schauen, machen und halten auch Leute an, wenn der Eindruck entsteht, dass etwas nicht stimmt. Die Wassertiefen sind ausgeschildert, und wir mahnen Eltern seit Jahren, auf ihre Kinder aufzupassen. Wenn die Eltern das wirklich beherzt machen würden, geschähe so etwas nicht. Es ist eine tragische Lektion, denn die Kinder sind doch für die Eltern das Wichtigste, das es gibt. Es ist Ihre letzte Saison als Leiter Bäderbetrieb. Am 1. August 2008 habe ich hier angefangen, also vor mehr als 15 Jahren. Es ist die schönste Zeit meines Lebens gewesen hier in der Schweiz. Die Badegäste sind ja ländertypisch verschieden. In Deutschland ist der Badmeister etwa nicht so hoch angesehen wie in der

Schweiz. Es wird einem Respekt und Achtung entgegen gebracht. Das schätze ich sehr. Ich blicke also auf eine glückliche Zeit zurück. Auch wenn ich mich auf mein Rentenzeitalter freue, werde ich sicher ab und an noch die Badi besuchen. Sie waren zeit Ihres Lebens in diesem Beruf tätig. Nach der Schule hatte ich in Bayern die Lehre zum Schwimmmeistergehilfen gemacht. Diese Berufsbezeichnung wurde später in Fachangestellter Bäderbetriebe umbenannt. Ich habe diesen Beruf also von der Pike auf gelernt und übe ihn nun seit 46 Jahren aus. Wann ist ihr letzter Arbeitstag? Der 31. Dezember. Bis dahin sind noch die obligatorischen Arbeiten zu erledigen, also das Bad winterfest zu machen. Das heisst, Filter reinigen oder Leitungen entwässern und belüften, damit es keine Frostschäden gibt. Das Bad soll so ohne grossen Schaden durch den Winter kommen. Haben Sie Pläne für Ihr Pensionsalter? Jede Menge, ich könnte mich die nächsten 400 Jahre beschäftigen. Ich werde sicher viel reisen, mich dem einen oder anderen Hobby, etwa dem Weinbau, zuwenden.

Andreas Proft übernimmt Nachfolge Andreas Proft wird auf die kommende Saison hin die Nachfolge von Thomas Müller antreten. Der 44-Jährige und der abtretende Badmeister kennen sich schon lange: «Ich wurde geboren, als Herr Müller die Lehre angefangen hat. Das war 1979», erzählt er. Vor rund 17 Jahren ist er aus

Deutschland in die Schweiz gekommen: «Meine erste Saison hatte ich damals hier in der Badi als Wasseraufsicht, ab 2008 war ich Badmeister», erinnert er sich. In den letzten Jahren habe er bei Müller «die Schulbank gedrückt». Damit ist er auf seine neue car Aufgabe gut vorbereitet.

ie Dame mit dem Gehstock betrachtet gerade das letzte Foto auf der alten Holzbrücke, bevor sie sich sichtlich gerührt zu mir dreht. Hinter ihr liegen 70 Meter und 43 Fotos, die 27 Jahre Abschied zusammenfassen. Denn die Fotografin Deanna Dikemen hielt fast drei Jahrzehnte fest, was oft ganz nebenbei passiert: Tschüss sagen. Nach einem Besuch bei den Eltern setzen wir uns ins Auto oder aufs Fahrrad, während sie in der Tür stehen und noch einmal winken. Wir winken zurück und sausen wieder in den Alltag. Im Fokus liegt dann vor allem, was vor uns liegt, und selten die, die wir zurücklassen. Das änderte sich während des IPFO International Photo Festival Olten auf der alten Holzbrücke. Hier stehen die Eltern der Fotografin in einer 70 Meter langen Ausstellung immer wieder winkend vor ihrem Garagentor, während 27 Jahre im Vorbeigehen vergehen. Dabei heisst es auch für immer Abschied nehmen: Als der Vater nicht mehr neben der Mutter steht und auch als auf dem letzten Bild niemand mehr winkt. «Wissen Sie, mir geht es gerade genauso», erzählt mir die Dame mit dem Gehstock nach diesem letzten Foto. Sie werde nächstes Jahr 90, und deshalb berühre sie die Bildserie sehr. Ich verstehe sie. Denn seit ich ausgewandert bin, sind die Abschiede von meiner Familie seltener und die Pausen zwischen den Wiedersehen länger geworden. Die Zeit miteinander ist dafür zwar noch wertvoller, doch die Abschiede auch emotionaler geworden. Während ich meine Eltern in Olten zum siebten Gleis begleite und dann winkend am Zug stehe, ist es in Hamburg umgekehrt: Dann sehe ich meine Mutter durch das Fenster des ICEs in meine Richtung winken. Und so schwer die Abschiede jedes Mal sind, so klar ist mir in der Zeit auch geworden, dass zwischen dem Wiedersehen und dem Abschied auch viele schöne gemeinsame Momente liegen.


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