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Donnerstag, 3. September 2026

118. Jahrgang

Nr. 36

AMTLICHER ANZEIGER FÜR DAS SCHWARZBUBENLAND UND DAS LAUFENTAL P.P. A 4242 Laufen

Post CH AG

250 000 Seiten Regionalgeschichte Rund 250 gebundene Bände historischer Zeitungen lagert das Museum Laufental im Stadthaus in Laufen. Nun sollen die alten Ausgaben chronologisch digitalisiert und öffentlich zugänglich gemacht werden. Dafür sammelt das Museum mittels Crowdfunding Geld.

Der Feuerwehrverein Laufen Stadt feiert am Oldtimer-Träff den Geburtstag seiner geschichtsträchtigen Saurer Automobilspritze – dem ältesten funktionsfähigen Exemplar der Schweiz. Mit diesem heutigen Urgestein meisterte die Stadt einst den Sprung in die Moderne.

Melanie Brêchet Wer wissen möchte, was vor 100 Jahren in Laufen, Breitenbach oder einem der umliegenden Dörfer für Gesprächsstoff sorgte, muss heute noch in schweren, ge­ bundenen Zeitungsbänden blättern. Das soll sich ändern. Das Museum Laufental möchte seinen Bestand historischer Re­ gionalzeitungen digitalisieren lassen und damit für alle zugänglich machen. Der Bestand reicht weit zurück. Vom «Birs­ boten», aus dem später der «Volksfreund» hervorging, besitzt das Museum Ausgaben ab 1867, vom «Birsthaler», dem Vorgänger der «Nordschweiz», ab 1890. Letztere ging schliesslich in der «Basellandschaftlichen Zeitung» auf. Die Zeitungen widerspiegeln damit weit mehr als ein Jahrhundert re­ gionaler Geschichte. Anfangs erschienen die Blätter einmal wöchentlich und umfassten nur wenige Seiten. Neben Nachrichten aus der Region fanden darin auch Meldungen aus dem Ausland sowie Inserate Platz. Fotografien gab es zunächst keine. Mit den Jahrzehn­ ten wurden die Zeitungen umfangreicher. «Uns interessieren vorerst die ersten 50 Jahre», sagt Christoph Sütterlin vom Mu­ seum Laufental. Insgesamt umfasst der Bestand rund 250 gebundene Bände mit

Geschichtsträchtig: Christoph Sütterlin vom Museum Laufental zeigt einen der 250 Bände mit alten Zeitungen, die im Stadthaus aufbewahrt werden. Die Bände sind gut erhalten, manchmal fehlt jedoch auch eine Seite oder – wie hier – ein Zeitungsausschnitt. FOTO: MELANIE BRÊCHET geschätzt 250 000 Seiten. Bei der Digitali­ sierung geht das Museum chronologisch vor: In einem ersten Schritt sollen die ers­ ten rund 70 Bände mit insgesamt etwa 45 000 Seiten digitalisiert werden. Danach sollen, sofern genügend finanzielle Mittel vorhanden sind, weitere Bände folgen. Rund 95 Prozent des gesamten Zei­ tungsbestands seien erhalten. Der Zu­ stand sei angesichts des Alters erstaunlich gut, sagt Sütterlin. Trotzdem hinterlässt jede Benutzung Spuren. Es seien zudem vereinzelt Artikel oder Bilder herausge­ schnitten oder Seiten entfernt worden. Teilweise finden sich auch handschriftli­ che Notizen in den Bänden. Mit der Digi­ talisierung sollen darum zukünftig die Originale geschont werden. Die Zeitungen werden dafür zu einer spezialisierten Fir­

ma in Lausanne gebracht und Seite für Seite fotografiert. Aufgeschnitten werden die gebundenen Bände nicht. Nach der Digitalisierung sollen die Originale fach­ gerecht archiviert werden. Die Aufnah­ men werden anschliessend mittels Text­ erkennung erfasst und sollen über das Online-Archiv der Schweizerischen Natio­ nalbibliothek öffentlich zugänglich und durchsuchbar werden. Wer etwa nach einem Familiennamen, einem Verein oder einem Ereignis sucht, könnte damit innert Sekunden entsprechende Artikel finden. Gerade darin sieht Sütterlin den grossen Wert des Projekts. Allerdings müsse man historische Schreibweisen berücksichti­ gen, erklärt Sütterlin. Das Laufental wur­ de beispielsweise einst «Laufenthal» ge­ schrieben. In den Zeitungen finden sich

Berichte über politische Abstimmungen ebenso wie Todesanzeigen, Vereinsanläs­ se, Firmen und Inserate. Auch Vereine, Kirchgemeinden, Parteien und Dorfchro­ nisten könnten darin nach ihrer eigenen Geschichte suchen. Für Schulen wieder­ um könnten die digitalisierten Zeitungen als wertvolle historische Quellen dienen. Spannend dürfte auch ein Vergleich sein: Die damaligen Zeitungen standen in Kon­ kurrenz zueinander und waren politisch unterschiedlich ausgerichtet. Durch die Grenzlage finden sich in den archivierten Ausgaben zudem auch zahlreiche Nach­ richten aus dem benachbarten Frankreich und Deutschland. «Es ist viel Geschichte darin zu finden», sagt Sütterlin.

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