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35_2023_Stadtanzeiger_Olten

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Olten, Donnerstag, 31. August 2023 | Nr. 35 | 91. Jahrgang | Auflage 34 383 | Post CH AG

Stefan Nünlist Im Fluss

Stefan Nünlist, Leiter Unternehmenskommunikation und Politiker. (Bild: Dominik Hetzer)

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M Cécile Steck und Didi Sommer spannen zusammen, um Menschen zum Lachen zu bringen. (Bild: ZVG)

Komikerduo verzaubert den Circus Monti

KOMIK Das Komikerduo Comedia Zap aus StarrkirchWil hat sich schweizweit einen Namen gemacht. Ihre neuste Produktion «Et Voilà!» ist im Circus Monti zu sehen. Zudem sind sie mit einem Theaterstück auf Tournee. CASPAR REIMER

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ie Kreativität von Cécile Steck und Didi Sommer gleicht einem unbändigen Fluss, der den Zuschauer am Ufer unweigerlich mitzieht. Es genügt, dem Komikerduo aus Starrkirch-Wil beim Gespräch ein paar Stichworte zu geben, und die Geschichten über ihr Leben und Werk sprudeln nur so aus ihnen heraus. Etwa jene, wie ihr gemeinsames Theater Comedia Zap entstanden ist: Anfang der 1990er-Jahre war die ehemalige Garage Schlotterbeck in der Nähe des Basler Bahnhofs zwischengenutzt worden. Während drei Jahren wurde das brach liegende Gebäude durch Handwerker, Künstler und andere kreative Köpfe belebt. In diesem inspirierenden Drunter und Drüber entwickelten sieben Tänzer, Schauspieler, Clowns und Artisten die Idee, ein gemeinsames, spartenübergreifendes Projekt zu starten – Didi Sommer war damals schon dabei, Cécile Steck kam etwas später dazu. Aus der kreativen Energie dieser Zwischennutzung ist Comedia Zap, heute unverwechselbare Grösse am Schweizer Comedy-Himmel, entstanden. Während andere Künstler eigene Wege gingen, spannten Steck und Sommer zusammen, entwickelten ihr Projekt weiter bis zum heutigen Tag. Nur der Ort hat gewechselt: Nach einigen Jahren in Basel ist das Künstlerduo, das neben der Berufung auch Liebe und Leben teilt, vor 15 Jahren nach Starrkirch-Wil gezogen, wo Cécile Steck aufgewachsen war. Steck und Sommer schreiben und spielen eigene Bühnenstücke, bieten

Moderations- und Animationskünste bei Anlässen, stehen auf Wunsch bei Firmenfesten auf der Bühne und zeichnen bei grösseren Projekten für Konzept und Regie verantwortlich.

an. Als Comedia Zap griff Cécile Steck zusammen mit ihrem Partner auf diese Freundschaft zurück. «Et Voilà!» ist bereits die vierte Produktion, die Comedia Zap für den Zirkus gestaltet hat.

Langjährige Freundschaft

Die Ideen kommen ständig

Aus ihrer Feder stammt etwa die aktuelle Show von Circus Monti unter dem Titel «Et Voilà!», die anfangs August bei der Premiere in Wohlen für Begeisterung sorgte: «Das Zusammenspiel zwischen Hochleistungssport, Akrobatik und Kunst – es war einfach fantastisch», sagte Alt-Nationalrätin Ruth Humbel nach der Vorstellung gegenüber Tele M1. Im Programm aus der Feder der beiden Komiker wird das Publikum in ein Küsteratelier entführt. Die Geschichte erzählt von den Leiden und Freuden eines Kunstmalers und der Notwendigkeit, den Erfolg nach einem gescheiterten Versuch immer wieder aufs Neue zu suchen. «Die Erzählung spannt den Bogen über die Darbietungen der Zirkuskünstler», erzählt Steck. Die beiden haben nicht nur die Geschichte entwickelt und Regie geführt, sondern auch das Bühnenbild kreiert. «Bei der Entwicklung eines Bühnenbildes im Zirkus muss vieles, wie etwa der Platz für die Darbietungen oder die Sichtwinkel des Publikums, beachtet werden. Wir haben ein Modell bis ins kleinste Detail nachgebaut und es dann in die Werkstatt vom Zirkus gegeben», sagt Sommer. Umgesetzt wird «Et Voilà!» von zwölf Zirkuskünstlern. Bis am 3. September gastiert der Zirkus in Aarau, anschliessend eine Woche bis zum 10. September in Wettingen. Die Zusammenarbeit von Comedia Zap und Circus Monti geht auf Cécile Steck zurück: «Vor 34 Jahren habe ich meine erste Saison bei Circus Monti gemacht», erzählt sie. «Ich wollte schon immer im Zirkus spielen, wusste aber nicht wie. Durch Glück hatte ich Guido Muntwyler, den Vater des heutigen Direktors, kennen gelernt. Ich sagte ihm, dass ich zum Zirkus wolle. Prompt wurde ich von ihm eingeladen.» Drei Jahre ging sie mit den Zirkusleuten auf Tournee und freundete sich mit der Familie

In einem schmucken Haus an der Kohliweidstrasse in Starrkirch-Wil entwickeln Steck und Sommer ihre Ideen, brüten über neuen Konzepten und versuchen, ihren kreativen Horizont stets zu vergrössern. Ihr aktuelles Projekt, das ihnen besonders am Herzen liegt, heisst «Zeitlupe», ein satirisches Theaterstück aus eigener Feder. Die Geschichte erzählt von einem Uhrmacher, der in einer Uhr die Lebensgeschichte des Besitzers entdeckt. Daraus entstehen sieben Kurzgeschichten, die sich jeweils um die Frage drehen, wie wir Menschen mit unserer Lebenszeit umgehen. Auf die Frage, wie sie an ihre Geschichten kommen, sagt Sommer: «Wir haben immer unseren Notizblock dabei.» Die Entwicklung von Assoziationen könne man trainieren, wie ein Boxer seine Technik: «Wenn ich am Bahnhof sitze und Leute an mir vorübergehen, entstehen in meinem Kopf schon halbe Geschichten. Der Punkt ist: Ist dies einmal passiert, läuft das automatisch. Ich kann gar nicht mehr anders, als überall Geschichten zu sehen», erzählt der 58-Jährige. In einer zweiten Phase, nachdem entschieden wurde, ein Thema weiterzuverfolgen, komme die Vertiefung und die Recherche: «Dabei lesen wir Artikel, schauen Filme oder gehen, wie bei unserem aktuellen Bühnenstück, bei einem Uhrmacher vorbei, um zu sehen, wie dieser das wirklich macht», erzählt Steck. Zugleich beginne man bereits in dieser Phase, ein Dossier zu entwickeln, um etwa an Fördergelder für eine Produktion zu kommen. «Dabei müssen wir eine Geschichte erstmals konkret zu Papier bringen, die es so gar noch nicht gibt.» Die Kreativität der beiden Künstler ist ansteckend und man fragt sich unweigerlich, wie es um die eigene Fantasie bestellt ist. w w w. co m e d i a z a p . c h

an kann nicht zweimal in denselben Fluss steigen» hat der griechische Denker Heraklit vor über 2000 Jahren festgestellt. «Aare bleibt Aare» mögen die am See grossgewordenen Zürcher, Genfer oder Bieler einwenden. Doch wir geistig regsameren Oltnerinnen und Oltner haben Heraklit verinnerlicht und wissen, dass alles fliesst. Das Wasser in der Aare ist nie dasselbe. Als täglicher Aareschwimmer kann ich das nur bestätigen. Die Aare ist magisch. Jeder Schwumm ist etwas anders. Mal zieht es mehr, manchmal ist es kühler, dann das Wasser grüner, da ein neuer Wirbel, es riecht intensiver, und mit etwas Glück kommt einem zwischen Aarburg und Olten ein Eisvogel entgegen. Schwimmen im Fluss bereitet Freude. Hunderte von Schwimmerinnen und Schwimmern zieht es an heissen Sommertagen zum Chessiloch und ins fliessende Nass. In Bern oder Basel haben die Stadtoberen die Lust des Flussbadens längst entdeckt. Die Ufer entlang von Aare und Rhein sind mit überschaubarem Aufwand schwimmgerecht gestaltet. In Olten sind wir noch nicht ganz so weit, aber die Dinge sind im Fluss. Zwar hat der Gemeinderat vor wenigen Jahren die Aufwertung der Badi zum Flussbad mit einer Sauna abgelehnt. Doch nun plant der Oltner Stadtrat mit einem Floss auf der Aare vor dem Ländiweg den grossen Wurf. Und es gibt einen Wassereinstieg unterhalb des Chessilochs. Aber aus dem Fluss aussteigen kann man – gegen Gebühr – nur entlang der Badi. Verpasst man den Ausstieg, verbleibt fast nur noch der Weiterschwumm bis in den Winznauer Kanal. Der Traum des Stadtrates vom Floss ist gut gemeint. Seine Realisierung wird viel Geld kosten, Zeit beanspruchen und mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit vom Kanton, dem Verwaltungsgericht oder einer anderen volksfernen Behörde bachabgeschickt werden. Wir Oltner nehmen das stoisch und üben uns in Gelassenheit. Alle paar hundert Meter ein Treppchen mit Geländer entlang dem Aareufer und der Süfzgerallee würde uns schwimmenden Nachkommen des Heraklit völlig reichen.


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