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Buchbinderei Farben Kurse Markus Schwab

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Nr. 30/31 26. Jahrgang Donnerstag, 25. Juli 2024

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Hölstein

Polka, Märsche und Walzer halten Seniorenbläser jung

Kolumne

Alt- und Totholz-Inseln

Lupsingen Das Regio Blasorchester 50 plus hat mit viel Herz traditionelle Unterhaltungsmusik vorgetragen

Ulrich Fluri

Wo sich sonst an ereignislosen Ferientagen in Lupsingen Fuchs und Hase gute Nacht sagen, war am vergangenen 17. Juli rund um die Mehrzweckhalle so richtig Feststimmung angesagt. Das Regio Blasorchester 50 plus hat nämlich mit ihrem Feierabendkonzert den Lupsibärgern seine Aufwartung gemacht und die Gemeinde im Herzen des Baselbiets für kurze Zeit zum Nabel der Blasmusik verwandelt. Und wie immer, wenn Dirigent Sepp Fink mit seiner 62-köpfigen Grossformation aufspielt, ist «volle Bude» garantiert. Dieses Senioren-Blasorchester ist seit seiner Gründung im Jahr 1992 ein Publikumsmagnet. Sein Markenzeichen: Pflege der traditionellen Unterhaltungsmusik und den Leuten Freude bereiten. Das ist ihnen beim letzten Auftritt vor den rund 400 Zuhörenden wiederum grossartig gelungen. Wie treffend denn auch das Lob eines Zuhörers: «So geht gemütliche Blasmusik!» Und zu dieser gemütlichen Blasmusik gehören halt einfach Polkas, Märsche, Walzer und Evergreens die das nicht mehr ganz junge Publikum tief im Herzen zu berühren vermögen. Der grösste «Nebeneffekt» solcher Musik resultiert indes für die Akteure selbst: Er hält diese Seniorenbläser jung. Und das trotz des Durchschnittsalters von 74 Jahren. Erfahrung und Können Diese routinierten Oldies – rekrutiert aus den Musikvereinen der Region – beherrschen ihr Instrument nach wie vor perfekt. Die Erfahrung ihres gesamten Musikerlebens fliesst in eine hervorragende Intonation und Klangmischung ein. Sie haben sich allesamt zu Diamanten der Blasmusik entwickelt. Das gilt insbesondere auch für die beiden ältesten Mitglieder des Orchesters, Peter Feldmann und Sigi Offner. Auch sie fühlen sich als 89-Jährige noch «jung», wie sie dem ObZ-Berichterstatter mit Stolz anvertrauten. Posaunist Peter Feldmann, alt gedienter Oberst

Das gut disponierte Orchester unter schattigen Bäumen.

der Panzertruppen, hat bereits als Elfähriger bei der Musikgesellschaft Huttwil als Blasmusiker begonnen und dann lebenslang in Village Neuf musiziert, derweil Sigi Offner als Saxophonist eine 40-jährige Karriere bei der Polizeimusik Basel hinter sich hat. Vielseitiges Programm Das gut disponierte Korps hat an diesem prächtigen Sommerabend sodann dem Publikum mit grosser Spielfreude ein gut assortiertes Programm präsentiert das jedem Geschmack entsprochen hat. Dabei standen Klassiker wie «Kirschblütenzauber», «Aux Champs-Elisées» oder der «Colonel Bogey-Marsch» in der besonderen Gunst des Publikums. Dem gewieften Ansager und Klarinettisten Peter

Günthert ist es gut gelungen, die einzelnen Stücke jeweils entsprechend «anzuheizen». Nebst der qualitativ hohen Musikalität waren Erfahrung, Können und Leidenschaft der Musikerinnen und Musiker jederzeit wahrnehmbar. Von entsprechender Güte auch die solistischen Einlagen. Besonders gefallen hat da Claudia Schneiders Trompeten-Eingangssolo in Whitney Houstons «One Moment in Time». Der Schlusspunkt dieses tollen Programms war dann leider etwas zwiespältig. Denn man hat es verpasst, nebst den vielen Zugaben diesem grossartigen Konzert mit dem Baselbieter Matsch die emotionale Krone aufzusetzen. Eine Tradition eben, die das Publikum nun halt einfach erwartet.

berghilfe.ch

Fotos: U. Fluri

Als ich kürzlich von Bubendorf dem Waldrand entlang nach Ziefen spazierte, zog eine am Weg stehende Info-Tafel meine Aufmerksamkeit auf sich. Sie klärte mich über den grossen Nutzen von (für mich bis zu diesem Zeitpunkt gänzlich unbekannten) Altbzw. Totholz-Inseln auf. Diese sollen Fauna & Flora mit noch mehr Leben und Vielfältigkeit bereichern. «ALT- und TOTholz-Inseln» ... – und das soll für die Natur eine Bereicherung sein?!? Während ich nun in weitere Erklärungen der Info-Tafel zu diesem Thema eintauchte, fing mein reflektierendes Hirn zu rattern an... Wenn das hohe Alter (mit eventuell damit zusammenhängenden Krankheiten), ja sogar der Tod von Gehölz für die sie umgebende Natur wertvoll, um nicht zu sagen notwendig ist, warum bekämpfen wir Menschen dann das Alter und den Tod in unserer Gesellschaft (zumindest in den westeuropäischen Industriestaaten)? Alle Bemühungen scheinen ja darauf abzuzielen, ewig jung, gesund und dynamisch zu sein. Und die alten Menschen – machen wir uns nichts vor – sind längst zu einer Parallelgesellschaft geworden. Ich erkühne mich, einfach mal Folgendes zu behaupten: Wenn auch wir – ganz bewusst und dankbar – alten Menschen (inklusive ihren Krankheiten, das Sterben und den Tod) in unserer Mitte Raum und «Existenzberechtigung» geben, wäre das letztlich für uns alle von grossem Nutzen. Und statt «parallel zueinander» könnten wir «miteinander» leben. Daniel Matzenauer

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Mit 89 Jahren die ältesten Mitglieder: Peter Feldmann (r.) und Sigi Offner.

Solotrompeterin Claudia Schneider.

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(08/24)


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