Reden hilft! Öffentliche Vernissage des Malers Gerold Senn Freitag, 9. Juni 2023 von 17.00 Uhr bis 20.00 Uhr
Fördern Sie die Selbsthilfe im Kanton Solothurn
Öffnungszeiten: Donnerstag und Freitag 15.00 Uhr – 18.00 Uhr Samstag 14.00 Uhr – 17.00 Uhr
selbsthilfesolothurn.ch/spenden
www.galerie23olten.com
Olten, Mittwoch, 7. Juni 2023 | Nr. 23 | 91. Jahrgang | Auflage 34 383 | Post CH AG
Jacqueline Straub
Grosszügigkeit im Regen
Jacqueline Straub, Journalistin, Theologin und Buchautorin.
ABENDMUSIK PAULUSKIRCHE OLTEN
(Bild: Melanie Wetzel)
I
Sonntag, 11. Juni 2023 19.00 Uhr «Auf Tasten tanzend durch Europa»
Reto Reichenbach Klavier Werke von: J.S. Bach, Edvard Grieg, Béla Bartók, Enrique Granados, Maurice Ravel Eintritt: Fr. 25.– / 18.– / 12.–
Seit gut einem Jahr leitet Nina Knapp – als Nachfolgerin ihres Vaters – die Geschicke des Kulturzentrums Schützi. (Bild: Achim Günter)
«Vermietungen werden Nummer eins bleiben»
Stärken wir den Bergwald gemeinsam! www.bergwaldprojekt.ch Spenden: CH15 0900 0000 7000 2656 6
NINA KNAPP Vor gut einem Jahr trat Nina Knapp ihre neue Aufgabe als Geschäftsleiterin des Kulturzentrums Schützi in Olten an. Ihre Handschrift zeigt sich immer mehr – ab Herbst sogar mit einem eigenen Programm. ACHIM GÜNTER
#Alleinerziehend GemeinsamStark Beratung unter: Tel. 031 351 77 71 . info@svamv.ch
Einfach entsorgen, bequem und umweltgerecht.
Däniken-Niederamt
Aarefeldstrasse 26, 4658 Däniken Mo bis Fr 7.30–11.45 Uhr und 13–17 Uhr Samstag 8.30–11.45 Uhr Eine Dienstleistung der Transport AG Aarau www.entsorgbar.ch
Nina Knapp, per 1. April 2022 haben Sie die Leitung des Kulturzentrums Schützi übernommen. Wie fällt nun, gut 14 Monate später, Ihre Zwischenbilanz aus? Ausgezeichnet! In der Zwischenzeit bekam ich sämtliche Veranstalter, die uns wiederkehrend besuchen, mal zu Gesicht. Ich durfte viele neue Menschen kennenlernen. Ich bin noch immer so begeistert wie am ersten Tag. Der Kontakt zu den Veranstalterinnen und Veranstaltern bereitet mir sehr viel Freude, aber auch derjenige zu den weiteren Dienstleistern, zum Beispiel Blumenlieferanten oder Caterern. Jeder Tag ist anders, jede Woche ist anders. An einem Tag findet ein Konzert statt, am nächsten Morgen hält eine Bank hier eine Mitarbeiterinfo ab. Diese Gegensätze sind sehr spannend. Sie wurden nicht ins kalte Wasser geworfen, sondern gehörten dem Team in einem Teilpensum schon seit dem 1. Juni 2021 an. Es war sicher ein Vorteil, die Leute hier kennenlernen zu können, sehen zu können, was ich gut finde oder lieber anders machen würde, Einblick in die Abläufe zu bekommen. Diese Zeit war auf jeden Fall wertvoll.
Sie lösten Ihren Vater Thomas Knapp ab. Fragen Sie ihn noch oft um Rat? Grundsätzlich nicht. Es kann aber vielleicht mal vorkommen, dass zum Beispiel ein Zapfhahn an der Bar kaputt geht und ich die Kontaktperson nicht kenne. Dann rufe ich meinen Vater an. Aber ich stehe vor allem im Austausch mit dem Buchhalter und dem Vorstand des Trägervereins. Aber es war schon mehr Vor- als Nachteil, den Vater als Geschäftsleiter zu beerben? Ich versuche das neutral zu betrachten. In diesem Zusammenhang sehe ich ihn gar nicht als Vater. Es war mir von Anfang an enorm wichtig, dass ich diesen Job nicht wegen meines Vaters bekommen habe. Beim Bewerbungsprozess lief alles über den Vorstand, mein Vater hatte damit nichts zu tun. Wäre das nicht so gewesen, hätte ich diese Stelle vermutlich gar nicht angenommen. In diesem Kontext sehe ich Thomas Knapp nicht als meinen Vater, sondern einfach als meinen Vorgänger. Und er mischt sich nun auch nicht ein? Nein. Er hat abgeschlossen mit dieser Tätigkeit, redet mir nicht drein, lässt mich machen. Als Sie übernahmen, war Corona noch nicht ausgestanden. Hat die Schützi die schwierige Pandemiezeit inzwischen überwunden? Ja, das kann man sagen. Dank der Ausfallentschädigung des Kantons Solothurn haben wir diese Zeit gut überstanden. Und nach der Öffnung ab März 2022 wurden wir bis Ende Jahr mit Anfragen überhäuft. Alle wollten ihre Anlässe nachholen und suchten kurzfristig nach einer Lokalität. Auch in diesem Jahr ist der Buchungsstand gut. Wir sind zufrie-
den. Wir haben den Vor-Pandemie-Stand wieder erreicht. Lange Jahre war die Schützi «bloss» Schauplatz von Kulturveranstaltungen, nun tritt sie auch als Veranstalterin auf. Wieso hat man sich zu diesem Schritt entschlossen? Wir wollen eine neue Seite der Schützi zeigen, neue Wege beschreiten, ausprobieren, wie das ankommt. Aber für uns ist klar: Vermietungen werden weiterhin die Nummer eins sein. Wir planen unser eigenes Programm um die langjährigen Veranstaltungen herum. Wir konkurrenzieren keine bestehenden Anlässe, sondern nutzen Randzeiten. Aber wir wollen nun auch unsere Ideen umsetzen. «Unsere Ideen»? Es sind doch primär die Ideen von Nina Knapp? Ja (schmunzelt). Es sind meine Ideen. Aber der Vorstand unterstützt diese und hat sie auch abgesegnet. Ohne Vorstandsbeschluss könnte ich das gar nicht machen. Vorerst beinhaltet Ihr eigenes Programm drei Konzerte und fünf Ausgaben der neuen Late-Night-Show «Im Grunde ‘ne Runde» mit Kilian Ziegler. Die Vorfreude ist schon enorm gross. Bald findet der erste Probetag der LateNight-Show statt, bei dem alle Beteiligten mal zusammenkommen und die Abläufe besprechen. Konzerte habe ich bei meiner Arbeit in Biel bereits organisiert, das ist für mich nichts Neues. Aber eine neue Late-Night-Show von Grund an aufzugleisen und zu produzieren, das ist ein sehr spannender Prozess.
Fortsetzung auf Seite 3
ch schaue viel zu wenig auf den Wetterbericht. Ich verlasse mich irgendwie immer darauf, dass das Wetter noch das gleiche ist, wenn ich aus dem Haus gehe und wieder heim komme. Meistens funktioniert das auch sehr gut. Doch immer wieder merke ich, dass der kurze Blick auf die Wetterapp einiges erleichtern würde. So bin ich mal viel zu warm angezogen in die Berge gefahren und schleppte dann den ganzen Weg meine dicke Jacke. Im vergangenen Jahr aber wurde mir mein Nicht-informieren über das Wetter zum grossen Verhängnis. Ich war in Olten in einem Sommerkleid unterwegs. Als ich losging, war es sehr warm. Eine Stunde später – ich war gerade wieder auf dem Heimweg – begann ein heftiger Regenschauer. Ich blieb einen kurzen Moment unter einem kleinen Dach stehen und überlegte, was ich machen sollte. Es gab zwar in der Nähe eine Bushaltestelle. Doch der nächste Bus kam erst in 20 Minuten. Ich musste aber los. Also beschloss ich, durch den Regen zu laufen. Es war eiskalt. Ich zitterte in meinem Sommerkleid und war schon nach wenigen Metern triefend nass. Eine Frau kam mir entgegen, schaute mich an, und gab mir, ohne was zu sagen, ihren Regenschirm. Ich sagte, dass ich diesen nicht annehmen könne. Denn ich wollte nicht, dass sie nass wird. Sie sagte in gebrochenem Deutsch, dass sie gleich um die Ecke wohne, lächelte mich an und lief weiter. Ich habe eine unendlich grosse Dankbarkeit gespürt. Den Regenschirm habe ich seither in meinem Rucksack – er erinnert mich jedes Mal an die Grosszügigkeit dieser Frau und diese kurze Begegnung im strömenden Regen. Und wenn mal jemand einen Regenschirm brauchen sollte, werde ich ihn weiterverschenken. Denn es sind manchmal die kleinen Gesten anderer, die dazu anregen, selbst Gutes zu tun.