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22_2023_Stadtanzeiger_Olten

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Olten, Donnerstag, 1. Juni 2023 | Nr. 22 | 91. Jahrgang | Auflage 34 383 | Post CH AG

Stefan Nünlist Hohl(er)

Stefan Nünlist, Leiter Unternehmenskommunikation und Politiker. (Bild: Dominik Hetzer)

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O Das Garderobengebäude des Schwimmbads Aarburg ist ein Blickfang und vom Zug aus gut zu sehen. (Bilder: Caspar Reimer)

In Aarburg badet die Geschichte mit SCHWIMMBAD AARBURG Die Badesaison ist angelaufen. Ein Jahr nach der umfassenden Sanierung des historischen Schwimmbads Aarburg hat sich der «Stadtanzeiger» vor Ort umgesehen. CASPAR REIMER

Erscheinung über Fronleichnam: Mittwoch, 7. Juni Bitte beachten Sie die vorgezogenen Annahmeschlusszeiten. Anzeigenschluss: Montag, 5. Juni, 10 Uhr info@stadtanzeiger-olten.ch

H

at sich die Sonne bis vergangene Woche rar gemacht, und bewegten sich die Temperaturen teils noch im winterlichen Bereich, ist der Sommer ganz plötzlich über die Lande gekommen. Schon viele Menschen konnten es nicht lassen und verbrachten die Tage im kühlen Nass. Eine Badi der besonderen Art liegt ganz in der Nähe von Olten, nämlich in Aarburg: «Es ist ein schönes Nostalgie-Bad», sagt Manuel Fiechter, der, kaum hat das Gartenbad die Saison eröffnet, wöchentlich die Badstrasse 1 in Aarburg aufsucht, um seine Längen zu schwimmen. Ganz hohe Töne schlägt

Lukas Strässler an, der dieses Jahr die elfte Saison als Badmeister in Aarburg tätig ist: «Es ist die schönste Badi in der Region. Das sehen Menschen aus der ganzen Schweiz, wenn sie mit dem Zug über der Brücke neben dem Bad vorbeifahren.»

Gerettetes Gartenbad

Wer das Gartenbad Aarburg besucht, macht eine Reise in die Vergangenheit, denn ist dieses nicht nur die älteste Badi im Kanton Aargau, sondern steht auch unter Denkmalschutz. Ab 2021 wurde das Bad saniert, architektonisch jedoch im ursprünglichen Zustand belassen. Der grünliche Grundton des Garderobengebäudes wurde in den Zustand der ursprünglichen Badeanstalt versetzt, die Türen dagegen bunt gestrichen. «Es ist also eine Mischung aus alt und neu», schwärmt Badmeister Strässler. Noch vor sechs Jahren sorgte die Badi für Schlagzeilen der weniger erfreulichen Art: Die 1931 eröffnete Badeanstalt war in die Jahre gekommen, das Becken verlor damals in der Saison täglich mehrere Zentimeter Wasser. Die Bauten hatten Risse, die sanitären und elektrischen Einrichtungen waren nicht mehr zeit-

Redaktionsschluss: Montag, 5. Juni, 14 Uhr redaktion@stadtanzeiger-olten.ch

Baslerstrasse 44, 4600 Olten Telefon 058 200 53 53 www.stadtanzeiger-olten.ch

Lukas Strässler (links), Rita Hostettler und Roland Studer sind darum besorgt, dass im Schwimmbad alles rund läuft. Ebenso zum Team gehört Monique Mudry.

gemäss, manchmal bildeten sich durch die ungenügende Umwälzung im Becken Algen, obwohl die Wasserqualität an sich unbedenklich war. Jährlich 160 000 Franken Verlust resultierten aus dem Betrieb, weil die Badi immer wieder geflickt werden musste. Schliessen oder retten – das war die Frage, welche die Aarburgerinnen und Aarburger beschäftigte. Die Gemeindeversammlung entschied letztlich, dem Bad mit einer umfangreichen Sanierung neues Leben einzuhauchen.

Auf dem neusten Stand

«Die Anlage wurde in Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege im Stil der 1930er-Jahre sorgfältig restauriert und letzten Sommer mit verkürzter Saison eröffnet», so Jürgen Wiedemann, Abteilungsleiter Infrastruktur und Sicherheit bei der Stadt Aarburg. Sechs Millionen Franken hat sich Aarburg die Sanierung dieser speziellen Badi kosten lassen: Dabei wurde das gesamte Becken und der Beckenumlauf neu betoniert sowie die ganze Badewassertechnik inklusive Technikgebäude ersetzt und auf den neusten Stand gebracht. Die Liegewiese wurde vergrössert und ein attraktives neues Planschbecken mit Wasserspiel für die kleinsten Gäste errichtet. Zudem wurde die Holzterrasse des Badi-Kiosks komplett neu gestaltet. Einige Stimmen waren zu vernehmen, die das Gartenbad als räumlich zu eng bezeichneten, denn die Garderoben stehen relativ nah dem Schwimmbecken entlang. Tatsächlich gehört auch diese Anordnung zur historischen «Badiarchitektur», die letztendlich Geschmackssache ist. Rolf Walser, der damals für das Sanierungsprojekt zuständige Gemeinderat, sagte im Rahmen der Eröffnung im vergangenen Sommer gegenüber dem SRF-Regionaljournal: «Es kommen Kindheitserinnerungen hoch, wenn man vor der Kulisse des wunderschönen Eingangsgebäudes ins Wasser taucht. Es war wie Eintauchen in die Vergangenheit.» Fortsetzung auf Seite 3

lten ist aus dem Häuschen. Zumindest unsere Behörden und die kulturell Beflissenen. Eine Festivität nach der andern, die Laudatoren überbieten sich, und im Stadthaus wird gleich eine neue Stelle geschaffen. Das tun Politiker übrigens immer, wenn ihnen eine Sache wichtig erscheint. Und wichtig ist in ihren Augen fast alles. Ausser vielleicht die Temporeduktion vor den Lärm geplagten Altersheimen an der inneren Solothurnerstrasse, aber das ist ein anderes Thema. Heute gehts um die nicht enden wollenden Festivitäten zum achtzigsten Geburtstag des Schriftstellers und Kabarettisten Franz Hohler. Ja! Hohler ist einer der Grossen der Schweizer Kultur. Er hat Generationen von Menschen unterhalten und zum Nachdenken angeregt. Franz Hohler ist in Biel geboren, bis zu seinem fünften Lebensjahr in Seewen und dann in Olten aufgewachsen, besuchte in Aarau die Kanti, studierte in Zürich, und da lebt er auch seit fast sechs Jahrzehnten. Man darf Freude haben und erfolgreiche Zeitgenossen feiern, keine Frage. Aber irgendwie hat das Übermass an Festivitäten hier in Olten ein «Gschmäckle». Man könnte meinen, da versuche ein Städtchen krampfhaft, sich ein Stück von Hohlerschen Kuchen abzuschneiden. Sagt dann der Geehrte selbst, er sei «gerührt», spricht das Bände. Aber vielleicht liegt der Schreibende ja falsch und das ist gar keine hohle, kulturelle Aneignung? Sondern unsere Stadtoberen beabsichtigen tatsächlich, künftig unsere Kulturschaffenden so zu ehren. Und vor allem auch diejenigen, die unserer Stadt treu bleiben und uns alle immer wieder bereichern. Nicht auszumalen die Festfreude, Festivitäten und all die zusätzlichen Stellen im Stadthaus, wenn dann Alex Capus, Pedro Lenz, Ueli Trautweiler, Christof Schelbert, Rhaban Straumann oder Rebekka Salm, um nur ein paar wenige zu nennen, runde Geburtstage feiern.


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