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Donnerstag, 1. Juni 2023

114. Jahrgang

Nr. 22

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Raus aus der Box Das Schaulager feiert sein 20-Jahr-Jubiläum. Ab dem 10. Juni sehen Besucherinnen und Besucher, welche Schätze in diesem imposanten Bau ausgestellt sind.

Reinach

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Fabian Schwarzenbach Das auffällige Gebäude ist von verschiedenen Seiten sichtbar, die meisten wissen, dass es «Schaulager» heisst und Kunst drin ist. Was es aber genau mit dem Schaulager auf sich hat, wissen die wenigsten. Dafür lohnt sich ein kleiner Blick in das letzte Jahrhundert: Die Emanuel Hoffmann-Stiftung wurde bereits 1933 von Maja Hoffmann-Stehlin, der späteren Maja Sacher, im Gedenken an ihren sehr früh verstorbenen Ehegatten gegründet. Sein Engagement für zeitgenössische Kunst wollte sie weiterführen. Ihr war es wichtig, dass das Publikum die Werke sehen konnte. Sie traf daher eine Vereinbarung mit dem Kunstmuseum, das Werke regelmässig ausstellte. Doch der Platz war beschränkt, was später zur Folge hatte, dass das Museum für Gegenwartskunst gegründet wurde. Da bekam die zeitgenössische Kunst mehr Platz. Als 1995 Maja Oeri Stiftungsratspräsidentin wurde, war das Platzproblem immer noch da – es war die Zeit, in der private Museen fast am Laufmeter gegründet wurden.

Kein neues Museum, dafür ein neuartiges Lager

Doch Oeri entschied sich dagegen, weil sie befürchtete, dass dann wieder ein Teil der Werke in einem Lager verschwindet und diese Werke dem interessierten Publikum vorenthalten werden. Da kam die Idee auf, einen grossen Lagerraum zu erschaffen, der zumindest für das Fach-

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Landwirtschaft und Biodiversität: Christian Schürch, langjähriger Pächter des Neuhofs in Reinach, erhält von Pro Natura Baselland den Naturschutzpreis 2023.

Dornach

Öffnet seine Tore wieder: das Schaulager in Münchenstein. publikum und Studierende offen wäre. Damit das optimal umgesetzt werden konnte, musste ein neuer Gebäudetypus entwickelt und erschaffen werden, und zwar so, dass die «Lagerräume» begehbar sind und die Kunstwerke betrachtet werden können. «Alle Kunst ist aufgebaut. Das ist ein grosser Vorteil für diejenigen, die damit arbeiten wollen», erklärt Isabel Friedli. Die Kuratorin des Schaulagers betont, wie hilfreich es sei, wenn beispielsweise Kunsthistoriker oder Kunststudentinnen die Werke im Original sehen und untersuchen können. «Sie müssen nicht auf eine Ausstellung warten.» Aber auch Sekundärliteratur und Betrachtungen von Videos im Internet geben nicht die gleiche Hintergrundinformation wie der direkte Blick auf das Werk. So nut-

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zen Forschende wie auch Studierende die Möglichkeiten des Schaulagers, aber auch Schulklassen kommen vorbei, um die Kunstwerke einmal in Ruhe anzusehen. «Wir wollen bewusst diesen Zugang ermöglichen und erklären, wofür das Gebäude ist», sagt Friedli.

Die Entwicklung der Kunst benötigt Platz

Das Schaulager hat sich lokal und international bereits einen Namen als Dokumentations- und Recherchestelle gemacht. Nun ist mit dem 20-Jahr-Jubiläum der Zeitpunkt da, das Gebäude wieder einmal für die gesamte Öffentlichkeit zu öffnen. «Wir haben letztes Jahr realisiert, dass der 20. Geburtstag ansteht», erzählt die Kuratorin. Sofort sei klar geworden,

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dass dies der Anlass sein soll, die Tore zu öffnen. In naher Zukunft möchte das Schaulager weiterwachsen. Ein Erweiterungsbau ist in der Projektphase, aber spruchreif sei noch nichts. «Die Kunstschaffenden sind ihrer Zeit voraus», erklärt Friedli, daher benötige es neue Räume, um die Werke der Zukunft mit neuen technischen Möglichkeiten aufzubewahren und zu zeigen. Doch vorher geht am 10. Juni die Türe für all diejenigen auf, die sich nicht ständig mit zeitgenössischer Kunst beschäftigen. Das Ticket ist für drei Besuche gültig. «Gewisse Arbeiten benötigen eine längere Betrachtung», meint Friedli. Und sie räumt mit einem Schmunzeln ein: «Es ermüdet auch.» Fortsetzung auf Seite 2

Anpassung der Stiftungsurkunde: Das Alters- und Pflegeheim Wollmatt in Dornach plant bauliche und strukturelle Änderungen. Rodersdorf, eine der beteiligten Gemeinden, ist nun aus der Stiftung ausgetreten.

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