Donnerstag, 16. Mai 2024
115. Jahrgang
Nr. 20
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Ein Jubiläum für Mensch und Natur Das Goetheanum feiert am kommenden Sonntag 100 Jahre biodynamische Landwirtschaft. Die Demeter-Bewegung ist auf dem Weg zu mehr Sichtbarkeit.
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Tobias Gfeller In seinen letzten beiden Altersjahren setzte Rudolf Steiner noch einmal wichtige Akzente in seiner anthroposophischen Weltanschauung. Auf Wunsch von Landwirten fand an Pfingsten 1924 ein Treffen auf dem Gut Koberwitz in Polen statt, wo Rudolf Steiner die acht Vorträge des landwirtschaftlichen Kurses gab. Bis heute bilden diese die Grundlage der biodynamischen Landwirtschaft – besser bekannt unter dem Label Demeter. Am kommenden Pfingstsonntag feiert das Goetheanum mit einem Tag der offenen Tür mit Workshops, Marktständen, Führungen und künstlerischen Darbietungen im Gartenpark das grosse Jubiläum. Die Besucherinnen und Besucher können in den vier Bereichen Erde, Pflanze, Tier und Mensch in die Arbeitsweise der biodynamischen Landwirtschaft eintauchen. Die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg war geprägt von Hunger, hoher Inflation und schlechten Böden. «Die Landwirte realisierten, dass die Produkte durch den aufkommenden Kunstdünger die ursprüngliche Nahrungsqualität verloren hatten», erklärt Benno Otter, Leiter der Gärtnerei beim Goetheanum. Der Zweite Weltkrieg stoppte die Entwicklung der biodynamischen Landwirtschaft abrupt. In den 1960er-, 1970er- und 1980er-Jahren nahm die Bewegung wieder Fahrt auf. Heute gehören Demeter-Produkte auch zum festen Bestandteil von Migros und Coop. Gerade in Arlesheim und Dornach
Zusammenschluss: Aus den Feuerwehren Klus, Arlesheim, Reinach und Duggingen soll der Feuerwehr-Zweckverband Birs werden. Die bisherigen Feuerwehrstandorte bleiben bestehen.
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Positive Wirkung für Böden und Umwelt: Gemäss einer Studie des Forschungsinstituts für biologischen Landbau ist die biodynamische Landwirtschaft gut für das Klima. sind die Produkte in den Grossverteilern und den spezialisierten Geschäften gefragt. Bei Coop in Arlesheim werden schweizweit am meisten Demeter-Produkte verkauft.
Der Organismus als Ganzes
«Bio» kennt mittlerweile jede und jeder. Doch was genau verbirgt sich hinter dem Begriff «biodynamisch»? Viele Vorgaben, zum Beispiel für den Platz für die Tiere, sind beim Label Demeter ähnlich oder gleich streng wie beim Label Bio-Knospe. Der Ansatz bei der biodynamischen Landwirtschaft sei ganzheitlicher, beschreibt Benno Otter. «Das eine baut auf dem anderen auf. Man arbeitet noch mehr mit dem, was die Natur an Potenzialen hergibt.» Es gehe im Kern darum,
Leben in seiner Vielfalt zu begreifen und ganzheitlich fördern zu wollen, heisst es beim Label Demeter auf der Website. Längst wird auch eine anerkannte spezifische Ausbildung für die biodynamische Landwirtschaft angeboten. Das Beispiel der Südwiese mit ihrer Pflanzenvielfalt, die blühen darf, und den Obstbäumen unterhalb des Goetheanums zeigt Schönheit und Wert für die Produktion gleichermassen. Es wird nicht dann gemäht, wenn es am meisten Ertrag bringen würde, sondern dann, wenn es für die Natur am besten ist. Diese Sichtweise mindert die Erträge in der biodynamischen Landwirtschaft im Vergleich zur konventionellen Landwirtschaft um 10 bis 15 Prozent. Benno Otter ist überzeugt, dass sich über den länge-
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FOTO: XUE LI
ren Zeithorizont die Qualität der Böden bei der biodynamischen Landwirtschaft verbessert und sich dadurch qualitativ bessere Erträge ergeben.
Feldstudie beweist positive Wirkung
Dass die biodynamische Landwirtschaft weiter geht als der biologische Anbau, hänge auch mit der Einstellung der Landwirtinnen und Landwirte zusammen, bereit zu sein, noch mehr zu machen, als dies die Regeln vorgeben, glaubt Benno Otter. Die positive Wirkung auf Böden, die Umwelt generell und das Klima wird im langjährigen DOK-Versuch des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL) in Therwil unterstrichen. Fortsetzung auf Seite 2
Der Grenze entlang: Letzten Donnerstag fand in den Wochenblatt-Gemeinden der Banntag statt. Ein Rückblick in Bildern.
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