Nr. 25 27. Jahrgang Donnerstag, 18. Juni 2026
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Grandioser Mascagni
Angst und Sicherheit
Countryside 1 – Waldenburg
Ein Hauch von Mailänder Scala: Das Classic Festival Waldenburg gastierte in der Stadtkirche Liestal. Seite 6
Das Jugendtheater BL feierte im Marabu die Premiere seines neuen Stücks.
Ein Theaterprojekt brachte Besucher/-innen ins Stedtli – und neue Perspektiven.
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Kolumne
Ärgern oder unterhalten?
Arisdorf Mobile Baustellenbrücke auf der Autobahn A2 seit Dienstag in Betrieb Willi Wenger
Auf der Nationalstrasse A2 zwischen Arisdorf und Giebenach ist die mobile 260 Meter lange Baustellenbrücke des Bundesamts für Strassen (ASTRA) seit Dienstag in Betrieb. Bis Ende August erhält dort die Normalspur in beiden Fahrtrichtungen einen lärmarmen Belag. Konkret: Die «ASTRA-Bridge» stellt sicher, dass oben der Verkehr «rollen» kann und «unten» quasi gefahrenfrei gebaut werden kann. Auf dem letztlich rund fünf Kilometer langen Autobahnabschnitt werden so auf einer Länge von 100 Metern in einem Lichtraumprofil von 5,10 Meter Breite und 3,10 Meter Höhe täglich unverzichtbare Arbeiten ausgeführt. Das Verschieben der Brücke erfolgt dabei ferngesteuert. Die 260 Meter lange Stahlkonstruktion, welche die Eidgenossenschaft 25 Millionen Franken gekostet hat, verschiebt sich in den kommenden Wochen von der Einfahrt Arisdorf in 24 Etappen in Richtung Basel. Vor Giebenach wird sie auf die Fahrbahn Richtung Mittelland wechseln und von dort wieder zurück zum Ausgangspunkt fahren. Das Fahren erfolgt dabei zentimetergenau mittels eines GPS-Systems des Bundesamts für Landestopografie. Die 180 Räder lassen sich so hochprofessionell steuern, so dass das Verschieben der 1250 Tonnen schweren Brücke jederzeit garantiert ist. Die weltweit einzigartige Brücke hat gemäss Richard Kocherhans, dem Filialchef des ASTRA in Zofingen, viele Vor-
Die Untersicht der Brücke ...
teile. Der diplomierte Bauingenieur ETH nannte in diesem Zusammenhand am Montag an einer Medienkonferenz unter anderem die kurze Baustellenlänge, weniger Verkehrseinschränkungen, mehr Sicherheit durch Trennung von Bauarbeiten und Verkehr, mehr Schutz vor Regen und Sonne für das Baupersonal sowie die Tatsache, dass der Verkehr
Die «ASTRA-Bridge» kann mit 60 Stundenkilometern, auch von Lastwagen, befahren werden.
Fotos: W. Wenger
mit der signalisierten Geschwindigkeit von 60 Kilometern pro Stunde fraglos flüssiger rollt als dies bei einer normalen Baustelle der Fall ist. Dass die Geräuschreduktion letztlich um drei Dezibel gesenkt werden kann, erwähnte Kocherhans ebenfalls. Die jetzt im Einsatz stehende Brücke stellt eine hochkomplexe Maschinerie dar, welche auch einen entsprechenden Unterhalt bedarf. Seit dem Einsatz 2024 auf der A2 zwischen Recherswil und Derendingen (SO) wurden ein neues GPSSystem und neue wasserdichte elektrische Steckverbindungen installiert. Die Kosten für die voraussichtlich bis Ende August dauernden Arbeiten belaufen sich auf 14 Millionen Franken. Dies sei, so Kocherhans, «günstiger als dies bei einer konventionellen Baustelle der Fall wäre». Vor Ort wird bei der Baustelle «ASTRA-Bridge» tagsüber von 7 bis 16.30 Uhr gearbeitet und so wird nachts kein Lärm verursacht. Das ASTRA betont auf der anderen Seite, dass sich Lichtimmissionen nicht ausschliessen lassen in der unmittelbaren Nachbarschaft der sich stets verschiebenden Baustellenbrücke. Weitere Infos: www.astra.admin.ch
Thomas Brunnschweiler
Die «ASTRA-Bridge» in voller Länge.
Wir engagieren uns für eine belebte Bergwelt. berghilfe.ch Die Brücke verfügt über sogenannte Portale, mit «Power Packs» inklusive Abstützzylindern und Fahrwerk.
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SOMMER
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Wie ich feststelle, sind einige meiner Kolumnen immer wieder dazu angetan, Menschen zu ärgern und Gegenreaktionen auszulösen. Diese Reaktionen in Form von Briefen zeigen mir jeweils, ob ich einen Nerv getroffen habe. Deshalb freue ich mich über jede noch so heftige Replik. Der englische Schriftsteller Jonathan Swift schrieb einmal, das Hauptprinzip seines Schreibens sei, «die Welt zu ärgern und nicht sie zu unterhalten». Im Original steht das Wort «vex», was ärgern, irritieren, aufregen, reizen oder auch verwirren heissen kann. Die Welt zu ärgern ist kein Selbstzweck und keinem sadistischen Gefühl entsprungen. Vielmehr ist das Ärgern weit produktiver als das Unterhalten, weil Irritation beim Empfänger eigenes Denken auslöst. Wer sich verärgert fühlt, kann seine eigene Position genauer formulieren. Wer stets nur unterhalten wird, muss gar nicht erst nachdenken. Wir leben in einer Welt, in der etwa das Fernsehprogramm immer mehr verbiedert. Man ärgert sich heute höchstens noch bei der «Arena» oder bei einer Satiresendung, in der ein politischer Seitenhieb erfolgt. Jonathan Swift schrieb «Gullivers Reisen», um der Gesellschaft einen Spiegel vorzuhalten und sie zu ärgern. Als sein Roman ein Grosserfolg wurde, ärgerte er sich selbst, weil offenbar die Leute die versteckte Gesellschaftskritik in seinem Buch nicht verstanden hatten. Heute muss man oft etwas deutlicher werden, um die Menschen zu irritieren. Salvador Dalí schrieb einmal: «Wer interessieren will, muss provozieren.»
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