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Nr. 15 27. Jahrgang Donnerstag, 9. April 2026

Die Wochenzeitung für das obere Baselbiet GZA/P.P.A 4410 Liestal Post CH AG redaktion.obz@chmedia.ch • 061 927 29 00 • inserate.obz@chmedia.ch • 061 927 26 70

Eine Zeitreise ins Morgen

Gut besuchte 130. GV

Mobile Jugendarbeit

Eine Führung gab Einblicke in den Betrieb und die Zukunft der Liestaler Deponie Höli.

Einigkeit herrschte beim Gewerbeverein Gelterkinden und Umgebung

Seite 5

Seite 9

Die Gemeinde Hölstein tritt in den Verbund der Mobilen Jugendarbeit Region Liestal ein. Seite 12

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Baselbiet arbeitet Kolonialismus auf Marc Schaffner

Ein Missionar, der wegschaute Der Untersuchungsbericht war vom Regierungs- und Landrat mit einem Kreditrahmen von 100 000 Franken in Auftrag gegeben worden, angestossen hatte den Prozess ein Postulat von Landrat Jan Kirchmayr. Der Historiker Andreas Zangger und seine Mitarbeitenden Silvia Stamm-Flubacher und Martin Roth haben in der Folge das Verhältnis des Baselbiets zum Kolonialismus systematisch aufgearbeitet. Ans Tageslicht kam beispielsweise, was Samuel Hoch (1780–1849), Sohn des Liestaler Regierungsrats Wilhelm Hoch, als Missionar in der Karibik erlebte. In einem Brief beschreibt er, wie er bei der Misshandlung von Versklavten intervenieren wollte, aber durch ältere Missionare zum «Wegschauen» aufgefordert wurde. Ein interessanter Fall ist

Jeannette Rauschert, Staatsarchivarin; Andreas Zangger, Autor des Untersuchungsberichts; Roberto Zaugg, Präsident der Begleitkommission (v.l.).

Die Karte zeigt, wo überall auf der Welt Baselbieter/-innen in einem kolonialen Kontext tätig waren.

Adolf Spitteler (1846–1940), der Bruder des Liestaler Nobelpreisträgers Carl Spitteler. Als Kaufmann vorübergehend in Indien tätig, gründete er dort eine Familie, die er aber zuhause verschwieg. «Was sagt das übers Baselbiet in dieser Zeit?», war eine der rhetorischen Fragen, die Andreas Zangger an der Medienkonferenz stellte. Auf wertende Antworten verzichtet der Bericht jedoch bewusst: Er macht die Fakten zugänglich – für weitere Studien, für die öffentliche Diskussion und für die Vermittlung, etwa in Schulen und Museen. Die Ausführungen des Autors wurden umrahmt durch die Staatsarchivarin Jeannette Rauschert in ihrer Rolle als Auftraggeberin und durch Roberto

Foto: Andreas Zangger

Zaugg, den Präsidenten der Begleitkommission: Sie waren darauf bedacht, die rohen Fakten des Berichts in den grösseren historischen und politischen Kontext einzubetten. «Der junge Kanton Baselland im 19. Jahrhundert muss sich seine eigene Geschichte schreiben, um seine Unabhängigkeit zu legitimieren und braucht seine Helden», erläuterte Roberto Zaugg. So wurde General Sutter, dessen mythische Verklärung inzwischen ins rechte Licht gerückt worden ist, zur Baselbieter Identifikationsfigur. Der vorliegende Untersuchungsbericht geht noch einen Schritt weiter als die Sutter-Kritik, denn er zeigt, dass es sich nicht nur um anekdotische Einzelfälle

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Kolumne

Untersuchungsbericht Koloniale Verflechtungen: Bericht schafft Grundlage für eine öffentliche Diskussion Dass der aus einer Rünenberger Familie stammende Johann August Sutter in Kalifornien indigene Menschen versklavte, ist – auch im Baselbiet – schon vor Jahren breit diskutiert worden. Er ist aber weitaus nicht das einzige, und auch nicht das typischste Beispiel für «koloniale Verflechtungen» des Kantons Baselland vom 18. bis ins 20. Jahrhundert. Der soeben erschienene Bericht «Koloniale Vergangenheit von Baselbieter Persönlichkeiten» listet rund 300 Personen auf, die in kolonialisierten Teilen der Welt tätig waren. Sie stammen aus verschiedensten sozialen Schichten und übten eine grosse Bandbreite von Aktivitäten aus: Einige waren Kaufleute oder Plantagenmanager, viele waren Siedler/ -innen, andere betätigten sich als Missionar/-innen, Lehrer/-innen, Wissenschaftler/-innen oder auch als Söldner. Und es gab auch Baselbieter, die direkt in den Handel mit Versklavten involviert waren, etwa der Liestaler Daniel Rosenmund-Berri (1811–1869). Für ein europäisches Handelshaus in Brasilien war das zwar nicht besonders aussergewöhnlich. Trotzdem überrascht der Befund, denn in den späten 1850er-Jahren war der Handel mit Versklavten bereits international geächtet. «Es war bisher nicht bekannt, dass Schweizer am späten Sklavenhandel beteiligt waren, als er schon verboten war – das wirft sicher Fragen auf», kommentierte Andreas Zangger, der Verfasser des Berichts, an der Medienkonferenz von vergangener Woche im Staatsarchiv in Liestal.

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Foto: M. Schaffner

handelte. Dass Baselbieter/-innen in einem kolonialen Kontext tätig waren, sei ein breit gefächertes und weit verbreitetes Phänomen, so Zaugg. Wie es scheint, war das Baselbiet aus wirtschaftlicher Sicht nicht besonders abhängig vom kolonialen Nexus – seine Seidenband-Industrie war, anders als etwa die Glarner Textilindustrie, nicht auf Kolonialmärkte ausgerichtet. Umso überraschender ist, wie der Bericht feststellt, wie vielfältig die Verflechtungen sind. Bei vielen der Persönlichkeiten handelt es sich schlicht um Migrant/ -innen. Wer vom Kolonialismus und seiner Ausbeutung von Natur und Bevölkerung profitiert hat, war ebenfalls sehr unterschiedlich: die Reicheren mehr als die Ärmeren. Eindrücklich findet Roberto Zaugg jedenfalls, dass die globale Dynamik des Kolonialismus bis ins rurale Baselbiet wirkte. Zu Kontinuitäten bis heute äussert sich der Bericht nicht oder kaum, abgesehen von der medialen und pädagogischen Vermittlung. Und auch hier stellt er keine Forderungen, sondern zeigt lediglich Handlungsoptionen auf, vom Stadtrundgang über eine Ausstellung im Museum.BL bis zu neuen Lehrmitteln – die bisherigen Schulbücher decken zwar den europäischen Kolonialismus ab, die Verflechtung der Schweiz wird jedoch nicht thematisiert. Der 149-seitige Bericht kann hier heruntergeladen werden: www.baselland.ch/politik-und-behorden/besondere-behoerden/ landeskanzlei/staatsarchiv

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Hase im Stress Uff, bin ich froh, sind die Ostertage vorbei, ich hatte echt strenge Tage. Rein meteorologisch machte mich der kurze, aber lokal sehr heftige Schneefall am Mittwochmorgen, 1. April, kurzfristig voll nervös (kein Scherz) und ich machte mir echt Sorgen, ob ich wohl mein Fell einige Tage zu früh gestutzt hätte – aber zum Glück wurde das Wetter rasch wärmer und an Ostern und am Ostermontag suchte ich dann sogar die Osterhasen-Sonnencrème hervor (natürlich mit Rüebli, äh Karotin). In den letzten Tagen machte ich mir – trotz des Dauerstress’ – so einige Gedanken über den aktuellen Zustand des Baselbiets. Zunächst hatte ich grosse Freude, dass das Kantonsspital Baselland in Liestal und auf dem Bruderholz bleibt, denn so müssen meine Verwandten, welche seit Jahren einen feinen Bau im Gebiet Salina Raurica in Pratteln bewohnen, vorderhand nicht ausziehen. Wenigstens von diesem Stress blieb ich verschont. Zu denken gab mir indes die primitive Tonalität eines tschinggischen Landrats aus Frenkendorf, dessen Tage nun hoffentlich endlich gezählt sind. Denn den finde selbst ich als Langohr nicht mal schlitzohrig. Apropos schlitzohrig: So kommt mir die neue grün-schlaue Idee mit der Tramlinie am MargarethenStich in Binningen in den Hals. Dass da in einer (angeblichen) Demokratie die Menschen in einer Abstimmung klar Nein sagen, aber dann dieser Wille nach wenigen Jahren krass umgedreht wird, verstehe nicht mal ich als Hase. Die Menschen werden echt immer komischer. Komisch finde ich auch das Hickhack um das neue Primarschulhaus in Gelterkinden, dort fliegen ja regelrecht die Fetzen, ich gehe mal in Deckung. Dafür hatte ich Freude zu hören, dass auf den Schienen im Waldenburgertal wieder eine Crèmeschnitte unterwegs ist. Die muss ich mir echt mal persönlich anschauen und werde glaube ich eine Schwarzfahrt riskieren. Ah, und dann noch dies: Am Karfreitag, als ich vor dem Megastress noch einen Moment Zeit hatte, sah ich an verschiedenen Orten bei AutoWaschstrassen extrem lange Warteschlangen. Und, mein Hasen-Ehrenwort: Ich zählte nur drei Automarken. Muss ich das verstehen? Ich bleibe dabei: Die Menschen werden echt immer komischer. Also, tschüss bis im nächsten Jahr. Ostern ist 2027 wieder leicht früher, und zwar am 28. März. Euer Osterhaas (Meinrad Stöcklin)

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