Nr. 14 27. Jahrgang Donnerstag, 2. April 2026
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Maradona aus dem Jenseits Pedro Lenz las im Elefantehuus in Liestal, musikalisch begleitet von Simon Ho. Seite 7
Streit um Schulhaus
Crèmeschnitte ist zurück
Zwei SchulhausProjekte sorgen für hitzige Debatten und ein Referendum Ende April.
Auf der Waldenburgerbahn verkehrt ab sofort ein spezieller Rero-Zug.
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Aktuell Äpfel, Birnen, Bärlauchpesto, Baselbieter Most, Saisongemüse, Holzofenbrot, Apfelcider Milchprodukte und vieles mehr Wir freuen uns auf Ihren Besuch.
Bei «Ich weiss» springt der Funke über Liestal Viel Applaus im Guggenheim für Helga Schneiders neues Programm
Kolumne
Schoggihase mit Mandelsplittern
Thomas Brunnschweiler
Im Comedian-Altersheim Sie zweifelt an der Coiffeurweisheit, Alter sei nur ein Gefühl, und beschreibt das Rentnerdasein so: «Rennt er no, oder isch er scho tot?» Helga spricht über die älter werdende Fancommunity, ihre weissen Haare und badet in «Ich nime no en Campari Soda, wiit under mir liit’s Wolkemeer». Wann soll man sich aus dem Showbiz zurückziehen? Bei Männern sei das anders als bei Frauen. Sie spielt mit Ge-
Helga Schneiders Humor: bissig, frech, alltagsnah und auch hintergründig.
schlechter- und Altersklischees, streut immer wieder ein Wortspiel oder einen Gag ein. Sie freue sich auf die Pension und aufs Entschleunigen. Ihr Hobby sei dann: andere ärgern, zum Beispiel als Fake-Verkäuferin in einem Baumarkt. Beim Thema Altersheim plädiert sie für ein Heim für pensionierte Comedians und fantasiert launig über die möglichen Konstellationen. André Rieux ertönt. Helga: «Stell diesen holländischen Geigensadisten ab!» Im Altersheim würden dann alte TV-Sendungen
nachgespielt: «Wer wird Pensionär?», «Bauer dement sucht» und «Deutschland sucht den grauen Star». Bei ihr zu Hause sei es ultramodern. Sie wohne in einem «Smart Place», einer Wohnung mit Touchscreens, in der alles mit ihr spreche, selbst die Kaffeemaschine: «Ist die Milch wirklich noch frisch?» Am amüsantesten ist der Sketch über das vollautomatische WC, bei dem es jeweils zu allerlei Missvergnügen kommt. Und wieder geht’s ums Alter: «Soll ich jetzt diskutieren oder früh ins Bett?» Es
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werde nie so viel gelogen wie bei Premieren. Small Talk sei ein Code wie die verborgenen Kritiken in einem Zeugnis, im Grunde: «Dünnschiss». Mit dem Thema Tod biegt Helga in die Zielgerade ein. Wer kommt wohl zu meiner Beerdigung? Was sagt der Pfarrer? Hoffentlich nicht «’s isch wie’s isch»; das habe sie mal gehört. Bei ihrer Beerdigung wünsche sie das volle Programm: 16 Stunden «Der Ring des Nibelungen», einen Riesenbraten und Champagner. Das Publikum dankte mit grossem Applaus.
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bis
Foto: T. Brunnschweiler
Blumenbeete entlang der Hausmauer, viele Sträucher und noch mehr Efeu vor dem Gartenzaun. In der Ecke des Grundstücks eine mächtige Blutbuche, dazu ein grosser Lorbeerbaum. Und auf der Terrasse stand der eine oder andere Topf, der sich ebenfalls bestens als Versteck eignete. Ja, Grossmutters wunderbarer Garten war wie gemacht dafür, damit die Suche nach dem Osternest für uns Enkelkinder nicht allzu einfach werden würde. Nun, so kurz vor Ostern, kommen die Erinnerungen wieder hoch: an die grosse Aufregung vor und während der Suche; daran, wie «Grossmutti» – so nannten wir sie – auf dem Rasen stand und meinen Bruder und mich beobachtete, uns mit «Wärmer …» und «Kälter …» unterstützte. Wir wühlten im Efeugestrüpp, drehten jedes Blatt um und durchstöberten die Rabatte und Sträucher. Auch den Milchkasten checkten wir. Doch so einfallslos war Grossmutti nie. Auch war uns das Wetterglück meistens hold, mir ist, wir hätten die Suche nur ein einziges Mal auf den Estrich des Hauses verlegen müssen. Was genauso eine Gaudi war! Hauptsache suchen und finden – und danach glückselig den Schoggihasen verspeisen. Stets bekam ich denjenigen aus der Migros mit den vielen Mandelsplittern. Mmmh! Dazu Eier aus Schokolade und Zucker. Und immer auch richtige Eier. Die wurden manchmal auch von Grossmutti selbst gefunden, irgendwo im Gesträuch liegend. Aber erst im Verlaufe des Sommers … als faule Eier!
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Am 25. März hatte die Comedian Helga Schneider ihren ersten «Try out» in Liestal. Beim Testlauf ist manches anders als nach der Premiere. Der Adrenalinspiegel ist hoch, Nervosität wird durch Konzentration wettgemacht, Spickzettel sind noch erforderlich, und Improvisation ist gefragt. Ein «Try out» ist ein «Work in progress», und gerade deshalb für das Publikum einzigartig und spannend. Der Titel des neuen Programms, «Ich weiss», ist natürlich doppeldeutig. Der Abend startete mit einem Schattenriss und einem unheimlichen Bekenntnis. Wovon war Helga jahrzehntelang abhängig? Koks, Heroin? Nein: «Ich färb mini Hoor nüme!» Jetzt seien ihre Hosen zwei Nummern zu klein, sie könne den Text noch nicht auswendig und sei auf die Hilfe ihres unsichtbaren Sidekicks Achim Lenz angewiesen. Das bringt sie alles mit Charme, Selbstironie und ihrem unvergleichlichen Lachen über die Rampe. Sie vergleicht aufgespritzte Lippen mit Cervelats; darum gefielen diese Lippen auch den Schweizer Männern. Sie philosophiert über Cervelats, Lippen- und SchamlippenOPs und bekennt, mit 60 sei man weder Fisch noch Vogel.