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Wiggertaler Wöchentlich erscheinendes amtliches Publikationsorgan der Gemeinden Aarburg, Oftringen, Rothrist, Murgenthal. Anzeiger für amtliche Publikationen der Gemeinden Boningen, Brittnau, Strengelbach, Vordemwald, Zofingen. Erscheint zusätzlich in: Fulenbach, Wynau, Reiden, Wikon.

Wiggertaler-Verlag Henzmannstr. 20, 4800 Zofingen, redaktion@wiggertaler.ch, www.wiggertaler.ch Inserateverkauf und Beratung Tel. 062 745 93 02, kontakt@wiggertaler.ch

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Aarburg Vor 170 Jahren wurde der Bahnhof Aarburg-Oftringen fertiggestellt

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Stummer Zeuge eines Stücks Eisenbahn- und Stadtgeschichte Die zentrale Lage des Städtchens Aarburg brachte es mit sich, dass dort schon früh der Bau einer Eisenbahnstrecke geplant und umgesetzt wurde. 1856, vor 170 Jahren, wurde der Bahnhof Aarburg-Oftringen fertiggestellt. Als Teil eines Stücks schweizerischer Eisenbahngeschichte hat er auch die räumliche Entwicklung der Stadt mitgeprägt. In 170 Jahren hat er viel erlebt. Könnte er sprechen, so wüsste er einiges zu erzählen. Etwa aus den Anfängen der schweizerischen Eisenbahngeschichte. Die Grundlage für den Beginn des Eisenbahnbaus in Aarburg wurde im Jahr 1853 gelegt, als der Kanton Aargau der in Basel ansässigen Schweizerischen Centralbahn (SCB) eine Konzession zum Betrieb von Eisenbahnlinien auf dem Kantonsgebiet erteilte. Bei der Suche nach einem Standort für ihre Hauptwerkstätte entschied sich die Basler Gesellschaft für Olten und gegen Zofingen. Für eine kurze Zeit lang machte es sogar den Anschein, dass die Hauptwerkstätte im südlichen Teil von Aarburg angelegt werden sollte, wie Jakob Bolliger in seiner Stadtgeschichte «Aarburg. Festung, Stadt und Amt» ausführte. Dass dieser Plan scheiterte, dürfte auf die geschickte Einflussnahme der Stadt Olten und am Widerstand der Aarburger Industriellen gelegen haben. Letztere befürworteten zwar die Eisenbahn, fürchteten aber die Konkurrenz einer Bahngesellschaft auf dem Arbeitsmarkt. Die Centralbahn trieb ihre Projekte mit voller Kraft voran. Noch während das Kernstück ihres projektierten Streckennetzes, die Hauensteinstrecke von Basel nach Olten, im Bau war, begann sie bereits mit dem Bau der von Olten ausgehenden Strecken. In Aarburg lag ab Ende August 1854 der «Plan über die zu errichtende Centralbahn, insofern derselbe das in unserer Gemeinde liegende Grundeigentum betrifft», während dreissig Tagen öffentlich auf. Darin machte die Centralbahn ausdrücklich darauf aufmerksam, dass sie sich mit sämtlichen Personen, die eine Enteignung zu befürchten hätten, auf gütlichem Wege einigen möchte. Der Landerwerb scheint in Aarburg denn auch tatsächlich ohne grössere Unstimmigkeiten durchgeführt worden zu sein. In einem Schreiben des Cen-

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BILD: ETH-BIBLIOTHEK ZÜRICH, BILDARCHIV / FOTOGRAF: BÄRTSCHI, HANS-PETER / SIK_03-106394 / CC BY-SA 4.0

Bahnhof Aarburg-Oftringen, Datierung unbekannt.

tralbahn-Direktoriums wird dem Gemeinderat für die loyale Weise, mit der er die Verhandlungen geführt hat, die volle Anerkennung ausgesprochen.

Gemeinden stritten sich über Standort des Bahnhofs Weniger einvernehmlich verlief hingegen die Auseinandersetzung um die Frage, wo genau der Bahnhof AarburgOftringen zu stehen kommen sollte. In einer Beschwerde an den Regierungsrat machte der Gemeinderat Oftringen geltend, dass Aarburg dem projektierten Bahnhof 1700 Fuss näher liege. Entsprechende Messpunkte waren für Aarburg das Gasthaus Krone, das damals noch im Städtchen lag, für Oftringen die Kreuzstrasse. Oftringen verlangte deshalb, dass der Standort um 850 Fuss südlich verlegt werden solle. Aarburg widersetzte sich diesem Begehren und beschloss, «dass alles Mögliche zur Verhütung eines Weiterrückens des Bahnhofs getan werden solle». Der Entscheid fiel schlussendlich zu Gunsten des Aarestädtchens aus.

Das grösste Hindernis bei den Gelände- und Geleisearbeiten stellte sicher die Querung des Festungsfelsens dar. 1856 musste ein 87 Meter langer Eisenbahntunnel durch den Felsen gegraben werden. Um den anspruchsvollen Zeitplan einhalten zu können, stellte die Bauunternehmung Locher und Näff beim Kirchenrat das Gesuch, die Tunnelbauten auch am Sonntag betreiben zu dürfen. Das Gesuch wurde zuerst abgewiesen, etwas später aber wies der Regierungsrat das Bezirksamt Zofingen an, «das Arbeiten zu gestatten, wo ohne dessen beständige Fortsetzung das bereits Erstellte wieder der Zerstörung Preis gegeben würde».

Eisenbahnbau löst Wandel der Wirtschaft aus So fand schon am 3. Juni 1856 die offizielle Eröffnung der Centralbahnlinie Aarau–Olten–Emmenbrücke statt, am 8. Juni wurden Freifahrten für die Bevölkerung ausgeführt, am 9. Juni der fahrplanmässige Verkehr aufgenommen. FORTSETZUNG SEITE 2

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