Nr. 44 27. Jahrgang Donnerstag, 30. Oktober 2025
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Es lebe das Cello!
Blasmusik begeistert
Jubiläumskonzert
Die Futureband und die Jugendmusik Davos spielten grossartig in der Mehrzweckhalle Buckten. Seite 7
Fantastische Konzerte am Liestaler Festival «VivaCello».
Seite 5
DER NEUE VOLLELEKTRISCHE FORD EXPLORER® Der Musikverein Niederdorf feierte sein 125-jähriges Bestehen. Seite 13
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Turbulenter Wahlsonntag Baselland/Liestal Sabine Bucher distanziert Favorit Markus Eigenmann – in Liestal gewinnt Thomas Eugster Ulrich Fluri
Die Stimmung am vergangenen Wahlsonntag in der Residenz war geprägt von politisch turbulenter Betriebsamkeit. Während an den meisten Sonntagnachmittagen des Jahres die Liestaler Rathausstrasse praktisch menschenleer ist und beschaulich dahin schlummert, herrschte diesmal emsiges Treiben im Stedtli. Das politische Baselbiet mit seinen vielen Protagonisten versammelte sich nämlich wie üblich an Wahlen und Abstimmungen zum Finale dieses demokratischen Prozederes im Regierungsgebäude und schickte sich an, die Ergebnisse zu analysieren, zu kommentieren und je nach Standpunkt zu feiern. Nebst der Ersatzwahl für die zurückgetretene Regierungsrätin Monica Gschwind (FDP) mit den Kandidaturen von Caroline Mall (SVP), Sabine Bucher (GLP) und Markus Eigenmann (FDP) kreuzten gleichzeitig im Rathaus Thomas Eugster (FDP) und Peter Küng (SP) die Klingen zum Einzug in den Liestaler Stadtrat. Dazu an beiden Schauplätzen eine grosse Meute an Journalisten im Kampf um schnelle Ergebnisse und grosse Nähe zu den Gewählten beziehungsweise den Nichtgewählten. Soviel im Kurzbeschrieb der Rahmen zum Wahlsonntag in Liestal. Oberbaselbieter Bonus Die Sissacherin Sabine Bucher wurde bereits im Vorfeld der Wahlen von bürgerlicher Seite als zu linkslastig tituliert. Da seien Markus Eigenmann und Caroline Mall politisch breiter aufgestellt mit entsprechend mehr Profil für ein Regierungsamt.
Stadtpräsident Daniel Spinnler beglückwünscht den neuen Liestaler Stadtrat Thomas Eugster.
Dass sie nun aber mit 20 133 Stimmen knapp vor dem favorisierten Markus Eigenmann und deutlich vor Caroline Mall liegt, ist vielschichtig und eröffnet ihr für den dadurch erzwungenen zweiten Wahlgang aus «geopolitischer Sicht» grosse Chancen. Nach dem Rückzug von Caroline Mall steigt sie nämlich, losgelöst von der Parteizugehörigkeit, mit einem gewissen «Oberbaselbieter Bonus» gegen Markus Eigenmann ins Rennen. Hierzulande fürchtet man nämlich die vom Arlesheimer Eigenmann angestrebte Revision des kantonalen Finanzausgleichs, der
dannzumal zum Schaden der kleineren Gemeinden ausfallen könnte. Im Weiteren wird der FDP-Mann, der für den zweiten Wahlgang vom 30. November jetzt zwar wieder mit vielen Stimmen aus der SVP rechnen kann, seinen Bekanntheitsgrad im Oberbaselbiet massiv steigern müssen. Thomas Eugster neuer Stadtrat Mit dem freisinnigen Thomas Eugster hat ein als Einwohnerrat und Landrat erfahrener Politiker den Sprung in die Liestaler Exekutive geschafft. Er tritt die Nachfolge des parteilosen Daniel Muri
Foto: xxx
an. Mit 1720 zu 989 Stimmen hat er seinen Gegenkandidaten Peter Küng von der SP deutlich geschlagen. Küng, ein Liestaler Urgestein, hätte sicher auch gut ins Rathaus gepasst. Mit Thomas Eugster und dem Stadtpräsidenten Daniel Spinnler (FDP) bildet nun aber ein bürgerliches Duo politisch ein gewisses Gegengewicht zur linken Übermacht im Stadtrat. Der 55-jährige Eugster will sich im neuen Amt, seinem «Rucksack» entsprechend, prioritär den Finanzen, der Bauplanung und dem Masterplan Rheinstrasse widmen.
Kolumne
Halloween Halloween bezeichnet die ursprünglich irischen Volksbräuche der Nacht auf den 1. November. Es ist eine Zusammensetzung von «All Hallows’ Eve» («Aller Heiligen Abend». Heute gehören zu Halloween grinsende Kürbisse, Menschen, die sich als Vampire, Hexen, Feen, Skelette oder Zombies verkleiden, und Kinder, die an der Haustür Sturm läuten und «Süsses oder Saures» rufen. Wer es wissenschaftlich genau wissen will, sollte den sehr ausführlichen Artikel in der Internet-Enzyklopädie Wikipedia lesen, der kaum eine Frage offenlässt. Der Schriftsteller und Essayist Hans Magnus Enzensberger, ein schlauer Kopf, schrieb einmal: «Diese blödsinnige Sitte, die mit Folklore nichts zu tun hat, ist seit den 1990er Jahren auch in Europa, besonders in Deutschland verbreitet.» Tatsächlich brachten die irischen Auswanderer die Halloweenbräuche in die Vereinigten Staaten, wo sie trivialisiert und kommerzialisiert wurden. Und wir, die «kolonisierten Affen» (Gaston Salvatore) schnappten mit Verspätung gierig nach diesem Gruselbrauch, der unterdessen ganzen Industriezweigen Arbeit gibt. Halloween-Fans schwärmen, der Brauch verbinde uns wieder mit dem keltisch-heidnischen Fest des Totengotts Samhain. Aber das dürfte eine nostalgische Projektion sein, weil ein solcher Totengott historisch gar nicht nachweisbar ist. Trotzdem heisst die krankhafte Angst vor Halloween «Samhainophobie». Statt den Unsinn aus den USA mitzumachen, sollten wir uns lieber wieder auf eigene Bräuche besinnen, etwa auf den Räbeliechtli-Umzug.
Thomas Brunnschweiler
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