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Nr. 42 27. Jahrgang Donnerstag, 16. Oktober 2025
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Das Bedürfnis zu schreiben
Erinnerung an Vergangenes
Jubiläumsfest in Diegten
Der Baselbieter Autor Fred Surer legt einen weiteren Psychothriller vor.
Die Stiftung und der Verein Ortssammlung luden zum Tag der offenen Türe im «SchauSchopf» ein. Seite 11
Der Feuerwehrverband «Bölchen» feiert sein 20-jähriges Bestehen.
Seite 7
Seite 12
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Nachhaltig heisst «Schoggi für alle» Klima-Energie-Erlebnistag Die Sek Liestal befasste sich im EBL-Areal mit Konsum, Strom und Nachhaltigkeit Marc Schaffner
Eine Schulklasse sitzt im Kreis, alle haben die Augen verbunden. Sie stellen sich vor, dass sie gemeinsam einen Fischteich bewirtschaften. Wer einen Fisch fangen will, hält die ausgestreckte Hand hin und die Spiel-Betreuungsperson legt einen Fisch-Spielstein hinein. «49 Fische habt ihr heute gefangen, es sind noch 31 Fische im Teich», sagt sie, nachdem alle die Augenbinden abgenommen haben. In dem Gedankenexperiment geht es darum, dass in jeder Runde Fische aus dem Teich entnommen werden, aber nie so viel, dass sich der Bestand nicht mehr erholen kann. «Nachhaltige Bewirtschafttung» lautet der Fachbegriff dafür. Das bleibt nicht nur Theorie, sondern hat reale Auswirkungen: Wenn die Klasse am Schluss pro Person elf Fische gefangen hat, bekommen alle ein «Schoggistängeli». Die einzelnen Schüler/-innen haben aber auch den Anreiz, egoistisch zu handeln und mehr Fische fangen als die anderen: Wer 15 Fische erreicht, erhält einen Kinogutschein. Wird die Klasse eine gemeinsame Strategie aushandeln oder stürzen sich alle in den Wettbewerb? Halten sich alle an Abmachungen oder schummeln Einzelne? Dieses Spiel war eines der Module des Bildungstags für nachhaltige Entwicklung der Sekundarschule Liestal. Der Tag wird seit einigen Jahren zusammen mit der Organisation «Ökozentrum» mit Sitz in Liestal durchgeführt, diesmal war als dritte Partnerin erstmals die Elektra Baselland (EBL) dabei. Das Werkareal biete das ideale Setting für den «Klima-Energie-Erlebnistag», meint Christopher Heath, Projektleiter vom Ökozentrum. Von Montag bis Mittwoch nahmen alle Schüler/-innen im siebten Schuljahr, das sind 15 Klassen, an dem
Körpereinsatz im EBL-«Elefantehuus»: Zwei Schülerinnen erzeugen Strom mit einer Kurbel und versuchen eine Tasse Wasser zum Kochen zu bringen. Das «Elefantehuus» heisst übrigens so, weil dort früher riesige Generatoren untergebracht waren. Foto: M. Schaffner
Anlass teil und absolvierten im «Elefantehuus» und im Werkhaus der EBL verschiedene Module. Passend zum Ort lag der Fokus auf der Energie, oder genauer: beim Energieverbrauch als zentralem Treiber des Klimawandels. «Wir versuchen, dass sie aus jedem Modul mit Handlungsoptionen heraus kommen», erklärt Christopher Heath. Das seien vielleicht gesellschaftlich nicht die grössten Hebel, gibt er zu. Aber es seien Optionen aus ihrer Lebenswelt, beispielsweise Entscheide über ihren Konsum oder zur Gerätenutzung.
Beispielsweise konnten die Schüler/ -innen in einem nachgestellten Supermarkt Lebensmittel einkaufen und sich die CO2-Bilanz ausrechnen lassen. Mit Messgeräten konnten sie den Stromverbrauch von Haushaltgeräten messen und an einem weiteren Posten konnten sie mit eigenem Körpereinsatz feststellen, wieviel Energie nötig ist, um mittels eines Kurbel-Stromgenerators eine Tasse Wasser zum Kochen zu bringen. Der Erlebnistag sollte auch aufzeigen, warum sich die Gesellschaft so schwertut, die Klimaziele zu erreichen und
nachhaltig zu handeln. Genau das demonstrierte das Fisch-Spiel: Der Erfolg hängt davon ab, ob sich die Klasse organisiert. «Es geht nicht nur darum, dass alle an einem Strang ziehen», erläutert Christopher Heath, «sondern es geht in diesen Gefässen auch darum, soziale Kompetenzen zu fördern, etwa wie man die anderen überzeugen kann, damit die ganze Klasse mitmacht.» Leider war das Resultat eher ernüchternd: Kinogutscheine wurden gewonnen, aber nur wenige Klassen erreichten das «Schoggistängeli für alle».
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Kolumne
Der 7. Oktober Am 7. Oktober 2023 befand ich mich gerade in Ägypten. Vom Terrorangriff der Hamas auf den Süden Israels bekam ich nur wenig mit; erst später wurde mir das Ausmass klar: fast 1200 Tote und 250 Entführte. Es war der grösste Massenmord an Juden seit der Shoa. Sobald die Nachricht draussen war, wurden in Teheran Süssigkeiten an Kinder verteilt, und in vielen westlichen Städten bejubelten Menschen das Massaker als angebliche «Befreiungstat» der Palästinenser. Selbst unter Professoren herrschte Euphorie und Schadenfreude. Die Empathie mit den Opfern des Anschlags auf «Charlie Hebdo» schien grösser gewesen zu sein als jene mit den Opfern dieses grauenhaften Massenmords der Hamas. Jeder vernünftige und fühlende Mensch griff sich an den Kopf. Wie war das möglich? Mit dem unausweichlichen Einmarsch der Truppen in den Gazastreifen hatte die Hamas ihr Ziel erreicht: Bilder der Zerstörung, von toten Kindern und grossem Elend. Das Ausmass der Vergeltung der Regierung Netanjahu – auch dessen Machtkalkül geschuldet – ist durch nichts zu rechtfertigen, aber ebenso wenig der Hass auf Israel und der Antisemitismus, der seit dem 7. Oktober massiv und erschreckend zugenommen hat. Die Hamas spielt ein zynisches Spiel, und viele – gerade auch Linke – in Europa und in den USA fallen darauf herein. Die Hamas hat keine Demokratie im Sinn; ihre Ideologie ist faschistoid, islamistisch und totalitär. Es braucht einen Staat Palästina – ohne Hamas –, aber auch Sicherheitsgarantien für den Staat Israel. Thomas Brunnschweiler
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