TEAM Felber / 061-927 88 49 Nr. 39 27. Jahrgang Donnerstag, 25. September 2025
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Grosser Tag für Bäuerinnen und Bauern Wer wird Kolumne
Langenbruck Weit über 100 Tiere an der beliebten Viehschau
überleben?
Ursula Roth
Früh am Samstagmorgen trieben die Bauern aus Langenbruck und der näheren Umgebung ihre Tiere ins Dorf. An der Ausserdorfstrasse wurden sie in Reih und Glied nach Alterskategorien und Geschlecht angebunden. Mit Bürsten und Wasserschläuchen wurden die Tiere immer wieder geputzt und die Schwänze gestriegelt. Man wollte ja sein Tier in bester Form präsentieren. Die vielen Zuschauer mischten sich teils unter die Bauersleute, und es wurde den ganzen Tag heftig über alles Mögliche diskutiert. Der Präsident des Fleckviehzuchtvereins Langenbruck, Urs Zbinden, freute sich, dass das Interesse für den Bauernstand so gross war. Mit dem Eintreffen der beiden Experten, Beat Oberli und Christian Zurbrügg, konnte das grosse Begutachten der Tiere beginnen. Der junge Stier Jaron von Bauer Gerber aus Bärenwil war der erste, der sich präsentieren durfte. Nach kritischer Beurteilung waren die Experten sehr zufrieden mit dem kleinen Muni. Kuh an Kuh und viele Bauern und Besucher.
Bewertung nach vier Hauptkriterien Über zwei Stunden bewerteten die Experten anschliessend Tier um Tier. Da wird auf vieles geachtet, so Urs Zbinden: 1. Auf das Format, Rückgrat, Grösse und Typ. 2. Das Fundament, wie die Beine geformt sind, wie schön das Tier läuft. 3. Grösse und Form des Euters, und 4. wie die Striche sind. Das sind die vier Hauptkriterien. Im letzten Jahr gab es keine Viehschau wegen der Blauzungenkrankheit. Viele Bäuerinnen und Bauern sind gleich mit mehreren Tieren an die Viehschau gekommen. So auch Jung-
Bauer Konrad Tschan mit «Chuejer».
Foto: U. Roth
bäuerin Miriam Singer vom Hof Dürstel, die vierzehn Kühe und einen Stier gebracht hatte. Ihr Partner Thomas Nebiker half fleissig beim Putzen und Vorführen. Vater Hansruedi Singer war mächtig stolz auf seine Tochter. Die Viehschau ist für uns Bauern wie Ostern, Weihnachten und Geburtstag zusammen. «Schon seit einer Woche habe ich mich auf diesen Anlass gefreut», so Bauer Portmann vom Hofgut Spittel. In Langenbruck wird als einzige Gemeinde im Baselbiet nach Punkten bewertet. Weit verbreitet ist die Linearbeurteilung, bei der die Experten auf
den Hof kommen, um die Tiere zu bewerten, so Urs Zbinden. Die Bewertung wird auf dem Abstammungsausweis des Tieres eingetragen. Am späteren Nachmittag wurden die Kühe für den Heimweg mit Blumen und Kränzen geschmückt. Fast am Schluss sang der Jodlerklub Oberer Hauenstein ein paar schöne Jodellieder. Auf dem Zivilschutzplatz waren Marktstände aufgestellt mit diversen Angeboten. Im Festzelt wurde gegessen und heftig diskutiert. Am Abend fand ein öffentlicher Züchterabend mit musikalischer Unterhaltung statt.
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Das Problem bei Kolumnen besteht darin, dass man zu wenig Platz hat. Man kann nur Inputs geben, die dazu führen, dass die Lesenden sich weiter mit einer Frage beschäftigen. Douglas Rushkoffs Buch «The Survival of the Richest» bezieht sich auf Darwins «The Survival of the Fittest», was meist falsch als «Das Überleben des Stärksten» übersetzt wird. Tatsächlich meint es das Überleben des «Angepasstesten». Die Dinosaurier wurden vor rund 66 Millionen Jahren durch einen Asteroiden ausgelöscht; kleine Säugetiere überlebten, weil sie besser angepasst waren. Rushkoff lässt keinen Zweifel daran, dass die heutigen Tech-Milliardäre ihr Überleben durch das sogenannte «Mindset» garantieren wollen. Was ist das? Es ist die Denkweise, mit der Eliten im Tech-Bereich die Welt betrachten und auf Probleme reagieren. Leuten wie Elon Musk sind im Grunde die anderen Menschen egal. Ihm geht es darum, durch Kontrolle, Entkoppelung von sozialen Folgen und durch technologischen Fortschritt der Endkatastrophe zu entkommen. Rushkoff hat an der Entwicklung des Internets mitgearbeitet und kennt die geschlossene Blase der Tech-Giganten aus eigener Anschauung. Letztlich stützt sich das Mindset auf Ausbeutung der Ressourcen und den Wahn eines unendlichen Wachstums. Rushkoff plädiert für Kreislaufwirtschaft, Einschränkungen, gegen den Wahn, alles sei technisch lösbar, und für die Wiederentdeckung gemeinschaftlichen Handelns. Das macht die Lektüre des Buches wertvoll. Douglas Rushkoff: Survival of the Richest, edition suhrkamp, Berlin 2025. Thomas Brunnschweiler
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