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Nr. 37 27. Jahrgang Donnerstag, 11. September 2025

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Liestal tanzt

Dorffest war ein Erfolg

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Känerkinden feierte am Wochenende das 666-Jahr-Dorffest mit vielen Attraktionen.

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Winzer zwischen Hoffen und Bangen Traubenlese Das Rebjahr 2025 lässt auf einen guten Jahrgang hoffen Ulrich Fluri

Die einheimischen Winzer stehen vor grossen Herausforderungen. Einerseits kündigt sich ein guter Jahrgang 2025 an, andererseits kämpft die Branche mit dem sinkenden Weinkonsum und der ausländischen Konkurrenz. Der Trend für wachsende Vorliebe nach leichten oder sogar alkoholfreien Weinen und eleganten Weissweinen ist auf allen Ebenen des Marktes spürbar. Die Welt des Weins befindet sich in einem ständigen Wandel, beeinflusst durch technologische Innovation, sich veränderndes Konsumverhalten und ökologischen Herausforderungen. Da wird der Weinwirtschaft je länger je mehr viel Flexibilität und Schwung abverlangt. Die diesjährige Traubenernte hat zaghaft begonnen und mit dem frühreifen Riesling-Silvaner sind bereits zehn Prozent der verfügbaren Trauben im Keller. Der grösste Teil der Weintrauben der Region, insbesondere der Blauburgunder, hängt noch an den Rebstöcken. Wie lange noch, ist sehr abhängig von der Witterung der kommenden Tage. Die Baselbieter Winzer stehen nun aber im Vollbestand in den Startlöchern und sind gut aufgestellt, um ihre Erzeugnisse in der gewohnten Top-Qualität in die Flaschen zu bringen. Was ist zu erwarten? Diese Frage stand im Zentrum der vorgestrigen Medienorientierung im Gewölbekeller der Ettinger Weinbaufirma Ambros Thüring. Unter der Federführung des Verbands der Weinproduzenten Region Basel-Solothurn mit Präsident Andreas Buser und Urs Weingartner, Rebbaukommissär am Zentrum Ebenrain, wurde in verschiedenen Statements das Jahr 2025 als ein für die Winzer günstiges Rebjahr gewürdigt.

Prächtig behangener Rebstock mit Blauburgunder-Trauben in Wintersingen.

Der rückläufige Weinkonsum wird in der Branche landesweit besorgt zur Kenntnis genommen, im Baselbiet mit seinen knapp ein Prozent Rebbaufläche der Schweiz fällt diese Mengen-Zäsur indes nicht gross ins Gewicht. «Menge oder Marktanteile waren bei uns nie die grossen Anreize. Deshalb setzen die Winzer zusammen mit den Kellermeistern auf Qualität statt Quantität», relativiert Urs Weingartner das immer noch einigermassen ausgeglichene Verhältnis von Angebot und Nachfrage.

Mit dem diesjährigen Jahrgang wird sich diese Strategie zweifellos etablieren. Denn punkto Witterung gab es, im Gegensatz zu den Vorjahren keine absoluten Extreme. Weder besonders trocken oder nass, teilweise heiss, aber nicht extrem, kein Spätfrost – äussere Bedingungen also, die der Traubenqualität sehr förderlich sind. Die lokal aufgetretenen Hagelschäden sowie Schadpilze und Kirschessigfliege konnten verhältnismässig gut unter Kontrolle gehalten werden. Die immer noch an den Rebstöcken hängenden Trauben sind in

Foto: U. Fluri

den nächsten Wochen natürlich immer noch den Launen der Witterung und der übrigen Natur ausgesetzt und beinhalten eben immer ein unkalkulierbares Risiko. So gilt halt nach wie vor das Credo der Winzer: «Abgerechnet wird erst dann, wenn alle Trauben im Keller sind.» Die bisherigen Trauben-Proben, wo die Balance zwischen Zucker, Säure und Aromen gemessen wird, geben aber allen Akteuren, also Produzenten und Konsumenten, Anlass, sich auf sehr gute und bekömmliche 2025er-Weine zu freuen.

Kolumne

Den kenne ich doch An der Kasse fällt mir ein scheinbar bekanntes Gesicht auf. «Den kenne ich doch!» Ist das der von der Tankstelle oder ist das der Bruder, von dem behauptet wird, seine Schwester hätte ein Verhältnis mit genau diesem Typen? Ich starre so penetrant, dass ich gezwungen bin zu lächeln. Dann lächelt diese Person auch noch zurück. Jetzt bin ich gefangen im Roulette der Namen. Denn wer zurück lächelt, muss ja jemand Bekanntes sein. Auf der Party bin ich gezwungen, weil so wenig Gäste anwesend sind, jeden zu begrüssen, mit Namen! Kaum angekommen, beginnt das soziale Stolpern. Ich schiebe meine Frau vor in der Hoffnung, sie kennt die Namen. Funktioniert nicht immer. Einfach nur Hallo sagen geht auch nicht. «Na, altes Haus!», hört sich bescheuert und sehr deutsch an, zumindest in der Schweiz. «Na Du!», hört sich noch bescheuerter an. Mein Favorit: «Das ist aber eine Überraschung» und ehe der bekannte Unbekannte reagieren kann, herzlich umarmen. Tun Sie es nicht, wenn Sie diese Person erst zum zweiten Mal treffen. Höhepunkt ist dann das Gespräch, wenn man hofft, dass sich der Name enthüllt. Aber das passiert nie. Nie! Namen sind wie Passwörter: Man hat sie irgendwo gespeichert aber in dem Moment, in dem man sie braucht: Error! «Irgendetwas mit H …, oder M … oder Sch …» und es dreht das Glücksrad. Huber? Meier? Schiessmichtot? Namen vergessen ist eine olympische Disziplin des Alltags. Trotz Training gewinnt keiner, alle schwitzen – und am Ende sagt man: «Wir sehen uns» oder murmeln Unverständliches. Also liebe … ähhh … Leser … hmm … ihr wisst schon, vergesst mich nicht. Claude Lachat

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