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RE/MAX Gelterkinden und Liestal

Nr. 6 27. Jahrgang Donnerstag, 6. Februar 2025

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Denkwürdiger Liederabend Konstantin Krimmel und Ammiel Bushakevitz traten in der Stadtkirche Liestal auf. Seite 7

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Dominic Chamot spielte mit einem Solokonzert in Buus Werke von Liszt, Rachmaninov und Ravel. Seite 9

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Auf zu neuen Ufern Zum ersten Mal spielte der MV Reigoldswil mit einer professionellen Sängerin zusammen. Seite 13

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«Das Okapi hat Husten»

Kolumne

Antizipieren

Lausen Der Tierarzt vom Zolli Basel bei Lausen Kulturell Ursula Roth

Lausen Kulturell hatte zu einem spannenden Vortrag über die Tiermedizin eingeladen. Tierarzt Christian Wenker, seit zwanzig Jahren im Zolli Basel tätig, erzählte den Besuchern interessante Fakten, lustige und traurige Tiergeschichten. Er ermöglichte einen interessanten Einblick in den Alltag eines Tierarztes für grosse und kleine Tiere. Die Bilder, die gezeigt wurden, waren sehr eindrücklich. Der Elefantendame Rosi musste ein Stein aus dem Rüssel entfernt werden. Das machte der Arzt mit einer Geburtszange. Das Okapi hatte wirklich Husten. Doch wie gibt man dem Tier Hustensaft? Der Arzt strich diesen auf sein Fell. Das Okapi mag so was gar nicht auf seinem Fell, also hat es den Saft weggeschleckt. Das Problem war gelöst. Christian Wenker erklärte, dass das Vorbeugen an erster Stelle steht. Bei einer Zahl von 588 verschiedenen Tierarten im Zolli Basel ist die Prophylaxe besonders wichtig. Gute Haltung, Ernährung, Parasitenkontrolle, Impfungen und vieles mehr gibt es zu beachten. Bei Tieren ist es besonders schwierig eine Krankheit zu entdecken, denn kein Tier will, aus Angst vor dem Feind, Schwäche zeigen. Ein Löwe mit Zahnproblemen, ein Zebra mit Fussbeschwerden oder ein viereinhalb Tonnen schwerer Elefant, dessen Stosszahn abgebrochen war, worauf die Wunde zu eitern begann. Die äusserst spektakuläre Behandlung wurde in einem kleinen Film gezeigt. Gefährliche Einsätze Die Behandlungen erfordern jeweils grösste Vorsicht. Ob giftige Schlangen, Nashörner, Löwen – Tiere sind unbere-

Tierarzt Christian Wenker erklärt das Vorgehen bei der sehr aufwendigen Elefantenoperation.

Beim Zebra musste der Fuss operiert werden.

chenbar. Auch Tierarzt Christian Wenker hat seine Erfahrungen gemacht. Zum Beispiel als er ein Stachelschwein behandeln wollte und die Narkose zu schwach war. Zirka 120 Stacheln waren anschliessend im Bauch des Arztes und mussten herausgezogen werden. Am Ende des Vortrages wurden interessante Fragen an den Tierarzt gestellt. Haben Tiere auch psychische Krankheiten, gibt es bei Tieren Homosexualität? Ein äusserst spannender Abend, den

Fotos: U. Roth

Lausen Kulturell seinen Besuchern geboten hatte. Martin Eichenberger erwähnte bei der Begrüssung, dass Lausen Kulturell nur mit der Unterstützung der drei Einnahmequellen, Sponsoren, Gönner und der Kollekte, solch exklusive Programme bieten kann. Am 27. Februar bringt Lausen Kulturell ein musikalisches Programm in der Aula Mühlematt. Die vielen interessanten Informationen aus der Tierwelt regten die Besucher für Diskussionen auf dem Heimweg an.

Antizipieren kommt vom lateinischen Wort «anticipare» und bedeutet vorwegnehmen. Das Wort wird in verschiedenen Bereichen gebraucht: Literatur, Musik, Philosophie, Psychologie, Rechnungswesen, Recht, Robotik, Schach oder Sport. Den Begriff des Antizipierens kennen wir vor allem vom Fussball. Die Spieler müssen den Lauf des Gegners, des eigenen Stürmers oder des Torwarts vorwegnehmen können. Die Antizipationsfähigkeit ist auch wichtig in Strategiespielen wie Dame und Schach. Ist die diese Fähigkeit eine Frage der menschlichen Intelligenz? Nein, denn auch Pflanzen und Tiere können antizipieren. Bei Gefahren können Pflanzen im Wald untereinander in Kontakt treten, weil sie antizipieren können. Der Löwe etwa antizipiert den Lauf der Gazelle, die Katze den Flug des Vogels. Auch Fische können das Verhalten von Gruppenmitgliedern vorhersehen. Dieses «Hellsehen» ermöglicht es Fischen, aber auch Vögeln, ihren Fressfeinden im Schwarm schnell auszuweichen. Im Verkehr ist es für uns lebenswichtig, Situationen und Gefahren zu antizipieren. Die meisten Auffahrunfälle passieren, weil ein Verkehrsteilnehmer zu nahe auf das vor ihm fahrende Auto auffährt und dessen mögliche Vollbremsung nicht «vorausdenkt». Auch bei sinkenden Temperaturen müssen wir mögliche Eisglätte antizipieren. Es gibt Verkehrsteilnehmer, die trotz Unübersichtlichkeit der Situation eine Kurve schneiden. Ganz in der Nähe unserer Wohnung schnitt ein Auto die Kurve so, dass es fast in mich hineinfuhr. Der Fahrer des anderen Autos antizipierte nicht die Möglichkeit eines entgegenkommenden Fahrzeugs. Merke darum: Antizipiere in jeder Lebenslage die Dummheit der anderen! Thomas Brunnschweiler

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