Nr. 4 27. Jahrgang Donnerstag, 23. Januar 2025
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Herz und Seele
Sissach gestern und heute
Playin’ Tachles begeisterten im Theater Palazzo mit einer Mischung aus Klezmer, Folk und Jazz. Seite 5
Freiheit sah noch nie so gut aus 160. Jahresversammlung
Sissach feiert im 2025 das 800-Jahr-Jubiläum und die ref. Kirche Sissach das 500-JahrJubiläum. Seite 7
Der Turnverein Gelterkinden feierte sein 160-JahrJubiläum.
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Kunstrasen auf dem Prüfstand
Kolumne
Muskitis
Oberdorf Fussballplatz z’Hof im (Abstimmungs)-Zentrum Willi Wenger
Am 18. Mai entscheidet der Souverän von Oberdorf an der Urne über das «Schicksal» des 530 000-Franken-Kredits für den Kunstrasen am Fussballplatz z’Hof. Diesen Kredit hat die Gemeindeversammlung anfangs Dezember 2024 gutgeheissen, obwohl die Gemeindefinanzen alles andere als solid bezeichnet werden können. Um diese Tatsache macht sich ein Referendumskomitee um Initiator Urs Vollmer Sorgen. «Nur aus diesem Grund haben wir das von 365 Stimmberechtigten unterschriebene Referendum eingereicht. Es geht uns nicht darum, die Erneuerung des Kunstrasenspielfelds als solche zu verhindern. Es geht einzig um das Finanzierungsmodell, welches am 5. Dezember des vergangenen Jahres an der ‹Gmeini› vorgelegt und von dieser mit knappem Mehr gutgeheissen wurde», kommentieren die Komiteemitglieder – das sind neben Urs Vollmer Thekla Beutler, Christoph Kissling und Reto Schäfer – gemeinsam. Die notwendigen Unterschriften zusammenzubringen sei, so Vollmer, relativ leicht gewesen. Es sei vielen Stimmberechtigten offenbar ein Bedürfnis, dass letztlich an der Urne über das Geschäft abgestimmt werden kann. «Ich muss sagen, das Ganze ist jedenfalls breit abgestützt», ergänzt dieser. An das 106 x 70 Meter grosse Hauptspielfeld der Sportanlagen z’Hof hatte der Kanton im Jahr 2007 aus dem damaligen Verpflichtungskredit des kantonalen Sportanlagenkonzeptes 475 000 Franken, Oberdorf 175 000 Franken, die Gemeinden Niederdorf und Hölstein je 70 000 Franken sowie Waldenburg 35 000 Franken beigesteuert. Schon damals dokumentierten sie, sinnvolle Jugendarbeit zu unterstützen. Mit einer Eigenfinanzierung von 330 000 Franken stemmte der FC Oberdorf (FCO) damals auch eine substanzielle Summe. Das Initiativkomitee sagte vergangene Woche an einer Pressekonferenz und wiederholte diese Aussagen mehrmals, dass die Arbeit und das Engagement des FCO fraglos zu würdigen sei. Dennoch sei die zusätzliche Verschuldung von jetzt 530 000 Franken beziehungsweise am Ende des Tages 715 000 Franken inklusive Schuldzinsen auf Kosten der Steuerzahlenden nicht zu rechtfertigen. «Hier muss ein anderes Finanzierungsmodell gefunden werden», hielt das Komitee dezidiert fest. «So wie die ak-
In Oberdorf hat sich ein Referendumskomitee gegen die Investition für den Ersatz des Kunstrasen gebildet.
tuelle finanzielle Situation der Gemeinde aussieht, können wir die Schulden nie zurückzahlen», hält Vollmer in einer Botschaft an die «lieben Mitbewohnerinnen und Mitbewohner» fest. Und, vergangene Woche, kam auch zum Ausdruck, dass man sich im Komitee darüber ärgert, dass der FCO keinen Plan B hat. Er hat aber vor, jetzt 50 000 Franken beizusteuern. Der Regierungsrat hat als Kostendach aus dem Swisslos Sportfonds 187 500 Franken als Kantonsbeitrag fixiert. «Es sei jedoch bezeichnend, dass der FCO ohne einen den Plan B im Köcher zu haben, das Projekt zu seinen Gunsten durchdrücken konnte», formuliert Vollmer die Situation. Beutler ergänzt, dass das jetzige Referendum deshalb ein gutes Instrument sei, wo alle Stimmberechtigten ihre Meinung zum Ausdruck bringen können. Schäfer ist es zudem ein Bedürfnis festzuhalten, dass es von Seiten des FCO unverständlich gewesen sei, seit der Inbetriebnahme des Kunstrasenspiel-
feldes jährlich keine Rücklagen gemacht zu haben. Das Initiativkomitee ist wie erwähnt «nur» gegen das Finanzierungsmodell. Es ist der Auffassung, dass die Situation jetzt in aller Ruhe neu bewertet werden müsste. Eine mögliche Massnahme sei das ganze Vorhaben um wenige Jahre zu verschieben und im Speziellen die Finanzierung auf neue Beine zu stellen. Die Gemeinde Oberdorf zahlt im Übrigen aufgrund der speziellen Situation jährlich 40 000 Franken Betriebsbeitrag an die jährlichen Aufwendungen des FCO. Alle Arbeiten vor Ort werden dort durch eigenes Personal ausgeführt. Die
Foto: B. Reinhard
Gemeinde Oberdorf stellt keinen Platzwart. Strom, Wasser, Unterhalt Flutlichtanlage etc. bezahlt der FCO vollständig aus der Klubkasse. Die Gemeinde Oberdorf hat zudem in den letzten Jahren rund 100 000 Franken an Investitionsbeiträgen an die Sportanlage geleistet, so an die Erneuerung eines Rasenmähers und an die Erneuerung der Flutlichtanlage. Auf Anfrage sagt Gemeindepräsident Piero Grumelli, dass der Gemeinderat nach wie vor hinter dem jetzigen Sanierungsprojekt, so wie es die «Gmeini» beschlossen habe, stehe.
Es gibt die Maskitis, eine maskenbedingte Hautentzündung. Die Muskitis ist etwas anderes: die durch Elon Musk hervorgerufene schwere Immunschwäche der Demokratie. Noch nie gab es auf der Welt eine Privatperson, die über so viel Macht verfügte wie der Tech-Milliardär. Er ist nicht nur der reichste Mensch der Welt, sondern auch der mächtigste. Wer in ihm nur einen nicht ernst zu nehmenden narzisstisch gestörten und ausgeflippten Clown sieht, verkennt die Gefahr, die von diesem Mann ausgeht. Schon jetzt besitzt Musk mit SpaceX und Starlink rund die Hälfte aller Satelliten. Auf der Internetplattform X – vormals Twitter – haben sich Hasskommentare und Desinformation vervielfacht. Experten warnen, X sei ein «Höllenloch aus Hass, Desinformation und Propaganda». Obwohl Musk für die völlige Meinungsfreiheit eintritt, löscht er alles, was nicht seinen Interessen entspricht. Noch nie war der Satz «The medium is the message» («Das Mittel ist die Botschaft») so augenfällig wie bei Musk. Er hält Autokratien für besser als Demokratien, und sein Weltbild ist geprägt vom Hass gegen Homosexuelle, Frauen, Muslime und Juden. Er liebt Verschwörungserzählungen, in denen Politiker als Marionetten von finsteren Mächten im Hintergrund dargestellt werden. Hier besteht eine grosse Schnittmenge mit den Ansichten von Donald Trump. In letzter Zeit mischt sich Musk mit einer kaum zu überbietenden Dreistigkeit in die europäische Politik ein. Seine Nähe zu Putin macht ihn zu einem willigen Organ, die rechtsnationalen Kräfte in Europa zu stärken und damit die demokratischliberalen zu schwächen. Musk heisst übrigens Moschus; zu viel davon stinkt. Thomas Brunnschweiler
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Das Referendumskomitee Kunstrasenspielfeld Oberdorf ist gegen das von der «Gmeini» beschlossene Finanzierungsmodell des neu geplanten Kunstrasens. In diesem engagieren sich (v. l.) Reto Schäfer, Thekla Beutler, Urs Vollmer und Christoph Kissling.Foto: W. Wenger
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