DONNERSTAG, 21. NOVEMBER 2024
LENZBURGER WOCHE
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Im Lenzburger Aabach wurde ein Goldfisch gesichtet. Ob es sich um ein einzelnes Tier handelt, wird sich zeigen.
Goldfisch im Aabach: «Mit Tierliebe hat das nichts zu tun» Lenzburg Im Aabach scheinen Goldfische ausgesetzt worden zu sein. Diese haben in heimischen Gewässern aber nichts zu suchen und gefährden das Ökosystem. ■
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in Leser staunte nicht schlecht, als er auf seinem Spaziergang einen goldenen Fisch im Aabach sah. «Ist es möglich, dass es einen Goldfisch mit anderen Fischen im Aabach gegenüber von Albani Sport gibt? Ich habe ihn jetzt bereits zweimal gesehen», schreibt er der Redaktion. Eine Anfrage bei der Abteilung Jagd und Fischerei beim Kanton Aargau schafft Klarheit. «Das ist leider sehr gut möglich», heisst es da. Das komme vor. «Leider», weil viele ausgesetzte Tiere in unseren Ökosystemen grossen Schaden anrichten.
Grosse Schäden zu befürchten
Goldfische sind beliebte Aquarienfische, die durch Züchtung in vielen Varianten existieren, darunter auch solche mit gesundheitsschädlichen Merkmalen wie verkrümmter Wirbelsäule oder Blasenaugen. Da Goldfische bis zu 30 Jahre alt und gross werden können, sind sie für kleine Aquarien meist ungeeignet. Werden sie später in der Natur entsorgt, können sie in Gewässern ohne natürliche Feinde Schäden anrichten, indem sie etwa den Laich von einheimischen Amphibien fressen. In einigen Regionen stellen Goldfische daher eine ökologische Gefahr dar. So ist es auch bei uns. «Das Aussetzen eines Aquariumfisches hat mit Tierliebe nichts zu tun», meint Hallwilersee-Ranger Peter Wyss. Denn erlangt das Problem eine gewisse Grösse, muss gehandelt werden. Zum Unwohl der Ökosysteme: «Dann muss man beispielsweise auffischen», erklärt er. Auffischen beschreibt das Fischen mit Elektroschocks. Die Fische werden
durch Stromschläge gelähmt, schwimmen oben auf und können abgefischt werden. Obschon Fische diese Prozedur überleben können, hat sie Nachteile für Amphibien. «Die Schocks zerstören Froschlaich und töten Kaulquappen», so Wyss. Wer seine Fische nicht mehr wolle, könne diese verkaufen, Zoohandlungen anfragen oder den Tierarzt. In weitere Gewässer kommen Goldfische per Lufttransport, so Wyss: «Der Fischlaich bleibt im Gefieder von Wasservögeln hängen. Diese transportieren ihn dann in das nächste Gewässer.» Das Aussetzen von Haustieren ist in der Schweiz unter Strafe gestellt. Es drohen hohe Bussen. Im Falle von Fischen ist die Sache klar: Wer ohne die erforderliche Genehmigung des Bundes fremde Fischarten in ein Gewässer einbringt und dadurch vorsätzlich den Bestand an Fischen oder Krebsen schädigt oder gefährdet, kann gemäss dem Fischereigesetz mit einer Geldstrafe von bis zu 180 Tagessätzen belegt werden.
Wenn die Welt nach Profit und Effizienz strebt, ist die Freiwilligenarbeit das erfrischende Gegengewicht. Sie erinnert daran, dass Gemeinschaft und Christine von Arx Solidarität nicht an der Kasse abgewickelt werden. Ohne ehrenamtliche Einsätze würde vieles überhaupt nicht funktionieren. In der Schweiz engagieren sich beeindruckende 3 Millionen Menschen regelmässig freiwillig für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Für wohltätige Vereine und Stiftungen sind die Zeiten allerdings vorbei, in denen ihre Arbeit vorbehaltlos anerkannt wurde. Der Staat, die Politik, Medien und die Bevölkerung fragen nach Hintergründen, Motiven und Relevanz ihrer Arbeit. Die Ansprüche sind gestiegen. Die Organisationen werden als wichtiger Teil der Zivilgesellschaft anerkannt – und an ihrem Beitrag dazu gemessen. Damit sie also gesellschaftlich gewollt sind, muss ihr Wirken sichtbar, zugänglich und nachvollziehbar sein. In der Privatwirtschaft, in der Welt der Firmen und Grosskonzerne, heisst das Stichwort Corporate Social Responsibility – der freiwillige Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung. Dafür braucht es zwei Gruppen: die einen, die ins Corporate Shirt gekleidet Müll einsammeln oder Bäume pflanzen, und die anderen, die diese Momente auf den sozialen Medien posten. Der gute Zweck will gut in Szene gesetzt sein. Ob am Ende der tropische Regenwald oder die lokale Blumenwiese – auf den Plakaten sieht beides super aus. Ist das echtes Engagement oder reine Imagepflege? Wenn am Ende die Blumenwiese wächst und der Müll verschwindet, ist dann nicht allen geholfen? Tue Gutes und lasse am besten andere darüber reden: Die Bevölkerung ist herzlich eingeladen, die Freiwilligenorganisationen der Region Lenzburg am kommenden Adventsmarkt im Müllerhaus kennen zu lernen und sich von ihrem Feuer für die Sache in Stimmung versetzen zu lassen. Christine von Arx, Historikerin
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