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LBA 39/2024 vom 26. September 2024

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DONNERSTAG, 26. SEPTEMBER 2024

LENZBURGER WOCHE

Amtliches Publikationsorgan für den Bezirk Lenzburg und angrenzende Gemeinden.

PP 5600 Lenzburg · Nummer 39 · Post CH AG

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Seengen ist gemäss der Handelszeitung die attraktivste Gemeinde im Kanton.

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Seengen sticht sie alle aus: Kür zur attraktivsten Gemeinde

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Seengen Die Handelszeitung kürt jedes Jahr die attraktivsten Schweizer Gemeinden. Die lebenswerteste Gemeinde im Aargau ist Seengen. ■

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rgovia Today kürte Seengen bereits 2022 zur attraktivsten Wohngemeinde im Aargau. Seengen doppelt zwei Jahre später nach. Der Erfolg ereignet sich aber nicht auf kantonaler Ebene, sondern auf nationaler. Im Gemeinderanking der Handelszeitung erreicht Seengen mit Platz 39 als beste Aargauer Gemeinde die Top 40. Seengen ist damit attraktiver als über 900 andere Schweizer Gemeinden mit einer Einwohnerstärke ab 2000 Menschen. Dass man nun auch von der Handelszeitung mit

einer sehr guten Bewertung belohnt werde, freue die Gemeinde, meint Gemeindeammann Jörg Bruder. «Ich weiss, dass Seengen eine schöne Gemeinde ist. Aber dieses Ranking macht mich sehr zufrieden.» Als typische Wohngemeinde lief Seengen sämtlichen anderen Aargauer Dörfern in derselben Kategorie den Rang ab.

Weitsicht wird belohnt

Dass Seengen gut abschneiden kann, war man sich auf der Gemeinde bewusst. Schliesslich gehe man in den Gremien äusserst strategisch vor, erklärt Bruder. Schnellschüsse versucht man tunlichst zu vermeiden. Dass Seengen eine Wohngemeinde und keine Agglo oder eine Industriegemeinde sein soll, wurde bereits in den Sechzigern entschieden. «Die Gemeinde beschloss damals, keine Industriezonen einzuzeichnen», erklärt

Foto: Severin Bigler

der Gemeindeammann. Eine Entscheidung, die für Seengen positive Folgen brachte. Obschon die Gemeinde im Vergleich zu anderen eine bescheidene Anzahl Arbeitsplätze aufführt, sind die Seenger zufrieden. «Wir haben dafür ein starkes Vereinsleben im Dorf. In Seengen wohnt man nicht nur passiv, man kann sich einfach integrieren und darf überall mitmachen», meint der Gemeindeammann. Ausserdem punktet das 4500-Seelen-Dorf mit dem Steuerfuss von 72 Prozent. Da der Bodenpreis in Seengen steigt, kommt es auch bei den Immobilien kaum zu Wertverlust. Das weiss auch Jörg Bruder und meint aber auch: «Der Eigentümeranteil in Seengen ist gross. Wir versuchen Lösungen zu finden, damit das Dorf auch für junge Seengerinnen und Seenger attraktiv bleibt.» Gemeint sein könnten etwa bezahlbare Mietlösungen.

Das Problem der optischen Reizüberflutung – wir kennen es. Es begann womöglich nicht erst mit Insta & Co. Die Ursprünge könnten in den bunten und üppig bedruckten PapierChristine von Arx bahnen liegen, die im 19. Jahrhundert gross in Mode kamen. Tapeten zierten die heimischen Wände und breiteten sich als Blütenträume, epische Landschaften und Götterszenen aus. Kühn kombiniert mit schrillen Bordüren.So auch in der 250 Jahre alten Villa Sonnenberg. Bei der jüngsten Renovierung entblätterte sich, Schicht um Schicht, ein Kaleidoskop alter Tapetenfragmente. Besonders erfreulich und zugleich überraschend: Man riss die alten Papierbahnen nicht einfach ab, nein, man tapezierte munter drüber. Die Historikerin in mir jubelt angesichts dieses Pragmatismus, der von Geschichtsverständnis zeugt. Warum die Geschichte entsorgen, wenn man sie doch so wunderbar weiterschreiben kann. Ein Tapetenwechsel ist stets ein Abenteuer, eines in Schweiss und Staub. Doch wer scheut den Aufwand, wenn man dafür dem Leben neue Bahnen legen kann? Es heisst: Ein Tapetenwechsel bringe Veränderung, weite den Horizont, eröffne neue Perspektiven, schaffe Aufbruchsstimmung oder gar Befreiung. Das Risiko reist dabei immer im Gepäck, wie Hildegard Knef zu singen weiss: «Ich brauch Tapetenwechsel, sprach die Birke, und macht sich in der Dämmerung auf den Weg.» Nur um dann an der Bahnschranke wartend vom Beil des Försters getroffen zu werden und als Kommode zu enden. Ganz wehmütig denkt sie an den Birkenhain zurück. So soll es jetzt die «roten Rosen» der Knef regnen. Denn mit dem Blütenzauber der Rosentapete im Hintergrund kommt die Kommode bestimmt voll zur neuen Geltung. Die Tapete aber bitte in monochrom, um nicht beim eingangs erwähnten Problem zu landen. Christine von Arx, Historikerin

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