DONNERSTAG, 8. AUGUST 2024
LENZBURGER WOCHE
Amtliches Publikationsorgan für den Bezirk Lenzburg und angrenzende Gemeinden.
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<-lich willkommen bei Fam. Kindler Bundespräsidentin Viola Amherd trug ihre Ansprache im Walliser Dialekt vor, begleitet von Weibel Annemarie Rubli.
Foto: Peter Winkelmann
Der Walliser Dialekt kam gut an Neu Lehrbetrieb
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Möriken-Wildegg Die Vorverschiebung der Bundesfeier auf den 31. Juli war nicht nur wegen den unsicheren Wettervorhersagen. Hoher Besuch war angesagt: Der einzige Live-Auftritt schweizweit zum 1. August von Bundespräsidentin Viola Amherd fand auf dem YulBrynner-Platz in Möriken statt. ■
PETER WINKELMANN
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ie Spannung unter den rund 600 Besuchern und bei den Verantwortlichen war riesig. Die nachmittäglichen Wetterwarnungen vor heftigen Gewittern für den Abend lösten sich zum Glück in Luft auf. Schon eine Stunde vor dem offiziellen Teil der Feierlichkeiten waren schon alle Festbänke besetzt, sehr zur Freude der örtlichen Vereine, die von Anfang an alle Hände voll zu tun hatten. Pünktlich um 19 Uhr traf der Tross mit Viola Amherd sowie dem gesamten
Gemeinderat von Möriken-Wildegg auf dem Festplatz ein. Die Musikgesellschaft spielte zur Begrüssung und Gemeindeammann Jeanine Glarner durfte nebst der Bundespräsidentin auch Regierungsrat Jean-Pierre Gallati sowie Alois Huber, Nationalrat und Landwirt, begrüssen. Glarner schätzte es sehr, dass sich Viola Amherd die Zeit nahm für einen Abstecher ins Herz des Kantons Aargau. Aber wie diese Abmachung zustande gekommen war, darüber verlor sie kein Wort. Näher zu einer möglichen Antwort führte die Ansprache von Viola Amherd mit dem Hinweis auf die Bettmeralp. Die Rede führte sie im breiten Walliserdeutsch, nicht nur, weil sie gerne in ihrem Dialekt spricht, sondern weil es auch explizit so gewünscht wurde: «Man hat mir versichert, dass Ihnen dies dank Ihrem Berghaus auf der Bettmeralp keine Probleme bereiten wird. Ich hoffe, ich bringe mit meinem Dialekt auch ein bisschen Ferienstimmung zu Ihnen.» Um noch mehr über die Gemeinde zu erfahren, holte sie Hilfe von Mitarbeitenden bei Swisstopo. «Jetzt weiss ich,
dass Möriken-Wildegg 3562 Quadratmeter Lockergestein hat, 48 559,99 Quadratmeter Gehölzfläche und 96 671,13 Quadratmeter Fliessgewässer», zählte sie ein paar «wichtige» Eckpunkte auf, sehr zum Amüsement der Zuhörerschaft.
Sicherheit ist wichtig
Es gab auch politische Aspekte in ihrer Ansprache, sie erwähnte dabei aber speziell, wie wichtig es sei, in Sicherheit leben zu können. «Dieser Sommer hat uns das anschaulich vor Augen geführt. In verschiedenen Teilen unseres Landes haben wir die Wucht des Klimawandels gespürt und es hat mich beeindruckt, wie die Menschen in den betroffenen Gebieten und die Freiwilligen zusammenstanden und einander halfen.» Sie erwähnte aber auch die Kriege in der Ukraine, im Nahen Osten und zahlreiche weitere Konflikte weltweit. Mit Darbietungen der Trachtengruppe, vom Jodlerklub Schlossbrünneli, der Majoretten und der Musikgesellschaft endete eine spezielle Bundesfeier mit persönlichen Gesprächen und vielen – sehr vielen – Handyaufnahmen.
Was für ein vieldeutiges und wandelbares Wort! Manchmal ist es die Landschaft oder der Ort, wo alte Gebäude und Strassen Geschichten aus unserer Kindheit erzählen. Es ist der Platz, Christine von Arx wo Familie und Freunde sind, wo gemeinsame Werte und Traditionen gelebt werden. Heimat weckt Glücksgefühle von Geborgenheit, Vertrauen und Zugehörigkeit. Aber halt, «Heimat» hat auch ihre Tücken. Immer öfter wird heftig darüber gestritten, was sie eigentlich bedeutet, oft entlang scharfer ideologischer Linien. Und für viele Menschen weltweit ist Heimat eine Verlusterfahrung. Doch in der Fremde kann sie überraschend neu entstehen. Ein Schlüssel zur Heimaterfahrung liegt in der Sprache. «Heimat ist dort, wo ich verstehe und verstanden werde», sagte Karl Jaspers. Na gut, in der mehrsprachigen Schweiz wirft dieser Satz mehr Fragen auf, als er beantwortet. Zum Glück gibt es die Musik! Sie gilt schliesslich als universelle Sprache und kann somit überall auf der Welt Heimat schaffen. Wie klingt denn Heimat? Ich selbst bin auf einem ziemlich haarigen Klangteppich von Dixieland und Mozart aufgewachsen. Mit Musik, die sich die Heimat zum Gegenstand macht, bin ich in meinen Jahren in der Urschweiz in Kontakt gekommen – live und in voller Ausprägung. Heute boomt die Heimatmusik. Sie ist in den Charts angekommen und füllt Stadien. Wie konnte das passieren? Nun, die Alpensehnsucht der Städter und die Selbstvermarktung der Älpler sind eben ein starkes Duo. Ab und an ist mir die Heimatmusik suspekt. Wenn sie immer noch wie anno dazumal klingt, vereinnahmt wird und Rechtsdrall hat. Dabei gehört sie niemandem, und dafür allen. Sie ist ein immaterielles Kulturgut, das nur überlebt, wenn es ständig neue Töne findet. Also, spitzen wir die Ohren, wenn die Musikalischen Begegnungen in Lenzburg zur 41. Ausgabe unter dem Titel «Heimat» aufspielen. Vielleicht entdecken wir ein ganz neues Stück Heimat. Christine von Arx, Historikerin
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