DER NEUE FORD KUGA®
Nr. 27 26. Jahrgang Donnerstag, 4. Juli 2024
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Rechnung mit Defizit
Miriam Hersche und Stephan Hersberger treten aus der Seltisberger Exekutive zurück. Seite 7
175 Jahre Frauenverein
Die Reise des Frauenvereins Sissach führte ins Berner Oberland.
Seite 10
Aussichten bleiben trüb
Dank Entnahme aus finanzpolitischen Reserven schliesst die Rechnung von Oberdorf ausgeglichen ab. Seite 12
Aushängeschilder der Landwirtschaft Ebenrain-Zentrum 21 Landwirt/-innen haben in Sissach ihre Fähigkeitszeugnisse erhalten Marc Schaffner
Von Erlebnissen, «die mehr nachwirken als Schulbücher», sprach Claudia Brodbeck, Präsidentin des Schulrats Ebenrain, als sie die 21 neuen Landwirtinnen und Landwirte zur Entgegennahme ihrer Fähigkeitszeugnisse aufrief. Die tollen Erlebnisse, welche die Absolvent/-innen im Verlauf ihrer dreijährigen Lehrzeit mitnehmen konnten, verdanken sie unter anderem den engagierten Lehrpersonen, die es verstanden haben, die Lerninhalte und die Begeisterung für den Beruf «Landwirt/Landwirtin» mit Herzblut zu vermitteln. Zu den positiven Erlebnissen zählt aber auch das Gefühl des gegenseitigen Zusammenhalts. «Es ist wichtig, dass die Landwirtschaft zusammenhält, nur so können wir viel erreichen», meinte Claudia Brodbeck mit Blick auf das Politische. Das gilt genauso im Kleinen. Bei der Präsentation der Lernenden wurde deutlich, dass dieser Jahrgang eine gut eingespielte Gruppe bildete, die gemeinsam alle Schwierigkeiten meisterte. Auf den projizierten Bildern war zu sehen, wie die Lernenden gemeinsam an Projekten arbeiteten, Vorträge hielten, zusammen lachten, zusammen feierten, an Ausflügen teilnahmen und trotz Müdigkeit versuchten, konzentriert dem Unterricht zu folgen. «Es gab schöne und stressige Momente», berichtete eine Lernende. Sie war dankbar dafür, dass sie viele unterschiedliche Betriebe anschauen konnte und daraus vieles für die spätere Praxis lernen konnte. Deutlich wurde auch, dass nicht nur die Prüfungen eine grosse Herausforderung waren, sondern dass auch der enge Stundenplan, die Vortragsabende und die handwerklichen Abschlussarbeiten einen hohen Einsatz voraussetzten.
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Schulratspräsidentin Claudia Brodbeck rief die neuen Landwirtinnen und Landwirte einzeln zur Übergabe der Fähigkeitszeugnisse auf.
Auszeichnung für die besten Leistungen.
Die fantasievollen handwerklichen Arbeiten, von der Feuerschale bis zum Holztisch, konnten in der Metallwerkstatt besichtigt werden. An der Feier wurden ausserdem die besten Vorträge und die besten Leistungen (Pflanzenbau, Tierhaltung, Mechanisierung, Arbeitsumfeld, Allgemeinbildung, praktische Arbeit) ausgezeichnet. Mit der Gesamtnote 5,5 schloss Pascal Leu im Rang ab. Leandra Guindy, die Leiterin der Landwirtschaftliche Berufsfachschule Ebenrain in Sissach, deckte die Absolvent/-innen mit guten Wünschen ein:
Fotos: M. Schaffner
krümeliger Boden, genug Nährstoffe, nicht zu viel und nicht zu wenig Sonnenschein, aber auch Weitsicht. Bauernverbandspräsident Marc Brodbeck schärfte ihnen ein, dass sie als Landwirte das Aushängeschild der Landwirtschaft sind. Das Fähigkeitszeugnis sei in diesem Sinn ein Zwischenschritt: «Würde bringt Bürde». Regierungsrat Thomi Jourdan riet ihnen zu Dankbarkeit und Demut und Ebenrain-Leiter Christoph Böbner wünschte ihnen einen guten Start ins Berufsleben und eine gute Weiterentwicklung.
Kolumne
Schamlos... Vor nicht allzu langer Zeit habe ich bei einer Tramfahrt auf einem dieser Info-/Werbemonitoren plötzlich die Frage gelesen «Warum schaust du nicht einfach aufs Handy?» Ich traute meinen Augen nicht, und – während sich in meinem Innern eine Art Hitzewallungen breit machten – suchte ich im Kontext dieser Anzeige nach der grossen Portion Sarkasmus, ohne den man ja wohl nicht eine solch, mit Verlaub, hirnverbrannte Frage stellen kann. Aber erschreckenderweise fand ich nichts. Da schaut bereits ein Grossteil unserer Gesellschaft suchtartig viel aufs Handy (was nicht nur wissenschaftlich erwiesen ist, sondern einem ja auch der gesunde Menschenverstand erschliesst) und da kommt der Geschäftsleitung irgendeiner Firma, die offenbar auf ihren neuen Internetauftritt aufmerksam machen möchte, nichts anderes in den Sinn als die Frage zu stellen ... «Warum schaust du nicht einfach aufs Handy?» Ganz abgesehen davon, dass für mich dieser Spruch (er soll wohl besonders cool sein ...) jeglicher Fantasie und Originalität entbehrt, halte ich ihn für an Skrupellosigkeit grenzend schamlos, und zwar deshalb, weil die zunehmende Handysucht bei immer jüngeren Zeitgenossen kein Geheimnis mehr ist. Vielleicht bin ich einfach nur deshalb echauffiert, weil ich in meiner Tätigkeit als Tramwagenfahrer, wenn ich täglich stundenlang durch die Stadt fahre und dabei gezwungenermassen die Leute beobachte, die Negativfolgen des übermässigen Handy-Gebrauchs sehe – und nicht selten hat die Warnglocke meines Trams Leben gerettet, wenn wieder einmal jemand die Schienen am Überqueren war, währenddem «... einfach aufs Handy gekuckt» wurde. Daniel Matzenauer
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