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LBA 26/2024 vom 26. Juni 2024

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DONNERSTAG, 27. JUNI 2024

LENZBURGER WOCHE

Amtliches Publikationsorgan für den Bezirk Lenzburg und angrenzende Gemeinden.

PP 5600 Lenzburg · Nummer 26 · Post CH AG

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Mit viel Vorfreude starten die Verantwortlichen in das Jubiläumsjahr 2025: Rafael Enzler, Patti Basler und Livio Beyeler.

«Der eingebildete Kranke» nach Lenzburger Art Landschaftstheater Der Verein Landschaftstheater Lenzburg lud Theaterinteressierte ins GloriaCoworking ein. ■

TÄGLICH VON 8 – 22 UHR GEÖFFNET www.bad-schinznach.ch

Heizöl 0800 062 062 oder oelbrack.ch

Foto: Peter Winkelmann

PETER WINKELMANN

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er Verein ist eine Gruppe von Theaterbegeisterten aus der Region Lenzburg und verwirklicht seit dem Jahr 2000 ambitionierte Bühnenprojekte. Rafael Enzler freute sich, dass so viele Interessierte vorbeikamen. Alle Stühle wurden besetzt, einige lehnten an den Stehtischchen und andere machten es sich auf der schwarzen Couch bequem. Er erwähnte in seiner Ansprache, warum ausgerechnet der Klassiker von Molière zum 25-jährigen Bestehen des Vereins nach Lenzburg kommt. Er nannte einen Bezug zum Stapferhaus Lenzburg, wo ab November die neue Ausstellung «Gesundheit» starten wird.

Lachen als zentrales Thema

Das Stück handelt vom Hypochonder Argan, der sich nur einbildet, krank zu

sein. So zieht er diverse Ärzte zu Rate, die die Einzigen sind, die ihm seine eingebildete Krankheit abnehmen und ihn in dieser unterstützen. Geduldig befolgt er alle Anordnungen seines Arztes Monsieur Purgon und führt sie genauestens aus. Dem Arzt selbst kommt dieser Umstand sehr gelegen und er verschreibt Argan überflüssige Behandlungen gegen überteuerte Rechnungen. Und genau da setzt Patti Basler mit ihrer Adaption an: Online-Coaches statt mittelalterlicher Quacksalber, künstliche Intelligenz statt Tuberkulose-Ärzte, Doktor Google statt ein Heer von Medizinern stehen im Zentrum der modernisierten Version. Die Protagonisten verlernen zusehends, ihren Körper selber zu spüren, und übertragen die Verantwortung für die Gesundheit auf Fitness-Apps und Schrittzähler-Uhren. Das Stichwort heisst Selbstoptimierung. Die Hauptpersonen bilden sich ein, dass sie immer noch zu ungesund seien, immer noch weiter besser werden können, was Scharlatanen Tür und Tor öffnet. Eine Sporthalle ist der ideale Ort, um diesen Gesundheitsoptimie-

rungswahn aufzuzeigen. Patti Basler wird gewohnt satirisch, mit viel Wortwitz und Lokalkolorit zu Werke gehen, um den Stoff nach Lenzburg und ins 21. Jahrhundert zu transportieren. Livio Beyeler ist Theaterregisseur und Konzeptkünstler. Er studierte an der Zürcher Hochschule der Künste und an der Hochschule Luzern für Design und Kunst. Sein Studium schloss er mit einem Weltrekord für die längste Theaterperformance ab. Unter seiner Regie wird das Theaterstück ab Mitte August eingeübt und er freute sich, dass so viele ihr Interesse an einer Mitwirkung als Laienschauspielerinnen und -spieler zeigten.

Mitmachen und mithelfen

Die ersten drei Proben ab 20. August bis 3. September in der Aula der RudolfSteiner-Sonderschule an der Bahnhofstrasse in Lenzburg geben die Gelegenheit für potenzielle Laienschauspieler, einfach mal reinzuschauen. Gesucht sind aber auch Leute für den Background, also die Mithilfe bei den Aufführungen.

Es war wie immer. Es begann mit einem Rundgang durchs Dorf. Am Freitagabend, mit dem Zapfenstreich der Musikgesellschaft, wurden die Fritz Thut Jugendfestbogen abmarschiert. Immer wieder eindrücklich, wie kreativ in den Quartieren das Motto umgesetzt wurde. Diesmal war’s mit «AllesAusserGewöhnlich» nicht schwierig; da hat alles Platz. Für viele Einwohner gehört die intensive Vorbereitung in den Ortsteilen, in den Vereinen und Gruppen zu den nachhaltigsten und prägendsten Jugendfesterinnerungen. Hier lernt man seine Nachbarn und Mitbewohner von einer ganz andern Seite kennen; Vorbehalte und Standesdünkel machen Gemeinsinn und Verschworenheit Platz, die sonst nie zum Tragen kämen. Und das Schönste? Diese Erkenntnis hat sich nahezu uneingeschränkt ins Digitalzeitalter hinübergerettet. Diesmal war das Jugendfest vom Freischarenmanöver geprägt, das nur bei jeder zweiten Austragung, also alle acht Jahre, zur Darbietung gelangt. Falsch verstandener Zeitgeist hat dazu geführt, dass neben Lenzburg und Zofingen nur noch Seengen diesen Brauch pflegt. Geschichtsbewussten Leuten ist dies zu verdanken; das total zwölfte Manöver seit der Premiere im Jahr 1867 war das vierte im neuen Rhythmus. In der organisierenden Kommission wird ein Generationenwechsel vollzogen. Mit den üblichen kleinen Reibereien. Das zahlreiche Publikum bekam davon nichts mit. Dass das Freilichtspektakel von einigen Regentropfen betroffen wurde, ist wohl dem Umstand geschuldet, dass sich General El Capitano Fabiano Postale del Lago Hermano neben der Freischarenburg eine Schiffsanlegestelle errichten liess. Dass ein Dorf mit 4400 Einwohnern 165 Kadetten rekrutieren kann (nur unwesentlich weniger als das grosse Lenzburg), zeugt von der moralischen Gesundheit der örtlichen Gemeinschaft. Die Tradition lebt, die Tradition erfreut. Fritz Thut, ehemaliger Redaktionsleiter

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