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Oberbaselbieter Zeitung vom 10. Mai 2024

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DER NEUE FORD KUGA®

Nr. 20 26. Jahrgang Freitag, 10. Mai 2024

Italienische Spezialitäten

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Stimmen zu Gast

Markt feiert Jubiläum

Opernsängerin Regula Mühlemann lockte ein grosses Publikum in die Liestaler Stadtkirche.

Der traditionelle Diepfligermarkt feierte seinen 20. Geburtstag mit einem Jubiläumsmarkt.

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Treffpunkt für Jung und Alt

Der Markt «Waldenburg Natürlich» ist beliebt und bekannt für seine regionalen Produkte. Seite 13

«Es geht um Toleranz und Anstand!»

Liestal Am Banntag appelliert Rottenchef Domenic Schneider an die Freiräume in der Gesellschaft Ulrich Fluri

Banntag in Liestal – das ist nicht bloss der Vatertag nach dem Klischee eines germanischen Saufgelages. Klar, das Gesellige hat Vorrang, das schliesst aber nicht aus, dass Werte und Normen des Lebens benannt und auch in feucht fröhlicher Stimmung diskutiert werden. Wenn am Montag vor Auffahrt um viertel vor acht der weiche Klang der über 500-jährigen Glocke im Dachreiter des Törlis hörbar wird, macht sich trotz Riesenkrach aus den Vorderladern ein Hauch von Melancholie breit, dem Banntägler wird warm ums Herz. Die über 1000 Männer spüren, vor ihnen liegt ein Tag, an dem diese verschworene Gemeinschaft einen uralten Brauch mit all den Ingredienzen von Heimatverbundenheit und Gemütlichkeit ausleben kann. Den rund 200 Banntäglern der 3. Rotte stehen die Grammet-Route hinauf zum Rastplatz Böpperli bevor. Ein Auf- und insbesondere holpriger Abstieg, der ganz zünftig in die Knochen geht. Die Mühsal dieser Pièce de Résistance wird aber gemildert durch die Vorfreude auf den Znünihalt. Und mittendrin der Berichterstatter der ObZ, der als Gast vom Ärdbeerihübel das Geschehen seit vielen Jahren hautnah verfolgt. Der Znünihalt ist indes nicht einfach ein simples Futtern und Tränken der hungrigen Wanderer. Nein das ist der Höhepunkt des ganzen Tages, der protokollarisch als eigentliches banntägliches Hochamt zelebriert wird. Der Verzehr des Schübligs, heruntergespült mit Gespritztem aus dem Muff, ist sodann der Auftakt zu einem traditionellen Ritual mit viel Pathos. Danach schart der Rottenchef seine «Schäfchen» ums Red-

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Die Mühsal des Aufstiegs.

Seltenes Exemplar: Spazierstock mit Muffhalter.

Fotos: U. Fluri

nerpodium, einer schön verzierten Kiste, die exklusiv in der 3. Rotte als eigentliche Waldbühne dient. Die mittlerweile gut verpflegte und völlig durchnässte Banntagsmeute lässt sich vom Hudelwetter nicht unterkriegen, ist immer noch bester Laune, rückt aber unter den schützenden Blachen doch ziemlich eng zusammen. Übrigens: Rottenwirt Willi Wyss sagte auf Anfrage, das miserable Wetter habe den «Muff-Konsum» überhaupt nicht beeinflusst. Da wollte man halt dem Regen von oben irgendwie mit Flüssigkeit von innen entgegenwirken … Jetzt ist die Bühne frei für den Rottenchef. Was nun da Domenic Schneider in gekonnter

Theatralik und in guter Rhetorik von der Kiste herab unter die Leute brachte, war eine Banntagsrede mit dem Prädikat «hervorragend». Zwar hielt er nicht zurück mit frechen Bemerkungen etwa zu Nemo, dem non-binären Schweizer Vertreter am diesjährigen Eurovision Song Contest, zeigte sich aber tief überzeugt, dass jeder Mensch sich so geben könne, wie er sich fühlt. «Da ist Toleranz doch einfach wichtig!» Toleranz und Respekt vor dem Andersdenkenden habe er auch im Abstimmungskampf zum Post-Neubau etwas vermisst. Da seien Grundwerte wie Anstand und Rücksichtnahme zum Teil mit Füssen getreten worden. Fortsetzung auf Seite 3

Kolumne

Zucker-Skandal Wir wollen alle, dass unsere Kinder gesund aufwachsen und möglichst nicht zu Zuckerjunkies werden. In der April-Ausgabe des «Public Eye Magazin» stand Folgendes: «Die beiden führenden Babynahrungsmarken, die Nestlé in Ländern mit tiefem oder mittlerem Einkommen als gesund und wichtig für die Entwicklung von Kindern bewirbt, enthalten hohe Mengen an zugesetztem Zucker.» In Südafrika erhält eine Portion vier Gramm Zucker, in Thailand sind es sogar sechs Gramm. Vor kurzem nahm am Fernsehen ein bürgerlicher Schweizer Politiker Stellung und kommentierte, Nestlé handle richtig, denn die Vorschriften in den jeweiligen Ländern seien eben anders als in Westeuropa. Eine solche Haltung ist in hohem Masse verräterisch. Ich möchte dem betreffenden Politiker folgende Fragen stellen: «Würden Sie Ihren Enkeln stark gesüsste Babynahrung geben? Finden Sie es verantwortbar, dass Millionen von Kleinkindern zuckersüchtig gemacht und später fettleibig werden? Gibt es in Fragen der Gesundheit eine länderspezifische Ethik? Was ist höher zu gewichten: die Gesundheit von Kindern oder die Dividenden der Aktionäre von Nestlé?» Immanuel Kant, der vor 300 Jahren geboren wurde, formulierte den kategorischen Imperativ einmal so: «Handle so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne.» Das heisst: Wenn wir wollen, dass unsere Kinder nicht zuckersüchtig werden sollen, muss dieser Wunsch universell für alle Kinder dieser Welt gelten. Alles andere ist Heuchelei. Thomas Brunnschweiler

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Freitag, 24. Mai 2024 18.30 – 23.00 Uhr Stadtkirche Liestal

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