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Oberbaselbieter Zeitung vom 25. April 2023

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Nr. 17 26. Jahrgang Donnerstag, 25. April 2024

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Ein hundertjähriges Cello aus Liestal Liestal Zweimal ausverkauftes DISTL mit dem Autor und Kabarettisten Franz Hohler

Ursula Handschin

Franz Hohler hat auch mit seinen 80 Jahren noch grosse Anziehungskraft! So war die zusätzlich organisierte Geburtstagsfeier auch schnell ausverkauft. Der für seine vielen Bücher, aber auch für politisch und gesellschaftskritische und mutige Haltung bekannte und beliebte Autor und Kabarettist trat mit alter Frische und verschmitztem Humor im «Dichter:innen- und Stadtmuseum Liestal» (DISTL) auf die kleinen Bühne. Im Publikum feierte auch seine Frau Ursula und sein Bruder mit Frau diesen 100. Geburtstag seines Cellos mit, das er einst von seinem Grossvater erhalten hatte als zehnjähriger Knabe. Die Feier fand in Liestal statt, da der Grossvater das Cello als grossen Wunsch beim in Liestal tätigen Geigenbauer August Meinel bestellt und nach Erhalt am 21. April 1924 in jahrelangen Raten abbezahlt hatte. Da seine Hände dafür aber zu klein waren, ruhte es, bis Enkel Franz es zum Leben erweckte, so seines Grossvaters Credo verwirklichte und damit sogar im Stadtorchester Olten mitwirkte. Damals spielte er als Solist mit der Sängerin Maria Stader zusammen und am Liestaler Abend verblüffte er mit einer Solosuite von Johann Sebastian Bach, die er virtuos auswendig spielte. Sonntags gabs bei Hohlers Hausmusik im Quartett Nach der informativen Einleitung durch den Museumsleiter Stefan Hess eröffneten Franz Hohler und sein musikalischer Begleiter Alfons Künzle mit ihren Meinel Cellos den feierlichen Abend mit zwei Sätzen eines Divertimentos von Giacomo Cervetto. Anschliessend erzählte Hohler von seiner musikalischen Familie, die als Quartett sonntags Hausmusik

Mit zwei Cellos, erbaut vom Liestaler Geigenbauer August Mendel, eröffneten Franz Hohler mit Alfons Künzle zusammen die Feier zum 100.Geburtstag seines Cellos. Fotos: U. Handschin

machte. Wie er dadurch die Macht der Musik erlebte und den Grundstein und die Liebe zu seiner Karriere legte, in der er seine Lieder bei seinen Kabarett-Auftritten mit dem Cello begleitete. Mit einigen Beispielen seiner dichterischen und musikalischen Fantasien erfreute und erheiterte er das Liestaler Publikum. Andere trug er am Pult vor. Er gedachte auch in Ehrfurcht und Dankbarkeit Ernst Kunz, den er sowohl als Musik- und Gesangslehrers am Gymnasium Olten erlebte, wie auch als Diri-

gent des Stadtorchesters Olten. Auf jeden Fall war sein Liestaler Publikum froh, dass es sich an diesem Abend nicht um ein stilles Konzert handelte, wie er so treffend in einer seiner witzigen Geschichten beschrieb. Der Ausklang der heiteren und denkwürdigen Geburtstagsfeier, die Dank des DISTL zustande gekommen war, bestand aus dem erneuten Zusammenspiel der beiden Cellisten, bevor man die Möglichkeit hatte, mit Hohler beim Apéro ein paar Worte zu wechseln.

Franz Hohler erfreute sein Publikum mit seinen nachdenklich-humorvollen Liedern.

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Kolumne

Das Paradox Ein Paradox ist ein Widerspruch in sich selbst. Eines der berühmtesten Paradoxe ist jenes von Epimenides: «Epimenides der Kreter sagt, dass alle Kreter lügen.» Wenn alle Kreter lügen, lügt auch Epimenides, und es würden also nicht alle Kreter lügen und sein Satz wäre falsch. Ebenso paradox ist: «Dieser Satz ist falsch». Wenn er falsch wäre, wäre er richtig und umgekehrt. Letzthin las ich den Satz: «Die meisten Zionisten glauben nicht, dass Gott existiert, aber sie glauben, dass er ihnen Palästina versprochen hat.» Dies Aussage stammt nicht von einem Antisemiten, sondern vom israelischen Historiker Ilan Pappe, der für eine EinStaaten-Lösung eintritt. Jemand hat einmal gesagt: «Die meisten Schweizer glauben nicht, dass es Wilhelm Tell gab, aber dass er den Gessler erschossen hat.» Auch dies ist ein Widerspruch in sich selbst. Unser Leben ist in vielen Hinsichten paradox. Wir wissen alle, dass die Klimaerwärmung nur durch einen massiven Verzicht jedes einzelnen zu verlangsamen oder zu stoppen ist, aber wir wollen auch nicht verzichten. Aristoteles schrieb, der Mensch sei ein «zoon politicon», ein politisches Wesen; man könnte auch sagen, der Mensch sei ein «zoon paradoxon», ein widersprüchliches Wesen. Tatsächlich halten wir einerseits an Überzeugungen fest und andererseits an Verhaltensweisen, die jenen entgegenlaufen. Gerade gegenüber unserem paradoxen Leben sind wir oft blind. Wir sehen den Splitter im Auge des anderen, aber den Balken in unserem eigenen Auge sehen wir nicht. Thomas Brunnschweiler

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