Sonntag Offen 07.04.2024
Nr. 14 26. Jahrgang Donnerstag, 4. April 2024
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Unterhaltung mit Tiefgang
Das Theater Rampenlicht hat sich eine schwarze Komödie vorgenommen. Seite 7
Österliches Basteln
SCHREINEREI FENSTERBAU ZIMMEREI
Von Hölstein in die Welt
Auch dieses Jahr fanden wieder die Osterbasteltage der reformierten Kirche Gelterkinden statt. Seite 9
Die weltweit bekannten Oris-Uhren feiern dieses Jahr das 120-JahrJubiläum.
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Seite 13
Ein neuer Lebensraum entsteht
Kolumne
Bubendorf Der lichte Wald im Gebiet «Häuli» bietet ideale Bedingungen für seltene Tier- und Pflanzenarten Marc Schaffner
Der gefährdete Gelbringfalter oder einheimische Orchideen wie das Helm-Knabenkraut lieben sogenannte «lichte Wälder», in denen die Bäume weit auseinander stehen und die Sonne auf den Boden scheint. Auch Heuschreckenarten und Reptilien wie Zauneidechsen oder Schlingnattern halten sich gern dort auf, und der Grünspecht nutzt lichte Wälder, um nach Ameisen zu jagen. Früher waren lichtdurchflutete Wälder häufiger als heute. Sie entstanden, weil die Menschen ihr Vieh zum Weiden in die Wälder trieben. Schweine, Rinder, Ziehen und Schafe frassen den Unterwuchs ab, sodass keine jungen Bäume mehr nachwachsen konnten, um die Lücken im Kronendach des Waldes zu schliessen. Zudem wurden Laub und Äste eingesammelt und als Einstreu und Brennholz genutzt – so erhielt der Boden weniger Nährstoffe, was einerseits optimale Bedingungen für Orchideen schafft, andererseits dazu führt, dass die Bäume langsamer wachsen. Lichte Wälder entstehen auch auf natürliche Weise, beispielsweise wenn sie durch Stürme oder den Borkenkäfer ausgelichtet werden. Meistens wächst der Baumbestand jedoch schnell wieder nach und die Wälder werden wieder dunkel. Lichte Wälder müssen also ständig bewirtschaftet werden, wenn sie erhalten bleiben sollen. Mit dem Forstgesetz von 1902 war damit Schluss: Die Beweidung wurde verboten, weil mittlerweile viele Wälder übernutzt waren und der Baumbestand zu überaltern drohte. Erst vor einigen Jahrzehnten wurden aus ökologischen Gründen in der Schweiz wieder lichte Wälder geschaffen. Im Baselbiet beispielsweise in Ober-
Nährstoffarmer Boden und ein Mosaik aus Licht und Schatten: das Ökosystem «lichter Wald».
dorf, Seltisberg, Waldenburg oder Langenbruck. In Ziefen hat Revierförster Balz Recher vor etwa zehn Jahren ein Waldstück ausgelichtet – mit dem Resultat, dass dort nun über 15 Orchideenarten zu beobachten sind.
Helmknabenkraut.
Foto: Tabea Haupt
Neues Projekt von Pro Natura Lichte Föhrenwälder zeichnen sich durch ein besonderes Erscheinungsbild aus: «Sie strahlen ein wunderschönes, aber auch ruhevolles Waldbild aus und vermitteln einem das Gefühl von Freiheit und Sinnlichkeit», schwärmt Balz Re-
TAG DER OFFENEN TÜRE 13. APRIL 2024 10 BIS 17 UHR
ÜK ZENTRUM TRIO
cher. Zusammen mit Pro Natura Baselland hat er letztes Jahr ein weiteres Projekt lanciert und im Gebiet «Häuli» in Bubendorf einen lichten Föhrenwald eingerichtet. Über die Hälfte der Bäume wurde entfernt, nur langsam wachsende Arten wie Föhren, Mehlbeeren und Eichen durften stehen bleiben. Auf dem stark besonnten Waldboden entwickelte sich eine Grasschicht aus Pfeifengras, und auch seltene, einheimische Orchideenarten fühlen sich dort wohl. Letztere benötigen zwar nicht den lichten Wald an sich, aber den nährstoffarmen Boden. Fortsetzung auf Seite 2
Vielleicht haben Sie auch schon von der Quantenphysik gehört, die auf die Quantenhypothese von Max Planck zurückgeht. Diese Hypothese war notwendig geworden, weil bei der Beschreibung des Lichts oder der Materie die klassische Physik an ihre Grenzen stiess. Es gibt nur wenige Physiker, die etwas von der Quantenmechanik und der Quantenfeldtheorie verstehen. Da in der Quantenphysik der Zufall eine Rolle spielt, lehnte Einstein die Hypothese ab: «Gott würfelt nicht!» Bei der Quantenphysik handelt es sich um ernst zu nehmende Wissenschaft. Der Quatsch beginnt erst, wenn Nicht-Physiker beginnen, ihre Produkte mit dem Zusatz «Quanten» zu verkaufen. So gibt es eine esoterische Methode, die als Quantenheilung bezeichnet wird. Diese «Quantenheilung» beruht auf pseudowissenschaftlichen Elementen und hat mit dem Verständnis der Quantenphysik nichts zu tun. Die Patienten werden durch Vorgaukelung tiefgründiger Zusammenhänge an der Nase herumgeführt. Wer sich nicht eingehender mit der Quantenmechanik auseinandergesetzt hat, wird auf Quantenheiler und -heilerinnen hereinfallen. Nicht nur auf dem Gebiet der Medizin breitet sich der Quantenquatsch aus. Am letzten WEF in Davos propagierte der Wirtschaftsphilosoph und Unternehmer Anders Indset sein Buch «Quantenwirtschaft». Der Autor lässt jede Sachkenntnis zur Quantenphysik vermissen. So ist das Buch eine Aneinanderreihung von pseudowissenschaftlichem Geschwafel und teilweise krassen Falschinformationen. Man sollte sich also vor allem, was Quantenheilung, Quantenresonanz oder Quantenbewusstsein verspricht, fernhalten. Thomas Brunnschweiler
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