DONNERSTAG, 5. OKTOBER 2023
LENZBURGER WOCHE
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Es ist wunderschön, wenn der Geburtstag auf den ersten Tag der Herbstferien fällt. Es ist noch viel schöner, wenn es der 65. ist und die Ferien nun ewig Fritz Thut dauern. Das neue Leben als Pensionär hat vor wenigen Tagen begonnen. Und ich kann schon sagen: Es gefällt mir.
Besitzerin und Betreiberin Christine von Arx wurde von spontanen Anekdoten einer Nachbarin und dem Akkordeonspiel David Häggis unterstützt. Nachbarin Elisabeth Häusermann erzählte von Jahrzehnten der Freundschaft zum ehemaligen Besitzer und Künstler Peter Mieg. Foto: Rinaldo Feusi
Von Hürden und Erfolgen: Vier Jahre zahlen sich aus Villa Sonnenberg Die Villa Sonnenberg und feierte die Vernissage des gleichnamigen Buches und die Bauvollendung. ■
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m Samstag wurde in der Villa Sonnenberg die Bauvollendung gefeiert. Obschon es um das Gebäude ging, war ein weiterer Star des Tages Anja Furrer. Die junge Grafikerin wuchs in Lenzburg auf und durfte im Auftrag der Liegenschaftsbesitzerin Christine von Arx das ehemalige MiegHaus illustrieren. Mit ihren Bildern entstand ein eindrückliches Buch, das Illustration mit Geschichts- und Kulturrecherche kombiniert. Furrers Momentaufnahmen paaren sich mit der historischen Aufarbeitung von Historikerin Christine von Arx und dem ehemaligen Lenzburger Stadtschreiber Christoph Moser. Die Vernissage diente auch zum Rückblick auf die letzten vier Jahre.
Erste ruhige Jahre am Bau
2019 übernahm Christine von Arx die Villa Sonnenberg von der Mieg-Stiftung. «Heute ist das Werk vollendet», teilte sie am Samstag den anwesenden INSERATE
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Gästen auf dem Kiesplatz hinter dem Haus mit. Es sei nicht immer leicht gewesen, gab sie zu. Jahre der aufgeschobenen Unterhaltsarbeiten nagten am Bijou der Schlossgasse. Ebenfalls wollte von Arx nicht direkt mit den Bauarbeiten beginnen. «Erst mussten ich und meine Restauratorin mit der geschichtlichen Aufarbeitung beginnen», erklärte sie. Mit ins Boot holte sie Christoph Moser, der ebenfalls unzählige Stunden in die Recherche steckte. So war es am Anfang ruhig gewesen um und in der Villa. Stück für Stück begannen schliesslich die Renovationsarbeiten. Vorher aber kam es zu einer glücklichen Kontaktaufnahme. Anja Furrer bot an, mit Momentaufnahmen das Haus zu dokumentieren. «Es war genau das, was ich mir wünschte», so die Historikerin. Dass es am Ende aber ein Buch geben sollte, sei nicht die Idee gewesen. Erst nachdem die Liegenschaftsbesitzerin die Qualität der Bilder sah, wollte sie diese in einem Werk würdigen. Für beide Frauen eine tolle Erfahrung: «Ich hatte so viel Freiheit und Unterstützung von Christine. Dafür bin ich sehr dankbar», meinte Furrer.
Hürden, Erfolge und Grimbart
Bei den Renovationsarbeiten war es die Herausforderung, Bestehendes zu
schützen und gleichzeitig die Substanz aufzuwerten. So war die identitätsschenkende Veranda komplett verrostet und überwachsen. Das sah zwar schön aus, diente aber nicht der Nutzbarkeit. Ebenfalls liegt die Villa mitten im Quellgebiet, was bei den Kellerausbauten zu grossen Herausforderungen führte. «Wir haben buchstäblich viel Geld verlocht», so Christine von Arx mit breitem Grinsen. Auch waren Holzbalken mit Arbezol behandelt gewesen. Dies führte zum Erhalt der Balken, machte die Räumlichkeiten aber auch unbewohnbar. Das Mittel ist bei fachmännischer Verwendung nicht schädlich. In der Villa Sonnenberg wollte man kein Risiko eingehen. Hinter dem Haus existiert zusätzlich ein grosser Stollen. Dieser verfügt über Trinkwasserquellen, aber auch über einen ungebetenen Nachbarn: Ein Dachs lebte wohl über Jahre darin, was Teile des Stollens zum Einsturz brachte. Alles in allem seien die Arbeiten oft von grossen Überraschungen geprägt gewesen. So wurde an einer Decke unter der weissen Farbschicht eine Deckenmalerei zum Vorschein gebracht. Ebenfalls konnte validiert werden, dass das Haus bereits 1770 gebaut wurde. Offiziell eröffnet wird die Villa Sonnenberg am 11. November. Sie soll ein weiteres kulturelles Wahrzeichen der Stadt werden.
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Die Tagesabläufe sind anders. Vorbei die Zeiten, als das mit eiserner Disziplin eingehaltene, halbstündige Morgentraining werktäglich um 5 Uhr begann. Zur früheren Workout-Zeit drehe ich mich nun friedlich auf die andere Seite und nehme noch ein Mützchen Schlaf. Vorbei auch die Zeiten, als im Büro der Arbeitstag am Computer damit begann, beim Mailprogramm die Standardschriften auf meine Bedürfnisse zu ändern: «Times New Roman 14» statt «Verdana 10». Ich will schliesslich, dass meine Mails gelesen werden können und kein Empfänger zur Lupe greifen muss. Ich habe nie begriffen, wie die ITAbteilung meines Arbeitgebers darauf kam, bei allen «Kisten» diese Einstellung bei jedem Neustart zurücksetzen zu lassen. Bei meinem neuen privaten Laptop bin ich mein eigener Meister; niemand pfuscht mir drein. Wie oft in den letzten Jahren habe ich gehört, dass es schwierig sei, mit Pensionierten einen Termin zu finden? Weniger Spielraum als Exekutiv-Politiker hätten die vermeintlichen Ruheständler. Meine erste Woche in diesem Status ist nicht halb so schlimm, wie mir vorher erzählt wurde: Statt gefühlt Dutzende von Terminen und Verpflichtungen vorher finde ich nur fünf Einträge in der Agenda. Dazu kommt das tägliche Kochen, das ich aber extrem gerne mache. Neben dem routinemässigen Besuch bei der Podologin gibt es vier Anlässe im kulturellen und gesellschaftlichen Bereich; also alles durchaus Angenehmes. Bei der Buchvernissage, die ich als Privatperson besuchte, habe ich sogar meinen Nachfolger getroffen – arbeitend. Fritz Thut, ehemaliger Redaktionsleiter
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