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Oberbaselbieter Zeitung vom 21. September 2023

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Nr. 38 25. Jahrgang Donnerstag, 21. September 2023

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Vergangenheit und Zukunft

Kolumne

Jetzt mal ehrlich

Singen im Chor Die Singstimmen Baselland feierten ihren 100. Geburtstag Alexander Jegge

Kann eine Gemeinschaft ihren hundertsten Geburtstag feiern, gibt es viel zu erzählen. Dafür ist die separate Festschrift zuständig. Viel interessanter ist jedoch, was die Singstimmen Baselland heute können, wohin ihr Weg geführt hat und wohin sie weiter gehen. Chorleiter Jürg Siegrist zeigte dies am Abend in der Liestaler Stadtkirche mit einer musikalischen Fahrt durch die Geschichte des Chores, der – ursprünglich als Männerchor gedacht – als Lehrergesangsverein das Chorleben im Baselbiet massgeblich mitgestaltete. Nicht wenige der ehemaligen Leiter waren selbst Komponisten und Arrangeure, so dass ein lebendiges Bild der Geschichte, aber auch des gegenwärtigen Könnens beim Konzert vermittelt wurde. Begleitet wurde der Chor von der Pianistin Elena Krasnoselskaya und durch das Konzert führte die Moderatorin Regi Sager. Nach der Konzerteröffnung mit Haydns «Alles hat seine Zeit» musste die Moderatorin die vielen anwesenden Offiziellen begrüssen, was der Bedeutung des Chores entsprach. Nach dem zweiten Stück «Black Orpheus» von 1952 konnte die Baselbieter Ständerätin Maya Graf ihre lebendige Verbundenheit mit der Chormusik darlegen. Mit Freude wurde festgestellt, dass der Chor eine beachtliche Grösse hat und gut geführt ist. Die jahrelange Feinarbeit mit dem Chor, wie Stimmbildung, Proben nach Register getrennt und so weiter trugen schöne Früchte. Intonation und Präzision waren denn auch notwendig, um den grossen Stilmix zu beherrschen. Delikat waren die Volkslieder von Bartok oder die «Klänge aus Mähren» von Dvorak. Die für unsere Ohren eher fremde Melodik wurde mit

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Die Singstimmen Baselland ganz in Rot gekleidet mit ihrem Dirigenten Jürg Siegrist und der Moderatorin Regi Sager.

einer Freude am Singen vorgetragen, die immer wieder auf die Zuhörerinnen und Zuhörer übersprang. Der Chor sprühte spürbar vor lauter Sangesfreude. Auch ein offenes Singen wurde angeboten, Jürg Siegrist komponierte dafür, von Haydn angeregt, einen Kanon, der es in sich hatte. Nun ist der Chor, wie die meisten heutzutage, nahe am Überaltern. Dies ist keine Kritik, sondern leider Realität.

Man bekommt fast ein bisschen Angst um seine Zukunft. Aber auch hier hat Jürg Siegrist grosse Umsicht gezeigt und den Jugendchor beider Basel ins Leben gerufen. Dieser Chor setzte am Ende des ersten Teils ein, indem er «die Alten» tatkräftig unterstützte. Unter der abwechselnden Leitung von Julia Baumgartner und Timo Waldmeier brachten sie eine frische Brise ins Konzert. Die erste Hälfte schloss mit einem von Jürg

Mittwoch,

27. September

Foto: A: Jegge

Siegrist komponierten augenzwinkernden «Crowd Sound», der sich an den FanGesängen des FCB orientierte, ein anspruchsvolles Stück Gegenwartsmusik. Nach kurzer Pause ging das Potpourri weiter. Nostalgisch intonierte der Jugendchor «Luegit vo Bärg und Tal» und bewies, dass Jugendliche auch ein Lied von 1822 mit viel Frische und musikantisch darbieten können. Fortsetzung auf Seite 3

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«Hey Lüüt, si mir mol ehrlich …» Baschis jüngster Song beginnt wie viele seiner Lieder: verheissungsvoll. Unverkennbar die raue Stimme, eingängig die Melodie. Sogar ein wenig Baselbieterdialekt lässt der Musiker aus Gelterkinden noch aufschimmern. Fünf Jahre nach dem letzten Album und eine Schaffenskrise später nun also das neunte Album «Wenn s Läbe drzwüsche chunt». Ich bin im Auto unterwegs, als ich «Ehrlich» am Radio zum ersten Mal höre. Danach lasse ich für den Rest der Fahrt alte Baschi-Lieder laufen, und es ist eine lange Fahrt. Als Heimwehbaselbieterin tue ich es mit einem Hauch von Nostalgie, muss ich doch immer an den siebzehnjährigen Jungen in der Castingshow «Music Star» denken, der es tatsächlich geschafft hat, sich im Musik-Business durchzusetzen. Zu Baschi habe ich getanzt, er hat über Liebeskummer hinweggetröstet. Geschmäcker mögen verschieden sein, gerade in der Musik und erst recht im MundartSegment. Aber seien wir mal ehrlich: Dieser Baschi hat was. «Si mir mol ehrlich. Jede vo eus het scho mol klaut, Kaugummis am Kiosk oder Härze vonere Frau. Jede vo eus isch scho mol gstürzt. Mit em Velo im Quartier oder am Grümpi mit zäh Bier.» Baschis Verse mögen da und dort holpern, aber sie sind, wie er selbst: authentisch. «Egal, was andri meinet, egal, was jede redt. S git nie es Läbe, ussert jetzt. Egal was andri dänket, egal wo du grad stecksch. Wenn du wotsch läbe, denn mach das jetzt!» Echt, jetzt: Mehr zu leben und im Moment zu sein, sollten wir uns das nicht alle zu Herzen nehmen?

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