DONNERSTAG, 21. SEPTEMBER 2023
LENZBURGER WOCHE
Amtliches Publikationsorgan für den Bezirk Lenzburg und angrenzende Gemeinden.
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SALZKORN Grossbaustelle Lenzburg
Komfort-Bett «Lift»
Lift hilft Ihnen das Aufstehen vom Bett & Pflegen in gerader Position Neues Zuhause für ProSpecieRara: Das Anwesen an der Hellgasse 1 in Möriken-Wildegg.
Foto: Rinaldo Feusi
Ihr Hühnerlein kommet Möriken-Wildegg ProSpecieRara gab ein Baugesuch ein. Die Stiftung kaufte die Immobilie mit Umschwung an der Hellgasse 1. Das Gesuch liegt noch bis am 9. Oktober auf. ■
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RINALDO FEUSI
I
n Möriken-Wildegg liegt ein Baugesuch von ProSpecieRara auf. Geplant ist an der Hellgasse 1 die Umnutzung des Wohnhauses, der Bau eines Hühnerstalls, ein Teich und Unterflurtanks. Der Immobilienkauf ist ein Bekenntnis zur Gemeinde und ein Meilenstein in der Geschichte einer Organisation, die sich seit 1982 dem Erhalt und der Etablierung seltener oder gefährdeter Arten widmet. So steht es definiert als Stiftungszweck: «Erhaltung und Förderung der genetischen Vielfalt in Fauna und Flora.»
Erste Immobilie in der Geschichte
Dass sich ProSpecieRara einmal eine Immobile mit Umschwung von dieser Grös-
BRYNER MALERMEISTER
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senordnung leisten können würde, wäre vor zehn Jahren noch unvorstellbar gewesen, so der stellvertretende Geschäftsleiter Philippe Ammann. Doch in Möriken Wildegg konnte nun die ideale Liegenschaft erworben werden. Die Artenschützer finden auf dem Felsberg ihr neues Zuhause. Die Reise war lang. Startete die Vision vor 41 Jahren in St. Gallen, zog es sie bald nach Kölliken und Aarau, dann nach Basel und schliesslich ans Ziel. Im Dorf gibt es bereits der Showgarten beim Schloss und die Samengärtnerei. Dazwischen eingeklemmt liegt nun das neue Zuhause, wo einiges geplant ist.
Grosse Ambitionen für ein grosses Netzwerk
Im Baugesuch sind die Pläne grob beschrieben: «Umnutzung Wohnhaus und östliches Ökonomiegebäude zu Gewerbe, Hühnerstall, Naturteich, UnterflurTankanlagen». Präziser beschreibt es die Stiftung auf Anfrage. So soll aus dem Hauptgebäude der Bürokomplex werden. Da geschehen die administrativen Arbeiten und Kurse für die Mitglieder
sollen durchgeführt werden. Die Stiftung zählt ein grosses Netzwerk von rund 2000 Mitgliedern. Im Hühnerstall sollen drei gefährdete Hühnerarten gezüchtet werden: das Appenzeller Barthuhn, das Appenzeller Spitzhaubenhuhn und das Schweizerhuhn. 30 bis 35 Hühner sollen es sein. Zur Gackerei wird sich ein Naturteich gesellen, der auch hier diversen Arten ein Zuhause geben soll. Um Wasserverschwendung vorzubeugen, sollen flache Tanks im Boden vergraben werden, um Wasser aufzufangen. Das ganze Gebiet umfasst 67 Aren. Zum Vergleich: Ein Fussballfeld umfasst 71,4 Aren. Doch durch Hühnerzucht und Wassersparen werden keine Rechnungen bezahlt. Weswegen ProSpecieRara auf Sponsorensuche ist. Der Umbau des Hauptgebäudes kann selber gestemmt werden – die Nebengebäude nicht. Der Kauf des Grundstücks war grösstenteils durch Legate möglich. Im Baugesuch ist ein Betrag von 1,75 Millionen Franken eingetragen. Im Geschäftsbericht 2022 sind ein Darlehen und eine Hypothek von insgesamt 1,8 Mio. bilanziert.
Auf meinen Wegen durch Lenzburg begegne ich in diesen Tagen gleich mehreren Baustellen. Die längste und unberechenbarste ist diejenige auf der Rolf Kromer Bahnhofstrasse. Sie ist ein Risiko für mich. Auf ihr lasse ich je nachdem wichtige Sekunden auf dem Weg zu meinem Zug nach Zürich liegen. Obwohl ich es mir immer und immer wieder vornehme: Früher zu Hause zu starten, schaffe ich nicht. Dass ich spät dran bin, ist ein Naturgesetz, gegen das ich trotz grossem Willen nicht ankomme. Da hilft nicht mal Selbsttäuschung, habe ich doch extra unsere Backofenuhr fünf Minuten vorgestellt. Und so hoffe ich jeden Morgen auf meinem Weg an den Bahnhof, dass nicht gerade ein Bus die Einbahnstrasse herunterkurvt und mir ein zu spätes Eintreffen am Arbeitsplatz einbrockt. Auch am Sandweg wird aktuell so stark gebaggert, dass der Sand unter dem Weg freigelegt wird. Und auf dem Heimweg treffe ich auf dem Kronenplatz auf ein einspuriges Verkehrsregime, das schon zu mancher leicht verwirrenden Situation geführt hat. Das ist die eine Sicht auf die Lenzburger Baustellen – die Sicht eines Pendlers. Dann gibt es noch die Sicht unseres Kindes. Und die ist komplett anders. Bagger! Was gibt es Schöneres als laute Baggergeräusche? Oft sind auf den Baustellen auch faszinierende Dumper anzutreffen, auf die das ausgehobene Material verschoben werden kann. Ein Traum! Und Bauarbeiter mit Presslufthammer, an Betonmischer und in Kranwagen. Alles genauso wie im Wimmelbuch, das bei uns zu Hause auf dem Stubentisch liegt. Auf der Seite mit der Baustelle verweilen wir immer besonders lange, bis wir weiterblättern. Fazit: Je mehr Baustellen in Lenzburg, desto glücklicher unser Kind. Nichtsdestotrotz bin ich froh, wenn die neue Bahnhofstrasse fertig ist. Rolf Kromer, Lenzburg
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