Nr. 35 25. Jahrgang Donnerstag, 31. August 2023
STADT.LAND. STROM.
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Literatur Open Air
Der Anlass mit Peter Stamm, Angelika Overath und drei PoetrySlammerinnen wurde in die KBL verlegt. Seite 7
Sissach feiert zwei Jubiläen
In zwei Jahren feiert das Dorf und die ref. Kirche das 800- und 500-Jahr-Jubiläum. Seite 14
Tank
- Revisionen - Mängelbehebung - Neuanlagen - Demontagen - Nutzung für Regenwasser
Moderne und Klassik
In Waldenburg findet erstmals ein viertägiges «Classic Festival» mit vielen Highlights statt. Seite 17
KARATE - KRAV MAGA
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Das Dorf war eine grosse Festhütte
Kolumne
Der Rektor
Zunzgen Das «Bücheldorf» feierte gross sein «sagehaftes» 700-Jahr-Jubiläum Sander van Riemsdijk
Unter dem Motto «700 Joor Zunzgen» feierte das Bücheldorf drei Tage lang sein 700-jähriges Bestehen. Was für ein Dorffest! Geschätzte 20 000 Besucherinnen und Besucher verwandelten das Dorf trotz vereinzelten Regenschauern in diesen drei Tagen in eine einmalige riesige Festmeile. Den Organisatoren war es gelungen, ein abwechslungsreiches und vielseitiges Programm mit einer grossen Spannbreite an Unterhaltung für Jung und Alt zusammenzustellen. Angefangen hatten die Feierlichkeiten am Freitagabend im Gemeindesaal vor vielen Eingeladenen mit regionaler und kantonaler Politprominenz mit einem Film über die Vorzüge von Zunzgen. Humoristischer Eröffnungs-Festakt Ein Sternmarsch von Zunzger Fasnachtsgruppen läutete den offiziellen Eröffnung-Festakt auf dem Dorfplatz ein. Anschliessend eröffnete Gemeindepräsident Hansruedi Wüthrich vor vielen erwartungsfrohen Zuschauenden mit einer pointiert-humorvollen Rede unter dem Motto «Sagehaftes Zunzgen» offiziell die Feierlichkeiten. Und weihte der neu erstellte Dorfplatz mit einem Stein feierlich ein. Sissacher Gastredner und Regierungsrat Isaac Reber umschrieb seine langjährige Beziehung zu seinem Nachbardorf, während Peter Buser, Gemeindepräsident von Sissach, und Hansruedi Wüthrich unter grossem Gelächter symbolisch ihre jeweiligen Fahnen austauschten, welche in den neckischen Sticheleien im Vorfeld des Dorffestes die jeweiligen Ortschaften gewechselt hatten. Um Punkt 18.30 Uhr konnte OK-Präsident Kurt Ost offiziell die Eröffnung bekannt geben. Unter
Es war an den drei Festtagen im Bücheldorf so ziemlich viel los.
dem Motto «Willkommen in unserer edlen Gesellschaft» konnte das Fest nun seinen Anfang nehmen. Drei Tage lang stand das 2700-Seelendorf unter festlichem Ausnahmezustand. Das Festprogramm – über zwanzig Dorfvereine und Gewerbetreibende hatten ihren Stand
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– hatte für jeden Geschmack, jedes Alter oder jedes Interesse etwas in petto, dazu umrahmt von vielen musikalischen Highlights. Aushängeschilder waren hier zweifellos der Basler Sänger Vincent Gross und in den Beizen die schränzenden Guggen. Nebst über vierzig ver-
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schiedenen Attraktionen lud ein bunter Dorffestmärt mit 41 Ausstellern mit ihrem grossen Warenangebot zum gemütlichen Schlendern und Einkaufen ein, während ein Kunstmarkt viele neugierige Kunstliebhaber anzog. Fortsetzung auf Seite 3
Aus der Zeitung erfuhr ich, dass der langjährige Rektor des Gymnasiums Liestal pensioniert wird. Wenn Lehrer, die man selbst erlebt hat, in den Ruhestand übertreten, wird einem die vorgerückte Lebenszeit wieder einmal bewusst. Seit ich Thomas Rätz, damals noch Stundenplaner und Vizerektor, zum letzten Mal auf den dunkeln, gekachelten Gängen begegnete, sind nun über 20 Jahre vergangen. Mit Herrn Rätz hatte ich zwar weniger Umgang als mit seinem Vorgänger auf dem Rektorenstuhl, der meine Zeit im grauen Betonkubus in mehrfacher Hinsicht prägte und in dessen Erinnerung ich wohl auch einige Spuren hinterliess. Ob seine am ersten Schultag in der Aula ausgerufene Anweisung «Seien Sie unbequem!» wirklich ernst gemeint war und als Lebensmaxime tauglich ist, bezweifle ich heute. Damals machte mir dieser Aufruf zum Revoluzzertum jedoch starken Eindruck, tönte er doch fast so, als hätte diese Botschaft nicht ein gebürtiger Deutscher, sondern ein Urbaselbieter verkündet. Das Maturzeugnis unterschrieb er zusammen mit Urs Wüthrich-Pelloli, damaliger Baselbieter Bildungsdirektor, leider letztes Jahr allzu früh von uns gegangen. Es stehen da Noten hinter Fächern, von denen ich heute fast nichts mehr weiss. Angeblich soll ich einmal Mathematik belegt haben. Hier erinnere ich mich vor allem an die Person des Lehrers, Beat W. Zemp, der als eine Art konservierte Modeerscheinung aus den 1970ern noch mit Hemd, Krawatte und karierten Kitteln vor der Tafel stand. Der Versuch, Vektorgeometrie zu verstehen, erwies sich als sinnlos, von der Stochastik ist in meinem Kopf auch nichts übrig geblieben, weil nie etwas da war. Apropos Tafel: Gibt es heute überhaupt noch Wandtafeln? Ich habe die Friedensstasse 20 nie mehr betreten und mich auch nicht dem Ehemaligenverein angeschlossen. Mit Geistern der Vergangenheit habe ich als Historiker genug zu tun, da möchte ich nicht noch zusätzliche wieder heraufbeschwören. Und was die tiefe Ziffer bei Turnen/Sport betrifft, nun ja, darüber ist nichts weiter zu sagen. Noten sind im heutigen Schulsystem zu einer Religion geworden, ich aber glaube nicht mehr an sie. Vielleicht ist das die Reife, die die Matur verspricht. Lorenz Degen
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