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Oberbaselbieter Zeitung vom 4. August 2023

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STADT.LAND. STROM.

Nr. 31 25. Jahrgang Freitag, 4. August 2023

Schwimmteiche ... wir beraten Sie gerne

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Bundesfeier in Liestal

Florian Schneider redete auf der Sichtern über den Mythos Wilhelm Tell. Seite 7

Brunch in Häfelfingen

Familie Strub vom Mattenhof verwöhnte ihre Gäste mit einem reichhaltigen 1.-AugustBrunch. Seite 9

Hölstein

Vegetarisches Rezept g gefunden! 1.-August in Bennwil

Mit einem grossen Höhenfeuer auf dem Hügel «Ziel» feierten Gross und Klein den Nationalfeiertag. Seite 13

Nina hat es ausprobiert: Kräuterauberginen mit Tomatensalsa

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Ein Sommer auf der Alp

Kolumne

Reigoldswil Annette und Thomas Rieder bringen ihr Vieh seit sechs Jahren auf Sömmerungsweiden Benildis Bentolila

«Immer wieder staunen Leute, wenn wir ankündigen, dass wir mit unseren schönen schwarzen Mutterkühen z’Alp gehen», lächelt Annette Rieder-Gysin vom Hof Hoggen in Reigoldswil. «Besonders nichtbäuerliche Personen glauben weiterhin, es werde nur Milchvieh auf Sömmerungsweiden getrieben.» Annette und Thomas Rieder bringen ihre Aberdeen Angus seit sechs Jahren auf verschiedene Alpen. Dieses Jahr stehen 14 Kühe und elf Kälber auf Prünella in la Punt, sieben Kühe, ein Rind und acht Kälber auf dem Ochsenbergli oberhalb Iseltwald, und je drei Kühe und Kälber auf dem Stierenberg Bretzwil. Die Tiere verbringen je nach Witterung 90 bis 105 Tage auf den Alpen. «Damit können wir die Sommerarbeitsspitzen brechen und uns Tätigkeiten widmen, die liegen geblieben sind», erklärt Betriebsleiter Thomas Rieder. «Es ist uns möglich, mehr Futter zu produzieren für den Winter, da im heimischen Stall nur die Stiere und vor dem Abkalben stehende Kühe stehen. Die Tiere auf den Bergen profitieren hinsichtlich Gesundheit und Robustheit und schätzen das kühlere Klima.» Rieders besuchen ihre Tiere, die von Hirten betreut werden, möglichst einmal während der «Ferien». Sechs Wochen vor der Alpfahrt werden die Tiere im heimischen Stall in Gruppen eingeteilt und zwei Tage vor dem Alpaufzug ihnen die Glocken umgehängt. Am Tag selbst werden des morgens früh die Mütter mit ihren Kälbern in Viehtransporter verladen. Diese Transporte unterliegen dem Tierschutzgesetz und werden schonend und ohne unnötige Verzögerung ausgeführt. Den letzten Teil des Weges müssen Mensch und Tier zu Fuss zurücklegen. Rieders schwärmen vom Moment, wo ihre Tiere am Urlaubsort eintreffen. Sie hätten das Gefühl, sie würden sich freuen wie Menschen, wenn sie in ihrer ursprünglichen Umgebung ankommen. Eigenes Grass statt Soja und Kraftfutter Auch daheim legen Rieders grossen Wert auf natürliche Haltung: Dort gibt es weder Soja noch Kraftfutter und Medika-

«Der Alpaufzug ist für unsere Familie und Helfer/-innen ein besonderer Tag; hier sind wir auf dem Fussweg auf die Alp Ochsenbergli ob Iseltwald», erklärt Annette Rieder. Foto: zVg

mente nur in Notfällen. «Unsere Aberdeen-Angus-Mutterkühe, die zwei Stiere und die Rinder erhalten nur eigenes Gras», erklärt die Bäuerin. Sie kümmert sich um die Direktvermarktung des Fleisches von dem Moment an, nachdem die Tiere vom Kundenmetzger Peter Andrist, Nusshof, geschlachtet wurden. Als sie vor ein paar Jahren die erste Herde aufstockten, kauften sie einen zweiten kleinen Hof in der Nähe und verfügen über 55 Hektaren Grasland. Die Gleichstellung von Frau und Mann sei auf Hoggen nie ein Thema gewesen: Annette mischt sich nicht ein in die Tierhaltung und Tierzucht, auch wenn sie täglich im Stall arbeitet; Thomas lässt ihr freie Hand bei der Direktvermarktung, im Hofladen und der Administration. Bevor sie aus einem nichtbäuerlichen Haushalt auf den Hof kam, hielten Vater Hans und Sohn Thomas eine Ge-

Annette und Thomas Rieder-Gysin sind stolz auf ihre schönen Aberdeen-Angus-Tiere, welche seit sechs Jahren rund drei Monate auf Alpen verbringen. Foto: zVg

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Der Bauer Thomas Rieder schätzt eine harmonische Stimmung zwischen der bäuerlichen und nichtbäuerlichen Bevölkerung und tut dies an geeigneten Anlässen auch kund. Foto: Benildis Bentolila

nerationengemeinschaft; Thomas’ Mutter lebte noch. Bis letzten Herbst arbeitete Annette 30 Prozent auswärts. «Jetzt, wo unsere Kinder Alina, Laura und Tim ins Teenage-Alter kommen und die Herde umfangreicher ist», sagt sie, «habe ich die Stelle aufgegeben.» Wichtig sind für Rieders gemeinsame Auszeiten. «Wir versuchen», schmunzelt sie, «drei Wochen aufs Jahr verteilt zusammen in die Ferien zu gehen. Wenn Leute darüber staunen, antworte ich: Früher, als ich angestellt war, hatte ich fünf Wochen Ferien. Ohne schlechtes Gewissen!» Sie wünscht sich, dass Bauernfamilien mehr Anerkennung erhalten von den Konsumentinnen. Nicht nur mit Worten! Die Wertschätzung sollte sich noch mehr niederschlagen in fairen Produktepreisen für einheimische Erzeugnisse. www.hoggen.ch

Wer möchte nicht gerne den heissen Sommer auf einer kühlen, coolen Alp verbringen? Für Rieders Aberdeen Angus Mutterkühe mit ihren Jungen ist das möglich. Foto: zVg

Staunend stauen Als sehr unregelmässige Autofahrerin bin ich mir viele der üblichen Autofahr-Phänomene wie Baustellen oder Stau nicht mehr gewöhnt. Da mit fehlender Fahrpraxis auch die Sicherheit schwindet, musste ich kürzlich endlich wieder einmal eine längere Strecke hinter mich bringen, nachdem die letzte Reise bloss von Bubendorf bis Niederdorf und zurück führte. Dieses Mal wollte ich nicht zum Zahnarzt sondern in die Ferien, die Ausgangslage war also deutlich erfreulicher. Nach den ersten paar Minuten fühlten sich die meisten Hand- und Fussgriffe wieder ganz natürlich an, wie ich in den Rückwärtsgang schalten kann, habe ich noch vor dem Losfahren ausprobiert, welche Seite den Blinker und welche den Scheibenwischer erweckt, wurde auch schnell klar. Selbst die Klimaanlage kriegte ich zum Laufen, entsprechend gut gelaunt brauste ich über die Autobahn Richtung Berner Oberland. Weder zu langsame Lastwagen noch zu schnelle Motorräder konnten mich aus der Ruhe bringen. Und dann waren da in der Ferne schon die ersten Bergspitzen sichtbar, die sich wacker durch die Wolkendecke drückten und neben mir tauchten dunkelgrüne Wälder auf. Da kam der Verkehr ins Stocken. Und dann zum Stehen. Und ich wollte doch einfach nur in die Ferien, ein paar Tage Berge und See und Natur. Und gerade als ich anfangen wollte, mich über den Stau zu nerven, fiel mein Blick nochmals auf die Bergketten vor mir und ich staunte darüber, wie schnell es doch immer geht vom Baselbiet zu den Voralpen. Und dann hat sich das Staunen im Stau eigentlich auch schon wie Ferien angefühlt. Sina Aebischer

Rheinstrasse: acht Beschwerden Der Landrat hat am 22. Juni 2023 als provisorische Massnahme die Öffnung der Rheinstrasse bei gleichzeitiger Schliessung der Rauricastrasse beschlossen. Gegen die auf diesem Beschluss basierende Verkehrsanordnung der Sicherheitsdirektion vom 3. Juli 2023 sind acht Beschwerden erhoben worden. Die Prüfung der Rechtmässigkeit der Verkehrsanordnung setzt zwingend die rechtliche Überprüfung des zugrunde liegenden Landratsbeschlusses voraus. Dies, weil der Erlass der Verkehrsanordnungen in direkter Umsetzung des Landratsbeschlusses erfolgt und auch ausschliesslich damit begründet wurde. Die notwendige rechtliche Überprüfung des Landratsbeschlusses durch den Regierungsrat würde jedoch dem Prinzip der Gewaltenteilung widersprechen. Daher hat der Regierungsrat am 2. August 2023 beschlossen, den Fall im Sinne einer sogenannten Sprungbeschwerde dem Kantonsgericht zur Beurteilung weiterzuleiten. Es liegt nun im Ermessen des Kantonsgerichts, ob es die Sprungbeschwerde entgegennimmt. Landeskanzlei


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