Nr. 29/30 25. Jahrgang Donnerstag, 20. Juli 2023
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Dynamisches Halbjahr
KMU Liestal blickt auf zahlreiche Events und Networkinganlässe zurück. Seite 5
Kunstobjekte im Garten
Exotisches Rezept g gefunden! Monika hat es ausprobiert: Kefen-Rüebli-Curry
Ein Gewinn für alle
Bunte Bilder und Figuren können an der Rheinfelderstrasse 57 in Sissach entdeckt werden.
Ein Projekt in Bretzwil wertet über die Kantonsgrenzen hinweg den Waldrand auf.
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Alter Windkraft-Traum hat sich erfüllt Liestal Eine private Windturbine auf dem «Wetterchrütz» erzeugt erneuerbare Energie
höhen und selbstständig zu werden», sagte sich Giovanni Bonavia. Das Ziel sei, den jährlichen Strombedarf inklusive Elektro-Speicher-Heizung selber zu produzieren, und das sei im Winter mit dem Wind eher möglich. Ende November reichte das Ehepaar die Baubewilligung ein und bestellte die Turbine. Nach der dreimonatigen Lieferfrist war letztere da, aber erstere noch nicht durch. Ein Nachbar hatte Einsprache erhoben. Auf den Vorschlag des Kantons, sich gütlich abzusprechen, gingen Bonavias bewusst nicht ein. Sie wollten nämlich, dass die Bürokratie den Fall einmal ganz «durchspielt», quasi als Pilotprojekt. Die Strategie ging auf: Einige Zeit später kam eine positive Antwort des Kantons. «Es ist eine ganz saubere Sache, alles ist mit dem Gesetz abgeklärt», betont Giovanni Bonavia. Er ist überzeugt, dass die Windturbine einen sinnvollen Beitrag an die gesamte Energieproduktion des Hauses leistet. Die bestehende Fotovoltaik-Anlage auf dem Dach decke gerade den Stromverbrauch der Einliegerwohnung, für das ganze Haus wäre wesentlich mehr nötig. Die Nennleistung der Windkraftanlage betrage etwa 1,0 kW/Stunde, also pro Jahr maximal rund 8700 kW. Bonavia rechnet realistischerweise mit 1717 kW/Jahr: «Das würde für unser Studio im OG genügen.» Nur die Speicherung mit dem passenden Akku, einem Salzspeicher, sei technisch noch nicht «reif».
Marc Schaffner
Monica und Giovanni Bonavia wohnen seit 45 Jahren im Gebiet «Wetterchrütz», eine Anhöhe oberhalb von Liestal an der Strasse nach Seltisberg. Dass der Flurname nicht von ungefähr kommt, merkten sie bald: «Wenn es stürmt, dann stürmt es», sagt Giovanni Bonavia. Ende der 90er-Jahre hörte er von einem Windrad auf dem Bruderholz – eine Idee, die ihn faszinierte – und machte sich im Internet schlau über Klein-Windkraftanlagen. Die zwei, drei Modelle auf dem Markt überzeugten ihn jedoch nicht. Die Zeit schien noch nicht reif dafür, im Gegensatz zu anderen Technologien im Bereich erneuerbare Energie. So begnügten sich Bonavias über die Jahre hinweg mit Fotovoltaik und Warmwasseraufbereitung auf dem Dach. Doch die Zeiten ändern sich. Beim erneuten Stöbern fand Giovanni Bonavia über 50 Anbieter von Windturbinen. Ein preisgekröntes Modell, von dem schon über 30 000 Stück im Einsatz sind, und das für 2300 Euro zu haben war, beeindruckte ihn. «Jetzt wäre der Moment, wo ich es machen kann», dachte er sich. Der Wendeltreppen-Anbau am Haus erwies sich als stabile Basis für ein Windkraftwerk – eine Abklärung bestätigte den Gedanken, den er schon lange im Hintergrund gehabt hatte. Blieb aber noch die Frage nach der Installation. Die Firmen in Liestal, die Beratungen für Windräder machen, beschränken sich auf mittlere und grosse Anlagen, und so wandte sich Bonavia schliesslich an die Elektra Baselland. Bei der Beratung tauchte ein zusätzlicher Aspekt auf: 2035 will der Bund das Heizen mit Elektrizität verbieten. «Ein Grund mehr, die Kapazität zu er-
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Giovanni und Monica Bonavia haben an ihrem Wohnhaus ein Kleinwindkraftwerk installiert. Foto: M. Schaffner
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Auch in Ramlinsburg produziert ein privates Windrad Strom Bonavias sind mit ihrem Projekt nicht die Ersten in der Region, die eine Windturbine eingerichtet haben. Beispielsweise Ruth und Ruedi Eggimann in Ramlinsburg sind ihnen knapp zuvorgekommen. Fortsetzung auf Seite 2
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Kolumne Entlaufen und verloren Vor etwa fünf Jahren tauchte sie bei uns auf und sorgte für ein wahres Abenteuer. Es ist nicht nur die Geschichte über ein verirrtes Tier, sondern eine Episode über Mitgefühl und Menschen, die Ihr Ego über das Wohl eines Tieres stellen. Wir entdeckten eine verängstigte Katze mit zerzaustem Fell. Ihre hungrigen Augen zeugten von Strapazen, die sie durchgemacht hatte. Bei jeder Bewegung zuckte das scheue Tier zusammen. Nur langsam gewannen wir ihr Vertrauen. Es spürte, dass es hier nichts zu befürchten hatte. Die Katze hatte keine schöne Zeit hinter sich. Sie war dünn und abgemagert, dennoch spürten wir ihren Kampfgeist und ihre Widerstandskraft. Sie kämpfte entschlossen gegen alle Widrigkeiten und fand ein neues Zuhause. Aber wir wollten keine Katze und so pflasterten wir unser kleines Dorf mit Flyern voll Erwartung, der Besitzer würde sich melden. Nichts geschah und so übergaben wir die Katze dem Tierheim. Der Besitzer erfuhr wo seine Katze war und holte sie zurück. Ende gut alles gut? Mitnichten! Man gibt Katzen nicht einfach ins Heim! Kurz darauf miaute sie wieder vor dem Haus und machte es sich bequem. Wir informierten den Besitzer doch der meinte, einfach nicht füttern, dann geht sie wieder. Das Tier tat uns leid, denn es bewegte sich nicht von der Stelle. Sie hatte sich uns ausgesucht und blieb. Doch dunkle Wolken zogen auf. Erhabene Menschen die nichts mit der Katze zu tun haben bringen das Leben dieses Tieres durcheinander. Nach Jahren verlangt der bislang desinteressierte Besitzer das Tier zurück. Wir sind dankbar, dass die Katze uns gefunden hat und hoffen, es Claude Lachat geht ihr gut.
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