DONNERSTAG, 20. APRIL 2023
LENZBURGER WOCHE
Amtliches Publikationsorgan für den Bezirk Lenzburg und angrenzende Gemeinden.
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Foto: zvg
Zum Jubiläum sich selbst das grösste Geschenk gemacht Seengen Der 1993 gegründete Verein Alte Schmitte Seengen betreut die markante Liegenschaft im Oberdorf. Mit verschiedenen Aktionen wird in diesem Jahr das 30-Jahr-Jubiläum begangen. ■
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m späten 18. Jahrhundert wurde im Seenger Oberdorf eine Schmitte erstellt. Gemäss der eingemeisselten Jahreszahl im Türsturz über dem ebenerdigen Eingang zur Schmiedewerkstatt erfolgte der Bau exakt im Jahr 1774. Die Schmitte war vor hundert Jahren Wirkungsstätte von Hans «Schmittehans» Häusermann, einem Dorforiginal. Geschmiedet wird hier inzwischen nur noch zu Demonstrationszwecken. Seit die Gemeinde das Gebäude, das zusammen mit der «Wirthschaft Holliger Sämi» ein harmonisches Ensemble bildet, im
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Jahr 1990 gekauft und anschliessend saniert hat, dient die Alte Schmitte hauptsächlich als Kulturtreffpunkt. Verantwortlich für Konzerte, Lesungen und die Vermietung für Ausstellungen ist seit 1993 der Verein Alte Schmitte. Es handelt sich da um eine verschworene Gruppe, aufgeteilt in Vorstand und Betriebskommission, die auch immer wieder für ausgesprochen originelle Aktionen rund um das Gebäude, aber auch rund um die Lokalhistorie verantwortlich zeichnet. Getragen wird der Verein von zahlreichen Mitgliedern, die jährlich ihren Vereinsbeitrag abliefern und je nach persönlichem Interesse an den Anlässen teilnehmen.
Eine Schlaufe drum
Just am 30. Jahrestag der Vereinsgründung lud der Verein zur 30. Generalversammlung. Die Mitglieder pilgerten zahlreich in den Versammlungssaal im ersten Stock. Zuvor hatten sich die «Schmitteler», wie sich Vorstand und Betriebskom-
mission gerne nennen, selbst das grösste Geschenk gemacht: Sie packten das ganze historische Gebäude in ein breites rotes Band und schmückten es mit einem Mäscheli an der Fassade. Drinnen konnten die Mitglieder vom normalisierten Vereinsleben hören. «Endlich konnten wir 2022 wieder Anlässe durchführen», freute sich Präsident Jörg Bruder-Berli und Kassierin Isabelle Philipp konnte einen Gewinn von fast 3500 Franken vermelden.
Ein Mini-Tattoo im September
Im Budget 2023 sind allein 15 000 Franken für das grosse Jubiläumsfest am 10. September eingestellt. Auf der Oberdorfstrasse ist ein Mini-Tattoo mit verschiedenen Marschmusik-Formationen geplant. Dies ist die Krönung des Programms, das zudem eine Lesung, das traditionelle Entenrennen im Krebsbach beim Schloss Hallwyl und die Illuminierung der Schmitte am Räbeliechtliumzug umfasst.
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Neulich habe ich in einem dieser ästhetisch ansprechenden, nachhaltigen Design-Shops gestöbert. Eines jener Geschäfte, in denen man gerne Zeit verRomi Schmid bringt, weil sie nichts mit der täglichen Einkaufsroutine («Besorgst du noch Äpfel? Die Milch ist auch aus!») zu tun haben. Zwischen dekorativ angeordneten Schreibwaren, Duftkerzen und Teetassen ist mir ein hübsches Karten-Set in die Hände gefallen, auf dem stand: «Bin ich normal?» Es enthält Karten mit Aussagen, die man für sich selbst oder in einer Runde beantworten kann. Laut Herausgeber sind viele der Gedanken, für die wir uns schämen, da wir sie für «sonderbar» halten, völlig normal. Laut Beschreibung wirkt das Karten-Set «beruhigend und dient ausserdem der Selbstfindung». Ich habe es gekauft. Weil ich mich weder beruhigen noch selbst finden muss, liegt das Karten-Set seit längerer Zeit herum. Und sowieso: Ich habe weder schräge Marotten noch sinnbefreite Angewohnheiten. Von einigen klitzekleinen, nicht weiter erwähnenswerten Ausnahmen abgesehen: Ich esse vom Toast nie die oberste Scheibe. Schubladen dürfen nicht offen stehen. Ich frage niemals nach dem Weg; lieber verhungere ich in einer dunklen Sackgasse in einer fremden, unbekannten Stadt. Beim Telefonieren kann ich nicht sitzen oder stehen, ich muss gehen: im Kreis, zickzack, auf und ab, je nachdem, welche Wendung das Gespräch annimmt. Geldnoten lege ich so ins Portemonnaie, dass alle Seiten in die gleiche Richtung schauen. Im Supermarktregal nehme ich nie das vorderste Produkt, weil ich befürchte, dass es vor mir schon 50 andere Kunden angegrabscht haben. Das Klopapier muss «richtig herum» in der Halterung hängen. Und: Aufgrund meiner immer schon ausgeprägten Neigung zur Hypochondrie lese ich Unmengen an Gesundheitsratgebern. Der Beste sagt, ich werde einmal an einem Schreibfehler sterben. Wie gut, dass ich völlig normal bin. Romi Schmid, Redaktorin
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