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20230323_WOZ_GSAANZ

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Donnerstag, 23. März 2023 | Nr. 12 | 84. Jahrgang

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Gordana Schmid (rechts) und Tochter Anja Glivar, sind beide in der Pflege tätig, und setzen auf das relativ neue Geschäftsmodell der bezahlten Angehörigenpflege.

Spitex, das wissen die meisten, ist die Abkürzung für spitalexterne Hilfe und Pflege. Bekannt ist auch, dass diese Pflege auf Dauer kostenintensiv ist und auch von Angehörigen möglicherweise ein grosses persönliches Engagement erfordert. Problematisch wird es, wenn eine angehörige Person ihren Job unterbrechen oder gar aufgeben muss. Das kann zu finanziellen Problemen führen.

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Wer will das nicht: Kranke, die einer intensiven Pflege bedürfen, haben diese am liebsten zu Hause. Sie involvieren damit aber automatisch Angehörige (interne oder externe) in den Pflegeprozess. Das geht auf absehbare Dauer. Aber was ist, wenn sich diese Entwicklung über längere Zeit fortsetzt? Neben der physischen und psychischen Belastung können auch finanzielle Probleme entstehen. Gordana Schmid führt seit 2019 eine private Spitex-Organisation mit dem Namen «Power Spitex» und kennt dieses Problem. Ein exemplarischer Fall aus der Praxis hat ihr ein neues Geschäftsmodell von privaten Spitex-Organisationen ins Gedächtnis gerufen: bezahlte Angehörigenbetreuung. Im Fall von Gordana Schmid erhält die angehörige Person von Power Spitex einen Mitarbeitervertrag und so eine Stun-

denvergütung von 35 Franken (abzüglich Sozialleistungen). Zusätzlich – und das wissen viele nicht – kann unabhängig von einer solchen Leistung eine Hilflosenentschädigung bei der AHVStelle beantragt werden. Dadurch löst sich eine angespannte finanzielle Situation auf ein Minimum auf. Wie geht das? Pflegeleistungen von Langzeiterkrankten werden von den Krankenkassen zu einem grossen Teil übernommen. Jede Pflege umfasst eine Patientenbeteiligung von 460 bis 470 Franken. Pflegende Angehörige haben Anspruch auf Entschädigung. Nur können sie diese nicht selbst bei der Krankenkasse einfordern. Sie müssen einen Umweg machen, und der führt bei-

spielsweise über die Power Spitex von Gordana Schmid. Pro Tag darf sie – sofern ein Mitarbeitervertrag besteht – bei der Krankenkasse zweieinhalb Stunden pro Tag verrechnen und der Mitarbeitenden weitergeben. Mit dieser Situation kommt Gordana Schmid gut zurecht. Zum einen werden sie und ihre Fachmitarbeitenden entlastet, zum anderen profitiert auch sie finanziell von dieser Situation. Unter dem Strich seien beide Seiten zufrieden, sagt sie. «Es ist eine Win-winSituation.» Auf Seite «Grenchen» finden Sie einen ausführlichen Bericht zur bezahlten Angehörigenbetreuung. www.power-spitex.ch

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