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Lenzburger Bezirks-Anzeiger

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DONNERSTAG, 2. MÄRZ 2023

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Amtliches Publikationsorgan für den Bezirk Lenzburg und angrenzende Gemeinden.

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Nachlese: Der Lenzburger Wochenendknaller des Monats war zweifellos der Fasnachtsumzug. Der närrische Aufmarsch in der Rathausgasse wird Heiner Halder zusehends länger und schräger. Eigentlich startete die Fasnacht vor Jahren als Vergnügung der Kleinkinder, inzwischen vermummen sich zusehends immer mehr Erwachsene und Guggenmusiken als Begleitung. Der kunterbunte Karneval ist als Tradition definitiv in Lenzburg angekommen. Gut so. Konfettiregen ist auch ein Segen (sorry Bauamt, sorry Mütter).

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Hommage an eine Pionierin der Hospizbewegung: Luise Thut in der ihr gewidmeten Ausstellung im Müllerhaus.

Lebenswerk von Luise Thut mit einer Ausstellung gewürdigt Lenzburg Mit einer noch bis Samstag dauernden Ausstellung wird im Müllerhaus das Lebenswerk von Luise Thut als Pionierin der Hospizbewegung gewürdigt. ■

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ie Ausstellung trägt den vollen Titel «LEBENSwerk lebensENDE. Luise Thut – Pionierin der Hospizbewegung» und zeigt im Untergeschoss des Müllerhauses in verschiedenen Räumen zahlreiche Aspekte des Lebens der 1928 in München geborenen Gründerin von Hospiz Aargau. In einem Minikino wird mit einem siebenminütigen Film Leben und Werk von Luise Thut gezeigt. Gleich vis-à-vis kann man anhand von persönlichen Exponaten ihre Gedanken nachvollziehen und teilhaben an ihrer Überzeugung. Im Rahmenprogramm gab es diese Woche

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ein Podium zu «Hat der Friedhof ausgedient?». Nach einem einschneidenden Erlebnis in den USA liess sich Luise Thut zur Hospizleiterin ausbilden und gründete danach 1994 den Aargauer Hospiz-Verein. Ziel der Organisation ist bis heute die Begleitung Schwerkranker: «Sterbende Menschen sollen in einem familiären Umfeld ihren letzten Lebensabschnitt möglichst schmerzfrei verbringen, liebevoll und professionell betreut», steht im Internet-Auftritt. Zur finanziellen Unterstützung wurde 1998, also vor einem Vierteljahrhundert, die Luise-Thut-Stiftung gegründet. Inzwischen werden im stationären Hospiz in Brugg zehn Plätze angeboten.

Hochkarätige Würdigungen

An der Vernissage der Ausstellung am letzten Samstag wurde das Wirken von der anwesenden Stiftungsgründerin von hochkarätigen Festrednern ausgiebig gewürdigt. «Luise Thut kann auf ihr Lebenswerk stolz sein», sagte etwa Land-

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ammann und Gesundheitsdirektor JeanPierre Gallati. Thuts Ansinnen wurde inzwischen auf die politische Agenda gesetzt. Gallati: «Der Aargau will einen niederschwelligen Zugang zur flächendeckenden Palliativpflege schaffen.» Grossratspräsident Lukas Pfisterer strich wie später alt Regierungsrat Urs Hofmann Luise Thuts Hartnäckigkeit im Verfolgen ihrer Ziele hervor: «Um etwas für die Gesellschaft zu erreichen, braucht es Eigeninitiative und anschliessend geht es nicht ohne Freiwilligenarbeit.» Beatrice Koller Bichsel fasste als Präsidentin der Luise-Thut-Stiftung das Gesagte in einem direkten Wort an die Gründerin wie folgt zusammen: «Diese Ausstellung ist eine Hommage an dein grossartiges Lebenswerk.» ■

Ausstellung «LEBENSwerk lebensENDE». Ort: Müllerhaus, Bleicherain 7, Lenzburg. – Öffnungszeiten: Bis 4. März jeweils von 14 bis 19 Uhr. – Bridge-Schnuppernachmittag: Freitag, 3. März, 14 Uhr. – Finissage: Samstag, 4. März, 15 Uhr.

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Kleider machen Leute. Und die Fasnacht hat mit ihrer fröhlichen Aufwartung die Erwartung des anrückenden Frühlings geweckt. Und damit hoffentlich den allgemeinen vorherrschenden winterlichen trost- und fantasielosen Dresscode abgelöst. Schwarz bis auf die weissen Turnschuhe vorzüglich der Männer in den verdunkelten Gassen soll wieder den geschniegelten Bänkern und Akademikern überlassen werden und den roten, grünen und gelben Hosen weichen. PS: Es wird indes empfohlen, an der Hypi-GV in diskretem Blau oder Grau zu erscheinen, um sich vom Personal zu unterscheiden. Heiner Halder, Lenzburg

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Allerdings bietet auch dieser Anlass zur schieren Lebensfreude Anlass zu Kritik. Gewisse der allgemeinen Lage im weltweiten Umfeld geschuldete Auswüchse beschränken und vergällen heute die Narrenfreiheit. Darf man das? Heikle Sujets und Anspielungen sind zurecht verpönt. Kulturelle Aneignung zum Beispiel. Im Gegensatz zu Brittnau bleibt Lenzburg harmlos: Als einziger Fall begegnete uns der letzte Mohikaner. Die Fasnacht kennt mit Ausnahme der Schränzer und Zünfter keinen verbindlichen Dresscode. Einzig von der vielfältigen Ver-Kleidung indes lebt die Show. Nota bene: Schon vor Jahren hat das Freischarencorps gewisse Kostüme seiner Kohorten im Kasten versorgt.

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