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Lenzburger Bezirks-Anzeiger

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DONNERSTAG, 12. JANUAR 2023

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-lich willkommen bei Fam. Kindler Verspricht vergnüglichen Abend: Markus Bitterli, Präsident der Theatergesellschaft, vor einem «Bettelstudent»-Plakat.

Foto: Fritz Thut

Operette mit viel Lokalkolorit Beinwil am See Ab übernächstem Samstag wird im Löwensaal «ja nur auf die Schulter geküsst». Erstmals seit Langem lädt die Theatergesellschaft in einem ungeraden Jahr zur Operettenpremiere. ■

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G

egeben wird «Der Bettelstudent» von Carl Millöcker. Der Komponist schaffte mit diesem Werk seinen Durchbruch und die Arie des Obersten Ollendorf «Ach, ich hab sie ja nur auf die Schulter geküsst» hat mittlerweile Evergreen-Status erlangt. Bereits wenige Monate, nachdem sich im März 2020 kurz vor dem Corona-Lockdown der Derniere-Vorhang zu «Gasparone» (ebenfalls von Millöcker) gesenkt hatte, wählte der Vorstand der Theatergesellschaft Beinwil am See den «Bettelstudenten» als nächstes Stück. Wegen der Pandemie musste die Produktion um ein Jahr verschoben werden.

Neue Gesichter und Lokalkolorit

Kurz vor der «Bettelstudent»-Premiere am 21. Januar ist Präsident Bitterli guter Dinge. Das Publikum darf sich auf einen vergnüglichen Abend mit mitreissender Musik, schönen Stimmen und farbigen Kostümen freuen. Doch der Aufwand, der dafür geleistet werden muss, ist immens: «Die Herausforderung für eine qualitativ hochstehende Produktion und viel Lokalkolorit, wie es die Besucher von uns erwarten, wird immer grösser», so Bitterli. Der Kampf um die Gunst des Publikums werde nicht einfacher, hat der Präsident erkannt: «Der Aufwand wird grös-

ser; es gibt immer mehr verschiedene Veranstalter.» In Beinwil am See dürfe man aber nach wie vor auf die grosse Verankerung in der Region zählen. Beim «Bettelstudenten» führt zum zweiten Mal Raschid Kayroz Regie. Die musikalische Leitung liegt erstmals beim in der Region bestens bekannten Andres Joho. «Es gibt auch einige neue Gesichter zu sehen», so Bitterli. Dies ist nicht zuletzt der einjährigen Verschiebung geschuldet. Julia Siegwart und der Einheimische Gelsomino Romer, Entdeckungen der letzten beiden Produktionen, haben inzwischen eine künstlerische Ausbildung in Deutschland angetreten. Andrea Suter, die 2020 stimmlich die gesundheitlich indisponierte Andrea Hofstetter ersetzt hatte, spielt diesmal die Gräfinnentochter Laura. Und natürlich hat Urgestein Peter Eichenberger als Gefängniswärter Enterich eine Rolle. ■

Der Bettelstudent. Operette von Carl Millöcker. – Ort: Beinwil am See, Löwensaal. – 18 Vorstellungen zwischen dem 21. Januar und dem 12. März. – Infos und Vorverkauf: www.operettebeinwil.ch.

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FRITZ THUT

So wird erstmals seit 1975 («Gräfin Mariza») in Böju wieder eine klassische Operette in einem ungeraden Jahr über die Löwensaalbühne gehen. Künftig ist gemäss Markus Bitterli, dem Präsidenten der Theatergesellschaft, eigentlich wieder der übliche Zweijahresrhythmus vorgesehen, doch will man auf Wunsch von benachbarten Operettenorganisatoren eventuell nochmals auf diesen Entscheid zurückkommen.

In der Schweiz habe ich oft beobachtet, dass sich viele Ausländer an ihre eigenen Landsleute oder andere Expats halten. Und ich habe mich immer gewunMelanie Solloso dert, ob es wohl wirklich so schwierig ist, ein paar Schweizer Freunde zu finden. Heute bin ich selbst Auslandschweizer, wohnhaft in den Philippinen, und ich laufe in denselben Fussstapfen. Warum? Philippinos gelten als eines der kontaktfreudigsten und freundlichsten Völker der Erde. Lebt man jedoch hier, merkt man rasch, dass sie auch scheu sind, vor allem gegenüber Kana’s oder Kano’s (das ist eine Abkürzung für «Amerikano», so werden Ausländer hier genannt). Wer denkt, dass man diese Hürde umgehen kann, indem man die lokale Sprache lernt, irrt. Die gemeinsame Sprache schafft aber die Möglichkeit, die Philippino-Mentalität besser zu verstehen. Ich denke, einer der grössten Unterschiede zwischen Philippinos und Menschen aus dem Westen ist das Selbstverständnis. Individualität wird hier kritisch beäugt, man ist Teil eines Ganzen und lebt und arbeitet für die Familie. Was man selbst möchte, ist zweitrangig. Kein Wunder, trifft hier die westliche «Wie war das für dich? Ich fühl dich»-Gesprächskultur auf wenig Verständnis. Und weil dem «Individualismus» nicht so viel Wert beigemessen wird, reden Philippinos auch selten über sich selbst. Eine sympathische Eigenschaft, die aber dazu führt, dass Ausländern ein wichtiger Gesprächspunkt fehlt, um sich gänzlich verbunden zu fühlen. So erkläre ich mir, warum auch hier in den Philippinen die meisten Ausländer unter sich bleiben. Der Mensch kommt nun mal gerne auf das zurück, was er kennt. Daran ist im Grunde nichts auszusetzen. Sich aber um das Gastland zu bemühen und zu versuchen, dessen Bewohner zu verstehen, lohnt sich. Ich habe hier gelernt, dass es gut sein kann, sich selbst etwas weniger wichtig zu nehmen; es macht zufriedener. Melanie Solloso, Siargao Island, Philippinen (ehemalige Redaktorin)

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